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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2026

Eine Reise durch die Dorfgemeinschaft

Mirabellentage
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Nun habe ich meinen imaginären Spaziergang durch das fränkische Blumenfeld beendet und dabei so einiges über seine Bewohner erfahren. 🌼

In 'Mirabellentage' erzählt Anna, die langjährige Haushälterin des ...

Nun habe ich meinen imaginären Spaziergang durch das fränkische Blumenfeld beendet und dabei so einiges über seine Bewohner erfahren. 🌼

In 'Mirabellentage' erzählt Anna, die langjährige Haushälterin des verstorbenen Ortspfarrers Josef, so allerhand Anekdoten aus vergangenen Zeiten. Für sie ist das eine Form der Trauerbewältigung - und gleichzeitig ihre ganz eigene Art, den neuen Priester Fridjof in sein Amt einzuführen.

Dabei hat es Fridjof nicht leicht: Er tritt in große Fußstapfen und wird als junger Mann von einer Hallig an der Nordsee von den Dorfbewohnern oft kaum verstanden. Umso besser, dass Anna ihm den Tipp gibt, die Gemeinde einfach mit seinem 'Latein' zu beeindrucken. 😂

Für mich war dieser Roman ein schöner sommerlicher Lesehappen für zwischendurch. Die Erzählungen sind mal traurig und nachdenklich, mal humorvoll, manchmal auch etwas gewöhnungsbedürftig (ich sage nur: Gänseessen 😅).

Besonders gefallen hat mir, wie sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Immer wieder wird deutlich, wie wichtig Zusammenhalt und Gemeinschaft sind - etwas, das dem Roman viel Wärme verleiht.

Zeitweise waren mir die vielen aneinandergereihten Anekdoten allerdings etwas zu viel, sodass ich hin und wieder aus dem Lesefluss geraten bin. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde die nette ältere Dame von nebenan einem bei jedem Treffen noch schnell eine weitere Geschichte von früher erzählen - manchmal charmant, manchmal auch ein kleines bisschen anstrengend. 😉

Trotzdem habe ich mich in Blumenfeld sehr wohlgefühlt und könnte mir durchaus vorstellen, dort ein Plätzchen unter den Einwohnern zu finden. 🏡

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Eine Party und mehrere Tote

Der Fjord
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Auf den Thriller 'Der Fjord' von Sarah Goodwin habe ich mich sehr gefreut. Ich mochte von der Autorin 'Stranded - Die Insel' total gerne und war auch schon darauf vorbereitet, dass mich eher ein softer ...

Auf den Thriller 'Der Fjord' von Sarah Goodwin habe ich mich sehr gefreut. Ich mochte von der Autorin 'Stranded - Die Insel' total gerne und war auch schon darauf vorbereitet, dass mich eher ein softer Thriller beziehungsweise ein Spannungsroman erwarten wird.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich packen und auch Norwegen oder der namensgebende Fjord spielen eine deutlich kleinere Rolle als erwartet.

Im Mittelpunkt steht Amelia, die ihre verschwundene Schwester Rose finden möchte. Dafür krempelt sie ihr gesamtes Leben um, nimmt eine falsche Identität an und verschafft sich Zugang zu dem exklusiven Ort, an dem Rose vor einem Jahr spurlos verschwand.

Auf dem luxuriösen Anwesen der Familie Fowley findet einmal jährlich eine exzessive mehrtägige Party statt. Zwischen Alkohol, Drogen und den Reichen und Schönen gibt es dort jedoch nicht nur ausschweifende Feiern, sondern auch Tote.

Die Idee des Buches hat mir grundsätzlich gefallen. Allerdings hätte ich das Buch vermutlich nicht an einem Fjord angesiedelt, da der Schauplatz letztlich kaum eine Rolle spielt. Wer wegen atmosphärischer Naturbeschreibungen oder nordischer Kulisse zugreift, könnte daher enttäuscht werden.

Mit den Figuren wurde ich leider ebenfalls nicht warm. Besonders Amelia wirkte auf mich oft wenig authentisch, und wirkliche sympathisch war mir keine der handelnden Personen.

Die Handlung entwickelt sich eher langsam. Das sorgt zwar dafür, dass man wissen möchte, wie alles zusammenhängt, gleichzeitig empfand ich einige Passagen aber auch als etwas zäh. Der Plot-Twist beziehungsweise die Auflösung am Ende konnte mich dann wieder etwas mehr überzeugen.

Insgesamt ließ sich das Buch angenehm lesen, ein echter Pageturner war es für mich jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Frauen in der Mythologie

Antike Mythen ohne Männer
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Als großer Griechenland Fan fasziniert mich natürlich auch die griechische Mythologie. Schon lange wollte ich mich intensiver mit ihren Geschichten und Figuren beschäftigen - und genau deshalb werde ich ...

Als großer Griechenland Fan fasziniert mich natürlich auch die griechische Mythologie. Schon lange wollte ich mich intensiver mit ihren Geschichten und Figuren beschäftigen - und genau deshalb werde ich 'Antike Mythen ohne Männer' - definitiv noch öfter zur Hand nehmen.

Dieses Sachbuch liest sich erfreulicherweise überhaupt nicht trocken. Es ist in die Kapitel Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme fatale, Hexe, Wahnsinnige und Monster unterteilt und bietet eine spannende neue Perspektive auf die Frauen der griechischen Mythologie. Die zahlreichen Illustrationen, kombiniert mit den meist kurzen Textpassagen, sorgen dafür, dass man zügig vorankommt. Auch die Gestaltung des Buches ist ein großer Pluspunkt und macht das Lesen zu einem echten Vergnügen.

Besonders gut gefallen hat mir der feministische Ansatz, der das gesamte Buch prägt. Viele Frauenfiguren der griechischen Mythologie haben bis heute ein eher negatives Image. Hier wird nicht nur mit Vorurteilen aufgeräumt, sondern auch nachvollziehbar erklärt, wie diese Darstellungen überhaupt entstanden sind.

Durch die vielzahl an Namen, Verwandtschaftsverhältnissen und komplexen Verbindungen ist es nicht immer leicht, dem Inhalt zu folgen. Ohne größere Vorkenntnisse bleibt beim ersten Lesen vermutlich nicht alles hängen. Genau das macht aber auch den Reiz des Buches aus: Es weckt Neugier, regt zu eigener Recherche an und motiviert dazu, tiefer in einzelne Mythen einzutauchen.

Mir hat das Buch von Mara Gold sehr gut gefallen, und ich bin sicher, das es mich noch lange begleiten wird.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Reality-TV im Buchformat

Das Spiel
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Trash TV zum Lesen? 🥳
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! 😏

Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt ...

Trash TV zum Lesen? 🥳
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! 😏

Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt mich besser abschalten als Lesen, Faulenzen und/oder Reality-TV schauen. Einfach gucken, lachen, sich aufregen und gelegentlich ein bisschen fremdschämen.

Und das Konzept dieses Buches hat mich direkt abgeholt: Eine Dauershow, die mit zehn Frauen und zehn Männern auf einem luxuriösen Anwesen mitten in der Wüste startet. Nahrung, Wasser und andere Dinge des täglichen Bedarfs müssen in Gruppen-Challenges erspielt - oder manchmal sogar erkämpfen werden. In Einzelaufgaben winken Luxusgegenstände, die die Teilnehmenden für sich behalten dürfen.

Die vielen Namen sind zu Beginn nicht leicht zu merken. Aber wie bei echten Reality-Shows sind manche Kandidaten ohnehin schnell wieder verschwunden, während andere durch Sympathie oder Antipathie automatisch zu den Hauptfiguren werden. Es entstehen spannende Dynamiken, die sich je nach Situation und äußeren Umständen ständig verändern.

Wie schon im Klappentext erwähnt, musste auch ich sofort an 'Herr der Fliegen' denken. Und erschreckenderweise fand ich keine der Entwicklungen wirklich unrealistisch. Ich hätte mir zwar noch etwas mehr Challenges und vielleicht auch mehr direkte Konkurrenz zwischen den Teilnehmenden gewünscht, aber das lässt sich in einem Roman vermutlich nur schwer so darstellen wie im Fernsehen.

Besonders spannend fand ich Lilys schonungslose Selbstreflektion. Männliches Dominanzverhalten spielt ebenfalls eine Rolle und wird nicht unkommentiert stehen gelassen. Vor allem das Ende hat mich berührt und nachdenklich zurückgelassen.

Den Inhalt genauer zusammenzufassen, ist tatsächlich gar nicht so einfach. Im Grunde ist es genau das, was es verspricht: eine Reality-Show in Buchform.

Wer mit Reality-TV grundsätzlich nichts anfangen kann, wird vermutlich auch mit diesem Buch nicht warm werden. Wer aber Spaß an diesem Genre hat, wird hier mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Durchatmen

Einatmen. Ausatmen.
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Beim Lesen von 'Einatmen Ausatmen' von Maxim Leo kann man tatsächlich erstmal tief durchatmen und die Seele ein wenig baumeln lassen. 🌿📖

Im Mittelpunkt steht Marlene Buchholz - Geschäftsfrau durch und ...

Beim Lesen von 'Einatmen Ausatmen' von Maxim Leo kann man tatsächlich erstmal tief durchatmen und die Seele ein wenig baumeln lassen. 🌿📖

Im Mittelpunkt steht Marlene Buchholz - Geschäftsfrau durch und durch. Beruflich absolut souverän, zwischenmenschlich dagegen eher... ausbaufähig. Das sieht auch die Chefetage so und legt ihr, kurz vor dem nächsten Karriereschritt, ein Achtsamkeitsseminar nahe. Nicht unbedingt Marlenes Lieblingsvorstellung, aber manchmal hat man eben keine Wahl.

Auch beim Leiter der luxuriösen Akademie läuft längst nicht alles rund, weshalb der Auftrag, Marlene in die richtige Spur zu bringen, gerade recht kommt. Zwischen Menschen, die sich im normalen Leben vermutlich nie begegnet wären, entstehen plötzlich überraschende Verbindungen - und natürlich entwickelt sich alles ganz anders als gedacht.

Mein Fazit: Ein netter Roman mit einer angenehmen Atmosphäre, der für mich allerdings etwas hinter den Erwartungen geblieben ist. Ich hatte mir deutlich mehr Humor erhofft, denn das Potenzial dafür war definitiv da.
Mich persönlich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen - auch wenn ich schon viele begeisterte Stimmen dazu gelesen habe.

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