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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2026

Zwischen Selbstschutz und Bindungsangst

Halbwach
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Ein Buch, bei dem ich zwischendurch dachte: Hätte ich in meinen Zwanzigern gerne gelesen. 😂

'Halbwach' von Sophia Como hat mich ein bisschen zurück in die Zeit katapultiert, in der das Wochenende gefühlt ...

Ein Buch, bei dem ich zwischendurch dachte: Hätte ich in meinen Zwanzigern gerne gelesen. 😂

'Halbwach' von Sophia Como hat mich ein bisschen zurück in die Zeit katapultiert, in der das Wochenende gefühlt erst dann richtig gut war, wenn man mindestens einmal unterwegs war. Clubs, Flirts, One-Night-Stands und bloß keine Verpflichtungen - klingt doch erstmal recht spaßig. 😏

Zoe ist Schriftstellerin für Liebesromane und hat selbst aber so gar keinen Bock auf die Liebe. Warum sie so tickt, kristallisiert sich nach und nach heraus.

Mit ihrer Clique zieht sie am liebsten durch die Clubs der Stadt und genießt ihr Leben - unverbindlich, frei und ohne unnötiges Drama. Und dann wäre da noch Mael. Gutaussehend, charmant und vor allem: Er will genauso wenig eine Beziehung wie Zoe. Jackpot auf zwei Beinen also! 🙌🏻

Doch wo körperliche Nähe und Sympathie vorhanden sind, kann es natürlich auch schnell mal kompliziert werden. Und nicht nur dort: Auch innerhalb von Familien kann es ordentlich knirschen - und damit kennt sich Zoe leider bestens aus.

Ich mochte Zoe tatsächlich richtig gerne - obwohl sie charakterlich und vom Lifestyle her schon ziemlich weit von mir entfernt ist. 😅 Vielleicht gerade deshalb. Ich habe sie insgeheim ein bisschen dafür gefeiert, dass sie sich nimmt, was sie möchte, und sich nicht dafür rechtfertigt.

Je tiefer man in die Geschichte abtaucht, umso mehr kann man hinter ihre coole Partygirl Fassade schauen und versteht, warum sie eigentlich so tickt.

Im Mittelteil hatte die Geschichte für mich zwar ein paar kleine Längen, aber insgesamt konnte sie mich gut fesseln. Und ich habe das Buch am Ende mit einem zufriedenen Gefühl zugeschlagen - was will man mehr? 🥰

Und wieder stelle ich mir am Schluss die Frage: Warum markiere ich mir eigentlich nie die guten Stellen in meinen Büchern?! 🤦🏼‍♀️😂

Ich kann euch nämlich sagen: Bei 'Halbwach' gab es definitiv ein paar, bei denen ich kurz dachte: Uff. Der war gut.

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Veröffentlicht am 02.08.2026

Juno umd Jupiter

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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"Hey Guten Morgen, wie geht es Dir" von Martina Hefter stand schon lange auf meiner Wunschliste. Allein die Themen haben mich sofort angesprochen: Eine Frau, die zwischen ihrem geliebten Künstlerinnenleben, ...

"Hey Guten Morgen, wie geht es Dir" von Martina Hefter stand schon lange auf meiner Wunschliste. Allein die Themen haben mich sofort angesprochen: Eine Frau, die zwischen ihrem geliebten Künstlerinnenleben, dem Entlarven von Love-Scammern und der Sorge um ihren schwer erkrankten Mann steht - da steckt unglaublich viel Potenzial drin. Und dann ist da natürlich noch der Deutsche Buchpreis.

Leider konnte mich die Geschichte rund um Juno, ihren Mann Jupiter und ihre Internetbekanntschaft Benu am Ende dann leider doch nicht vollständig überzeugen.

Ich hatte das Gefühl, dass auf viele der wirklich spannenden Themen zu wenig eingegangen wurde. Stattdessen gab es immer wieder Verweise auf den Film 'Melancholia'. Den habe ich allerdings nicht gesehen und nachdem ich mich mit der Handlung beschäftigt habe, reizt er mich auch nicht besonders.

Junos innere Zerrissenheit wird zwar sehr gut vermittelt und der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Mir fehlt jedoch insgesamt etwas mehr Tiefe, und auch zu Juno selbst konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen.

In einer Szene wird angedeutet, dass Juno und Jupiter sehr dünn, vielleicht sogar unterernährt sind. Das empfand ich als sehr unangenehm und weiß nicht genau wie ich es einordnen soll. Gleichzeitig empfand ich Junos Fürsorge für ihren Mann stellenweise als etwas distanziert. Mir fehlte das Gefühl eines stärkeren Miteinanders.

Der Roman hat viele Menschen begeistern - deshalb fällt meine eher zurückhaltende Begeisterung sicherlich nicht ins Gewicht. Und wie immer gilt: Macht Euch bei Interesse am besten selbst ein Bild. 📚

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Veröffentlicht am 26.07.2026

Ungesagtes

Pause
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Ich habe das Buch jetzt eine ganze Weile sacken lassen - und weiß inzwischen mit Sicherheit, dass es mich leider nicht nachhaltig beeindruckt hat.

Hanna muss aus gegebenem Anlass die Pausetaste drücken ...

Ich habe das Buch jetzt eine ganze Weile sacken lassen - und weiß inzwischen mit Sicherheit, dass es mich leider nicht nachhaltig beeindruckt hat.

Hanna muss aus gegebenem Anlass die Pausetaste drücken und zieht vorübergehend wieder bei ihren Eltern ein.
Sie trägt einige schwere Päckchen mit sich herum, bekommt dabei aber nur wenig Unterstützung. Allerdings fordert sie diese auch nicht ein und reagiert stattdessen häufig trotzig. Das konnte ich mal mehr, mal weniger nachvollziehen.

Was ich allerdings überhaupt nicht verstanden habe: Über die wirklich wichtigen Dinge und Geschehnisse, wird einfach nie gesprochen. Weder in ihrer Beziehung noch in ihrer Familie oder mit ihren Freunden. Worum es genau geht, möchte ich bewusst nicht verraten, denn gerade das Spekulieren darüber, gehört für mich zum Leseerlebnis.

Der Schreibstil ist ungeschönt, schnoddrig und gleichzeitig auch witzig - genau so hatte ich mir 'Pause' von Lena Kupke auch vorgestellt. Über die Reels der Autorin kann ich mich schließlich auch immer köstlich amüsieren. 😏

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Die ersten beiden Abschnitte haben mich komplett abgeholt - ich war begeistert und wollte unbedingt weiterlesen. Danach trat die Geschichte für mein Empfinden jedoch auf der Stelle. Das Überspitzte, das mir anfangs so viel Spaß gemacht hatte, wurde mit der Zeit einfach zu viel. Es nutzte sich ab und fing schließlich sogar an, mich eher zu nerven.

Auch mit den Figuren bin ich nicht richtig warm geworden, und auf die eine oder andere Anekdote hätte ich gut verzichten können.

Den Schreibstil selbst mochte ich wirklich gern - ich fand ihn nur nicht ganz passend zum ernsten Thema des Buches. Trotzdem würde ich jederzeit wieder zu einem Buch der Autorin greifen, auch wenn mich dieses leider nicht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 19.07.2026

Eine großartige Fortsetzung

Malacarne
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Eines gleich vorweg: Was für ein großartiger zweiter Band! ❤️

Schon 'Malnata' hat mich begeistert, und mit 'Malacarne' hat Beatrice Salvioni für mich erneut alles richtig gemacht.

Die Geschichte knüpft ...

Eines gleich vorweg: Was für ein großartiger zweiter Band! ❤️

Schon 'Malnata' hat mich begeistert, und mit 'Malacarne' hat Beatrice Salvioni für mich erneut alles richtig gemacht.

Die Geschichte knüpft vier Jahre später an. Francesca vermisst ihre Freundin Maddalena schmerzlich. Als sie erfährt, dass all ihre Briefe nie in der Nervenklinik angekommen sind, weil ihr Vater sie abgefangen hat, setzt sie alles daran, Maddalena dort herauszuholen. Mit Unterstützung gelingt ihr das schließlich.

Maddalena, einst als Malnata - die Unheilbringende - verschrien, wirkt verändert und ist doch immer noch ganz die Alte. Die Zeit in der Anstalt hat Spuren hinterlassen, sie geprägt, aber glücklicherweise nicht gebrochen.

Auch Francesca hat sich verändert. Sie hat genug davon, sich unterzuordnen. Nie wieder soll jemand leiden müssen, nur weil sie nicht mutig genug war. In den schrecklichen Zeiten des Zweiten Weltkrieges wächst sie über sich hinaus und entwickelt eine beeindruckende Stärke. Maddalena, die sonst so rebellisch und unerschrocken ist, tritt dabei zunächst etwas in den Hintergrund ... oder ist am Ende doch nicht alles so, wie es scheint?

Endlich einmal eine Fortsetzung, die dem tollen ersten Band absolut gerecht wird. Viele Leserinnen und Leser finden 'Malacarne ' sogar noch stärker als 'Malnata'. Ich persönlich mochte den ersten Band dennoch einen Tick lieber - wahrscheinlich, weil dort die besondere Freundschaft zwischen Francesca und Maddalena noch stärker im Mittelpunkt steht. Solche Geschichten liebe ich einfach. Trotzdem fand ich es genau richtig, dass hier andere Themen mehr Raum bekommen und Francescas Entwicklung stärker beleuchtet wird.

Ich kann euch diese beiden Bücher nur von Herzen empfehlen. ❤️ Falls ihr 'Malnata' noch nicht gelesen habt: Unbedingt nachholen! Die Geschichte dieser zwei starken jungen Frauen, die sich gegen gesellschaftliche Zwänge stellen, kämpfen und niemals aufgeben, ist intensiv, bewegend und unglaublich lebendig. Eine Reihe, die noch lange nachhallt und einfach Spaß macht zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.07.2026

Ungesagtes

Vertraute Gespenster
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'Vertraute Gespenster' von Anna Ruchat ist ein Roman, der mich ziemlich schnell fesseln konnte - mich am Ende aber auch etwas ratlos zurückgelassen hat.

Die junge Teresa verlässt ihre Heimat, um als Kindermädchen ...

'Vertraute Gespenster' von Anna Ruchat ist ein Roman, der mich ziemlich schnell fesseln konnte - mich am Ende aber auch etwas ratlos zurückgelassen hat.

Die junge Teresa verlässt ihre Heimat, um als Kindermädchen bei einer wohlhabenden Familie zu arbeiten. Anfangs läuft alles gut: Sie findet sich schnell in ihrem neuen Alltag zurecht. Nach und nach tun sich jedoch unausgesprochene Ereignisse und rätselhafte Fragen auf, die eine immer düsterere Richtung einschlagen.

Ihre beiden Schützlinge, Giovanni und Pietro, sind liebe Jungen, auch wenn einer von ihnen eher verschlossen wirkt. Eines steht jedoch fest: Das Arbeitszimmer ihres Stiefvaters ist für beide ein Ort, den sie lieber meiden. Und was hat es eigentlich mit der ältesten Tochter der Familie aus Marias erster Ehe auf sich? Warum ist ihr Verhältnis zur Mutter so angespannt und ihre Abneigung gegenüber dem Stiefvater so offensichtlich?

Ein wenig Licht ins Dunkel bringen die Tagebucheinträge der Mutter Maria. Darin schreibt sie an ihren verstorbenen ersten Ehemann, berichtet häufig von ihrer gemeinsamen Tochter Esther und äußert sich ihr gegenüber oft sehr kritisch. Das fand ich wirklich schwer zu lesen, da die Mutter so auf vermeintlich äußerlichen Makeln der Tochter herumreitet. Später kommen außerdem einige Abschnitte aus der Perspektive der inzwischen erwachsenen Giovanni und Pietro hinzu.

Mein Leseerlebnis war insgesamt ehrlich gesagt durchwachsen. Der Roman ließ sich gut lesen, und ich bin vor allem drangeblieben, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Das Ende konnte mich dann jedoch nicht überzeugen.

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