Cover-Bild Malacarne
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 29.04.2026
  • ISBN: 9783328604617
Beatrice Salvioni

Malacarne

Roman - Der neue Roman der Autorin von »Malnata«
Anja Nattefort (Übersetzer)

Eine unerschütterliche Freundschaft, die vom Krieg auf die Probe gestellt wird. Und ein unbedingter Wille zum Widerstand, den die Gesellschaft nicht brechen kann.

Durch die nachtschwarzen Straßen von Monza läuft ein junges Mädchen, das Nachthemd klebt ihr am Rücken, ihre Füße sind nackt. Es ist das Jahr 1940 und Francesca hat seit vier Jahren nichts mehr von ihrer besten Freundin Maddalena gehört. Seit dem Tag, an dem diese weggesperrt wurde. Und auch Francescas Leben ist aus den Fugen geraten: Das Haus ihrer Eltern betritt sie nicht mehr, ihre Mutter schimpft sie eine »Malacarne«, eine durch und durch Verkommene. Dann endlich kehrt Maddalena in den Ort zurück. Äußerlich kaum verändert, ist sie doch eine völlig andere. Ein unüberwindbarer Graben scheint die Freundinnen zu entzweien. Während Italien in den Krieg eintritt, müssen sie sich entscheiden: füreinander einstehen oder für immer getrennte Wege gehen?

Mit ungeheurer erzählerischer Kraft entführt uns Beatrice Salvioni in das Italien der 1940er-Jahre. Die Geschichte zweier unzertrennlicher Freundinnen, die die Fesseln ihrer Zeit sprengen wollen, auch wenn es sie alles kostet.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Eine gelungene Fortsetzung

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Monza, 1940. 4 Jahre ist es nun her, seit Maddalena sich für ihre Freundin Francesca geopfert hat und in eine Anstalt gesperrt wurde. Seitdem hat Francesca nichts mehr von ihr gehört, obwohl sie ihr zahlreiche ...

Monza, 1940. 4 Jahre ist es nun her, seit Maddalena sich für ihre Freundin Francesca geopfert hat und in eine Anstalt gesperrt wurde. Seitdem hat Francesca nichts mehr von ihr gehört, obwohl sie ihr zahlreiche Briefe geschrieben hat. Als sie erfährt, dass alle diese Briefe von ihrem Vater zurückgehalten wurden, ist Francesca eines klar: Sie muss Maddalena nach Hause holen und ihr sagen, dass sie sie niemals vergessen hat. Doch Italien steht kurz vor dem Kriegseintritt und die Zeiten sind schwer. Kann die Freundschaft der beiden jungen Frauen den Faschismus überstehen?

„Malacarne“ ist die Fortsetzung von „Malnata“ von Beatrice Salvioni – ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Auch dieser zweite Band wurde von Anja Nattefort ins Deutsche übersetzt. Während der Titel des ersten Buches sich auf Maddalena bezog, die im Ort nur als die „Malnata“ („die Unheilbringende“) bekannt ist, ist „Malacarne“ (eine durch und durch Verkommene) nun der Spitzname, den Francesca ertragen muss. Und das nur, weil sie leben möchte, wie sie es für richtig hält und an ihrer Freundschaft zu Maddalena festhalten will.

Als sie noch jünger waren, bestand die Freundschaft von Maddalena und Francesca aus gemeinsamen Streichen und Abenteuern unten am Fluss. Nun sehen sie sich einem ganzen System gegenüber, das Andersartigkeit in jeder Art und Weise bestraft. Seien das Frauen, die unverheiratet mit einem Mann zusammenleben oder Ladenbesitzerinnen, deren Ehemann Jude ist. Inmitten dieser Umbrüche entwickelt jede der beiden Frauen ihren eigenen Weg, mit der Situation umzugehen. Maddalena hat in der Anstalt Schlimmes erlebt und erkauft sich mit vorgetäuschter Liebe den Schutz eines Faschisten. Francesca hingegen treibt die Wut aus dem Elternhaus und schließlich in den Widerstand.

Es war schön, die beiden Frauen wiederzusehen, auch wenn sie es in diesem Buch nicht leicht haben. Besonders interessant ist es, mitzuerleben, wie Francesca sich ohne Maddalena entwickelt hat, die ja früher immer die Führung übernahm. Nun ist es an ihr, Mut zu fassen und vielleicht auch Maddalena zu zeigen, worauf es in diesen Zeiten ankommt.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Wenn die Welt zerbricht, bleibt die Freundschaft

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„Malacarne“ von Beatrice Salvioni ist am 23.04.2026 im Penguin Verlag erschienen, aus dem Italienischen übersetzt von Anja Nattefort. Auf 512 Seiten führt uns die Autorin (zurück) nach Monza und zu Francesca ...

„Malacarne“ von Beatrice Salvioni ist am 23.04.2026 im Penguin Verlag erschienen, aus dem Italienischen übersetzt von Anja Nattefort. Auf 512 Seiten führt uns die Autorin (zurück) nach Monza und zu Francesca und Maddalena, deren Geschichte viele bereits aus „Malnata“ kennen dürften.

Worum geht's?

Wir schreiben das Jahr 1940. Francesca hat seit Jahren nichts von ihrer besten Freundin Maddalena gehört, die einst aus ihrem Leben verschwand. Als Maddalena plötzlich zurückkehrt, ist nichts mehr wie früher. Während Italien immer tiefer in den Krieg und den Faschismus abrutscht, müssen die beiden jungen Frauen ihren Platz in einer Welt finden, die ihnen kaum Freiheiten zugesteht.

Meine Meinung

„Malnata“ hat mir bereits sehr gut gefallen, deshalb war ich unglaublich überrascht (hatte es so gar nich erwartet) & dann auch gespannt auf diese Fortsetzung. Und was soll ich sagen? Für mich ist „Malacarne“ ein wirklich gelungener Nachfolger geworden. Man spürt auf jeder Seite, dass die Figuren älter geworden sind und vor allem, dass sie viel zu früh erwachsen werden mussten. Die politischen Umstände, der Krieg und die gesellschaftlichen Erwartungen lassen ihnen kaum eine Wahl.

Wieder sehr beeindruckt hat mich (wie schon bei „Malnata“) die Art, wie Beatrice Salvioni ihre Figuren zeichnet. Francesca und Maddalena sind keine Heldinnen im klassischen Sinn. Sie machen Fehler, zweifeln, geraten an ihre Grenzen. Gerade dadurch wirken sie auf mich sehr lebendig und nahbar. Ihre Freundschaft steht weiterhin im Mittelpunkt der Geschichte, wird aber immer wieder auf die Probe gestellt durch äußere Ereignisse ebenso wie durch ihre unterschiedlichen Entwicklungen.

Eine weitere Besonderheit war für mich der historische Hintergrund. Während in Österreich im Geschichtsunterricht naturgemäß vor allem die österreichische Perspektive auf Nationalsozialismus und Widerstand behandelt wird, wusste ich über die italienische Resistenza bislang vergleichsweise wenig. Durch diesen Roman habe ich nicht nur eine spannende Geschichte gelesen, sondern auch viel über den italienischen Widerstand und die Auswirkungen des Faschismus gelernt.

Und Beatrice Salvioni etwas, das ich sehr schätze: Sie erzählt Geschichte nicht als trockene Faktenvermittlung, sondern macht sie über ihre Figuren emotional erfahrbar. Die Angst, die Unsicherheit, aber auch der Mut und die Solidarität untereinander werden greifbar. Ich hoffe, dass wir noch viel von ihr lesen dürfen.

Und worüber wir noch reden müssen ist das Nachwort. Erstens feiere ich es, dass es überhaupt ein Nachwort gegeben hat (nicht selbstverständlich!) und zweitens hat mich ein Nachwort selten so beschäftigt. Obwohl während des Lesens draußen fast 40 Grad waren, hatte ich beim Lesen wortwörtlich Gänsehaut. Das liegt für mich vor allem am persönlichen Bezug der Autorin mit ihrer Großmutter, aber auch an den (leider) waren Schilderungen der Malacarni.

„Malacarne“ ist alles andere als ein Wohlfühlbuch. Und mit über 500 Seiten nimmt sich die Geschichte Zeit für ihre Figuren und Entwicklungen. Für mich hat sich diese Zeit aber absolut gelohnt.

Fazit

„Malacarne“ ist eine eindrucksvolle Geschichte über Freundschaft, Selbstbestimmung, Krieg und Widerstand. Beatrice Salvioni zeigt erneut, wie stark historische Romane sein können, wenn sie gesellschaftliche Themen mit emotionalen Schicksalen verbinden. Für alle, die „Malnata“ schon geliebt haben, sich für italienische Zeitgeschichte interessieren und starke Frauenfiguren schätzen. Danke an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

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