Ich bin mir genug?!
Zoe hasst es wenn die Männer, mit denen sie schläft, klammern.
Dann muss sie ihnen das Herz brechen und ist dann wieder die Böse in der Geschichte, dabei geht sie von Anfang sehr offen damit um, was sie ...
Zoe hasst es wenn die Männer, mit denen sie schläft, klammern.
Dann muss sie ihnen das Herz brechen und ist dann wieder die Böse in der Geschichte, dabei geht sie von Anfang sehr offen damit um, was sie will und was nicht.
Schließlich lernt sie Mael kennen, dem es ganz ähnlich geht wie ihr, etwas besseres kann Zoe sich nicht vorstellen.
Nur eine rein körperliche Beziehung, mehr nicht.
Aber wieso ist Zoe das eigentlich so wichtig?
Woher kommt ihr Wunsch? Und was passiert, wenn sich dieser Wunsch verändert?
Mich hat der Klappentext von Anfang an angesprochen und ich wollte unbedingt Zoes Geschichte erfahren.
Mich hat ihre Einstellung zu bestimmten Themen sehr interessiert und auch die Tatsache, dass sie Beziehungen alles andere als romantisiert, das fand ich spannend und ansprechend.
Gleichzeitig war aber auch klar, dass das wahrscheinlich einen Ursprung hat.
Zoe hat mich direkt mitgerissen.
Die Autorin hat eine Protagonistin erschaffen, die so unglaublich vielschichtig in ihren Emotionen ist und davon noch gar keine Ahnung zu haben scheint.
Eine junge Frau, die nie richtig gelernt hat auf ihre eigenen Gefühle zu hören und die stattdessen versucht, sie zum Schweigen zu bringen, denn das hat bisher immer funktioniert, das gibt ihr Sicherheit.
Doch in ihr schlummert so viel Wut, Traurigkeit und Verzweiflung, aber auch viel Überforderung von all diesen Emotionen.
Eine junge Frau, die keine Nähe zulassen kann, schließlich war sie früher, und teilweise noch immer, an Bedingungen geknüpft.
Ihre Art eckt oft an und wird häufig nicht als "normal" angesehen.
Dabei tun viele Männer dasselbe wie sie, binden sich nicht und haben viele verschiedene Partner.
Aber während das bei Männern okay ist, wird sie dafür verurteilt.
Der Umgang mit diesem Thema war sehr gesellschaftskritisch und unbequem, weil die harte Wahrheit auf den Tisch kam.
Beleidigungen die Zoe an Kopf geworfen werden oder wie respektlos über Frauen geredet werden, die nicht dem gesellschaftlichem "Ideal" entsprechen.
Das war natürlich nicht schön zu lesen, aber leider doch sehr realistisch.
Mich hat das Buch sowohl während des Lesen, als auch danach, nicht losgelassen. Ich habe viele Stellen markiert und habe mir bei manchen Zitaten einfach nur gedacht: "Wow, ist das gut!"
Deswegen stellt sich für mich auch nicht die Frage, ob ich Halbwach empfehlen würde oder nicht.
Am liebsten würden ich es jedem Menschen in die Hand drücken.