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Veröffentlicht am 03.07.2026

Spannender Kampf gegen die Dunkelheit

I Am the Blade
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Von Marie Grasshoff habe ich vor einigen Jahren ihre „Neon Birds“-Reihe gelesen, die ich echt toll fand. Aber wie es manchmal so ist, manche Autoren hat man immer auf dem Schirm, andere rutschen beim Überangebot ...

Von Marie Grasshoff habe ich vor einigen Jahren ihre „Neon Birds“-Reihe gelesen, die ich echt toll fand. Aber wie es manchmal so ist, manche Autoren hat man immer auf dem Schirm, andere rutschen beim Überangebot durch die Maschen. Als nun „I Am The Blade“ angekündigt wurde, mit einem fantastischen Cover, da war mir gleich klar, dass es doch die ideale Chance ist, die Autorin noch einmal zu begleiten und sie danach auch nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Mir hatte an der SciFi-Reihe von Marie Grasshoff gefallen, dass sie sich so ausprobiert hat. Auch wenn es nicht das Genre ist, in dem ich sonst lese, aber ich hatte einfach den Eindruck, dass sie Welten erschaffen kann und dann auch Meisterin davon ist. Das ist eine Fähigkeit, die auch in Fantasy gefragt ist, dementsprechend war mir klar, dass das andere Genre hier an ihren Stärken nichts ändern wird. Ich bleibe aber zunächst nochmal beim Cover und generell den ganzen Grafiken. Grasshoff ist nämlich auch Künstlerin und ich fand damals auch schon die Illustrationen zu der „Neon Birds“-Reihe wirklich großartig. Umso cooler, dass ihre Sachen nun auch tatsächlich bei dem Buch fleißig eingebunden wurde. Ob nun das Cover, die Rückseite oder alles in den Innenklappen, es sieht echt poppig und einfach großartig aus. Mit mangelnder Vorstellungskraft meinerseits bin ich sehr dankbar, weil ich so die ganzen Bilder vor Augen hatte. Also ein Kunstwerk in Wort und Bild.

Kommen wir nun zum Inhalt. Es wurde schnell augenscheinlich, dass Grasshoff wieder eine extrem reiche Welt erschaffen hat. Sie schreibt selbst in ihren Dankesworten, dass all ihre Bücher zuvor sie an diesen Punkt gebracht haben und das ist die Entwicklung, die ich eigentlich allen wünschen. Man lernt mit jedem erreichten Schritt wieder neu dazu, kann aber immer auf alte Erkenntnisse aufbauen. Und Grasshoff kann hier aus dem Vollen schöpfen. Umgekehrt bedeutet das für mich als Leserin, bei der Fantasy auch nicht das liebste Genre ist, dass ich erst richtig dafür arbeiten muss, um inhaltlich vollkommen mitzukommen. Bei ihrer SciFi-Reihe waren die wechselnden Perspektiven hilfreich, weil so durch die verschiedenen Lebensumstände schnell genug Infos zusammen waren. Hier dauert es länger, weil wir nur mit Seren durch das Geschehen gehen. Einige Konzepte wie das Lager, die Dunkelheit, Echos etc., das brauchte etwas Zeit. Zäh zu lesen war es deswegen aber nicht, es war nur komplex, weswegen ich mir bewusst anfangs auch Zeit gelassen habe. Mein Lesetempo hat sich später dann aber immer mehr gesteigert, weil sich die ganze Vorarbeit gelohnt hat. Dann greifen die Rädchen ineinander und ich konnte mich auf die Charakterarbeit und die Action konzentrieren.

Es ist als Romantasy angekündigt worden, aber ich meine es als größtes Kompliment, dass es nur wenig Romantasy war. So viele tolle Reihen, die sich einfach darin verlieren, dass die Liebesgeschichte viel zu prominent inszeniert wird. Aber das ist hier nicht passiert. Die Ausgangssituation zwischen Seren und Vale ist auch maximal belastet und dann wirkte es stellenweise auch so, dass wir das Echo im Lager etwas vergessen haben, aber das hat mich auch nicht geärgert, weil wir auch mit Mx und Levia so tolle Charaktere noch haben. Es muss nicht immer die Liebesgeschichte sein, die zieht, es gibt so viele Charakterkonstellationen mehr und das hat Grasshoff für mich hier bewiesen. Irgendwann spielt Vale dann eine größere Rolle, aber es ist ein langsamer Prozess. Zwar mit Übersprungshandlung (und es fehlt seine Perspektive), aber die beiden waren anfangs zwei Enden einer Sache und haben sich immer mehr angenähert und deswegen hat es sich so natürlich angefühlt. Die beiden, aber auch MX und Levia werden uns im zweiten Band sicherlich noch viel Spaß bereiten.

Was mir als Ausgangspunkt auch sehr gut gefallen hat, dass man von Anfang an den Finger daran hat, dass unsere Heldin Seren eigentlich auf der falschen Seite steht. So oft haben wir es im Genre, dass die Protagonistin schon zu den Rebellen gehört oder aber dass es zwei Seiten ohne Gewinner geht, oder sie ist Teil der vermeintlich ‘Guten’ und es kommt Gefahr von außen. Hier war es aber schon so, dass Seren von Anfang an als Waffe von anderen inszeniert wird. Sie hat eigene Gefühle und Überzeugungen, aber man merkt, wie sehr sie auch von einem System geprägt wurde. Das hat mir dann doch sehr gefallen, mit ihr gemeinsam eine andere Version von sich zu erkunden. Und es wurde auch deutlich, dass das der Grund der Annäherung mit Vale war. Auch wenn ich sagen muss, dass man bei den suspekten Figuren letztlich immer richtig gelegen hat, aber die Spannung hat das nicht gemindert. Es gab zwar auch mal länger gezogene Passagen, die ich intuitiv vielleicht etwas gekürzt hätte, aber ich möchte wirklich nicht meckern, denn ich habe echt viel geschenkt bekommen und bin schon sehr gespannt auf die ganzen Möglichkeiten aus Band 2.

Fazit: Es war goldrichtig, mich wieder Marie Grasshoff zuzuwenden. Ihre Stärken aus der „Neon Birds“-Reihe haben sich in „I Am The Blade“ voll ausgespielt. Zwar ein anderes Genres, aber auch im Bereich Fantasy sollte man komplexe Welten entwerfen können und das war hier der Fall. Es braucht etwas für den Funken, aber war er einmal gezündet haben wir doch sehr packende Figuren, spannende Entwicklungen und einfach eine gute Zeit.

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Veröffentlicht am 02.07.2026

Nicht mehr mein Stil

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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Den ersten Band der „Dragenbound“-Reihe von Marie Niehoff fand ich wirklich großartig und habe voller Überzeugung die vollen fünf Sterne gegeben. Die anderen beiden Bände haben das für mich nicht mehr ...

Den ersten Band der „Dragenbound“-Reihe von Marie Niehoff fand ich wirklich großartig und habe voller Überzeugung die vollen fünf Sterne gegeben. Die anderen beiden Bände haben das für mich nicht mehr erfüllen können, auch weil ich den Eindruck habe, dass es zum einen zu viele intime Szenen gab und dass es zum anderen zu oft moralisch fragwürdig wurde. Trotzdem wollte ich die neue Reihe, die mit „Lucifer Ascending“ startet, unbedingt lesen und es hat mir tatsächlich eine wichtige Erkenntnis geliefert.

Mit dem Klappentext von „Lucifer Ascending“ war ich schon etwas verwirrt. Zum einen fand ich, dass unheimlich viel vom Inhalt schon verraten wird, was in der Hörbuchversion vier Stunden ausmacht, zum anderen wurden die moralischen Grauzonen betont. Ja, das war jetzt nicht unbedingt eine ideale Voraussetzung und das hat sich leider durch die gesamte Handlung dann gezogen. Zunächst ist mir früh aufgefallen, dass die Welt hier von Niehoff sehr eng erzählt wird. Das hat sich deutlich von der „Dragenbound“-Reihe abgehoben. Dort spielte zwar der erste Teil auch sehr eng, aber man hat die große Welt dahinter erahnt und letztlich hat sich die Autorin auch etwas übernommen, um dem angedeuteten Potenzial dann gerecht zu werden. Hier sind die Voraussetzungen dann doch ganz anders, denn wir haben sehr, sehr wenig Figuren und viel spielt sich auch in einem engen Handlungsrahmen ab. Und dafür dann 15,5 Stunden Hörbuch, das finde ich zu langgezogen und so kam es mir tatsächlich auch vor. Es gab natürlich Stellen, bei denen ich intensiver bei der Stange gehalten wurde, aber letztlich ist mir zu wenig für die lange Hörbuchzeit passiert.

Kommen wir nun zu den Figuren. Da die verbrachte Zeit mit Yessa und Cassim noch nicht lange her ist, war ich doch froh, dass es anders wirkte. Lilian war ganz anders. Auch wenn sie sicherlich zu Beginn des Buchs noch in eine Art Cinderella-Schlaf steckte, aber bei ihr gab es von Anfang an Andeutungen, dass sie moralisch in der Grauzone unterwegs ist. Jupiter wirkte mir da fast schon zu brav, aber das war sicherlich auch gewollt, um den größeren Unterschied zu Lucifer zu haben. Ich musste bei der Ausgangssituation ja doch auch schmunzeln, weil ich viel an die Serie „Lucifer“ von Fox gedacht habe. Dort ist die Figur Lucifer aber viel humorvoller dargestellt und deswegen hat er mich auch trotz seiner Arroganz überzeugen können. Aber hier fand ich das Dreieck aus Lilian, Jupiter und Lucifer einfach nur anstrengend. Ich lese im Grunde kein Dark Romance, kann mir aber schon vorstellen, dass diese Reihe sich dem Genre noch mehr annähert, als es „Dragenbound“ getan hat. Romantasy ist für mich hier nicht mehr die erste Assoziation. Ich will auch nichts verurteilen, aber zusammengenommen mit meinem ersten Kritikpunkt bleibt so einfach der Eindruck, dass extrem wenig passiert ist und wir uns dafür sehr um dieses Dreieck drehen. Aber auch ansonsten werden moralische Fragen aufgestellt, die dann zu Dämonen etc. passen und da habe ich wieder erneut gemerkt. So gestaltet sagt mir das leider einfach nicht zu. Niehoff kann für mich schreiben, aber es zeigt sich, dass sie sich in eine andere Richtung entwickelt als das, was ich gerne lese. Und das ist okay.

Eine Sache möchte ich unbedingt noch in Bezug auf das Hörbuch loswerden. Mir hat die Geschichte jetzt nicht so gut gefallen, aber wer sich da sehr wohl fühlt, der kann das durch die Hörbuch-Version noch einmal gesteigert bekommen. Mit Chantal Busse und Louis Friedemann Thiele haben wir sehr bekannte Stimmen aus dem Genre und all das wird noch durch Leonard Hohm ersetzt. Hier hat mir zunächst gefallen, dass die Männerstimmen sehr unterschiedlich sind, auch das unterstützt den großen charakterlichen Unterschied. Zudem teilen sich Jupiter und Lucifer ja dann einen Körper und so interagieren die beiden Stimmen auch direkt miteinander. Das war eine sehr clevere und weise Entscheidung, denn so hatte ich die beiden immer gut separiert.

Fazit: „Lucifer Ascending“ hat mir unter dem Strich bewiesen, dass Marie Niehoff, ihre Geschichten und ich zu weit auseinanderdriften. Ich habe hier für mich zu wenig relevante Handlung bekommen und auch die Dreiecks-Prämisse hat mich nicht mitreißen können. Wer aber die „Dragenbound“-Reihe schon komplett super fand, der wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Funken zu oft erloschen

Missing Page - Tödliche Worte
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Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen ...

Ich habe „Ambrosia“ von Katie Kento erst deutlich nach dem Hype gelesen, sodass ich bei „Missing Page“ jetzt doch eher in der frühen Phase dabei sein wollte, um nicht zu viele andere Meinungen von anderen mitzubekommen. Gerade bei zweiten Büchern, wo das erste so gut war, da ist es immer schwierig, sich erneut zu beweisen und wenn man dann zusätzlich noch von anderen Stimmen beeinflusst ist, dann wird es ganz schwierig.

Ich habe auch diesen Jugendthriller wieder per Hörbuch konsumiert. Diesmal hatte ich die Stimme von Hannah Schepmann und ich fand es gut, dass hier eine andere Stimme als bei „Ambrosia“ gewählt wurde, weil so auch bei doch geringem Abstand beim Hören Robyn und Toni jeweils eigenständig bleiben konnte. Die Stimme von Schepmann ist mir auch schon sehr vertraut und ich höre sie immer wieder gerne. Für „Missing Page“ hat sie gut gepasst und ich hatte nichts zu meckern. Auch wenn also stimmlich der Teppich ausgerollt war, so muss ich doch leider sagen, dass mich das zweite Werk von Kento nicht gut bei der Stange halten konnte. Dabei fand ich viele Ideen des Buchs eigentlich richtig gut. Das wäre zum einen, dass Kento sich hier der klassischen Whodunnit-Struktur und Agatha Christie annähert, denn wir haben von Anfang an einen klar definierten Personenkreis und am Ende gibt es eine finale Aufklärrunde, bei der alle zusammen sind und wo Hauptfigur Toni sich als Hobbyermittlerin beweisen kann. Ich empfinde das keinesfalls als abgekupfert, weil die Struktur eine Erfolgsformel ist und inhaltlich immer wieder neu ausgestaltet werden kann.

Mir gefiel auch, dass wir uns in so einer Metawelt zu Büchern befanden. Buchliebhaberin und Autorin Katie Kento konnte sich hier ausleben und auch wir als Leserschaft konnten einiges wieder entdecken oder zumindest ganz viel Buchliebe vermittelt bekommen. So war der Schreibwettbewerb ein interessanter Kontext, all die Referenzen zu Büchern waren super, auch die verschiedenen Genres, wie man sich ihnen als Autor nähert. Das war alles vom Papier her echt gut. Und trotzdem hat die Geschichte mich erst am Ende überzeugt, als wirklich alle zusammen sind und alle Puzzlestücke zusammenfinden. Da war die Spannung hoch und ein Dominostein nach dem anderen fiel, sodass ich gebannt alles wissen wollte. Aber warum funktionierte das vorher nicht?

Es ist in Thrillern immer herausfordernd, wenn man Geheimnisse bewahren will und gleichzeitig aber etwas anbieten will, worüber Emotionalität entsteht. Bei mir ist mit den Figuren nicht wirklich was entstanden. Ich muss zwar auch eingestehen, dass Katie Kento fortan von mir lieber gelesen statt gehört werden sollte, denn bei ihrem Figurenrepertoire ist Lesen sicherlich hilfreicher, alles zu sortieren und richtig einzuordnen. Aber es war nicht nur Überforderung, wer ist wer, sondern auch dieser Abstand, weil da kaum Figuren waren, die mir etwas gegeben haben. Es gab zwischendurch auch immer wichtige Zwischenereignisse und da habe ich gemerkt, dass mich da das Interesse doch mal wieder mehr packte, aber dann wurde es wieder eher belanglos und ich war wieder am wegdriften. Aber mir ist klar, dass all das Beschriebene kaum als handwerkliche Nachlässigkeit zu sehen ist. Obwohl eigentlich so viel an Zutaten drin war, was mich sonst verlässlich packt, so hat es hier nicht funktioniert und warum das so war, konnte ich für mich leider auch nicht restlos klären.

Fazit: „Missing Page“ ist für mich im Vergleich zu „Ambrosia“ schwächer. Eigentlich hat mich von der Ausgangslage genug überzeugt, aber der Funke wollte immer nur kurzfristig übersprungen, dann wurde es zu zäh. Aber das Ende war echt gut, denn es hat wieder bewiesen, dass Kento am Ende immer raushauen kann. Den Endspurt zu können, ist ein riesiger Bonus.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Sommerlicher Backgenuss

Sunny Baking Time
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Von Theresa Haubs habe ich bereits ihr Debüt-Backbuch „Cozy Baking Time“ ausprobiert. Da war ich doch positiv überrascht, dass so schnell Nachschub ansteht und zwar mit „Sunny Baking Time“, das sich mit ...

Von Theresa Haubs habe ich bereits ihr Debüt-Backbuch „Cozy Baking Time“ ausprobiert. Da war ich doch positiv überrascht, dass so schnell Nachschub ansteht und zwar mit „Sunny Baking Time“, das sich mit den Rezepten, wie es der Titel erahnen lässt, auf die sommerlichen Monate konzentriert.

Dass Haubs einen sehr lockeren Ansprachestil hat, das war mir schon bekannt, dementsprechend habe ich damit hier schon regelrecht gerechnet und sie behält ihren Stil eindeutig bei. Viele Anglizismen, viel Kommunikation, als würden wir uns direkt locker miteinander unterhalten und viel Persönliches, weil immer was von ihr und ihrer Familie/Freunden einfließt. Eine gute Idee fand ich, dass die Backrezepte nach den beteiligten Sommerfrüchten sortiert sind. Tatsächlich schaue ich auch eher, welche Früchte mir gerade frisch zur Verfügung stehen und suche mir dann ein passendes Rezept. Haubs widmet sich auch vielen Früchten, angefangen bei der Erdbeere, Rhabarber, später Johannisbeeren und Stachelbeeren und auch Pflaumen dürfen nicht fehlen. Dann gibt es zum Abschluss noch einen größeren Dessertteil. Da es im ersten Buch Kekse/Plätzchen gab, fand ich das hier eine sinnvolle Ergänzung.

Vor den Rezepten sind wieder jede Menge Tipps zum Backprozess, aber auch zu Alternativen für veganes Backen dabei. Das kannte ich größtenteils schon aus dem Erstlingswerk, aber ich verstehe auch, dass es nochmal aufgegriffen wird, weil nicht jeder muss beide Bücher bei sich stehen haben und die Zielgruppe ist tendenziell auch jünger und damit wohl auch unerfahrener. Ansonsten ist die Optik mit Bildern, Schriftart und Ähnlichem genau wie beim ersten Backbuch und das funktioniert wieder gut für mich. Das Bild macht schon Lust auf mehr und die Anleitungen sind dann in so eine Ansprache, dass man sich leicht zurechtfindet. Was mir aber schon beim ersten Durchblättern auffiel: Die Rezepte über die verschiedenen Obstsorten hinweg haben sich mir zu sehr geähnelt. Gerade wenn es um Streuselvarianten mit verschiedenem Obst ging. Da hat man das Buch für mich etwas aufgeblasen, obwohl man beim ersten Mal schon hätte schreiben können: Auch problemlos durch Kirsche oder Stachelbeere zu ersetzen.

Tauchen wir jetzt mal konkret in die Rezepte ein, die ich ausprobiert habe. Da führte natürlich kein Weg am Maulwurfkuchen mit Erdbeeren vorbei. Es wird nicht explizit so bezeichnet, aber es ist klar, dass es eine Abwandlung des Klassikers ist. Nachdem ich Banane und Kirschen schon kenne, war die Erdbeere da eine tolle Ergänzung. Es hat wunderbar geschmeckt und auch die Erdbeere macht sich mit Kakao-Biskuit echt super. Rhabarber und Baiser ist eine Kombination, die man eigentlich kennt, weil sie sich so gut ausbalancieren. Ich habe die Kombination aber bislang flach auf dem Blech gehabt. Hier haben wir auch lecker Rührteig, darauf den Rhabarber und dann anschließend Baiserhaube mit Mandeln. Das fand ich eine gute Idee und es hat mir sehr gut geschmeckt. Auch Stachelbeeren und Baiser treffen sich gerne, weswegen ich hier überrascht war, ein Rezept mit Pudding zu entdecken. Da noch keine klassische Stachelbeer-Saison war, habe ich aufs Glas zurückgegriffen und muss sagen, nicht nur Erdbeeren gehen gut mit Pudding, auch die Stachelbeere. Das war übrigens auch eins der angesprochenen Rezepte, die es so ähnlich im Buch gab.

Haubs hat dann auch ein Rezept von ihrer Urgroßmutter mitgebracht, die Crostata die Marmellata. Auch wenn ich Pfirsich-Marmelade durchaus gerne schon mal gemixt mit anderem Steinobst mache, war es mir dafür noch zu früh, so habe ich dann, wie als Option dargestellt, auf gekaufte Marmelade gesetzt. Ich weiß nicht, ob das die falsche Entscheidung war, oder ob das Rezept allgemein eher nicht mein Geschmack getroffen hat, aber es war mir viel zu süß. Trotzdem war die Idee gut, auch weil das Rezept an die klassische Riemchentorte erinnerte, die es sonst mit Kirschen, Apfel oder Aprikose gibt. Auch im Nachtischbereich habe ich mich natürlich ausprobiert. Ein paar Klassiker hatte die Autorin dabei, aber mich hat sofort das Himbeer-Lemoncurd-Dessert angesprochen und das kann ich wirklich sehr empfehlen. Das konnte ich so in der Kombination noch nicht. Man führt auch keinen Zucker extra zu, das kommt alleine über die Karamellkekse, das Curd und die Himbeeren. Das schmeckt dann richtig frisch. Allgemein kann ich auch wieder nur sagen, dass die Anleitungen für mich Gelinggarantie hatten.

Fazit: Theresa Haubs überzeugt auch mit ihrer „Sunny Baking Time“, die einen Schwerpunkt auf sommerliche Früchte und frische Desserts liegt. Vielleicht hätte mehr Vielfalt in den Backrezepten gut getan, aber ich habe auch wieder neue Ideen entdeckt, neue Kombinationsideen und bis auf ein Rezept konnte mich auch alles überzeugen.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Kaum zu durchdringender Stimmungsschatten

Dunbridge Academy - Whoever
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Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die ...

Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die Lektüre wieder etwas schwerer für mich werden wird, denn wenn Sarah Sprinz tief verletzte Gefühle erzählt, dann aber so richtig und das hat sich bei Cleo und Alexander eindeutig bestätigt.

Ich musste bei „Whoever“ vom Schreibstil her viel an „Anyone“ denken müssen. Gideon und Grace zu ihrem Happyend zu begleiten, das war schon eine belastende Lektüre, weil da so eine intensive Melancholie war, die sich sofort auch auf meine Stimmung gelegt hat. Hier haben wir es sehr ähnlich, denn Alexander und Cleo waren einmal ein sehr glückliches Paar und davon ist nichts mehr da. Als er nun an die Dunbridge zurückkehrt, da müssen sich die beiden ihren Gefühlen stellen. Sprinz drückt das stilistisch immer durch abgrundtief-traurige Kapitel aus, wo es wirklich in eine Tiefe geht, die man nicht erahnen kann. Daher war es doch etwas schwerer für mich, in diese Geschichte einzutauchen. Ich habe gerne Gefühle, aber wenn man zu denen gehört, die Stimmungen sofort für sich selbst adaptieren, dann ist es schon mal gerne zu viel. Und das war auch hier der Fall. Hinzu kommt, dass Sprinz dann auch gerne mit nicht vollständigen Sätzen arbeitet, mehr mit Satzfetzen. Das ist auch nicht immer leicht zu lesen, weil ich mir dann den Satz in Gedanken vervollständige.

Insgesamt ist der Unterschied zwischen Band 1 und Band 2 der zweiten Generation echt gravierend. Band 1 hatte auch sein Drama, keine Frage, aber es hatte durch die Wortgefechte und den Austausch von lateinischen Weisheiten mehr Humor und aufbrechende Momente dabei. In Band 2 war es sehr schwer diese Leichtigkeit zu erzeugen, vielleicht auch zu empfinden, weil immer ein Schleier über dem Geschehen lag, wirklich immer. Zumal die Handlung dann auch sehr auf das zentrale Paar ausgerichtet war. Im ersten Band hatten auch die Gruppen immer wichtige Szenen, das ging hier unter. Aber positiv war, dass mir die Darstellung von Gus diesmal viel besser gefallen hat. Er hat immer noch das loseste Mundwerk und er hat keinen Filter, aber er hat sich als wirklich guter Freund erweisen. Das war für mich eine der Überraschungen hier. Überraschend war aber auch, was letztlich alles zur Trennung des Paares geführt hat. Da wir Alexander im ersten Band nur durch Erzählungen erleben, sind unweigerlich Spekulationen in meinen Kopf entstanden. Was muss so schlimm gewesen sein, um so endgültig verschwinden zu müssen?

Ich finde leider, dass das mit der finalen Auflösung nicht ideal zusammenpasste. Sprinz sagt in ihrer Danksagung selbst, dass sie sich schon länger das behandelte Thema vornehmen wollte, weil es wichtig sei. Und es IST wichtig und ich fand es inhaltlich mit all seinen Seiten auch gut und nachvollziehbar dargestellt. Aber die Zusammenhänge, was sich danach aufgebaut hat, das war für mich zu sehr Flickenteppich. Ich hatte mir eher etwas vorgestellt, was Alexander individuell betroffen hat, aber nicht, dass es seinen Ursprung in einer Entscheidung von Cleo hatte. Das Thema in einer anderen Konstellation, das hätte mir viel, viel besser gefallen. So war es gut, aber leider auch nicht mehr. Umgekehrt war positiv, dass wir hier das Thema Pferde so konsequent dabei haben. Yvy Kazi hatte gerade erst ihre „Goldchrest Manor“-Reihe und jetzt hat auch Sprinz die alten Wendy-Gefühle aufflammen lassen. Die Beziehung von Alexander und Nox wurde intensiv dargestellt, genauso aber auch die Krankheitsepisoden, weitere Szenen im Stall und auch Cleos Rückkehr zum Reitsport. Das fand ich als Handlungsrahmen neu in der Reihe und hat mir dementsprechend echt gut gefallen.

Zum Abschluss möchte ich auch noch mal zu den zentralen Figuren des Bandes kommen. Ich habe schon gemerkt, dass mein Bild von Alexander sehr davon geprägt war, dass wir ihn in Band 1 nicht erlebt haben und dann nur die Gedanken der anderen zu ihm hatten. Leicht hatte er es so nicht bei mir. Er hat sich auch später nicht vollends in mein Herz spielen können, aber das wird vor allem an der fehlenden Leichtigkeit liegen, weil ich ihn nicht einfach mal als den Jugendlichen ohne Ballast erlebt habe. Cleo dagegen hatte in Band 1 schon so viel Spielwiese. Sie war zwar auf eine Art anstrengend, aber sie hat mich auch gerührt. Daher war ich schon sehr gespannt auf sie. Durch die Auflösung, was alles passiert ist, habe ich sie auch nicht mehr so entspannt sehen können. Nicht wegen ihrer Entscheidung, aber weil ich einfach gesehen habe, was das alles für Konsequenzen hat. Trotzdem ist sie ein Mädchen mit großem Herz und ich fand es toll, dass durch sie auch Colin und Olive wieder so viel zu erleben waren. Gleichzeitig wird auch schon intensiv der nächste Band rund um Oscar und Elsa aufgebaut. Das hat richtig Lust auf mehr gemacht und weil die beiden Bänden auch so eng zusammenhängen, war es auch okay, dass noch nicht alle Handlungsbögen abgeschlossen wurden. Diese Bände fühlen sich wirklich mehr denn je wie ein Universum an.

Fazit: „Whoever“ hat bei mir ähnliche Gefühle wie „Anyone“ ausgelöst. Es fehlte mir am Ende mal ausgiebig Leichtigkeit, denn so lag durchgängig über allen Kapiteln (und es gab sehr viele!) ein dunkler Schatten. Das war für meine eigene Stimmung nicht immer so einfach. Da braucht man beim Lesen dann echt einen gewissen Panzer. Das gewählte Thema war wichtig, aber es war nicht das, was ich im Aufbau der Handlung erwartet hatte. Umgekehrt gab es aber auch Highlights wie der Pferdesport und dass es sich mehr denn je wie eine Familie anfühlt, aber es wird nicht mein Lieblingsband werden.

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