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Veröffentlicht am 02.04.2026

Fantasiereiches Spiel mit der griechischen Mythologie

Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa
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Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin ...

Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin wurde. Da war es auch schon echt cool, dass eine Bloggerin, die ich länger verfolgt habe, ihren Traum erfüllen konnte und das ist jetzt hier schon wieder der Fall.

Was zusätzlich wunderbar gepasst hat, „Villains Are Made“ und generell die gesamte Reihe beschäftigt sich mit der griechischen Mythologie. Für die habe ich schon mehr als die Hälfte meines Lebens einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich zunächst ganz alte Bücher meines Vaters über die griechen Sagen gelesen habe und dann immer mehr Filme/Bücher dazu konsumiert habe. Besonders natürlich auch die „Göttlich“-Reihe von Josephine Angelini, die wohl hier auch eine Rolle für Julia gespielt hat. Dementsprechend war für mich schnell klar, dass ich die Reihe ausprobieren möchte. Ich habe mir das Hörbuch genommen, das von Martha Kindermann eingesprochen wurde. Ich war über die Laufzeit doch erst etwas erstaunt, weil ich es normalerweise am liebsten zwischen zehn bis zwölf Stunden habe. Die gewählte Stimme für Isla war auf jeden Fall wunderbar, zumal ich den Eindruck hatte, dass sie auch sehr variabel mit ihrer Stimme war, um anderen Figuren etwas Einzigartiges mitzugeben. Das Highlight war natürlich Silas, ganz klar, aber auch so hat sie es geschafft, die doch umfangreiche Handlung zu rahmen.

Meine Sorge bezüglich der Laufzeit hat sich in Teilen bewahrheitet. Ich würde schon sagen, dass Julia sich etwas zu sehr ausgetobt hat. Es geht auch gar nicht um viel, weil sie keinesfalls repetitiv erzählt hat, aber wenn ich mir vor Augen führe, was letztlich an aktiver Handlung passiert ist, dann hätte man es durchaus etwas knapper halten können. Manche Medusa-Einblicke hätte man vielleicht kürzen können und auch in der Gegenwart gab es verzichtbare Szenen, aber zum Glück war es in der Gesamtsumme nichts, was mich in die Gefahr gebracht hätte, das Buch abbrechen zu wollen (was ich nie tue, aber schon drüber nachzudenken ist kein gutes Zeichen).

Abgesehen davon habe ich eigentlich von der angekündigten Handlung genau das bekommen, was ich wollte. Ich mochte das Retelling der griechischen Mythologie wirklich sehr. Medusa in der Vergangenheit und Isla in der Gegenwart haben mich als zwei Personen mit einer Geschichte doch sehr berührt. Medusa war zwar für mich nie eine der faszinierenderen Persönlichkeiten, aber sie wird gerne gewählt, um andere Sichtweisen auf ihre Geschichte zu ermöglichen. Das habe ich bislang aber nicht verfolgt, sodass Julias Perspektive darauf sich für mich sehr neu anfühlte und es war interessant, richtig tief in die alten Sagen-Fakten einzutauchen, mehr zu erfahren und dann eben das gesponnen zu bekommen, was ganz alleine Julias Fantasie ist. Medusas Geschichte kann da nur tragisch sein und es tat mir in der Gegenwart weh, so eine eingeschüchterte und belastete junge Frau kennenzulernen, die die Welt für sich noch einmal ganz neu erkunden muss.

Genauso spannend war es aber auch, die ganzen Figuren um sie herum kennenzulernen. Thea und Silas als enge Gefährten, die werden in ihrer Identität nicht verschleiert und es war schön, die Beziehungen zu ergründen. Wendungsreicher waren da dann andere Charaktere wie Grace, Quinn und natürlich Adrian und wen sie wohl darstellen. Es war schon völlig klar, dass Adrian kein menschlicher Love Interest war, aber die Spekulationen hätten echt überall hinführen können, zumal ich auch eher immer bei den oberflächlicheren Basics zur griechischen Mythologie geblieben bin, sodass Julia mich hier gut hätte austricksen können. Die Wendungen und die Enthüllungen der Identitäten haben für mich sehr gut gepasst und es waren echte Richtungswechsel, sodass sich die Handlung dadurch immer mehr von einer vermeintlichen typischen College-Geschichte zu einer Fantasy-Geschichte entwickelt. Natürlich haben auch schon Medusas Kapitel eine andere Tonart, aber Islas Geschichte ist länger eher harmlos, bis dann eben auch dort das Tempo angezogen wird.

Da sich Julia ab da auch alle Freiheiten der Welt erlauben konnte, war für mich die Handlung in keiner Weise vorhersehbar. Ich war schon sehr gespannt, wie Isla ihren Fluch in den Griff bekommen kann, wie sie dann einen richtig sozialen Kreis aufbaut und wie der Plan der Gruppe umgesetzt wird, sich endlich vom Schicksal zu befreien. Ich finde vor allem auch, dass die Autorin schon einen guten Umriss gibt, wie die ganze Reihe funktionieren wird. Die Ankündigungen zu Pandora und Cassandra klingen da echt vielversprechend, zumal es ebenfalls nicht die allerbekanntesten Figuren der griechischen Mythologie sind. Da wird Julia ihre Ideen dann weiter sprudeln lassen können.

Fazit: Ich mochte „Villains Are Made” echt gerne und das Wichtigste ist: Es war gut, dass Julia Holz ihren Traum verfolgt hat, denn sie kann definitiv schreiben und überzeugt gleich mit einer komplexen Geschichte, die viele Facetten hat. Ja, es gab Längen, in der Kürze liegt manchmal die Würze und ich habe den Band auch lieber für seine Vielfalt anstatt für die Liebesgeschichte gelesen, aber das passt für so ein Erstlingswerk, denn es gab so viel zu entdecken und dabei auch noch so viel Gutes. Weiter so!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zusammengebogenes Ende

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Mit „Kiss of the Broken“ endet schon wieder die Romantasy-Reihe von Julia Pauss, die ich im vergangenen Herbst entdeckt habe. Da ich die männliche Hörbuchstimme für Ren nicht so passend fand, habe ich ...

Mit „Kiss of the Broken“ endet schon wieder die Romantasy-Reihe von Julia Pauss, die ich im vergangenen Herbst entdeckt habe. Da ich die männliche Hörbuchstimme für Ren nicht so passend fand, habe ich diesmal zur Buchausgabe gegriffen. Es war ungewöhnlich, ein paar der Namen ausgeschrieben zu sehen, dafür hatte ich aber noch viel vom Inhalt präsent, sodass ich schnell in einen Lesefluss gekommen bin. Wie war der Abschluss?

Abgesehen von der Hörbuchstimme war für mich die größte Kritik an Band 1 das World Building, das ich als sehr knapp empfunden habe, weil wir uns nur in Lethia befinden und weil klar ist, dass darüber hinaus noch viel in der Fantasywelt los sein muss. Das wird hier natürlich etwas aufgefangen, weil wir mit den Enthüllungen rund um Scar/Ophelia in eine andere Welt eintauchen: Tenebria. Es ist dann eher die Fantasy-typische Welt, weil es nicht die Menschenwelt ist, sondern die der Dämonen. Es war hier auch doppelt clever, dass ich zum Buch gegriffen habe, denn es gibt ein Glossar und so konnte ich die verschiedenen Wesen besser sortieren. Gleichzeitig muss man aber auch wieder sagen, dass wir nicht übertrieben intensiv in diese Welt eintauchen. Diesmal haben wir das Geschehen zweigeteilt, weil Ren und Scar lange getrennt voneinander sind. Während wir bei ihm also auf altbekannte Figuren vertrauen können, gäbe es bei Scar wesentlich mehr zu entdecken, aber es war doch eher wenig. Neben Aurelian, der in Band 1 schon seinen Auftritt hatte und nun natürlich mehr beleuchtet werden kann, haben wir dann Evadne und Nymara, die für mich rausgestochen haben, aber das ist für eine neue Welt doch eigentlich wenig.

Ich habe auch unweigerlich gemerkt, dass ich mich mit Lethia mehr identifiziert habe, obwohl es dort ebenso Vorurteile wie auf der anderen Seite gibt. Aber wir haben eben einen vollen ersten Band in Lethia und da ist was entstanden, was Tenebria hier nicht auffangen kann, aber ich hatte auch nicht den Eindruck, dass Pauss das überhaupt wollte. Ein großer Teil des Geschehens spielt dann auch in der Schattenwelt und ich muss gestehen, dass ich hier nicht immer inhaltlich folgen konnte, was wie möglich ist. Weiterhin ist mir immer mehr aufgefallen, dass die Autorin es sich einfach macht. Immer mehr Sachen gingen zu einfach. Zwar wurde Leerlauf so vermieden, aber gleichzeitig fühlte es sich auch immer mehr zurechtgebogen an. Vor allem weil irgendwann klar war, wie Pauss die Dilogie beenden will. Bei verfeindeten Reichen ist das immer schwierig, denn wir müssen nur in unsere aktuelle Welt blicken, da ist auch keine Diplomatie zu entdecken. Also klar, es war eine Aufgabe, aber herschenken muss man es deswegen noch lange nicht.

Bleiben wir aber zuvor noch bei einem positiven Aspekt. Die gemeinsame Chemie zwischen Scar und Ren hat in Band 1 so gut funktioniert, also war ich gespannt, wie es mit der Enthüllung zwischen ihnen steht. Es gibt natürlich viel verbrannte Erde, aber man hat dennoch gemerkt, wie viel sich zwischen ihnen entwickelt hat, sodass Missverständnisse gut ausgeräumt werden konnte. Und wenn sie beieinander waren, da war da viel Innigkeit, auch Necken war drin, aber es fühlte sich ehrlich tief an, ohne aber den Inhalt des Buchs zu bestimmen. Doch ich muss auch sagen, dass Scar mich im letzten Viertel doch sehr verloren hat. Ich verstehe, dass sie wegen ihrer Geschichte nur wenig Verantwortung empfinden wollte, aber dadurch wirkte sie umgekehrt so egoistisch. Dass ihr das nicht mehr zum Verhängnis geworden ist, lag dann nur an dem einfach gestrickten Ende, denn für sie ging alles gut aus, obwohl sie das Schicksal eigentlich gar nicht wollte.

Fazit: Julia Pauss hat mit „Kiss of the Broken” für mich klar nachgelassen. Obwohl wir eine zweite Welt hätten kennenlernen können, kam da wenig. Auch wenn die Chemie des zentralen Paares stimmt, aber irgendwann war sehr offensichtlich, dass es sich die Autorin zu einfach gemacht hat, um einen Abschluss zu finden. Es über die Ziellinie zu schaffen, ist die allergrößte und schwierigste Aufgabe und die hätte ich mir hier größer erhofft und gewünscht.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Qualitative Zweiteilung

The Night We Met
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Nachdem zuletzt vor allem Neuauflagen von Abby Jimenez den Buchmarkt überschwemmt haben, gibt es mit „The Night We Met“ tatsächlich aktuellen Nachschub und ich fand es im Nachwort dann sehr interessant, ...

Nachdem zuletzt vor allem Neuauflagen von Abby Jimenez den Buchmarkt überschwemmt haben, gibt es mit „The Night We Met“ tatsächlich aktuellen Nachschub und ich fand es im Nachwort dann sehr interessant, dass das Buch ursprünglich vor „Say You’ll Remember Me“ erscheinen sollte. Ja, das sind so die kleinen, ehrlichen Infos, die eine Autorin dann auch sehr nahbar machen, denn nicht jedes Buch geht so leicht von der Hand, wie man es sich wünschen würde. Aber auch Bücher, an denen man lange sitzt, können echte Herzensprojekte werden, wie ist es bei „The Night We Met“?

Ich muss sagen, dass „The Night We Met” für mich sehr komplex und schwierig gestartet ist, um dann gerade im letzten Viertel aber einen absoluten Sog zu entfalten. Das hat mich schon länger darüber nachdenken lassen, wo es vielleicht für Jimenez gehakt hat und ob ich vielleicht genau die Stellen dann so holprig fand. Wissen werde ich es nicht. Das Erste, was mich aber sehr gestört hat, das ist eigentlich der Titel gepaart mit dem Inhalt. Es ist schon klar, worauf der Titel anspielt, aber im Grunde wird diese Nacht nie wirklich erzählt. Stattdessen bekommen wir nur von beiden Hauptfiguren, Chris und Larissa, erzählt, was da war und wie es gelaufen ist, aber es wird uns nicht als die bedeutungsvolle Nacht inszeniert, wie es der Titel hätte vermuten lassen. Die Nacht war bedeutungsvoll, denn ja, sie hat die Geschichte völlig verändert und für beide genannte Figuren etwas entstehen lassen, was sie sich in der folgenden Zeit gerne anders gewünscht hätten, aber genau deswegen wäre ich in dieser Nacht gerne intensiv dabei gewesen.

Das Zweite, was mich doch arg genervt hat, das ist definitiv der Hund. Es passiert extrem selten, dass ich in Literatur dargestellte Tiere nicht leiden kann, aber hier war es soweit. Ich fand diesen Hund viel zu extrem, ich fand die beschriebenen Szenen zu ihm und seiner Art oft regelrecht ekelhaft und wie die Figuren dann auch noch entspannt und mit Lachen darauf reagiert haben, nein, das fand ich nicht schön. Ja, es ist alles Natur, aber im domestizierten Bereich kann es doch anders laufen. Und ich muss einfach sagen, dass solche Szenen für mich nicht in ein solches Buch passen. Anderes Genre und ich hätte es wohl anders aufgenommen. Dann ist für die Contra-Seite noch zu nennen, dass es einige sehr seltsame Figuren in diesem Buch gibt und es sind wieder mal zwei Mutterrollen. Also man kann echt zur Annahme kommen, dass Jimenez ein Mutterkomplex hat, weil bei ihr viele Mütter sehr extrem und seltsam sind. Hier waren es dann vor allem Larissas Mutter und die von Mike. Letztere hatte eine doch sehr kleine Rolle, aber ich habe mir sie weit weg gewünscht. Larissas Mutter wiederum war für mich irgendwo zwischen Wärme und Wahnsinn. Sie ist sehr wichtig für Larissa und wie sie Beziehungen für sich definiert, aber die Frau war manchmal so furchtbar ichbezogen, nur um dann doch wieder sinnvolle Einschätzungen abzugeben. Aber das waren alles zusammengenommen Faktoren, die mich doch lange nicht so richtig haben einsteigen lassen, vor allem auf der emotionalen Ebene nicht.

Mit der Liebesgeschichte sind wir im Freundeskreis von Xavier und Chris, Mike und Jesse sowie Becca haben wir natürlich schon kennengelernt. Da es in „Say You’ll Remember Me“ aber viel in Kalifornien spielte, war es jetzt cool, diese Freundesgruppe besser kennenzulernen. Mike ist da sicherlich der, der die komplexeste Charakterentwicklung bekommt. Ich fand das stark, weil er beispielsweise im Gegensatz zu Larissas Mutter mehr Profil hatte. Ich habe ihn oft weggewünscht und verurteilt, aber er war so dominant in der Handlung, dass ich sehr viel zu ihm gelernt habe. Zudem ist er existentiell wichtig dafür, wie sich die Liebesgeschichte von Larissa und Chris entwickelt. Wäre er nur eine von beiden Seiten gewesen, dann hätte ich das Buch an die Wand gepfeffert, aber so war er sehr entscheidend, dass ich am Ende Frieden gefunden habe. Denn Bro Code, Girl Code, das ist ein Thema, was man doch eher selten liest, weil man sich daran echt die Finger verbrennen kann. Ich bin auch ein sehr loyaler Mensch, aber ich bin auch oft bei dem Motto dabei „was das Herz will, das will es“. Die Balance dazwischen wurde hier anschaulich erzählt und zum Glück war die Chemie von Larissa und Chris auch so stark, denn ich wollte den Erhalt der Freundesgruppe genauso wie das Happyend für die beiden. Dementsprechend war irgendwann der Sog da, denn ich musste unbedingt wissen, wie Jimenez das löst und sie hat es gut gelöst.

Fazit: „The Night We Met“ hat für mich zwei Gesichter. Gerade am Anfang habe ich an ungewöhnlichen Stellen eingehakt. Einiges war falsch gewichtet, ein Tier hat mich in den Wahnsinn getrieben und auch sonst gab es zu viele unsympathische Zeitgenossen. Aber letztlich waren es die Thematik, die sensible Art von Jimenez und die Chemie zwischen Chris und Larissa, die mich doch mitgerissen haben.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Viele vegetarische Rezepte

Keine Zeit? Kein Problem!
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Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen ...

Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen hat. Wer was für gesund hält, das kann sich ja tatsächlich doch sehr unterscheiden, je nach Philosophie, weswegen ich dann doch sehr gespannt, was es so zu entdecken gibt.

Tatsächlich entspricht die Grundidee des Kochbuchs sehr meinem Geschmack. Es sind sehr wenig Rezepte mit Fleisch enthalten, was mir sehr positiv aufgefallen ist, weil es auch die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, auf mehr vegetarische Rezepte zu stoßen, deren Grundidee ich noch nicht kenne und die mich geschmacklich überraschen können. Aber eins nach dem anderen. In einem Vorwort erklärt der Ernährungsdoc Matthias Riedel seine Idee für dieses Kochbuch, anschließend gibt es Infos zu den verschiedenen Nährstoffen. Danach folgen Ausführungen zur artgerechten Ernährung. Dies fällt je nach Krankheit und Unverträglichkeiten unterschiedlich aus, aber es geht auch darum, wie man welchen Bedarf abdeckt. Während es bis dahin noch sehr allgemein war und für viele sicherlich auch nichts Neues beinhaltet, ist dann das Tellerprinzip doch sehr spezifisch. Ich denke mir angesichts solcher Vorgaben echt ungerne Zusammenstellungen auf meinem individuellen Teller aus, weswegen ich es gut finde, dass Riedl hier nach seinen eigenen Vorgaben Rezepte entwickelt hat. Nicht alle Zusammenstellungen haben mich angesprochen, aber das ist wohl auch normal. Aber weit mehr als die Hälfte hat bei mir den Gedanken ausgelöst, dass ich das doch gerne mal ausprobieren würde.

Nach einigen Küchentipps, die man als Erfahrener nicht braucht, geht es dann an die Rezepte, die unterteilt sind nach der Zutatenanzahl. Es geht mit sechs los und wird dann immer weniger. Für mich ist die Zutatenanzahl eigentlich nicht ausschlaggebend, weswegen ich eine solche Einteilung für unsinnig halte, aber vielleicht bin ich da auch nicht der Durchschnitt. Da halte ich es eher mit Jamie Oliver und dem zeitlichen Aufwand. Schlimm ist es aber natürlich nicht. Die eigentlichen Rezepte sind dann optisch gut hergerichtet. Die gewählten Bilder sind ästhetisch, es gibt sofort Grafiken, die mit ‚vegetarisch‘, ‚glutenfrei‘ etc. eine zusätzliche Einordnung anbieten. Danach folgt dann schon Zutatenliste mit Anweisung. Da die meisten Rezepte wirklich gut zu beherrschen sind, habe ich dementsprechend grafisch nichts vermisst.

Ich habe inzwischen auch einiges nachgekocht und bevor ich auf die jeweiligen Rezepte eingehe, möchte ich noch zwei Kritikpunkte erwähnen. Zum einen ist das die Beobachtung, dass einige Rezepte sich doch sehr ähneln. Es sind einige Nudelgerichte drin und da gibt es beispielsweise einmal Spinat und dann Grünkohl dazu. Ansonsten ähnelt es sich mit Parmesan und Pinienkernen aber sehr. Das finde ich dann etwas einfallslos und hätte eher eine Art Tipp genutzt, dass man das Gemüse auch mit folgenden anderen Sorten austauschen könnte. So wirkt es so, als hätte man die Seiten noch füllen müssen. Ein anderer Kritikpunkt betrifft eher das Lektorat. Ich habe das nicht überall überprüfen können, gehe aber auch davon aus, dass es eher eine Ausnahme-Beobachtung und keine Regelmäßigkeit darstellt. Aber bei zwei Rezepten mindestens gibt es in der Zutatenliste und der Beschreibung dann Widersprüche, weil entweder ein anderer Begriff fällt oder weil eine Zutat gar nicht mehr auftaucht, sodass geraten werden kann, wo diese wie eingebaut werden muss. Das ist doch etwas schade.

Jetzt aber zu den Rezepten. Die Nudelrezepte hatte ich schon angesprochen und trotz Einfallslosigkeit (Stichwort Ähnlichkeit) fand ich doch, dass es leckere Ideen waren, um klassische Nudeln mit einer Tomatensauce abzulösen. Auch wenn es dann etwas trockener wirkt, aber gleichzeitig ist im Mundraum viel mehr auf einmal los. Das Buch setzt aber auch auf Nudeln aus Gemüse. Das ist bislang doch echt an mir vorbeigegangen, aber ich habe Linsennudeln jetzt ausprobiert. Ja, man muss bei der Garzeit aufpassen und ist es geschmacklich was ganz anderes, aber keinesfalls schlechter, einfach nur anders. Erwähnen möchte ich auch die Käse-Quark-Pancakes mit Erbsen. Ich esse gerne herzhafte Waffeln und Muffins, da waren die Pancakes jetzt eine schöne Ergänzung. Es ist in der Pfanne dann schon mal Fummelsarbeit, aber geschmacklich war es lecker und frisch. Eine coole Idee fand ich auch den herzhaften Kaiserschmarrn mit Hackfleisch. Es ist wie erwähnt eines der wenigen Fleisch-Rezepte und das Einzige mit Fleisch, was ich ausprobiert habe. Es war aber wirklich gut zu machen und hat sehr gut geschmeckt. Ich habe auch den Eintopf mit Lauch-Apfel und Bohnen ausprobiert. Das hat ebenfalls sehr gut geschmeckt. Apfel und Lauch ist immer zusammen empfehlenswert, aber auch mit den Bohnen hat es sehr gut gepasst. Abschließend möchte ich noch Ofenmöhren mit Hummus und Feta erwähnen. Ich hatte Hummus noch nicht selbst gemacht, ging aber sehr einfach und hat zu den Möhren und dem Feta wunderbar geschmeckt.

Fazit: „Keine Zeit? Kein Problem“ hat mich mit vielen vegetarischen Rezepten unterhalten, die auch recht fix zu kochen sind. Ich habe informativ nicht viel mitnehmen können und ich fand manche Rezepte auch fehlerhaft und wiederholend, aber alles andere stimmte für mich. Das Wichtigste war eh der Geschmack und da haben mich eigentlich alle Rezepte überzeugt, die ich ausprobiert habe.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Second Chance am Arbeitsplatz

Mornings in Boston - The Truth We Hide
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Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach ...

Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach noch vieles besser ausgestaltet fehlte. Mit „The Truth We Hide“ ist der zweite Band jetzt relativ schnell nachgelegt worden, sodass ich doch gespannt war, ob ich schon Verbesserungen sehe.

Ich würde auf jeden Fall sagen, dass Band 2 den Auftakt in der Tasche hat, gerade weil ich Scarlett extrem gut ausgearbeitet empfunden habe. Ihre Vergangenheit und ihre zwei verschiedenen und gegensätzlichen Lebensweisen werden gut erklärt und ich fand ihre Reise auch mitreißend. Sie muss sich nicht erst noch finden, aber sie muss ihren Frieden mit der Vergangenheit machen und sie muss lernen, dass ihr Äußeres nur eine Verstärkung ihrer Persönlichkeit ist, nicht aber eine Abschwächung, weil sie direkt und hartnäckig gemocht wird. Auch Jasper hat mich mehr als Connor fasziniert, dennoch muss ich bei ihm sagen, gerade weil er ebenfalls eine schreckliche Vergangenheit hatte, dass man die Balance besser hätte finden können. Gerade seine gemeinsame Geschichte mit Erin hat mich sehr interessiert, war aber nur sehr marginal. Außerdem sind erst ganz am Ende ein paar Eindrücke von Jaspers Erlebnissen beschrieben, was ich dann auch eher reingequetscht fand. Auch wenn Scarlett und er wirklich sehr verschiedene Leben haben und hatten, so sind die Parallelen doch evident und deswegen hätte man die Aufarbeitung ebenso gemeinsam gestalten können.

Dann möchte ich bei einem Punkt noch etwas meckern, aber danach werde ich versprochenermaßen noch auf all das eingehen, was mich überzeugt hat. Ich fand, dass es ein ziemliches Auf und Ab war, wie die Morningshow eingebunden wurde. Mal war es viel hintereinander, dann kam ewig nichts mehr. Auch hier wäre etwas mehr Balance nicht schlecht gewesen. Wenn ich so ein Setting haben, dann bitte auch bedienen. Aber ich fand es gut, wie gerade über die gefährlichen Reportereinsätze von Scarlett und Jasper auch Spannung und Emotionalität erzeugt wurde. In Band 1 war es oft eher statisch, hier war es aber definitiv sehr in Bewegung und das hat gut gepasst. Die ganzen Geheimnisse der Gegenwart und die der Vergangenheit werden am Ende in einem Showdown zusammengeführt. Hier hätte ich mir Mornings in Boston als ideale Bühne vorgestellt. Lane hat sich für eine andere Lösung entschieden, aber ich denke, dass es über die Heimatshow der beiden noch besser aufgezogen hätte werden können.

Einen riesigen Sprung habe ich gemerkt, wie sehr mir die Welt doch ans Herz gewachsen ist. Das hat sich besonders an Penelopes Geburtstagsfeier zum Ausdruck gebracht, denn dort kommen alle zusammen und es fühlte sich wie eine kleine Familie an. Das macht auch nochmal extrem Lust auf den Abschlussband. Ich war auch sehr begeistert, wie die Freundschaft von Scarlett und Grayson ausgestaltet wurde. Man erlebt es wirklich so oft, dass Freundschaften zwischen Mann und Frau wie ein Damoklesschwert über allem hängen, aber hier war es sehr natürlich und es war auch cool, wie Jasper damit umgegangen ist. Das hat für mich Reife ausgestrahlt, gerade auch weil wir durch Graysons Familie viele intolerante Menschen kennenlernen. Mir hat aber auch gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Scarlett und Jasper ausgestaltet hat. Second Chance ist ja ein Trope, der gerne polarisiert, aber das ist hier eine Geschichte, in der einfach sehr viel gegen sie gearbeitet hat. Aber die Tiefe zwischen den beiden war von Anfang an zu spüren, sodass ich auch urteilen kann, dass der Chemie-Check diesmal bestanden wurde.

Fazit: „The Truth We Hide“ aus der Reihe “Mornings in Boston” hat zwar auch noch gewisse Schwächen, gerade was das Arbeitsplatz-Setting angeht, aber es ist auch eine Steigerung durch mehr Tiefgang, durch mehr Chemie und durch mehr Wohlfühlatmosphäre. Da bin ich beim Abschlussband doch auf jeden Fall dabei.

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