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Veröffentlicht am 10.05.2026

So geht Jugendthriller

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Während alle bei Katie Kento schon über ihren nächsten Bestseller sprechen, habe ich dann jetzt endlich auch mal ins „Hotel Ambrosia“ eingecheckt. Auch wenn Jugendbücher inzwischen eine extreme Seltenheit ...

Während alle bei Katie Kento schon über ihren nächsten Bestseller sprechen, habe ich dann jetzt endlich auch mal ins „Hotel Ambrosia“ eingecheckt. Auch wenn Jugendbücher inzwischen eine extreme Seltenheit sind, dass ich da noch zugreife, so muss ich doch vielen anderen aus der Buchbubble zustimmen, dass gerade Thriller im Jugendbereich sich nicht verstecken müssen. Sie sind nicht harmlos, nein, da gibt es für die beteiligten Figuren viel zu verlieren, auch ihr Leben. Dementsprechend stellt sich für mich bei Jugendthrillern immer die Frage, kommt die Situation der Jugendlichen rüber, fühlt es sich angemessen an und kann es so spannend wie jeder andere Thriller auch erzählt werden?

Holly Jackson hat sich in dem Feld schon lange bewiesen, aber auch die deutsche Autorin Katie Kento scheint sich ihren Platz zu erobern und da wollte ich doch gerne mal selbst reinschauen. Ich hatte das Hörbuch mit der Stimme von Pia Rhone-Saxe, die auf jüngere Rollen wirklich gut passt und sie hat für mich die an ihre Wohnung gefesselte Robyn echt gut verkörpert. Vor allem ist es ihr auch gelungen, die verschiedenen emotionale Zustände der Lektüre abzubilden. Es gab die sehr erzählenden Elemente, es gab die erschöpften, es gab die spannenden und noch so viel mehr. Rhone-Saxe hat es für mich eindeutig geschafft, es wie ein Hörspiel rüberzubringen.

Ich musste bei der Prämisse des Buchs schon daran denken, dass man einzelne Elemente durchaus aus dem Genre schon kennt. In den erwachsenen Thrillern sind es dann vielleicht nicht Krankheiten, die die Figur ans Haus fesseln, da sind es vielleicht Traumata, aber das Konzept, das man aufmerksam alles sieht, kombiniert und auch ein bisschen rumspinnt, aber dann hilflos ist, wenn tatsächlich was passiert ist, ja, das kenne ich schon. Aber dennoch fand ich „Hotel Ambrosia“ durchgängig neu. Eben weil es wirklich immer wie ein Jugendthriller war. Robyn kam genau als die rüber, die sie sein sollte. Sie hatte sehr kindliche Momente, in denen man gemerkt hat, sie hat außerhalb noch nicht viel erleben können und dann war sie aber genau so eine typische Jugendliche, die die Welt umfassen will und zu klug ist für das, was sie da erlebt.

Ich fand auch die Kombination mit A.J. sehr gelungen. Auch wenn wir seine Perspektive nicht erhalten, aber wir haben ihn genauso gut kennenlernen dürfen. Robyn war der Kopf, A.J. ihre Beine und nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die beiden immer besser ergänzt. Ich fand es auch okay, dass Robyn durchaus mal etwas anders über A.J. nachdenkt und trotzdem war es nie eine Liebesgeschichte, die irgendetwas in den Hintergrund denkt. Nein, wir haben eine komplexe Beziehung aufgebaut bekommen, die in der ungewissen Zukunft nach Ende wie auch immer sich entwickeln könnte, aber für das Geschehen selbst war sie genau richtig.

Ich muss auch definitiv sagen, dass ich von vielem sehr überrascht wurde. Das Hotel Ambrosia hatte so viel zu bieten, so viel Verrücktes, so viel bitter ernstes. Auch wenn immer genug Hinweise durch die Autorin gegeben wurden, aber die Perspektive über Robyn hat vieles verengt und das war genial, weil man so als Leserschaft sich nicht ausmalen konnte, was ist möglich, wo kann es hingehen? Das Buch hat dementsprechend auch einen guten Spannungsaufbau. Wir haben es mal aufbauend, dann wieder abflauend, aber noch wichtiger war, dass die Spannungshöhepunkte sich in sich nochmal gesteigert haben. So war das Ende wirklich die Krone des Ganzen. Ich bin jetzt sehr gespannt, ob „Missing Page“ den überaus positiven Eindruck bestätigen kann.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Deep Dive in Geschwisterbeziehungen

The Sea Sisters
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Lucy Clarke ist für mich mit einer der größten Entdeckungen in den letzten Jahren. Seitdem ist klar, was sie schreibt, das will ich lesen/hören. Umso cooler auch, dass ältere Bücher von ihr übersetzt oder ...

Lucy Clarke ist für mich mit einer der größten Entdeckungen in den letzten Jahren. Seitdem ist klar, was sie schreibt, das will ich lesen/hören. Umso cooler auch, dass ältere Bücher von ihr übersetzt oder neu aufgelegt werden. Man merkt zwar, dass sich Clarkes Stil auch gewandelt hat, aber da ich von keinem Buch, ob älter oder neuer, enttäuscht wurde, ist das für mich kein Argument. Daher also „The Sea Sisters“, was schon über zehn Jahre alt ist.

Bei Clarke hat man immer verschiedene Länder, die bereist werden, aber die Beziehungsstrukturen sind häufig ähnlich. Oft geht es beispielsweise um Freundinnen, oder es geht um komplexe Geschwisterbeziehungen. In dem Sinne steckt in „The Sea Sisters“ viel von dem drin, was man von der späteren Clarke kennt. Inhaltlich hat mich dieses Buch sehr an „The Surf House“ erinnert, das bislang neuste Werk der Autorin. Aber es steckt auch so viel von dem späteren drin, was beweist, dass Clarke einen klaren Stil hat und trotzdem sind ihre Bücher für mich nicht vorhersehbar. Ich kann zwar manches erahnen und trotzdem sind vor allem die Figuren und die Beziehungen immer so individuell und authentisch ausgearbeitet, dass sich nichts wie eine reine Kopie anfühlt.

Ich finde, dass „The Sea Sisters” ein insgesamt sehr bedrückendes Buch ist. Indem von Anfang an klar ist, dass Mia als jüngere Schwester nicht überlebt hat, lastet das durchgehend schwer auf der Handlung, selbst wenn wir uns in der Vergangenheit befinden und noch live und in Farbe mit Mia leben. Es ist klar, dass es für die von Anfang an als komplex inszenierte Schwesternbeziehung kein Happyend geben wird. Als selbst große Schwester lastete das doch schwer auf meinem Herz, auch weil ich unweigerlich Parallelen zu meinem eigenen Leben gezogen habe und das „Was wäre, wenn…?“ aufgemacht habe. Und obwohl ich das Ende deswegen nicht lesen wollte, so war speziell das letzte Drittel so geschrieben, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Auch wenn Mia nicht magisch wieder zum Leben erweckt werden würde, aber es war für mich ganz zentral, ob Katie als ältere Schwester eine Art Frieden finden wird. Das hat mir auch bewiesen, dass Clarke als Autorin nicht nur ein zentrales Mysterium braucht, damit man dran bleibt, sondern sie schafft das auch mit der psychologischen Ebene, weil man einfach alle Aspekte ergründen will.

Der Einstieg war zwar etwas zäh, weil wir nie eine unbeschwerte Zeit erleben, sondern gleich im deprimierenden Zustand sind, wo es dann auch etwas braucht, bis Katies Abenteuer startet, indem sie mit dem Tagebuch als Unterstützung Mias Reiseroute nachverfolgt. Aber danach hat sich der Stil von Clarke wunderbar ausgespielt. Wir haben die beiden Perspektiven der Schwestern ideal gegeneinandergesetzt, weil sich Mias Erlebnisse gut mit Katies neuen Erkenntnissen ergänzen. Es gab nur einen Aspekt, der mir bei Mia nicht gut gefallen hat. Dort gab es kleine Perspektivwechsel, sodass wir auch Finns Gedanken kurz hatten. Das fand ich unnötig und auch irritierend. Zumal man seine Gefühle auch über Mias Wahrnehmung oder über ein Gespräch hätte einbinden können. Finn war für die Geschichte nicht zentral wichtig, dementsprechend brauchte ich seine Gedanken nicht.

Obwohl es genug Wendungen im Handlungsverlauf gibt, so war für mich doch deutlich einnehmender, die Schwesternbeziehung zu verfolgen. Da ich selbst große Schwester bin und mir auch bewusst bin, dass Geschwisterbeziehungen doch oft die längsten des Lebens sind, weswegen man sie pflegen sollte, war es sehr einnehmend, wie das alles aufgebaut wurde. Es lässt einen reflektieren, aber es macht eben auch traurig, wie Katie und Mia nur noch streiten konnten, nicht aber noch richtig miteinander reden konnte, denn sonst hätte sie sich eröffnen können, wie positiv sie doch in gegensätzlicher Annahme eigentlich voneinander gedacht haben. Es war auch geschickt, dass wir durch eine dargestellte Brüderbeziehung eine Spiegelung haben. Der Komplexität von Geschwisterbeziehungen ist hier definitiv gerecht geworden, auch wenn es emotional reinhaut, weil es sich so nah am eigenen Leben anfühlt.

Fazit: „The Sea Sisters“ mag eins der früheren Werke von Lucy Clarke sein, aber es sind genau schon die Zutaten zu erkennen, die sie später noch größer ausarbeitet. Hier war der Trumpf definitiv der psychologische Anteil, weil die Betrachtung von Geschwisterbeziehungen sich sehr echt und einnehmend anfühlte. Drum herum wurde aber ebenfalls überzeugend abgeliefert und einige Länder erkundet.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Sog durch erzählerische Mischung

Masked by Nightfall
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Ich habe von Kim Nina Ocker die „One of Six“-Reihe gelesen und auch in Romance hatte ich von ihr mal reingelesen. Meine Wahrnehmung war da immer sehr ambivalent und angesichts des Angebots des Markts gehen ...

Ich habe von Kim Nina Ocker die „One of Six“-Reihe gelesen und auch in Romance hatte ich von ihr mal reingelesen. Meine Wahrnehmung war da immer sehr ambivalent und angesichts des Angebots des Markts gehen manche dann auch einfach verloren. Als ich dann aber über die Reveal Week von Lyx die Ankündigung von Ocker für ihre erste Fantasy-Reihe mitbekommen habe, da hat sie mich so angesteckt, gerade weil die erste Vision so schnell geschrieben war von „Maskes by Nightfall“, da hat mich der Auftakt einfach nicht mehr losgelassen und jetzt konnte ich endlich reinlesen.

Da bald der zweite Teil von „Silver Elite“ nach Dani Francis erscheint, worauf ich auch schon sehr hinfiebere, muss ich schon sagen, dass sich gewisse Parallelen ergeben haben, wobei man auch ohnehin betonen muss, wie hart es ist, ein Genre neu zu erfinden. Aber so Themen wie harte Ausbildung, entweder der Ausbilder oder ein Mitstreiter als Love Interest, das gibt es schon öfters zu lesen und trotzdem muss ich sagen, dass Ocker mich wahnsinnig schnell am Haken hatte. Denn auch wenn sich vieles vertraut anfühlte, so gab es immer Aspekte, die wieder neu waren und vor allem die mich unbedingt weiterlesen lassen wollte. Die Seitenzahl ist echt nicht gering und trotzdem bin ich hindurchgerast, weil ich immer nur wieder wissen wollte, was jetzt als Nächstes passiert. Was ich aber gleich als Kritikpunkt erwähnen möchte. Ocker erzählt den ersten Band extrem eng. Das ist mir im Fantasy-Bereich zuletzt öfters aufgefallen, birgt aber das Risiko, dass die weiteren Bände sich ganz anders lesen lassen, weil die Welt auf einmal geöffnet wird.

Hier wissen wir wirklich extrem wenig. Es gibt einen Bruch, für dort wird ausgebildet. Dazu wissen wir, dass es Erben gibt, die magische Fähigkeiten gibt, ob nun Elementarmagie, aber auch andere Aspekte sind möglich. Es ist aber kein Muss für die Ausbildung. Wie so meistens gibt es verschiedene Schichten in der Gesellschaft, aber das war es dann auch schon wieder. Jetzt haben wir nur die Perspektive von Protagonistin Elodie, das heißt, wir sind auf jeden Fall auf eine Art beschränkt und erkunden mit ihr live vieles. Trotzdem war auch ersichtlich, dass Elodie vieles auch als absurd abgetan und nicht näher hinterfragt hat. Die Welt der „Last Shadows“-Reihe ist nämlich voll von Mythen und Sagen, aber Elodie gibt sich mit einem ganz kleinen Rahmen zufrieden, dementsprechend ist sie nicht die neugierige Figur, die man gerne schon mal hat, um mit ihr alles entdecken zu können. So stellen sich für mich nach dem Auftakt extrem viele Fragen. Ich will Ocker nicht unterstellen, die nicht noch in den Folgebänden (offenbar sind gleich vier geplant) zu beantworten, aber ein bisschen mehr Antworten wären nicht schlecht gewesen. Das war dann nämlich so meine Reise mit dem ersten Band. Erst war ich richtig drin und ich wollte immer mehr und gerade im letzten Drittel schaltete sich mehr die Logik ein und die Erkenntnis, dass ich aber wahrlich nicht alles bekommen habe, woran ich zwischendurch gedacht habe.

Abseits des großen Kontextes muss ich aber echt sagen, dass der erzählerische Sog extrem stark von der Autorin war. Anfangs hat die Mysteriösität gezogen, weil wir so wenig wussten. Wer sind die ganzen Gestalten in der Auslese. Wer sind die Guten, wer die Schlechten? Zudem gab es extrem viele extrem brutale Szenen. Ich mochte das überraschend gerne, weil es den Eindruck erweckte, dass ständig alles passieren kann und dass der Preis für alles sehr hoch ist. In diese brutale Welt passte dann auch, dass Elodie genau recht zwischen erfahren, mutig und hingebungsvoll schwankte. Ihr hat vieles gefehlt, um sie sofort als geeignet für eine Schattensoldatin zu empfinden, aber sie hat Verstand. Sie hat nicht immer die richtigen Schlüsse gezogen, aber sie war keinesfalls kopflos und deswegen mochte ich sie alles in allem gerne. Gerade wenn man wirklich jede einzelne Szene mit einer Figur verbringt, kann es doch schnell passieren, dass es irgendwann zu viel ist, aber es hielt sich bei Elodie echt zurück.

Mir hat auch sehr gefallen, dass die Liebesgeschichte zwar ein präsenter Teil war, aber keinen abrupten Aufbau hatte. Stattdessen war das Hin und Her anfangs frei von intimeren Gedanken. Es hat sich so immer mehr aufbauen können und das hat der Chemie gut getan. Jax gibt auch ein ähnlich ambivalentes Bild wie Elodie ab. Einerseits ist er manchmal einfach süß und unterstützend, dann wiederum spielt er regelrecht mit seiner Macht, weil er jeden Moment alles sein kann. Weil wir ihm nicht in den Kopf gucken können, bleibt er ein ungeschriebeneres Blatt, aber das macht ganz klar neugierig. Auch die zwischengeschalteten Lyrik-Passagen, Handbücher-Auszüge oder Schriftwechsel geben uns einen Blick in die Zukunft. Hier schafft es Ocker als auch, über den Cliffhanger hinaus Neugier zu erzeugen. Generell ist der Handlungsaufbau vorbildlich. Ja, es hätte hinten noch mehr World Building geben dürfen, aber ansonsten ist die Mischung aus ruhigen und aufregenden Szenen genau richtig.

Fazit: „Masked by Nightfall“ ist eine neue Möglichkeit, mich der Autorin Kim Nina Ocker zu nähern und ich finde, dass ihr dieser Fantasy-Ausflug gut steht. Wobei Fantasy schränken wir etwas ein, weil viel World Building war noch nicht drin, aber die Mischung aus Spannung, Action und Ruhigem, die saß ideal. Interessante Figuren und einige Hoffnungen für die Fortsetzungen runden das deutlich positiv überwiegende Bild ab.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Überraschend viel Tiefgang hinten raus

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem ...

Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem Hype unterlegen, da kommt man nicht dran vorbei und so werden einige Bücher wieder neu aufgelegt oder endlich übersetzt. Also Christina Lauren weit und breit und ich werde immer treuer. Deswegen habe ich jetzt auch endlich „The Unhoneymooners“ aufgeholt.

Ich habe mich in der Hauptsache von Sandra Voss als Stimme von Olive durch die Geschichte gleiten lassen, da Jesse Grimm als Ethan nur den Epilog hat. Ich hatte dir Stimme gerade bei einem Hörbuch von Kyra Groh und hatte dort bemängelt, dass mir die Stimme etwas zu ‚reif‘ klang. Ohne jetzt zu wissen, wie alt jeweils die beiden Protagonistinnen aus den Büchern sind, kann ich aber sagen, dass die Stimme hier viel mehr passte. Christina Lauren setzen zwar auch auf Humor und trotzdem ist der Stil anders und da war Voss als Hörbuchsprecherin die viel bessere Wahl. Zumal die Hörbuchschauspielerin mit „The Unhoneymooners“ auch echt viel hat, um sich da auszuleben, weil wir Olive als vermeintlichen Unglücksraben vorgestellt bekommen, sodass es einige Fettnäpfchensituationen gibt, in denen die Erzählweise extrem wichtig ist, um das für uns alle aus so absurd-komisch rüberzubringen.

Insgesamt ist der Stil von Christina Lauren sehr gut zu erkennen. Das Autorinnenduo erzeugt gerne erzwungen-absurde Situation, hier haben wir eben Flitterwochen, bei denen mit Olive und Ethan zwei Figuren zusammenkommen, die sich vermeintlich nicht ausstehen können. Dementsprechend gab es auf Hawaii doch einige Szenen, die sehr typisch sind, die mich aber dennoch in den Bann des Paares gezogen haben. Mir hat in dem Kontext auch sehr gefallen, dass das Thema Glück/Pech so offensiv angegangen wurde und mir hat die Familienkonstellation rund um Olive sehr gefallen. Auch wenn die beiden alleine auf Hawaii sind, aber die engen Latinx-Strukturen in Olives Familie wurde durchgängig rübergebracht, sodass viele davon gefühlt mit auf der Reise waren. Anderes vor Ort mit Chef und Ex kam aus dem Nichts, hat aber für sehr amüsante Situationen gesorgt.

Für mich sehr überraschend war auf jeden Fall der Konflikt, der sich letztlich immer deutlicher aufgebaut hat, nachdem Olive und Ethan ihren Groove gefunden hatten. Angesichts des Beginns der Buchs habe ich das nicht erwartet, vielleicht habe ich auch einfach Red Flags übersehen. Bei Hörbüchern muss ich immer erst reinkommen, sodass mir dort vielleicht also was entgangen ist, aber vielleicht haben Christina Lauren es auch einfach geschafft, dass es aus dem Nichts kommt. Lob dafür. Ich fand es sogar durch Olives Perspektive belastend nach und nach einiges über eine Nebenfigur herauszufinden, weil es so viele verletzte Gefühle bedeuten. Drama in RomComs gehört zwar dazu, aber es ist oft einfach etwas, was erfüllt werden muss, aber nichts, was mich tief berührt. Da war der Konflikt zwischen Olive und ihrem Zwilling Amy sowie Ethan echt herzzerbrechend. Lange trainierte Beziehungen haben einfach das Potenzial und ich hätte gerne weggeschaut, konnte aber nicht.

Fazit: „The Unhoneymooners“ hat die typischen Christina Lauren-Zutaten. Für mich war das Buch durchgängig unterhaltsam, aber es war doch deutlich zu merken, dass es immer besser wurde. Erst gab es nu viel Humor, aber irgendwann wurde es richtig intensiv und tiefgründig. Da konnte ich keine Pause mehr einlegen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein weiterer wilder Ritt

Royal Fake
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Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen ...

Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen wieder in die fiktive britische Monarchie und die Diebesgang Robbin Hood ein.

Ich war ein riesiger Fan vom ersten Band, was natürlich bedeuten kann, dass in Band 2 die Fallhöhe eintreten könnte. Ich muss aber sagen, dass Kiefer für mich wieder einen wilden Gefühlsmix angeboten hat. Das hat mir schon im ersten Band so sehr gefallen, sodass ich froh bin, dass wir dieselbe Erfolgsmischung wieder haben. Gleichzeitig kann man die Bände aber dennoch nicht miteinander vergleichen, weil sie völlig unterschiedliche Strukturen haben. Das liegt schon daran, wie die einzelnen Figuren fühlen, es liegt daran, wann Linus und die anderen eingebunden werden, es ist auch der Settingwechsel und dass wir so viele neue Charaktere kennenlernen. Dementsprechend bleibt zwar die Erfolgsformel gleich, aber alles andere war ein neuer Ausflug, mit neuen Überraschungen und Wendungen.

Ich hatte in Band 1 als kleinen Kritikpunkt angebracht, dass ich gerne mehr von der Dynamik von Robbin Hood mitbekommen würde, um vor allem neben Linus und Darcy auch die anderen besser kennenzulernen. Da hat mir „Royal Fake“ lange keinen Gefallen getan und da habe ich schon zwischendurch vermehrt kritische Gedanken gehabt. Es ist vor allem eine Liebesgeschichte, das ist mir klar, aber ich gehöre einfach zu dem Teil der Leserschaft, der gerne ein pralles Gerüst drum herum hat. Indem sich Darcy zunächst von allem fernhält und indem Tristan auch eine Mitarbeit ablehnt, ist die Crew mir zu lange außen vorgewesen. Nur gut, dass Kiefer sie als Ass jederzeit aus dem Ärmel ziehen kann. Am Ende war es da genau die richtige Mischung. Zwar geht immer noch mehr, aber ich habe viel Neues kennengelernt und gerade die gemeinsame Planung war voll von coolen Szenen. Gleichzeitig muss ich auch den Hut vor der Autorin ziehen, denn das letzte Fünftel war ein echter Actionfilm. Wenn man schon ein paar Heist-Serien oder -Filme gesehen hat, dann weiß man, das ist das Herzstück und Kiefer hat es wie ein Drehbuch angeboten. Vielleicht war es mir ein Ticken zu lang, weil ich gerne mal durchgeatmet hätte, aber mein Respekt ist echt riesig.

Nachdem ich jetzt schon so viel über das Ende angedeutet habe, kehren wir aber mal wieder zu davor zurück. Ich fand den Handlungsaufbau eigentlich fast noch besser als im ersten Band. Ich hatte mir im Auftakt einiges etwas anders vorgestellt, hier habe ich schon gar keine Vorstellungen mehr entwickelt und war deswegen durchgängig überzeugt. Am besten hat mir natürlich die Zusammenarbeit zwischen Darcy und Tristan gefallen, weil es auf Augenhöhe war und nur noch wenig Geheimnisse gab. Das hat alles zwischen ihnen auch echter erscheinen lassen. Aber auch die Idee, warum Tristan Darcy um Hilfe bittet, hat sich für mich sehr organisch angefühlt und hat viele Figuren ideal eingebunden. Aber auch der Handlungsortwechsel nach Mallorca passte für mich echt ideal und ich fand die Geschehnisse vor Ort romantisch und spannend gleichermaßen. So haben wir zwar einige Charaktere zurückgelassen, die dann im finalen Teil noch einmal wichtiger werden müssen, aber es ist schon richtig, denn bei den ganzen Figuren, die sich Kiefer da gestaltet hat, die kann man nicht alle gleichzeitig bedienen.

Am Ende haben wir wieder einen bodenlosen Cliffhanger, aber das war zu erwarten. Ich finde, dass er sehr an die „Westwell“-Reihe erinnert, aber ich kann auch verstehen, dass so ein Ende eine große Signalwirkung hat. In den dritten Band gehe ich auf jeden Fall auch wieder mit der Einstellung, dass ich wenig erwarten werden. Wenn das so aufgeht, wie hier in Band 2, dann ist meine Taktik ideal.

Fazit: „Royal Fake“ hat definitiv die Erfolgszutaten vom ersten Band im Gepäck und ist trotzdem eine ganz eigene Geschichte. Lena Kiefer spricht im Dank selbst davon, dass sie Mittelbände meist am liebsten schreibt. Mittelbände sind aber oft eher verschrien, aber das kann man hier keineswegs behaupten. Die Handlung hat sich unerwartet entwickelt, die Gefühle waren wieder intensiv und gerade das Ende war filmreif. Ab in die letzte Wartephase!

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