One Pot - vielfältige Ideen
One PotOne Pot ist kein neues Konzept. Es gibt auch Foodketten, die sich darauf spezialisiert haben und trotzdem ist es ein Prinzip, der sich bei mir privat im Kochen nicht wirklich durchgesetzt hat, außer es ...
One Pot ist kein neues Konzept. Es gibt auch Foodketten, die sich darauf spezialisiert haben und trotzdem ist es ein Prinzip, der sich bei mir privat im Kochen nicht wirklich durchgesetzt hat, außer es sind einfache Pfannengerichte, weil dann auch alles früh zusammenkommt. Ansetzen setze ich aber eher auf viele Töpfe/Pfannen. Dementsprechend war ich bei dem Kochbuch, das sich komplett dem Thema widmet, durchaus neugierig. Schon der Blick ins Buch hat mir verraten, dass One Pot sehr breit gedacht wird und das hat mich erst recht gereizt.
Das Kochbuch ist thematisch klar gegliedert. Wir haben zunächst Basiswissen, wobei es auch um Tricks geht, um selbstständig aus Resten ein One Pot-Gericht kochen zu können. Da wird dann darauf hingewiesen, was man wie beachten muss, welches Gemüse länger braucht, wie es sich für Nudeln, Reis etc. unterscheidet. Ich koche selten ohne Rezept, weil ich das immer gerne im Rücken weiß, aber gerade für intuitive Köche wird da sicherlich einiges interessantes dabei gewesen sein. Danach sind die Rezepte dann in fünf Sektoren sortiert. Zunächst kommen die Rezepte, die Nudeln als Basis haben, dann folgen die mit Reis und Körner, dann wird nochmal zwischen Gemüse/Kartoffeln und Fleisch/Fisch unterschieden und auch die Süßmäuler (wie ich) kommen voll auf ihre Kosten. Stilistisch haben wir die typische Struktur für Dr. Oetker Bücher. Ein klares Rezeptdesign, was dann immer von einem Bild des Gerichts begleitet wird. Clean ist hier die Maßgabe und das ist mir genau recht.
Es gibt wirklich viel Rezepte zu entdecken und für mich persönlich wichtig, dass auch viele vegetarische Rezepte dabei sind. Manche Kochbücher sind da schon kleine Fallen, weil der Titel gar nicht sofort an Fleischrezepte denken lässt und dann hat man doch viel zu viel davon im Angebot. Das ist hier deutlich ausgewogener, auch jenseits von Gemüse und Fleisch/Fisch. In den Rezepten sind auch viele vegane Zutaten verwendet, was mir nicht wichtig ist, aber wenn man erfahren ist, kann man ja problemlos ersetzen, wie man es am liebsten hat. Ich war bei manchen Anleitungen etwas skeptisch, muss ich gestehen, weil mir die Art des Rezepts vertraut war, ich es aber noch nie als One Pot-Konzept umgesetzt habe. Bei manchen Sachen wird One Pot auch sehr frei gedacht, was okay ist, normaler Standard ist es deswegen dennoch nicht.
Ich habe einige Rezepte auch schon nachgekocht. Da wäre im Bereich Nudeln beispielsweise „Schinkennudeln mit Erbsen“. Ein gern gesehener Klassiker, aber wie gesagt bei mir eher separat hergestellt. Hier habe ich es aber im Topf alles auf einmal ausprobiert. Man muss schon beistehen, denn die zugegebene Flüssigkeit zieht aufgrund der ganzen Zutaten dann auch ein und dann muss man echt aufpassen, dass unten nichts anbrennt. Das sind dann so die Fallen, die One Pot bereit hält, aber da macht Übung den Meister. Letztlich hat das Rezept aber funktioniert und es ist auch sehr cremig gelungen. Auch die „Brokkoli-Pasta“ habe ich aus dem Bereich nachgeguckt. Hier muss man auch mit dem Anbrennen aufpassen und den Brokkoli wirklich klein schneiden, aber wieder ein schnelles Gericht, das auch mehr als nur Nudeln mit Tomatensauce beinhaltet. Ein kleines Highlight war dann für mich das Rezept „Ofen-Ravioli“. Auch hier wieder große Skepsis, weil die Ravioli aus dem Kühlregal einfach auf das Gemüse gelegt wird, ein bisschen stückige Tomaten und Béchamel-Sauce drum herum und sie sind tatsächlich wunderbar gar geworden. Mit den Zucchini unten drunter war das auch eine tolle Kombination. Das wird hier sicherlich öfters gekocht.
Im Bereich Gemüse habe ich „Gerösteter Blumenkohl mit Süßkartoffelstampf“ ausprobiert. Das war eine Kombination, die ich so noch nicht hatte, aber auch ein Rezept, dass ich intuitiv nie als One Pot interpretiert hätte, weil es zunächst dem Konzept Ofengemüse entspricht. Aber egal, die Kombination war wirklich lecker und auch die Erdnüsse als Topping eine feine Idee, die Raffinesse reinbringt. Ein weiterer Geheimtipp ist dann die „Quesadilla mit Baked Beans“. Ich habe da schon immer mal wieder Varianten gemacht, mal im Waffeleisen oder schnöde alles rein und dann ab in die Pfanne. Aber die Falttechnik war hier sehr clever und so entstehen auch mehr Platz, um es in der Pfanne parallel zu braten. Es ist auch ein extrem schneller Rezept und das ist ja oft auch ein wichtiges Argument. „Smashed Potatoes“ ist seit einigen Jahren ein Trendrezept und auch ich habe es schon in einigen Varianten ausprobiert. Hier bietet das Buch eine Alternative mit Ziegenkäse an und da bin ich doch immer dabei. Smashed Potatoes mit Schinkenwürfel ist Standard, aber der Ziegenkäse hat es toll aufgepeppt.
Aus dem Bereich Fleisch/Fisch will ich noch die „Kartoffel-Hack-Pizza“ aufgreifen. Hier müssen die Kartoffeln zwar kurz vorgekocht werden, aber danach kommt alles zusammen in den Ofen. Auch hier wieder ein super einfach nachzumachendes Rezept, das sicherlich auch für Kinder super ist und das auch nicht langweilig daherkommt. Im Bereich Süß habe ich noch einige Rezepte, die ich ausprobieren möchte, weil da echt viel ist, was ich so in der Richtung noch nie gegessen habe. Aber man soll ja nicht so viel süß essen, deswegen kann ich hier nur „Milchreisauflauf mit Früchten“ anbieten. Das habe ich für mich abgewandelt und es klassisch mit Kirschen gemacht. Im Rezept selbst stand getrocknetes Obst, wie Aprikosen oder Cranberrys. Das war auch eins dieser Rezepte, wo ich skeptisch war und hier auch erstmals zurecht. Der Milchreis wollte zwar gar werden, aber die angegebene Menge Flüssigkeit wollte nicht aufgesogen werden. So war es sehr flüssig und das konnte kaum der Sinn der Sache sein. Hier habe ich dann Mondamin eingebunden und es war schnell im Griff. Das war aber das einzige Rezept, was nicht ideal funktioniert hat.
Fazit: „One Pot“ von Dr. Oetker hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Konzept macht zwar manchmal skeptisch und man muss mehr beachten, gerade im Nudelbereich, aber es gab viele tolle Rezepte, eine breite Mischung und auch meistens mit absoluter Gelinggarantie. Da werden doch einige Rezepte in den gewöhnlichen Gebrauch wandern.