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Veröffentlicht am 18.08.2026

Starke Liebesgeschichte, aber wenig Dark Academia

Nightshade
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„Nightshade“ von Autumn Woods habe ich von einigen auf Youtube in die Kamera gehalten bekommen. Dank des bei Thalia exklusiven Wendecovers musste ich schon echt sagen, dass es sehr, sehr chic aussah. Auch ...

„Nightshade“ von Autumn Woods habe ich von einigen auf Youtube in die Kamera gehalten bekommen. Dank des bei Thalia exklusiven Wendecovers musste ich schon echt sagen, dass es sehr, sehr chic aussah. Auch wenn Dark Academia mich als Genre jetzt nicht übertrieben anzieht, so habe ich doch gerne mal reingehört.

Das Hörbuch wird von Frances Neubauer und Jesse Grimm gelesen, die ich beide schon kenne und die hier auch einen guten Job machen. Ich konnte mich durch ihre Stimmen in jedem Fall gut in der Handlung einfinden. Auch wenn Ophelia deutlich mehr Kapitel als Alex bekommen hat, so habe ich das nicht als Ungleichgewicht empfunden, zumal es als kleinen Bonus am Ende auch nochmal zwei Extrakapitel aus seiner Sicht gibt.

Bei „Nightshade“ liegt mein Empfinden sehr stark in dem Umstand begründet, dass Erwartungshaltung und tatsächliches Ergebnis sehr weit auseinander liegen. Das, was ich bekommen habe, das habe ich flott weggehört, schlecht kann es also keinesfalls gewesen sein, aber ich habe doch oft den Gedanken gehabt, dass ich das alles nicht erwartet hatte. Es war sogar nicht mal der Klappentext, der mich da in eine andere Richtung geführt hat. Der war eher beliebig, weil ich zuletzt schon mal öfters Protagonistinnen oder Protagonisten hatte, die sich in die Höhle des Löwen wagen, um dann ein Geheimnis aufzudecken und dabei vielleicht sogar Rache nehmen wollen. Also das kannte ich schon und das hat das Buch auch gegeben. Aber mit der Einführung der Sorrowsong University und der Beschreibung, wie da alles auf verschiedene Häuser aufgeteilt ist, da sind starke Parallelen zu Harry Potter oder vielen anderen Reihen erzeugt worden. Ich habe deswegen keine Fantasy-Reihe erwartet, denn davon war im Klappentext schon nichts zu erkennen, aber ich hätte schon vermutet, dass die Feindschaften zwischen den Häusern mehr im Vordergrund stehen.

Das war aber überhaupt nicht so. Die anfänglich intensiven Verweise auf Harry Potter lösten sich urplötzlich in Wohlgefallen aus und stattdessen hat sich eine ganz andere Geschichte entwickelt. Das fand ich durchaus etwas schade, denn mit dem ursprünglichen Aufbau hätte man doch viel machen können. So sind Titel, Reihen-Bezeichnung etc. doch eher irreführend. Was aber beibehalten wurde, das ist eine durchaus düstere Stimmung. Ich muss zwar auch eingestehen, dass es zwischendurch manchmal fast zu cosy wurde, aber gleichzeitig war mir immer bewusst, dass sich an jede gemütliche Szene jederzeit ein großer Schocker anschließen kann. Woods war hier keinesfalls zimperlich und das war eine Stärke, weil die Handlung so auch immer gut Tempo drin hatte und eine schöne Achterbahnfahrt an Highlights beigesteuert hat. Gerade da viele der anderen Figuren als Teil von kriminellen Familien angedeutet wurden, hätte an dieser Stelle ebenfalls noch mehr kommen können, um die Atmosphäre zu unterstützen, aber da hat man auch gemerkt, dass die Autorin sich gerne an warme Situationen geklammert hat, um Ophelia wieder etwas Verbundenheit mit anderen zu schenken.

Die Liebesgeschichte zwischen Ophelia und Alex war schon sehr präsent und sie hat mich auch überzeugt. Die anfänglichen Wortgefechte und wie sie dann immer mehr in seine Welt hineingezogen wurde, obwohl sie es nicht wollte, das hat mich überzeugt. Da habe ich richtig mitgefiebert. Die Chemie stimmte durchgängig, wenn ich auch sagen muss, dass gerade im letzten Viertel da Szenen dabei waren, die mir etwas zu viel waren. Da sprühte es zwischen ihnen dann so, dass es Gedanken in spannenden Sequenzen gab, die ich absolut daneben fand. Wenn es um Leben oder Tod geht, dann muss auch genau das rüberkommen. Aber alles in allem ist die Liebesgeschichte das Zentrum diesen ersten Bandes und zieht ordentlich mit.

Der Spannungsteil hat für mich wie angedeutet auch funktioniert. Eine Auflösung konnte ich zwar früh erahnen, aber trotzdem blieben Fragen drum herum. Gleichzeitig war auch immer zu spüren, wenn es einen zweiten Band gibt, dann muss sich da noch viel mehr verbergen. Und das ist auch so. Der erste Band endet mit sehr vielen Fragen und ist damit absolut gelungen, weil man so am Nachfolger eigentlich nicht vorbeikommt. Ich werde ihn sicherlich lesen/hören wollen, aber ich hoffe da doch auch, dass die Schwächen des ersten Bandes besser ausgeglichen werden.

Fazit: „Nightshade“ hat mich auf eine Art sehr in den Bann gezogen und auf eine Art auch enttäuscht. Zum Glück hat das positive Gefühl überwogen, weil ich so die Reihe auch beenden möchte. Aber Dark Academia kam hier nur bedingt rüber. Dafür gab es eine mitreißende Liebesgeschichte und ein drum herum gesponnenes spannendes Mysterium.

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Veröffentlicht am 17.08.2026

Viel Buchliebe in New York

Our Last Page
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Emily Henry gehört zu den Autorinnen, bei der immer sehr viel Liebe zu Büchern durchscheint und das darf sich Katie Holt nun auch auf die Fahne schreiben. Nachdem „Not In My Book“ durch das gemeinsame ...

Emily Henry gehört zu den Autorinnen, bei der immer sehr viel Liebe zu Büchern durchscheint und das darf sich Katie Holt nun auch auf die Fahne schreiben. Nachdem „Not In My Book“ durch das gemeinsame Schreiben der Protagonisten schon eine Metaebene eröffnet hat, spielt „Out Last Page“ nun in einem fiktionalen Kultbuchladen mitten in New York und auch hier gibt es wieder jede Menge Buchliebe zu verteilen.

Holts erstes Buch hatte ich als Hörbuch, hier bin ich nun aufs Lesen umgestiegen, aber bei Liebesromanen ist es ohnehin nicht so wichtig, wie man es konsumiert und das habe ich auch hier gemerkt. Der Stil war definitiv sehr angenehm. Ich habe vor jedem Kapitel die Buchempfehlungen sehr gemocht. Sie waren jeweils den Figuren zugeordnet, aber man hat schon gemerkt, dass Holt da ihre eigenen Herzensbücher angepriesen hat. Ich mag es in Buchhandlungen auch immer sehr, sehr persönliche Empfehlungen zu erhalten und hier hat es wunderbar zum Inhalt des Buchs gepasst. Ich mochte auch den Humor der Geschichte sehr. Es ist nicht unbedingt wie Kyra Groh oder Kerstin Gier, aber da ist einfach ein Ton drin, den man sich auch wunderbar für die Leinwand transportiert vorstellen kann. Gerade wenn der dysfunktionale Haufen von Angestellten zusammen kam, da war ein Grinsen nur schwer zu verkneifen, weil die sich ständig alles gegenseitig gesteckt haben. Aber die Liebe untereinander war dennoch zu spüren. Da kam vor allem so viel Chaos durch, was ich aber wunderbar ertragen konnte.

Ansonsten finde ich bei der Geschichte, dass sie etwas schleppend in Gang kommt. Holt hat sich bemüht, über Ella die Beziehung zu Leo in den Mittelpunkt zu stellen. Er war der Gründer von Last Page und damit das absolute Herz. Nun ist er gestorben. Und diese Beziehung, die für die Gegenwart nur noch bedingt Bedeutung hat, ist sehr dominant anfangs, auch umgekehrt weil wir natürlich Henry als Enkelsohn haben. Dadurch ist mir zu viel Erzählzeit für die Beziehung verloren gegangen. Und dann passiert das, was öfters bei solchen Büchern geschieht. Da werden mir dann auf einmal Gefühle als gegeben vorausgesetzt, die ich aber noch gar nicht spüre. Ich hätte mir den Startschuss zwischen Ella und Henry intensiver gewünscht. So war der entscheidende Schritt zu schnell gemacht und dann fand ich vor allem auch, dass Henry wie eine andere Person wirkte. Ich finde in der Überzahl den männlichen Protagonisten besser, aber hier war es genau umgekehrt.

Ella war mir zwar in manchen Eigenschaften eher fern, aber gerade ihr Verantwortungsbewusstsein für ihre Buch-Familie und biologische Familie fand ich sehr nachvollziehbar und nah an meiner eigenen Lebensrealität. Sie hatte auch das Herz auf der Zunge und sie war so auch das Herz der Geschichte, weil sie ohne Leo sein Erbe fortgetragen hat. Henry ist auf dem Papier auch sehr liebenswert und aufgrund seiner Fürsorge für seine Mutter anbetungswürdig. Aber er wirkte einfach in manchen Szenen wie ein anderer Mensch und eine Enthüllung hatte für mich zu wenig Konsequenz für den Rest. Dafür feiere ich aber den Cameoauftritt von Rosie und Aiden aus „Not In My Book“. Genauso war diese Liebe für die Bücher und was alles auf die Beine gestellt wurde, sehr einnehmend. Am Ende hätte ich mich im Last Page gerne beworben, um dort mit allen zu arbeiten.

Fazit: „Our Last Page“ hat sich für mich erneut über die deutliche Buchliebe ins Herz gespielt. Ich mochte das Last Page als Setting sehr und ich mochte auch alles, was drum herum gesponnen wurde. Die Charaktere sind auch alle sehr liebenswert, nur Henry fehlt ein bisschen die Konsequenz, sodass mir auch die Liebesgeschichte dann etwas zu schnell ging. Aber die Standalones von Katie Holt sind definitiv zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.08.2026

Charme von Landlust beim Backen

Landlust Hausgemacht Obstkuchen
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Landlust ist eins dieser Magazine, das man vor allem bei Frauen einer gewissen Altersgruppe antrifft und auch meine Mutter hat immer mal wieder einzelne Ausgaben gekauft. Für mich waren die Highlights ...

Landlust ist eins dieser Magazine, das man vor allem bei Frauen einer gewissen Altersgruppe antrifft und auch meine Mutter hat immer mal wieder einzelne Ausgaben gekauft. Für mich waren die Highlights dann immer Rezepte, weswegen ich bei dem Backbuch zu den „Obstkuchen“ sofort dabei war.

Das Rezeptbuch ist für mich sehr ansprechend aufgebaut. Es gibt eine klare Einteilung nach Kategorien, einmal Kuchenklassiker, dann Blechkuchen, Kleingebäck, Kuchen ohne backen, Tartes und Pies und dann auch noch Kuchen und Torten. Mit dieser Einteilung hat man schon einen guten Überblick, welche Vielfalt angestrebt war und man kann je nach Lust und Laune sofort in der entsprechenden Kategorie stöbern. Ich finde das ganze Buch aus sehr bunt dargestellt. Andere Bücher haben oft einen klaren Stil, der dann eher gedeckt ist. Das von „Obstkuchen“ finde ich zur Abwechslung sehr angenehm, zumal auch die Bilder der Rezepte immer auf einer Seite sind. So hat man Anleitung und Ergebnis sofort im Blick. Es gibt keine Nährwertangaben, die natürlich bei Kuchen sowieso eher durch die Decke sind, trotzdem finde ich es zur Orientierung immer gut. Das fehlt hier also.

Was aber nicht fehlt, das ist zum einen eine riesige Auswahl an Rezepten, darunter auch viele Rezepte, die ich noch nicht tausendfach gesehen habe. In meinem Empfinden ist es tatsächlich eine neue Ergänzung für die eigene Koch-/Backbuchsammlung. Sehr lobenswert sind auch die einzelnen Seiten, die Tipps enthalten. So gibt es eine Doppelseite, die sich damit beschäftigt, wie man einfach umrechnet, wenn man nicht die für das Rezept vorgesehene Backform hat. Also wenn man keine 18er Form hat, wie man die Zutaten multiplizieren muss, damit für eine Standard 26er Form alles da. Das fand ich wirklich sehr interessant und wer weiß, wann ich es mal brauche. Beispielsweise gibt es auch eine Übersicht, wenn man sich für ein Obst entschieden hat, was man dann für Partner wählen kann, wenn man experimentierfreudig ist. Welche Obstsorten passen zusammen, gibt es Partner bei Gewürzen und was ist auch mit Schokolade, Baiser etc.? Da gibt es über die verschiedenen Kategorien hinweg mehrere solcher echt hilfreichen Tipp-Seiten.

Kommen wir jetzt zu den Rezepten. Bei den Kuchenklassikern habe ich nichts nachgebacken, muss aber gestehen, dass ich überrascht war, dass ich die Auswahl nicht unbedingt als Klassiker empfunden habe. Das ist sicherlich auch eine subjektive Empfindung, hat für mich aber auch unterstrichen, dass in diesem Buch wirklich nicht die ewig gleichen Rezepte sind. Bei den Blechkuchen gab es für mich zwei Klassiker, die ich nachgebacken habe und das war einmal Stachelbeerkuchen mit Baiserhaube und Sauerkirsch-Schokokuchen. Letzteren habe ich etwas anders schon sehr häufig gemacht, aber auch die Rezeptvariante hier war einfach super und einfach und köstlich. Stachelbeeren mit Baiser ist natürlich ein absoluter Klassiker, den ich aber meist eher in einer Rundform gemacht hat. Aber warum nicht auch auf dem Blech? Die beiden Zutaten gehen immer super zusammen. Neu für mich war dann Johannisbeerkuchen mit Mandelstreuseln. Johannisbeeren kenne ich vor allem in Träubleskuchen, wo dann auch Baiser eine Rolle spielt. Aber so als Streuselkuchen war es auch eine sehr positive Überraschung. Zum einen ist gemahlene Mandeln in Streuseln ein wahrer Hit und die weiße Kuvertüre oben drüber hat auch nochmal den Kick gegeben, um die Säure der Johannisbeere auszugleichen. Auch der Briocheteig als Grundlage wäre nicht auf meiner Bingokarte gewesen. Also definitiv die größte positive Überraschung bei meinen ausprobierten Rezepten.

Im Bereich des Kleingebäcks bin ich selbst eigentlich nicht so gerne zuhause, weil sich für mich meist Aufwand mit Genuss nicht richtig aufrechnet. Aber dank des Stachelbeerstrauchs zuhause konnte ich um die Stachelbeer-Küchlein keinen Bogen machen. In der kleinen Form mit Sahne und Biskuit und Schokoraspeln ein kleines, aber feines Törtchen, das ist sicherlich immer wieder machen werde. Im Bereich der Kuchen ohne Backen war ich dann persönlich eher enttäuscht. Die Auswahl war sehr knapp gehalten, dabei sind das eigentlich genau die Rezepte, die es in unseren immer mehr werdenden heißen Sommern braucht. So habe ich für mich zu wenig entdeckt. Tartes und Pies sind natürlich immer super für frisches, abwechslungsreiches Obst. Da habe ich zwar nichts ausprobiert, aber doch noch ein bisschen was auf dem Schirm, auch weil es sehr simple, schnelle Rezepte sind. Eine riesige Auswahl gab es dann auch noch bei Kuchen und Torten. Da ich seit Juni wirklich ungerne den Backofen angeschmissen habe und auch die Herstellung bei solchen Torten ewig braucht, habe ich da ebenfalls erstmals Abstand genommen. Aber da waren einige frische Ideen dabei, die für besondere Feste definitiv auf meiner Liste stehen.

Fazit: Das, was Landlust sonst auch immer mit seinen Magazinen ausstrahlt, das kam auch bei „Obstkuchen“ super rüber. Das Buch machte optisch was her, es hatte eine große Auswahl, es hatte sehr hilfreiche Tipps und Tricks und es hatte auch viele Rezepte mit neuen Impulsen und Ideen. Ich kann es also wirklich nur als Ergänzung der eigenen Bibliothek empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.08.2026

Echte Selbstliebe-Reise

Halbwach
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Ähnlich wie bei „Pina fällt aus“ bin ich auf „Halbwach“ von Sophia Como durch begeisterte Leserstimmen gestoßen, denn es ist einfach nicht das klassische Genre, in dem ich mich aufhalte und immer informiere. ...

Ähnlich wie bei „Pina fällt aus“ bin ich auf „Halbwach“ von Sophia Como durch begeisterte Leserstimmen gestoßen, denn es ist einfach nicht das klassische Genre, in dem ich mich aufhalte und immer informiere. Aber da sind Perlen zu entdecken, auf jeden Fall, deswegen habe ich „Halbwach“ auch gerne eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht.

Como ist mir von ihren Covern her zwar schon optisch begegnet, aber als Autorin ist sie mir kein Begriff gewesen, man kann einfach nicht alle mitbekommen. Aber sie war Romance Autorin und sie hat auch relativ frisch angekündigt, dass mit ihrer September-Erscheinung ihre Romance-Ära enden wird. Es ist also davon auszugehen, dass sie sich mehr im Stil von „Halbwach“ bewegen wird und das klingt vielversprechend. Ich habe den Roman als Hörbuch gehabt. Gelesen von Josi Wismar, ebenfalls eine deutsche Autorin, von der ich noch nichts gelesen habe, deren Podcast ich aber kenne und die sich inzwischen immer mehr als Hörbuchsprecherin ausprobiert. Ich fand die Kombi von Comos Grundidee und Wismars Stimme sehr gelungen. Sie hat für mich Zoe sehr gut verkörpert und mir ihre Handlungen und Gefühlswelten sehr überzeugend nahe gebracht.

Gerade mit Comos kürzlicher Ankündigung kann man davon ausgehen, dass sich bei „Halbwach“ und ihrer eigenen Autorinnenwelt sehr viele Parallelen auftun, ohne das aber final einordnen zu wollen. Ich wollte es nur erwähnen, weil es für mich auch erklärt, warum sich „Halbwach“ von vorne bis hinten so real anfühlt. Weil da echte Geschichten drinstecken, ob nun von Como selbst oder von anderen echten Menschen, das ist dann gar nicht so wichtig. Wichtig ist aber, sich so abgeholt zu fühlen, so viele der eigenen Gedanken und Gefühle widergespiegelt zu sehen und einfach wieder zu merken: Ich bin nicht alleine, andere drehen sich auch tausend mal gedanklich im Kreis und kommen doch nicht raus. Meine Lebenswelt und die von Zoe unterscheiden sich in sehr vielen Punkten und trotzdem haben sich erschreckend viele Parallelen aufgetan. Und deswegen waren gerade die Sequenzen, als Zoe bei ihrer Therapeutin ist, wie eine Meta-Sitzung für mich selbst angefühlt. Ich bin ein sehr selbstreflexiver Mensch und ich habe auch schon viele Erkenntnisse glücklicherweise erlangt, die mich Ballast haben abwerfen lassen und die mich auch mal haben ausbrechen lassen, um dann wieder heilen zu können. Und trotzdem gibt es immer noch einen Weg, der zu beschreiten ist und dementsprechend war das Buch auch heilsam, weil ich wieder erinnert wurde, was ich geschafft habe und was noch vor mir liegt.

„Halbwach“ ist auch so ein Buch, was mich von Seite zu Seite mehr gepackt hat. Am Anfang ist mir Zoe eher noch fremd, weil ich wie gesagt manche biographischen Aspekte gar nicht teile und dementsprechend andere Muster entwickelt habe. Da war dann also eine Distanz. Auch später trifft Zoe viele Entscheidungen, für die ich sie gerne geschüttelt habe, aber da war dann der Punkt erreicht, wo ich sie schon so gut verstehen konnte, dass ich einfach nur noch mitgefiebert habe. Ich habe ihr wichtige Erkenntnisse gewünscht. Ich wollte, dass es mit ihrer Familie richtig rausbricht. Ich habe mit ihr für andere Figuren ein Aufwachen erhofft. Da wollte ich dann immer nur weiterhören, wohlwissend, dass es am Ende nicht all das liefern wird, was man aus Romance kennt. Aber das war dann auch nicht schlimm, weil wir Zoe entlassen an einem Punkt, wo sie so viel geschafft hat und wo ich mit ihr was geschafft habe, sodass ich einfach nur stolz war.

Eins möchte ich auch noch erwähnen. Nein, es ist kein Romance-Buch im klassischen Sinn, aber es war verdammt viel Romantik drin und zwar in der Liebe für einen selbst. Die Figuren waren in ihrer Gestaltung auch so konsequent und klar, dass auch verschiedene Stufen von Selbstliebe abgebildet waren. Und schon so oft habe ich den weisen Rat gehört, dass man sich erst richtig verlieben kann, wenn man sich selbst lieben gelernt hat. Und das wird hier ausdrücklich gezeigt. Es ist nicht nur Zoe auf dem Weg zur Selbstliebe, es ist auch Marie, es sind auch die anderen, jeder auf seine Weise. Und mit dem Ende ist dann der Startschuss nahe, dass es da ein richtig gutes Romance-Buch werden könnte, egal wie das konkret aussehen könnte, ob nun in einer partnerschaftlichen Romantik oder mit der Romantik für eine konkrete Leidenschaft. Das Buch hat mir sehr viel zu denken gegeben und das ist eigentlich das größte Geschenk.

Fazit: „Halbwach“ ist eine große Überraschung für mich in diesem Jahr und das im absolut positiven Sinne. Sophia Como hat für mich eine so authentische Geschichte geschaffen, die von Seite zu Seite intimer und echter wird. Sie kann Heilung schenken, Hoffnung und Stolz auf Geschaffenes. Gerade weil die Charaktere so unperfekt sind, aber dafür wie die Menschen um mich herum. Ich spreche eine absolute Empfehlung aus!

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Veröffentlicht am 12.08.2026

Buch mit zwei Seiten

And Midnight Fades to Dawn
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Nach einem Cliffhanger ist Wartezeit immer blöd, aber bei Nina Schillings Dilogie The Day and Night ging es doch gefühlt sehr fix, sodass ich für den Abschluss „And Midnight Fades to Dawn“ alles noch erfreulich ...

Nach einem Cliffhanger ist Wartezeit immer blöd, aber bei Nina Schillings Dilogie The Day and Night ging es doch gefühlt sehr fix, sodass ich für den Abschluss „And Midnight Fades to Dawn“ alles noch erfreulich präsent hatte und mich sofort ins Geschehen stürzen konnte.

Leider war da am Anfang nicht genug Geschehen. Ich habe mir auch nochmal meine Rezension zum ersten Band durchgelesen und da lag meine Kritik vor allem in der Stilistik und das wurde im zweiten Band leider nicht abgelegt. Der Beginn ist erneut unheimlich zäh. Auch wenn ich diesmal nichts am Schreibstil zu kritisieren habe, so hätte ich mir doch gewünscht, dass zu Beginn eines Abschlussbandes direkt Tempo und Brisanz drin ist. So haben wir am Anfang eine kürzere Spannungsszene, die dann fortan ein Drittel des Buchs bestimmt, aber Cass und Nox sind vor allem mit Denken und Fühlen beschäftigt, während sich sonst nicht so viel getan hat. Ich habe dementsprechend für die ersten 200 Seiten dreifach solange gebraucht für die restlichen 200 Seiten, weil der Unterschied so gravierend war. Auch wenn mir klar war, dass die Einführung in den dritten Hof Beschreibungen brauchen wird, aber das war gar nicht so auffällig, weil dieses Hin und Her mit Cass und Nox so dominant war. Bei mir merke ich dann als Reaktion auch immer, dass ich die Romantik zunehmend nervig finde und das ist nie gut.

Ich hatte im Vorfeld des zweiten Bandes den Wunsch entwickelt, dass ich gerne auch den Taghof kennenlernen würde, weil wir Band 1 bei der Nacht verbracht haben. Da wird leider völlig drauf verzichtet. Auch wenn ich verstehe, dass der Hof von Sol sicherlich eher wie unsere Welt ist, aber es sind ja auch nicht nur Lebensweisen, sondern auch Menschen, die damit zu tun haben. Und das hat für mich als Ausgleich einfach gefehlt. Da ich jetzt den gesamten Inhalt kenne, so kann ich im Nachhinein auch nicht sagen, wie man es stattdessen hätte machen sollen, aber ich empfinde das als Lücke. Aber wir haben diesmal den dritten Hof als neue Welt und da gab es doch einige Überraschungen. Das fand ich auch interessant, da etwas tiefer einzutauchen. Wenn ich mir jetzt einiges zum Taghof denke, dann kann ich aber zumindest sagen, dass die wahrscheinlichen Unterschiede zwischen allen drei Welten doch deutlich wurden. Mir hat auch gefallen, dass der Inhalt doch arg mit der Liebe für die Natur verbunden war. Und in Zeiten, wo wir so wenig auf unsere Umwelt achten, da fand ich Schillings Geschichte sogar eine mit einer tieferen Botschaft, weil es eine Symbiose von Menschen und Umwelt geben muss.

Wie angedeutet hat mir der zweite Teil insgesamt deutlich besser gefallen. Da sind wir auch wieder den bekannten Figuren begegnet und dort ist dann auch einfach mehr passiert. Ich fand zwar immer noch, dass es unnötige Szenen gab, die zwar der Unterstreichung der Charaktere dienten, aber in der Gesamtkomposition hätte ich darauf verzichtet und die Charaktere dennoch verstanden. Aber irgendwann war auch der Punkt, da ging es wirklich um alles und da war es dann ähnlich wie bei den Spielen in Band 1. Da passte die Gestaltung sehr gut. Da war Schilling als Autorin auch nicht zimperlich, da gab es so viele mögliche Ausgänge und somit war die Handlung nicht vorhersehbar. Da war es mit deutlichem Abstand am besten. Ich fand dann auch das Ende sehr angemessen für die Geschichte. Auch wenn kleinere Teile vielleicht etwas zu rosig waren, so war es insgesamt doch so, dass wir in einem Umbruch enden, wo noch nicht alles perfekt ist und das fand ich sehr realistisch und deswegen richtig.

Fazit: Ich hatte mir für „And Midnight Fades to Dawn“ mehr Stärken aus Band 1 gewünscht, stattdessen gab es leider wieder einen sehr zähen Beginn. Da musste ich mich etwas quälen. Ich fand auch, dass es für mich eine offensichtliche Lücke gab, aber bei der eigentlichen Intention der Handlung und beim Showdown kann ich dann nichts kritisieren. Da stimmte Tempo, das Risiko und die Spannung. Insgesamt waren die Bände sehr ähnlich gestaltet und da kann ich für die Zukunft nur raten, besser am Anfang schon mehr Gas geben, denn dann wirken die Geschichten nicht so stark zweigeteilt. Ich bin trotz dieser Schwäche gespannt, was Nina Schilling als nächstes machen wird.

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