Ein Buch, das mich gespalten zurück lässt.
Worum geht’s?
Harley, Róise und Maggie sind Ende 20 und verbringen ihre Tage wie mit Anfang 20: Mit Partys, Drogen und Alkohol. Über allem schwebt der Tod ihrer Freundin Lydia und die gemeinsame Wohnung, ...
Worum geht’s?
Harley, Róise und Maggie sind Ende 20 und verbringen ihre Tage wie mit Anfang 20: Mit Partys, Drogen und Alkohol. Über allem schwebt der Tod ihrer Freundin Lydia und die gemeinsame Wohnung, die immer unbewohnbarer wird. Immer mehr wird klar: Die Partyexzesse sind eine Bewältigungsstrategie.
Wie war’s?
Das Buch fühlt sich ein wenig wie ein Coming-of-Age Roman nur mit deutlich älteren Protagonistinnen an. Wir begleiten Harley, Róise und Maggie durch ihren Alltag, ihre Partyexzesse und One-Night-Stands. Stellt euch also auf jede Menge Alkohol und Drogen ein. Es war unterhaltsam, witzig, aber auch ein wenig tragisch, denn: Eigentlich sind sie alle nicht zufrieden damit, wie ihr Leben gerade läuft. Aber sie schaffen es nicht sich selbst aus diesem Hamsterrad befreien.
Und immer wieder wird auch klar: Sie tun sich gegenseitig nicht immer gut. Die Freundschaft hat durchaus auch toxische Seiten. Die Protagonistinnen fand ich weder besonders sympathisch, noch nachvollziehbar in ihrem Handeln (ich stelle mir ihr Leben so anstrengend vor). Dennoch waren sie absolut authentisch. On top kommt die gemeinsame Wohnung, die auf so vielen Ebenen ein Sinnbild ihres Lebens und ihrer Freundschaft ist.
Womit ich mich schwer getan habe, war der Schreibstil. Ich habe bis zum Schluss gebraucht, um damit warm zu werden. Es gab immer wieder kleine Sprünge, die mich rausgerissen haben.
Was ich an dem Buch allerdings super spannend finde ist, dass es stilistisch mit den gängigen Erwartungen bricht. Die Protagonistinnen sind „weird“, sie entsprechen nicht den Normen und Rollenbildern von Frauen um die 30. Es dreht sich einiges im Kreis und die Charakterentwicklung erfolgt sehr langsam. Es gibt keinen krassen Plottwist, keine Heilung. Um es mit Worten aus dem Buch zu sagen: Es ist wie "auf einer Sauftour geschrieben […], mit ungewissem Ende. So wie das Leben" (S. 222). Und genau das macht das Buch für mich wieder besonders.
Mir gefällt es mit etwas Abstand mittlerweile gut. Ich glaube aber, dass es nicht jeden Geschmack treffen wird.