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Veröffentlicht am 10.01.2026

Ein Spiegel der (Internet)Gesellschaft

Die Unbußfertigen
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Hey, du!

Möchtest du einen Roman lesen/hören, der dich alles was du auf Social Media erlebst hinterfragen lässt? Der dir die bittere Wahrheit zeigt? Der dich überlegen lässt ob der vermeintliche „Segen“ ...

Hey, du!

Möchtest du einen Roman lesen/hören, der dich alles was du auf Social Media erlebst hinterfragen lässt? Der dir die bittere Wahrheit zeigt? Der dich überlegen lässt ob der vermeintliche „Segen“ der sozialen Medien nicht doch viel mehr ein Fluch ist? Eine Honigfalle in die du, wir alle, beinahe die gesamte Welt getappt sind ohne es zunächst zu bemerken?

Dann bist du hier genau richtig!

Denn Elina Penner ist mit „Die Unbußfertigen“ ein Glanzstück gelungen durch dessen Schein die Gesellschaft den Spiegel vorgehalten bekommt. Komm rein, schau dich um und hinterfrage dich selber.

Ich fand die Geschichte um zehn Menschen, wie sie das Internet hervorgebracht hat sehr spannend und realistisch (in dem Sinne wie sie im Internet handeln). Klar, es ist alles überspitzt und jeder der zehn stellt einen Stereotypen dar und doch sind sie alle Charaktere für sich. Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten, denn ich habe das Buch vollkommen unvoreingenommen gehört und wurde dadurch an manchen Stellen selbst überrascht und das möchte ich auch dir gönnen.
Die Fragen die hier aufgeworfen werden sind Fragen die man sich beim lesen oder hören zum Teil selbst stellt. Selbst stellen sollte.
Vieles in dem Buch ist nicht neu, das ist klar. Aber die Art und Weise wie es erzählt wird ist großartig. Der Stil ist nüchtern und sachlich. Was die Geschehnisse nur umso deutlicher aufzeigt.
Viele der Zitate (besonders die von Natash) wollte ich herausschreiben um sie immer mal wieder lesen zu können. Was für mich zeigt: Das Buch ist ganz klar genial geschrieben.

Die Hörbuchversion, auf die ich hier zurückgegriffen habe, wird sehr passend vertont von Jana Kozewa, die es schafft für jede Szene einen angemessenen, stellenweise berichtend, neutralen Tonfall zu treffen, der die Geschehnisse im Buch perfekt unterstützt und somit nur noch stärker hervortreten lässt. Perfekte Wahl würde ich sagen.

Dies ist kein Roman, den man liest, zuklappt, ins Regal stellt und dann vergisst. Dies ist ein Roman der dich Dinge hinterfragen lässt. Der dich, im besten Fall, wach rüttelt. Es ist ein gesellschaftlicher, ein feminsitischer Roman der dich die Dinge eventuell neu bewerten lässt.
Solltest du dir natürlich vorher schon Gedanken zu den Themen gemacht haben die hier behandelt werden, dann ist sicher nicht alles neu, aber es lohnt sich dennoch.

Na los. Nicht so schüchtern. We`re all mad here!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Spannend bis zur letzten Seite: Braucht sich nicht hinter Potter oder Panem zu verstecken

The Ordeals
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Irgendwo wurde „The Ordeals“ als Mischung aus Harry Potter und Tribute von Panem angepriesen. Leicht schmunzelnd dachte ich da noch: Ja, ja, klar... Augenrollen inklusive.
Aber was soll ich sagen: Ich ...

Irgendwo wurde „The Ordeals“ als Mischung aus Harry Potter und Tribute von Panem angepriesen. Leicht schmunzelnd dachte ich da noch: Ja, ja, klar... Augenrollen inklusive.
Aber was soll ich sagen: Ich wurde eines Besseren belehrt, zum Glück.
Denn dieses Buch hat mich wirklich gefesselt und die Vergleiche mit den beiden Genre Größen können sich durchaus sehen lassen.

„The Ordeals“ muss sich auf jeden Fall weder hinter Potter noch Panem verstecken. Es ist auch keine reine Mischung oder gar ein Abklatsch. Es nimmt einfach einige Grundgedanken und wandelt diese für sich in eine ganz eigene Geschichte um. Eine Geschichte die mich stellenweise atemlos durch die Seiten hat fliegen lassen. Ich wollte schneller lesen, nur um endlich diese großartigen Spannungsbögen zu durchschauen, um zu verstehen was in dieser Welt vor sich geht und um zu wissen was mit diesen wundervollen Charakteren geschieht.
Auf keiner Seite wurde ich enttäuscht. Sowohl die Welt, als auch die Figuren sind fantastisch ausgearbeitet, haben Tiefe und Potential zu etwas ganz großem zu werden (Zweiter Band, ich schiele auf dich!).

Rachel Greenlaw erschafft eine ganz eigene Art von Magie und Gesetzmäßigkeiten. Dabei ist sie nicht zimperlich mit den Nerven und Gefühlen der Leser:innen und das ist gut so. Alles fühlte sich so echt, so zum Greifen an.
Mein einziger Kritikpunkt ist der Spice, der hier aus meiner Sicht nur reingebracht wurde weil es auf dem Buchmarkt momentan zum guten Ton gehört mindestens eine Spice Szene drin zu haben. Da die Szene aber nichts für die Story oder ihre Charaktere getan hat, war sie mMn nur drin um drin zu sein... Allerdings störte es auch weder das Pacing noch sonst etwas und war auch nicht total unsinnig platziert. Von daher alles fein. Ich hätte die Seiten halt nur persönlich lieber mit mehr Inhalt gefüllt.

Was das Ende angeht... Puh. Sagen wir mal so: Ich hoffe Band zwei kommt ganz, ganz bald.

4,5 Sterne von mir.

Ein Buch für alle die Potter und Panem geliebt haben und doch etwas ganz eigenes mit Vibe in die Richtung lesen möchten. Etwas für jeden der Magie, Machtspiele und eine ganz eigene Welt zu schätzen weiß.

Stellt sich nur noch die Frage: Botaniker, Alchemist, Illusionist oder Maskierer? Was wärst du am liebsten und wie willst du überleben?

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Süße, weihnachtliche Lovestory, für meinen Geschmack aber zu cozy und unlogisch

Good Spirits
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Vorweg: Ich habe das Buch nicht beendet. Diese Rezension bezieht sich somit auf die ersten 31% des Buches.

Ich wollte diese Geschichte so sehr lieben, aber irgendwie passten wir zum jetzigen Zeitpunkt ...

Vorweg: Ich habe das Buch nicht beendet. Diese Rezension bezieht sich somit auf die ersten 31% des Buches.

Ich wollte diese Geschichte so sehr lieben, aber irgendwie passten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht so richtig zusammen.
Das Buch ist gut geschrieben. B.K. Borison versteht ihr Handwerk. Und ich kann auch absolut nachvollziehen, dass es da draußen eine Menge Leute gibt, die dieses Buch total lieben.
Ich habe sehr viel positives Feedback zu „Good Spirits“ gesehen und sehr viele Menschen die Nolan und Harriet in ihr Herz geschlossen haben und das ist auch gut so. Denn die beiden verdienen es eine Fangemeinde zu haben.

Es waren einfach viele kleine Dinge die mich an dem Buch am Ende dann doch so gestört haben, dass ich es nicht weiterlesen wollte (Achtung ab jetzt Spoiler für die ersten 31%):
Zunächst ist da der Anfang in dem eine Katze Harriet einen Brief übergibt (also mit der Schnauze, eine normale Katze), ja ist cute aber irgendwie war ich doch irritiert. Dann taucht Nolan plötzlich bei Harriet aus dem Nichts im Wohnzimmer auf, sie macht noch (wirklich witzige) Sprüche über Mörder, findet das dann aber alles doch nicht allzu schlimm und schiebt es später auf abgelaufenen Pfefferminztee? Naja, ok, auch das kann ich noch „überlesen“ zumal der Schlagabtausch der beiden mich wirklich zum Lachen gebracht hat.
Aber als dann die Szene kommt in der Harriets winzige, absolut zierliche Hand (wird zumindest gesagt) in ihrer Manteltasche stecken bleibt, weil die zu eng für ihr kleines, kleines Händchen ist, Nolan sie dann rettet, nur um zu sagen: „Lass mich das jetzt lieber für dich erledigen!“ (zitiert aus dem Gedächtnis) und ihr dann offensichtlich die Süßigkeiten aus der ZU ENGEN (ich schreie nicht, ich betone!) Manteltasche holt, obwohl immer wieder gesagt wird WIE RIESIG seine Hände im Vergleich zu ihren sind... Ist das schon dieses Männerding „ich starker Mann rette die Frau die nicht gerettet werden muss“ oder nur ein egoistisches „ich kann eh alles besser“ von Nolan?
Aber offensichtlich klappt es ja. Da musste ich mich dann doch zwingen nicht zu sehr mit den Augen zu rollen, damit ich überhaupt weiterlesen konnte.
Auch die Tatsache dass Nolan und Harriet immer wieder und wieder in ihre Vergangenheit eintauchen nur um festzustellen, dass Harriet einfach nur perfekt ist und noch nicht mal als Kind vom Löffel nascht war für mich nicht cozy, sondern einschläfernd. Ich meine da passiert wirklich nichts. Sie hackt nen Baum ab. Yeah! Allein. Im Wald. Über Stunden. Aber das ist ja so, so süß von ihr...
Als dann auch noch unsere Turteltäubchen in einen solchen Streit geraten, gerade weil nichts in ihrer Vergangeheit passiert und sie es wagt den Vorschlag zu machen, dass es sich vielleicht um ihn dreht musste ich dann aufhören zu lesen. Nolan geht dabei dermaßen die Hutschnur hoch, obwohl sie ihm nur helfen will... Puh. Kann man jetzt noch damit entschuldigen, dass er halt ein Jahrhundert oder so alt ist und dementsprechend da ein bisschen toxisches Männerbild von damals mit sich rum trägt. Aber zu einer Cozy, cuten Lovestory passt das dann für mich doch nicht.
Ich glaube ganz sicher, dass es sehr viele Leute gibt, die das alles überhaupt nicht stört und wenn man diese Punkte überlesen kann oder/und sie gar nicht schlimm findet, ist das sicherlich ein richtig gutes Buch.
Witzig, romantisch (bestimmt ab irgendeinem Punkt) und einfach wunderbar für die weihnachtliche Jahreszeit geeignet. Und genau deswegen würde ich es auch mit 2,5 Sternen bewerten.

Wer jetzt all diese Punkte gelesen hat und sagt: „Was hat die denn? Ist doch gar nicht schlimm.“ Wird mit diesem Buch ganz sicher eine wundervolle Weihnachtsgeschichte haben. Für mich war es dann doch an vielen Stellen zum einen zu unlogisch und an anderen Stellen zu cozy, da darf dann für mich ruhig doch ein bisschen mehr passieren.

Es handelt sich hier komplett um meine eigene Meinung. Wenn ihr das Buch feiert, seid bitte lieb in den Kommentaren (und falls es jemand zu Ende gelesen hat würde ich mich über eine kurze Nachricht, was denn nun hinter allem steckt freuen).

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Grusel, Knistern, Spice auf Horrorinsel gefällig?

House of Rayne
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Herbstliche sapphic Romance mit Horror Elementen? Count me in!
Und dann spielt das ganze auch noch auf einer Insel mit religiösen Menschen? Wer „Midnight Mass“ kennt und liebt, weiß warum ich von der Idee ...

Herbstliche sapphic Romance mit Horror Elementen? Count me in!
Und dann spielt das ganze auch noch auf einer Insel mit religiösen Menschen? Wer „Midnight Mass“ kennt und liebt, weiß warum ich von der Idee so begeister war.

Harley Laroux entführt uns an der Seite von Salem und Rayne in eine düstere Welt voller Gehemnisse. Dabei findet sie für mich genau die richtige Mischung zwischen Suspense, Grusel und richtig gehenden Horrorelementen.
Die Spice Szenen sind genial gut geschrieben und absolut green flaggig (da es hier auch um Dominanzspielchen geht, für mich absolut wichtig zu erwähnen).
Die beiden Protagonistinnen aus deren Sicht abwechselnd berichtet wird sind beide auf ihre Art liebenswert und individuell interessant.
Es hat mir großen Spaß gemacht ihre jeweiligen Seiten zu lesen, ohne das ich sagen kann wen von den beiden ich favorisiere.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich so weg suchten und es gibt sogar einen Hund! Warum als keine vollen 5 Sterne???
Wegen dem Pacing! Ganz ehrlich? Ich kann ja verstehen, dass die beiden es Treiben wie die Karnickel. Alles fein. Aber wenn da ständig eine Spice Szene kommt, die dann die Spannung bzgl des Horrorteils des Buches zerreißt, dann ist mir das dann doch zu viel. Ja, klar. Stressabbau ist wichtig. Gerade auf einer Insel auf der Menschen verschwinden und so. Aber mal ganz im Ernst, ich möchte schon wissen was mit diesen Leuten ist und nicht erst 12 Seiten lesen wie die Haut von wem schmeckt. Spice ist auch ok, sonst hätte ich das Buch ja nicht geholt, aber irgendwie war es mir zum einen einfach viel zu viel und zum anderen kam das immer an Stellen, an denen ich voller Anspannung darauf gewartet habe wie es denn nun weitergeht.
Ich muss zugeben, ich habe dann einige der ellenlangen Spiceszenen einfach quergelesen. Irgendwie schade. Denn gut geschrieben sind die definitiv. Nur an der falschen Stelle.
Und das hat mich halt leider so weit aus dem Lesefluss katapultiert, dass ich dem Buch einfach keine volle Punktzahl geben kann.

Es lohnt sich allerdings wirklich zu lesen. Also greift zu, wenn ihr euch gern ein wenig gruseln möchtet (und nicht nur das ;) )


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Veröffentlicht am 17.12.2025

Stellenweise schwer zu ertragen und dabei so richtig gut

Medea
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In Medea nimmt uns Rosie Hewlett mit in die Psyche einer der berüchtigsten Frauenfiguren der griechischen Mythologie. Doch sie macht aus ihr keineswegs die bösartige Hexe als die sie im Mythos ...

In Medea nimmt uns Rosie Hewlett mit in die Psyche einer der berüchtigsten Frauenfiguren der griechischen Mythologie. Doch sie macht aus ihr keineswegs die bösartige Hexe als die sie im Mythos dargestellt wird und das obwohl sie absolut nichts beschönigt was Medea tat. All ihre Taten sind weiterhin vorhanden, doch durch den Blick durch Medeas Augen erfahren wir welche furchtbaren Umstände sie zu der machten, als die sie dargestellt wird.
"Es ist ein Gelöbnis, ein Versprechen, geschmiedet in den feurigen Tiefen meines Hasses. Ich werde diesem Gefängnis entkommen. Und wenn ich es von innen heraus niederbrennen muss." Seite 64

Hewletts Schreibstil ist eindringlich, klar, prägnant und dabei voller schöner Passagen. So dass ich beim Lesen immer wieder meine Notizenapp zücken musste um sie mir zu notieren.
Dabei lässt sich das Buch trotz der für uns vermutlich eher unbekannten Namen gut lesen (also ich weiß für meinen Teil immer noch nicht wie Chalkiope ausgesprochen wird...). Das einzige was mich hier immer mal wieder raus gebracht hat ist die ungewohnte Zeitform im Präsens. Irgendwie will mein Kopf immer alles ins Präteritum setzen.

Die Protagonistin Medea ist vielschichtig und da wir alles durch ihre Augen erleben trotz aller Gräuel sehr, sehr nahbar (etwas das besonders gegen Ende des Romans ein wenig schwierig zu ertragen war für mich. Was keine Kritik am Buch ist, ihr werdet es verstehen, wenn ihr das Buch gelesen habt). Medea ist eine Figur die man am liebsten schütteln würde, um sie aufzurütteln und doch weiß man, dass das nichts geändert hätte.
Man möchte schreien, weinen, kreischen ob der Ungerechtigkeiten die ihr Widerfahren und der Dinge die sie erdulden muss. Ohne zu viel vorwegzunehmen (für die, die den Mythos nicht kennen): Jason ist so ein A*********. Aber das war soweit von Anfang an klar.
Ihre Entwicklung mitzuerleben, zu verstehen warum sie wie (aus ihrer Sicht vollkommen logisch) handelt war wirklich ein Erlebnis und hat meine Liebe zur griechischen Mythologie neu entfacht.
Allerdings brauche ich danach jetzt erst mal ein etwas freundlicheres Buch. ;)

Wie bestimmt schon gemerkt: Der Roman ist keine leichte Kost und nichts für einen cozy Read.
Für alle die gerne etwas zu Female Rage, zu Frauen die zu Dingen getrieben werden und zu Ungerechtigkeiten lesen wollen: Go for it! Es ist ein feministischer, ein starker, ein psychologischer Roman über eine Frau die durch ihre äußeren Umstände etwas wurde was sie nicht verdient hatte.

"Und ich will nicht länger zerstören, was ich bin, um eine Version von mir zu erschaffen, die die Welt akzeptiert. Ich werde alles annehmen. Jeden dunklen, hässlichen, monströsen Teil von mir. Ich akzeptiere sie." Seite 462

Ich für meinen Teil bin froh das Buch gelesen zu haben.

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