Geheime Geheimnisse mit sapphic Buffy Flair
Cursed – Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindetAllein das Cover von „Cursed“ von Annie Summerlee erregt Aufmerksamkeit. Den kruden deutschen Untertitel lassen wir dabei mal außer Acht (warum???). Der hübsche Farbschnitt wird sein Übriges für die Erstauflage ...
Allein das Cover von „Cursed“ von Annie Summerlee erregt Aufmerksamkeit. Den kruden deutschen Untertitel lassen wir dabei mal außer Acht (warum???). Der hübsche Farbschnitt wird sein Übriges für die Erstauflage tun. Aber never judge a book by its cover wie man so schön sagt. Stellen wir uns also mal der Frage, ob das Buch auch hält was es verspricht.
Nebel, schottische Highlands, Mystik, Dark-Academia-Romantasy-Setting und eine Vampirjägerin an einer Vampir-Uni?! Bitte was? Was nach einem wilden „Ich mixe mir mal was aus den aktuell angesagten Themen der 90er die wieder hochkommen“ Autor:innen Mottoabend klingt weiß doch durchaus zu überzeugen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Rebecca, deren Eltern vor Jahren brutal von Vampiren ermordet wurden. Seitdem sinnt sie auf Rache, weswegen sie sich auch einer geheimen Geheimorganisation von Vampirjägern angeschlossen hat. Da Rebecca sich da den ein oder anderen Patzer erlaubte, hängt sie aber noch auf dem untersten Rang fest. Mit dem Versprechen auf Beförderung (und damit mehr Wissen um die Mörder ihrer Eltern) wird sie an eine exklusive Vampir-Uni geschickt um dort ein geheimes Geheimbuch zu finden und zu stehlen. Soweit zur Theorie. Die Praxis sieht dann allerdings so aus, dass sie nicht allein auf dem Zimmer ist, sondern mit einer umwerfenden Vampirin die auch noch (hey, genau wie Rebecca selbst) auf Frauen steht. Juchuh! Allerdings hasst sie ja Vampire… Und was macht jede gute Autorin in so einem Fall? Forced Proximity! Zack, werden beide durch ein blödes Missgeschick auf ewig aneinander gebunden. Nun sprühen nicht nur so langsam die Funken, sondern auch noch das Verlangen (hier könnte man einen Punkt setzen, muss man aber nicht) auf beiden Seiten den Fluch aufzuheben.
Summerlees Schreibstil ist prägnant und lässt sich super schnell lesen. Rebeccas Innenansicht wird gut wiedergegeben. Allerdings ging mir ab einem Punkt, ca zur Hälfte des Buches ihr immer wiederkehrender innerer Monolog „aber ich hasse doch Vampire“ oder auch „ich sollte alle Vampire hassen“ (so oder so ähnlich) langsam aber zunehmend auf den Keks.
Und auch darüber hinaus blieb manches andere doch ein wenig auf der Strecke. Ich hätte mir durchaus noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Wer eine sapphic Vampir x Vampir Jägerin Romance vor stimmungsvoller Kulisse mit ein wenig Spice haben möchte wird nicht enttäuscht und genau darum geht es ja in dem Buch. Da stört es auch nicht, dass die ein oder andere Begebenheit dann doch aus meiner Sicht zu einfach abgehandelt wurde.
Während ich Rebecca und auch ihre gehasste Angebetete Alice ein wenig zu blass (Haha, in einem Vampir Roman!) beziehungsweise mir die beiden doch etwas zu sehr nach 08/15 tougher Heldin und Vampirin Abziehbild erschienen konnten die Nebenfiguren überzeugen. Die Dynamik in Rebeccas Freundesgruppe an der Uni hat mir sehr gut gefallen. Von den dreien würde ich tatsächlich gerne mehr lesen. Potenzial wäre definitiv da.
Vielleicht liegt es auch einfach an meinem Alter und dass ich mit Buffy und Co aufgewachsen bin, dass mir die ein oder andere Parallele aufgefallen ist. Ist aber auch nicht hinderlich für die Story. Für mich bleibt einfach so ein gewisses 90er Jahre Feeling, auch wenn man hier schon Handys hat und nutzt.
So oder so es war ein sehr unterhaltsames Buch mit etwas Potenzial nach oben , das hält was es verspricht und schöne Lesestunden bereithält.