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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Wichtige Message, teilweise etwas zu plakativ

Please unfollow
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Worum geht’s?

Sherry wächst bei einem Elternpaar auf, das ihr ganzes Leben öffentlich auf Social Media darstellt. Umso älter Sherry wird, umso mehr wird es für sie zum Problem. Als sie sich nicht mehr ...

Worum geht’s?

Sherry wächst bei einem Elternpaar auf, das ihr ganzes Leben öffentlich auf Social Media darstellt. Umso älter Sherry wird, umso mehr wird es für sie zum Problem. Als sie sich nicht mehr anders zu helfen weiß, eskaliert sie und findet sich in einer Einrichtung für straffällig gewordene Jugendliche wieder. Hier scheint sie keiner zu erkennen und das ermöglicht ihr ganz neue Erfahrungen.

Wie war’s?

Das Thema ist total aktuell. Die Kindheit als Content zu vermarkten ist schon krass und dennoch nicht aus der Luft gegriffen. Was das für ein Kind bedeuten kann, können wir in diesem Buch eindringlich miterleben. Das hat mich zwischendurch schon wütend und auch immer wieder sprachlos gemacht. Sherrys Eltern sind dermaßen egozentrisch und kein bisschen empfänglich für die Wünsche und Privatsphäre ihrer Tochter, da kann man nur den Kopf schütteln. Es will gar nicht in meinen Kopf, dass es solche Eltern tatsächlich geben kann.

Die Rückblicke waren für mich tatsächlich die spannendsten Momente im Buch. Man erfährt, was Sherry in ihrem Leben erdulden musste und gleichzeitig schockieren diese Szenen durch die Verhaltensweisen der Eltern und die Kommentare unter den geposteten Videos.

Die Szenen in der Gegenwart waren mir dagegen etwas zu langatmig. Langezeit war mir auch nicht klar, wohin die Reise gehen soll. Gewünscht hätte ich mir außerdem ein bisschen mehr Tiefgang in Bezug auf das Umfeld gewünscht. Gerade in der Schule ist doch offensichtlich, dass es Sherry nicht gut geht, dass sie keine Freunde hat, dass sie ausgegrenzt wird. Und wirklich niemand sucht das Gespräch mit ihr, nimmt sie ernst, sieht das problematische Verhalten der Eltern? Dennoch lässt sich das Buch, nicht auch zuletzt dank des leichten, unkomplizierten Schreibstils, gut und schnell lesen.

Please Unfollow ist kein Pageturner, aber ein Buch mit einer wichtigen Message. In der Umsetzung bleibt es mir häufig jedoch zu schwarz-weiß.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Kochen ist Chemie

Eine Frage der Chemie
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Worum geht’s?

1960er Jahre: Elizabeth Zott ist Chemikerin und verdammt gut auf ihrem Gebiet. Anerkennung für ihre Arbeit muss sie sich jedoch in dieser Männerwelt hart erkämpfen. So springt ihr Leben ...

Worum geht’s?

1960er Jahre: Elizabeth Zott ist Chemikerin und verdammt gut auf ihrem Gebiet. Anerkennung für ihre Arbeit muss sie sich jedoch in dieser Männerwelt hart erkämpfen. So springt ihr Leben zwischen Laborexperimenten, Sexismus und unerwartetem Ruhm durch eine Kochshow hin und her.

Wie war’s?

Dieses Buch lag viel zu lange auf meinem Sub. Völlig ungerechtfertigt, denn es ist wirklich, wirklich gut! Bonnie Garmus greift viele (leider nach wie vor aktuelle) gesellschaftsrelevante Themen auf. Es geht um Feminismus, Sexismus, Rollenbilder und auch Female Rage. Denn Elizabeth ist keine typische Heldin. Sie weiß, was sie will und hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft. Sie ist stur, sozial etwas unbeholfen, aber verfügt über einen brillanten Verstand und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Auch die Nebencharaktere werden ebenso vielschichtig dargestellt.

Garmus schreibt auf den Punkt und mit trockenem Humor. Das hat mir immer wieder gefallen. Na klar, wer benennt sein Haustier nicht nach der Uhrzeit, zu der es einem zugelaufen ist? Ich mochte auch sehr die Kapitel aus Sicht des Hundes. Und nein, das passt und ist kein bisschen lächerlich! :) Besonders bemerkenswert finde ich allerdings das Wissen zum Thema Chemie, das die Autorin sich angeeignet hat und authentisch auf unterschiedlichste Weise einbindet.

Es ist für mich ein Buch mit Tiefgang, aber dennoch unterhaltsam verpackt. Wenn es noch auf deinem Sub liegt, ist dies dein Zeichen, das Buch endlich zu lesen!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Feministische Marienerscheinung

Bible Bad Ass
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Worum geht’s?

Klara ist so wütend auf die ganzen patriarchalen Strukturen und kann doch nichts ändern. Aber dann wird sie aus heiterem Himmel in den Gruppenchat Bible Bad Ass aufgenommen – mit diversen ...

Worum geht’s?

Klara ist so wütend auf die ganzen patriarchalen Strukturen und kann doch nichts ändern. Aber dann wird sie aus heiterem Himmel in den Gruppenchat Bible Bad Ass aufgenommen – mit diversen diffamierten Frauenfiguren aus der Bibel.

Wie war’s?

Klingt verrückt? Ist es auch! Das Buch finde ich grandios geschrieben. Modern, zugespitzt und immer wieder übertrieben. Die Vergleiche und Metaphern, die Klara reißt, waren teilweise herrlich, teilweise drüber. Ein Sinnbild ihrer Wut. Insgesamt ist Klara zu Beginn des Buches schon krass in ihren Einstellungen, aber auch eingefahren und müde. Halt in einer Sackgasse angekommen. Insofern darf man nicht alles ganz so ernst nehmen.

Durch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Geschichten der Frauen aus der Bibel erlebt sie quasi eine 180-Grad-Wendung. Wie realistisch diese krasse Veränderung ist, sei dahingestellt. Die Message kommt an, auch wenn ich dem nicht voll und ganz zustimmen kann. Ich kann Female Rage klar etwas Positives abgewinnen.

Der Kern des Buches ist aber sehr spannend: Es setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Rolle der Frau in der Bibel und Kirche war und ist und damit einhergehend, ob es einen feministischen, modernen, dem Zeitgeist (oder der Zeitgeistin) entsprechenden Glauben geben kann.

Die Verbindung von Vergangenheit und Realität durch den Gruppenchat, quasi als modere Marienerscheinung, war als Idee ziemlich cool und gleichzeitig total wild. Einige Stellen fand ich etwas zu verklärt, zu esoterisch.

Da das Buch mit verschiedenen Theorien und Fakten arbeitet, gibt es an ein paar Stellen Verweise auf Bibelstellen oder Autoren, aber ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle mehr Quellen gewünscht oder ein Quellenverzeichnnis zum Schluss. Aber gut, es ist ja ein Roman. Und zum Nachdenken anregen, tut er.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Wenn es einfach nicht funkt

Brimstone - Königin der Finsternis. Krieger der Wölfe
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Worum geht’s?

Im Grunde geht’s darum, dass Yvelia von einer Fäulnis befallen wird, die sich schnell ausbreitet. Hierfür müssen Saeris, Kingfisher und Co eine Lösung finden. Daneben gibt es noch allerlei ...

Worum geht’s?

Im Grunde geht’s darum, dass Yvelia von einer Fäulnis befallen wird, die sich schnell ausbreitet. Hierfür müssen Saeris, Kingfisher und Co eine Lösung finden. Daneben gibt es noch allerlei verschiedene Nebenhandlungen.

Wie war’s?

Eigentlich fühlt sich die Story für mich nach guter Fantasy an. Eigentlich. Das Worldbuilding hat großes Potential, genau wie das Magiesystem. Auch den Schreibstil mag ich. Grundsätzlich. Aber irgendwie sind wir trotzdem nicht so richtig miteinander warm geworden. Letztendlich hat die Autorin aber vielleicht zu viel gewollt.

Die Haupthandlung verliert sich in vielen Nebenhandlungen, die nicht immer relevant sind. Dadurch wirkte das Buch auf mich phasenweise langatmig und unübersichtlich. Leider gab es auch mehrere Logikfehler.

Kingfisher mag ich in diesem Buch deutlich lieber, als nohc in Band 1, aber mein Traumpaar werden Saeris und Fisher nicht mehr. Ja, wir wissen, dass ihr Seelengefährten seid. Das habt ihr uns schon Ende des letzten Buches mehr als deutlich gemacht. Ihr müsste das nicht auch den kompletten 2. Band in jedem zweiten Satz erwähnen, wenn ihr übereinander sprecht. Irgendwann ist es nicht mehr romantisch, sondern nur noch nervig. Auch den Spice fand ich größtenteils deplatziert. Einen Großteil der Zeit sehen sich die beiden gar nicht und dann geht’s nach und vor den unpassendsten Vorfällen direkt zur Sache.

Das alles finde ich dermaßen schade, weil – wie gesagt – grundsätzlich sehe ich großes Potential und die Idee des Mainplots gefällt mir nach wie vor. Werde ich trotzdem weiterlesen? Ja. Auf den letzten 200-300 Seiten nahm die Story an Fahrt auf, das Ende war spannend und ich will trotz allem wissen, wie es weitergeht. Auch wenn ich mich vermutlich wieder ein wenig damit quälen werde…

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Die harte und schonungslose Geschichte von Lizzie und Hugh

Boys of Tommen 6: Releasing 10
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Worum geht's?

Dieses Buch ist wahrscheinlich das mit Abstand schrecklichste, das ich bisher gelesen habe. Es ist Band 6 der Reihe und dieses Mal geht es um die Geschichte von Lizzie und Hugh. Wir erfahren, ...

Worum geht's?

Dieses Buch ist wahrscheinlich das mit Abstand schrecklichste, das ich bisher gelesen habe. Es ist Band 6 der Reihe und dieses Mal geht es um die Geschichte von Lizzie und Hugh. Wir erfahren, warum Lizzie ist, wie sie ist, was mit ihrer Schwester Caighme passiert ist und woher ihre Feindseligkeit gegenüber Gibsie kommt.

Wie war's?

Releasing 10 ist wieder ein ziemlicher Brocken von einem Buch. Dank Chloe Walshs wirklich leichtem, mitreißendem Schreibstil fühlt es sich aber nicht nach 1000 Seiten an, auch wenn dem Buch 100-200 Seiten weniger nicht geschadet hätten, ohne an Emotionalität einzubüßen. Denn dieses Buch ist das bei Weitem emotionalste und härteste der Reihe, wie ich finde. Chlose Walsch schildert hart und brutal. Ich habe derart mitgelitten und gleichzeitig waren die Momente zwischen Lizzie und Hugh schön und auch immer wieder ein kleines bisschen heilsam. Aber dieses Buch zerrt auch an einem.

Das, was das Lesen so erschwert, ist die Thematik. Wer die vorigen Bücher kennt, weiß, dass Chloe Walsh sehr schwierige, aber reale Themen aufgreift. In diesem Buch legt sie noch mal eine Schippe drauf: Es geht um Missbrauchserfahrungen. So grausam es ist, so wichtig ist es gleichzeitig, es nicht zu Tabuisieren. Es zeigt eindringlich, wie wichtig es ist immer sensibel und aufmerksam zu bleiben. Für mich war es stellenweise wirklich kaum zu ertragen, ich brauchte Pausen und ich habe von einigen mitbekommen, dass sie das Buch nicht beenden konnten. Kann ich verstehen. Nehmt die Triggerwarnungen unbedingt ernst und achtet beim Lesen gut auf euch!

Ich habe das Buch vor allem deswegen durchgezogen, weil ich unbedingt ein Ende brauchte, das Hoffnung schenkt, auch wenn ich grundsätzlich ein Fan von offenen oder alternativen Enden bin. Leider habe ich aber genau das nicht bekommen, denn wie sich herausstellte, ist mit diesem Band die Geschichte noch nicht abgeschlossen. Und das ist für mich bei der Schwere dieser Thematik und der Seitenanzahl ein wesentlicher Kritikpunkt.

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