Perspektivwechsel
Gelbe MonsterWorum geht’s?
Charlie geht zu einem Anti-Aggressionstraining. Denn das ist die Bedingung, die ihre Freundin Ella ihr stellt, damit sie eine Weile bei ihr unterkommen kann. Charlie muss ihre Wut in den ...
Worum geht’s?
Charlie geht zu einem Anti-Aggressionstraining. Denn das ist die Bedingung, die ihre Freundin Ella ihr stellt, damit sie eine Weile bei ihr unterkommen kann. Charlie muss ihre Wut in den Griff bekommen, denn das ist der Grund, weshalb sich Valentin von ihr getrennt hat. Dabei hat Valentin es ihr auch nicht immer leicht gemacht.
Wie war’s?
Einmal ganz ehrlich vorweg: 22€ für 190 Seiten tut schon ein kleines bisschen weh. Allerdings muss ich der Autorin zu Gute halten, dass sie die Handlung sehr kompakt geschrieben hat und dass ich nicht das Gefühl hatte der Story fehlt noch etwas und es wären deutlich mehr Seiten notwendig gewesen.
Aber jetzt erstmal von vorne: Ich hatte im Vorfeld schon etwas über das Buch gehört und trotzdem war es unerwartet. Ich glaube, das Überraschende ist, dass es wirklich um eine junge Frau geht, die ein Aggressionsproblem hat. In Bezug auf Gewalt in Beziehungen ist das die unüblichere Perspektive und das macht das Buch so spannend. Die Autorin schreibt recht nüchtern und sachlich, also ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Dennoch konnte mich das Buch völlig in seinen Bann ziehen, denn es wird nach und nach auch klar, dass nichts einfach nur schwarz-weiß ist. Charlie ist als Protagonistin nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, aber sie ist sehr nahbar und ihre Probleme, Sorgen und Ängste und ihre daraus resultierenden Handlungen sind begreifbar. Solche Außenseiter-Perspektiven finde ich immer wahnsinnig interessant. Es wird immer verständlicher, woher ihre Wut rührt und was die vermeintlich perfekte Beziehung mit ihr macht.
Da das Buch ja nur 190 Seiten hat, will ich nicht zu viel verraten. Es lohnt sich – lest es!