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Veröffentlicht am 10.06.2026

Perspektivwechsel

Gelbe Monster
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Worum geht’s?

Charlie geht zu einem Anti-Aggressionstraining. Denn das ist die Bedingung, die ihre Freundin Ella ihr stellt, damit sie eine Weile bei ihr unterkommen kann. Charlie muss ihre Wut in den ...

Worum geht’s?

Charlie geht zu einem Anti-Aggressionstraining. Denn das ist die Bedingung, die ihre Freundin Ella ihr stellt, damit sie eine Weile bei ihr unterkommen kann. Charlie muss ihre Wut in den Griff bekommen, denn das ist der Grund, weshalb sich Valentin von ihr getrennt hat. Dabei hat Valentin es ihr auch nicht immer leicht gemacht.

Wie war’s?

Einmal ganz ehrlich vorweg: 22€ für 190 Seiten tut schon ein kleines bisschen weh. Allerdings muss ich der Autorin zu Gute halten, dass sie die Handlung sehr kompakt geschrieben hat und dass ich nicht das Gefühl hatte der Story fehlt noch etwas und es wären deutlich mehr Seiten notwendig gewesen.

Aber jetzt erstmal von vorne: Ich hatte im Vorfeld schon etwas über das Buch gehört und trotzdem war es unerwartet. Ich glaube, das Überraschende ist, dass es wirklich um eine junge Frau geht, die ein Aggressionsproblem hat. In Bezug auf Gewalt in Beziehungen ist das die unüblichere Perspektive und das macht das Buch so spannend. Die Autorin schreibt recht nüchtern und sachlich, also ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Dennoch konnte mich das Buch völlig in seinen Bann ziehen, denn es wird nach und nach auch klar, dass nichts einfach nur schwarz-weiß ist. Charlie ist als Protagonistin nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, aber sie ist sehr nahbar und ihre Probleme, Sorgen und Ängste und ihre daraus resultierenden Handlungen sind begreifbar. Solche Außenseiter-Perspektiven finde ich immer wahnsinnig interessant. Es wird immer verständlicher, woher ihre Wut rührt und was die vermeintlich perfekte Beziehung mit ihr macht.

Da das Buch ja nur 190 Seiten hat, will ich nicht zu viel verraten. Es lohnt sich – lest es!

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Feinfühlig geschrieben, aber harter Tobak

Da, wo ich dich sehen kann
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Worum geht’s?

Am Morgen nachdem Emma von ihrem Mann ermordet wurde, findet ihre gemeinsame Tochter Maja sie. Ein Jahr später sitzen die Wunden, die Schuldgefühle und die Wut bei Maja, Emmas Eltern und ...

Worum geht’s?

Am Morgen nachdem Emma von ihrem Mann ermordet wurde, findet ihre gemeinsame Tochter Maja sie. Ein Jahr später sitzen die Wunden, die Schuldgefühle und die Wut bei Maja, Emmas Eltern und ihrer Freundin Liv immer noch tief. Maja lebt vorerst bei ihren Großeltern und auch Liv besucht sie regelmäßig. Sie alle versuchen für Maja da zu sein, während sie gleichzeitig selbst den Verlust von Emma noch verarbeiten müssen.

Wie war’s`?

Puh, dieses Buch hat mich sowas von runtergezogen. Es ist toll geschrieben, ich habe es in wenigen Tagen gelesen, weil ich es auch nur schwer weglegen konnte. Gleichzeitig ist die Thematik so deprimierend real und auch sehr emotional, dass es mich wahnsinnig mitgenommen hat. Ich bin grundsätzlich niemand, der bei Büchern weint. Aber mindestens einmal war es immerhin fast so weit.

Trotz dessen, dass die Autorin sehr feinfühlig und sensibel mit der Thematik umgeht, ist es harter Tobak. Immer wieder liefert das Buch auch Fakten und reale Zahlen zu Femiziden und Gewalt an Frauen. Das zu lesen hat mich immer wieder wütend gemacht und gleichzeitig an der Welt zweifeln lassen…

Die Handlung selbst setzt nach der eigentlichen Tat an und wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Wir begleiten Freunde und Familienmitglieder dabei wie sie selbst den Trauerprozess durchlaufen. Das funktioniert sehr gut. Durch die verschiedenen Perspektiven werden auch verschiedene Umgänge mit der Trauer deutlich, aber ebenso Gemeinsamkeiten. Besonders gut gefallen haben mir die alternativen Kapitel, die sich mit einem „Was wäre, wenn...“ aus Sicht von Liv und Emmas Eltern beschäftigt haben.

Etwas unstimmig habe ich die Kapitel von Maja beim Lesen empfunden. Sie ist 10, durch den Schreibstil und die Wortwahl hat sie für mich aber eher den Eindruck einer 6 jährigen gemacht.

Dieses Buch ist wichtig! Aber stellt euch darauf ein, dass es emotional keine leichte Kost ist.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Selbsttäuschung bis zum Größenwahn

She’s a Star!
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Worum geht’s?

Jessamyn hat ein Ziel im Leben, nämlich ein Musical-Star zu werden. Als die Produktion zu The Sound of Music ansteht, weiß sie, die Hauptrolle der Maria ist wie für sie gemacht. Aber sie ...

Worum geht’s?

Jessamyn hat ein Ziel im Leben, nämlich ein Musical-Star zu werden. Als die Produktion zu The Sound of Music ansteht, weiß sie, die Hauptrolle der Maria ist wie für sie gemacht. Aber sie bekommt die Rolle der… Betreuung der Kinderschauspieler. Aber auch hier sieht Jessamyn jede Menge Zeichen, dass weiterhin sie der Star des Musicals sein sollte und ihr Ehrgeiz wird immer mehr zu Größenwahn.

Wie war’s?

Wow, was für ein Ritt! Meredith Hambrock schreibt witzig, sarkastisch, überspitzt und macht diesen Roman dadurch zu einer spannenden aber unterhaltsamen Mischung, die sich irgendwann wie ein Fiebertraum lesen lässt. Dadurch ließ sich das Buch ganz leicht an einem Stück weglesen. Jessamyn selbst hat mich als Protagonistin immer mehr in ihren Bann gezogen. Sie ist wahnsinnig ehrgeizig, egozentrisch, selbstdarstellend und gehässig. Aber genau das finde ich sehr spannend, denn der Autorin gelingt es dies stimmig rüberzubringen und ebenso wie schwer es Jessamyn zunehmend fällt die Fassade ihres perfekten und talentierten Ichs aufrecht zu erhalten. Sie verstrickt sich immer weiter in ihrer Wahrnehmung und Selbstdarstellung bis es wirklich tragisch wird. Das Ende war schließlich einfach nur absolut passend für den Handlungsverlauf. Ich mag es, wenn mit gängigen Rollenbildern und Erwartungen gespielt wird und genau das tut die Autorin mit Jessamyn. Phasenweise hat mir das Buch durch die wirklich unsympathische Protagonistin ähnliche Vibes wie Yellowface von R. F. Kuang gegeben.

Was ich mir für ein ganz rundes Ergebnis gewünscht hätte, wäre dass die Gründe dafür, dass Jessamyn ist wie sie ist, noch etwas mehr Raum bekommen hätten. Auch war für mich das Verhalten von einigen Nebencharakteren nicht immer ganz nachvollziehbar.

Wer verrückte und unsympathische zu schätzen weiß, wird bei diesem Buch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Nett, aber oberflächlich

The Wolf King (Wolf King 1)
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Worum geht’s?

Aurora soll eigentlich verheiratet werden. Bei einem Wolfskampf im Schloss wird jedoch der mächtige Alpha Callum auf sie aufmerksam. Er entführt sie (mehr oder weniger) ins Wolfsgebiet, ...

Worum geht’s?

Aurora soll eigentlich verheiratet werden. Bei einem Wolfskampf im Schloss wird jedoch der mächtige Alpha Callum auf sie aufmerksam. Er entführt sie (mehr oder weniger) ins Wolfsgebiet, um sie als Trumpf im Krieg mit den Menschen zu nutzen und Auroras Abneigung gegen die Wölfe verblasst immer mehr.

Wie war’s?

Okay, wo fangen wir an? Vielleicht bei den Schottland-Vibes, die ich als Outlander-Fangirly mochte (allerdings kann Callum nicht annähernd mit Jamie mithalten). Oder beim Schreibstil, der sehr einfach und zugänglich ist, sodass ich das Buch echt schnell weggelesen habe.

Puh, aber sonst? Inhaltlich ist einfach kaum etwas passiert. Die Charaktere bleiben ziemlich oberflächlich und gerade Aurora fand ich irgendwann widersprüchlich. Einerseits ist sie sehr schüchtern und unerfahren, plötzlich total wild und willig und dann wieder sehr zurückhaltend und unsicher.

Sie lässt sich bereitwillig von einem wildfremden Mann entführen, den sie eigentlich verachtet, weil er ein Werwolf ist? Go Girl! Rede dir weiter ein, dass es deine Entscheidung gewesen ist. Schuhe bei eisigen Temperaturen auf einer mehrtägigen Reise? Wer braucht die schon, wenn man einen heißblütigen Typ dabei hat. Das Hin und Her mit der Halsband-Geschichte? Absolut nachvollziehbares Verhalten. Das hat mir dann doch den Rest gegeben… Überhaupt hat mich diese Dreiecksbeziehung sehr an Vampire Diaries und Stephan und Damon Salvator erinnert. 😉

Es gibt gut gemeinte 3,5 Sterne, weil sich das Buch wirklich gut lesen lässt. Wer auf Werwölfe steht: Go for it! Man verpasst aber auch nichts, wenn man dieses Buch nicht liest.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Aktueller denn je

Yesteryear
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Worum geht’s?

Natalie ist Tradwife-Influencerin mit ihrer Yesteryear-Farm. Nach außen zeigt sie das perfekte, nostalgische Familienglück. Hinter den Kulissen sieht es jedoch ganz anders aus und als eine ...

Worum geht’s?

Natalie ist Tradwife-Influencerin mit ihrer Yesteryear-Farm. Nach außen zeigt sie das perfekte, nostalgische Familienglück. Hinter den Kulissen sieht es jedoch ganz anders aus und als eine Krise droht, findet sie sich auf einmal im tatsächlichen Farmleben im Jahr 1855 wieder.

Wie war’s?

Wer glaubt, es geht in Yesteryear nur um ein bisschen Zeitreise irrt, denn es ist ein genauer Blick auf gefährliche Strömungen unserer Gegenwart.

Manosphere & Macht: Yesteryear zeigt erschreckend gut, wie die Autonomie von Frauen unter dem Deckmantel von Tradition und Schutz begraben wird. Es geht um die Sehnsucht nach einer Welt, in der die Männer wieder die Kontrolle haben.

Verschwörung als Werkzeug: Es werden so viele Situationen gezeigt, in denen Verschwörungserzählungen genutzt werden, wenn sie ins eigene Bild passen. Insbesondere bei den Männern, Caleb und seinem Vater Doug, nimmt man es sehr wahr, dass sie Schwurbelei nutzen, um zu manipulieren, aber selbst auch daran festhalten, weil es die eigene Ideologie untermauert.

Glaube als Waffe: Glaube dient Natalie nicht als Nächstenliebe, sondern als Rechtfertigung für Rassismus, Ausgrenzung und Unterdrückung von allem, was nicht in ihr konservatives Weltbild passt. Beeindruckend fand ich, wie sie fluchen kann. ;)

Feminismus vs. Rückschritt: Die Autorin entlarvt den Tradwife-Trend, als das was er ist: Ein Wolf im Schafspelz für antifeministische Ideologien. Verrückterweise werden rückschrittliche Ansichten gepredigt und als nostalgisch verkauft, während die durch den Feminismus hart erkämpfte Gleichberechtigung gerne in Anspruch genommen wird. Nein, damals hättest du nicht als weibliche Influencerin dein eigenes Geld verdienen dürfen...

Das Buch hatte für mich schon ein paar Längen, aber ist dennoch ein wirklich lesenswerter, spannender, aber auch unterhaltsamer Roman mit absolut relevanten Inhalten!

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