Pflichtlektüre für jeden Menschen
Dieses Buch hat mich wirklich beschäftigt.
Es greift ein Thema auf, das ich schon lange extrem problematisch finde, nämlich Familienblogger und das öffentliche Ausschlachten von Kindern im Internet.
Spätestens ...
Dieses Buch hat mich wirklich beschäftigt.
Es greift ein Thema auf, das ich schon lange extrem problematisch finde, nämlich Familienblogger und das öffentliche Ausschlachten von Kindern im Internet.
Spätestens nach Fällen wie Ruby Franke sollte eigentlich jedem klar sein, wie gefährlich diese Dynamik werden kann. Trotzdem gibt es immer noch Eltern, die intimste Momente ihrer Kinder mit Millionen Menschen teilen, sei es peinliche Situationen, emotionale Ausbrüche oder sogar Dinge, die einem Kind später unfassbar unangenehm sein werden. Und genau das macht dieses Buch so eindringlich.
Die geschilderten Szenen wirken erschreckend real. Beim Lesen hatte ich ständig Bilder im Kopf, weil man ähnliche Situationen eben schon auf Social Media gesehen hat und gerade damals, als Familiencontent noch viel weniger hinterfragt wurde. Heute spricht man endlich mehr über Kinderrechte im Netz, Privatsphäre und darüber, was es mit Kindern macht, wenn ihre komplette Kindheit online dokumentiert wird.
Besonders schockierend fand ich, wie unreflektiert die Erwachsene in diesem Buch handeln. Selbst wenn bekannt wird, dass Inhalte von Kindern auf fragwürdigen Seiten landen oder von Pädophilen konsumiert und bewertet werden, ziehen Ihre Eltern trotzdem keine Grenze. Das ist einfach unfassbar. Eigentlich sollte der Schutz des Kindes immer an erster Stelle stehen – nicht Reichweite, Klicks oder Likes.
Dieses Buch ist deshalb unglaublich wichtig. Es zeigt eindringlich, wie gefährlich es sein kann, Kinder der Öffentlichkeit auszuliefern, nur weil man denkt: „Meine Community ist doch nett.“ Denn man weiß eben nie, wer zusieht und wie Menschen wirklich ticken.
Das Buch sollte für jeden Menschen Pflichtlektüre sein.