Profilbild von Primrose24

Primrose24

Lesejury Profi
offline

Primrose24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Primrose24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2019

Aschenputtel mal anders

Die Luna-Chroniken 1: Wie Monde so silbern
0

Cinder lebt mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern in einer bescheidenen Wohnung in Neu-Peking und verdient Geld als Mechanikerin mit der Reparatur aller möglichen Dinge. Als eines Tages ...

Cinder lebt mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern in einer bescheidenen Wohnung in Neu-Peking und verdient Geld als Mechanikerin mit der Reparatur aller möglichen Dinge. Als eines Tages plötzlich der Prinz des asiatischen Staatenbundes vor ihr steht und sie um die Reparatur eines seiner Androiden bittet, fällt Cinder aus allen Wolken. Prinz Kai ist nicht nur so umwerfend wie auf all den Übertragungen zu sehen, sondern auch noch charmant und nett und lädt sie auch noch zum alljährlichen Ball ein. Doch wüsste der Prinz um Cinders Geheimnisse wäre er wahrscheinlich nicht mehr so freundlich zu ihr. Neben all den kleinen Problemen will nun auch noch Lunas gefährliche Regentin der Erde einen Besuch abstatten. Welche Pläne verfolgt Königin Levana und warum will sie den Prinzen unbedingt zu einer Heirat mit ihr überreden?

Der erste Teil der Luna-Chroniken behandelt die Geschichte von Cinder in einer sehr abgewandelten Form des Aschenputtel-Märchens. Vereinzelt werden schon Parallelen mit der ursprünglichen Geschichte ersichtlich, wie die Stiefmutter und Stiefschwestern, der Ball und natürlich der wundervolle Prinz. Trotzdem spielt Cinders Geschichte in einer modernen Welt in der es Cyborgs, Androiden und allerlei Technik gibt und Autos einer längst vergessenen Zeit angehören. Zudem besteht der zentrale Konflikt mit den Bewohnern des Mondes, welche die Gedanken Anderer manipulieren können und damit sehr gefährlich sind. Cinder ist eine sehr sympathische Protagonistin, die sich vielen Herausforderungen und Verlusten stellen muss. Auch Prinz Kai fand ich sehr nett und bemüht das richtige für sein Volk zu tun, auch wenn es ihm selbst schaden sollte.
Eine wundervolle Geschichte, die zwar an einigen Stellen sehr vorhersehbar ist, aber mich trotzdem von Anfang an mitreißen konnte. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht und werde mir wohl direkt den nächsten Band bestellen müssen.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Alle unter einem Dach

Märchen aus meinem Luftschutzkeller
0

„Märchen aus meinem Luftschutzkeller“ versammelt die Geschichten der Bewohner eines Hauses im Donbass, welches vor einzigartigen und skurrilen Charakteren nur so strotzt. Stupide Familienstrukturen, politisch ...

„Märchen aus meinem Luftschutzkeller“ versammelt die Geschichten der Bewohner eines Hauses im Donbass, welches vor einzigartigen und skurrilen Charakteren nur so strotzt. Stupide Familienstrukturen, politisch motivierte Kleinganoven, kränkliche ältere Herrschaften und verrückte Alkoholiker, alle vereint unter einem Dach. Oleksij Tschupa erzählt die Geschichte jedes Einzelnen der skurrilen Hausbewohner, Etage für Etage und Wohnung für Wohnung.

Die Geschichten an sich gehen jeweils nur über wenige Seiten und beschreiben kurze emotionale Lebensabschnitte der Bewohner. Mich hat jedoch sehr gestört, dass die Geschichten so gut wie keinen Zusammenhang zueinander hatten und die Bewohner damit in keinem Bezug zueinander stehen, außer dass sie im selben Haus wohnen. Trotzdem fand ich die einzelnen Geschichten sehr interessant und kurzweilig, wobei mir einige Erlebnisse natürlich besser gefallen haben als andere.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Junge Liebe

We Will Fall
0

Zunächst ist Izzy nicht begeistert aus der sicheren Lower East Side nach Brooklyn zu ziehen. Doch dann begegnet sie Tristan und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Ihre Liebe könnte perfekt sein, ...

Zunächst ist Izzy nicht begeistert aus der sicheren Lower East Side nach Brooklyn zu ziehen. Doch dann begegnet sie Tristan und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Ihre Liebe könnte perfekt sein, wenn nicht Tristans Cousin Marcus ebenfalls ein Auge auf Izzy geworfen hätte. Aus Angst vor den Konsequenzen treffen sich die Beiden heimlich, doch sie können sich nicht ewig vor der Welt verstecken und vor allem nicht vor Marcus.

„We will fall“ behandelt eine moderne Version von „Tristan und Isolde“, in denen eine junge Liebe sich den Widrigkeiten der modernen Welt von Eifersucht bis Rassismus erwehren muss. Neben den Namen der beiden Protagonisten, hat die Story auch noch andere Parallelen mit der Originalvorlage ohne jedoch abgekupfert zu wirken, was ich anfangs ein wenig befürchtet hatte. Die Liebe der Beiden zueinander ist wirklich herzerwärmend, wenn auch für mich manchmal ein wenig zu kitschig. Obwohl sowohl Tristan als auch Izzy eher vernünftige und für ihr Alter erwachsen wirkende Jugendliche sind, verleitet sie die Liebe doch zu ein paar sehr dummen Entscheidungen. Marcus ist dabei als Tristans Cousin irgendwie der negative Part, obwohl er letztlich gar nicht so „böse“ ist, wie es am Anfang scheint.
Auch wenn bereits der Klappentext auf eine Tragödie hinweist, fand ich das Ende, ohne zu viel verraten zu wollen, völlig unerwartet und damit umso schockierender.

Eine Liebesgeschichte, die mich fesseln aber nicht immer bezaubern konnte und für die ich mir ein weniger tragisches Ende versprochen habe.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Eine Diplomatin und ein Journalist versuchen die Welt zu retten

#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten
0

Unter dem Hashtag #Killtherich vereinen sich all die Unglücklichen und Verzweifelten, die Außenseiter und Unruhestifter unter einem Banner. Was mit einer Revolte in Brasilien beginnt greift schon bald ...

Unter dem Hashtag #Killtherich vereinen sich all die Unglücklichen und Verzweifelten, die Außenseiter und Unruhestifter unter einem Banner. Was mit einer Revolte in Brasilien beginnt greift schon bald flächengreifend auch auf andere Länder über. Zunächst in Südamerika und dann auf die gesamte Welt. Die niederländische Diplomatin Conrada van Pauli versucht als Repräsentantin der EU die Situation unter Kontrolle zu bringen und macht sich mit ihrer Arbeit eine Menge Feinde, die ihr nach dem Leben trachten. Währenddessen versucht der indische Journalist Bimal Kapoor eine Korruption aufzudecken, die die Welt weiter ins Chaos stürzen konnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, dessen Ausgang das Schicksal der gesamten Menschheit bestimmen wird.

Der Einstieg in das Buch fiel mir unheimlich schwer. Der Großteil der Geschichte dreht sich um Conrada van Pauli, eine niederländische Diplomatin, die sich als Bereichsleiterin für Südamerika zunächst den Unruhen in Brasilien annimmt. Um die Geschichte realistisch wirken zu lassen, werden einige politische Hintergründe präsentiert, sowie politische Institutionen die nur so vor Abkürzungen strotzen. Neben gängigen Begriffen wie EU, NATO und UNO, treten auch solche abstrakten Begriffe wie INTCEN, UNASUR und EAD in den Fokus. Trotz des Verzeichnisses für Abkürzungen am Ende des Buches fand ich gerade die Abschnitte von Conrada am Anfang sehr anstrengend zu lesen. Neben Conrada wechselt die Perspektive vor allem zu Bimal, jedoch gibt es regelmäßig auch Abschnitte von Personen die nur am Rand mit der Handlung zu tun haben, die jedoch die Geschehnisse in anderen Teilen der Welt behandeln. Das Buch wirbt damit, dass Fiktion noch nie realer war. Ich persönlich fand die Handlung an einigen Stellen ziemlich überspitzt. Conrada entkommt mehrfach nur knapp dem Tod, was eher der Handlung eines schlechten Actionfilms entspricht. Gerade auch das Ende ergibt für mich nicht vollständig Sinn. Trotzdem muss man sagen, dass das Szenario eines Aufstandes der Armen gegen die Reichen durchaus möglich erscheint. Die politischen Intrigen zur Unterdrückung ganzer Völker sind erschreckend dargestellt und spannend erzählt.

Da ich mich gerade mit Conrada als Protagonistin nicht anfreunden konnte und mir der sehr politische Schreibstil nicht gefallen hat, konnte mich das Buch nicht immer mitreißen. Trotzdem handelt es sich um einen (soweit ich das beurteilen kann) gut recherchierten politischen Thriller, der einige spannende Szenen und Wendungen bereit hält.

Veröffentlicht am 14.10.2019

"Das Ting macht dich zum perfekten Menschen"

Das Ting
0

Eine Gruppe junger Leute gründet ein revolutionäres Startup „Das Ting“, welches aus körper- und umweltbezogenen Daten Handlungsempfehlungen zur Optimierung des eigenen Lebens gibt. So sollen die Menschen ...

Eine Gruppe junger Leute gründet ein revolutionäres Startup „Das Ting“, welches aus körper- und umweltbezogenen Daten Handlungsempfehlungen zur Optimierung des eigenen Lebens gibt. So sollen die Menschen bessere Entscheidungen für ein glücklicheres und gesünderes Leben treffen. Um ihr Projekt weiter zu finanzieren, verpflichten sich die Gründer jeder Anweisung des Ting bedingungslos zu folgen, mit weitreichenden Konsequenzen…

„Das Ting“ erzählt die Geschichte der Entstehung und ersten Erprobung des Programmes durch seine vier Gründer Niu, Adam, Linus und Kasper. Dabei teilt sich das Buch in 3 Abschnitte bei denen die einzelnen Charaktere jeweils ein Kapitel erzählen und damit in den Erzählperspektiven wechseln. So lernt man jeden der Gründer auf seine individuelle Art und Weise kennen und gibt dem Leser die Möglichkeit die verschiedenen Empfehlungen des Ting auf die Charaktere und deren Entwicklung hierunter besser zu vergleichen. Einen wirklichen Lieblingscharakter konnte ich für mich nicht herausfinden, auch wenn mir die Entwicklung von Niu letztlich am meisten imponiert hat, trotz der eher schlechten Voraussetzungen. Während das Ting seine Handlungsempfehlungen zunächst ganz altmodisch über eine App übermittelt, werden nach einigen Updates die Empfehlungen direkt in die Gedanken des Users gesendet, was ich mehr als gruselig fand. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass so eine Form der Technik nicht mehr lange nur Dystopie sein könnte. Während der gesamten Geschichte hab ich letztlich auf einen großen Knall gewartet, der das ganze System zusammenbrechen lässt. Doch neben nur wenigen Problemen verlief die Entwicklung des Ting eher zu harmonisch, gerade wenn man bedenkt, dass sich die Gründer ohne Ausnahme allen Anordnungen des Ting unterwerfen mussten.

Alles in allem fand ich die Geschichte sehr gut, an einigen Stellen ging mir aber Einiges ein wenig zu glatt über die Bühne. Ich hätte gedacht, dass sich an die Vorschläge des Ting zu halten, deutlich mehr Probleme verursachen würde. Irgendwie fehlte mir die ein oder andere überraschende Wendung oder Empfehlung mit etwas mehr Konfliktpotenzial. Trotzdem war die Geschichte sehr unterhaltsam und hat mich nachdenklich gemacht, welche technischen Errungenschaften die Zukunft noch zu bieten hat. Ob ich mich wirklich als Tester für das Ting zur Verfügung stellen würde, weiß ich ehrlich nicht. Auch wenn es darauf ausgelegt ist, die eigenen Handlungen zu optimieren, kann man nie wissen wer alles versucht Einfluss darauf zu nehmen und seinen Nutzen daraus zu ziehen.