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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein schöner Coming-of-Age-Roman über prägende Freundschaften. Mit großem Feingefühl geschrieben.

Der Sommer, der uns blieb
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So ein herzlicher, emotionaler, sprachlich schöner Debütroman über Jugendfreundschaften und das Band, das Menschen auch über Jahrzehnte und emotionale Gräben hinweg zusammenhält. Freundschaften, die das ...

So ein herzlicher, emotionaler, sprachlich schöner Debütroman über Jugendfreundschaften und das Band, das Menschen auch über Jahrzehnte und emotionale Gräben hinweg zusammenhält. Freundschaften, die das Herz bewegen und uns durchs Leben tragen. Ein Buch über Geheimnisse und Fehltritte. Über alte Wunden und Narben im Herzen. Über Vergebung. Neubeginn. Und Abschied.

In der Geschichte von Greta Herrlicher lernen wir die Freunde Britta, Pia und Martin kennen - in der Gegenwart, aber auch in der Vergangenheit. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines Einzelnen geschrieben und verleiht dem Roman so eine emotionale Tiefe. Auf diese Weise konnte ich mich gut in alle Figuren hineinversetzen. Stück für Stück entspinnt sich die Geschichte, warum ihre Freundschaft damals zerbrochen ist. Warum Pia plötzlich verschwunden ist. Zwanzig Jahre später treffen die Drei wieder aufeinander und stellen sich ihrer Vergangenheit. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr... mehr mag ich gar nicht verraten.

Ein schöner Coming-of-Age-Roman über prägende Freundschaften. Mit großem Feingefühl geschrieben. Das vorletzte Kapitel ist zwar etwas pathetisch geschrieben und das Corona-Setting hätte es meiner Meinung nach gar nicht gebraucht. Dennoch verfehlt der das Buch seine Wirkung nicht. Gut zum Abschalten, Mitfiebern und Mitweinen.

Die gebundene Ausgabe ist hochwertig und wirklich wunderschön gestaltet - für mich als Farbschnitt-Muffel echt eine seltene Einschätzung. Also, kurz gesagt: Ich mag "Der Sommer, der uns blieb" sehr gern empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein ganz wunderbarer Roman

Altes Land
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Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen ...

Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.

Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.

Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Kein Thriller, dennoch sehr lesenswert

ZIMMER 706
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Kate führt ein augenscheinlich glückliches Leben: Sie ist glücklich verheiratet, hat Kinder und einen festen Job. Doch seit vielen Jahren trifft sie sich heimlich mit ihrer Affäre James. Ihre Flucht aus ...

Kate führt ein augenscheinlich glückliches Leben: Sie ist glücklich verheiratet, hat Kinder und einen festen Job. Doch seit vielen Jahren trifft sie sich heimlich mit ihrer Affäre James. Ihre Flucht aus dem Alltag und der Eintönigkeit. An diesem Tag ist alles anders. Es findet ein Anschlag auf das Hotel, in dem sie sich befindet, statt. Kate wird in Zimmer 706 eingeschlossen, gemeinsam mit James. Die Bedrohung von außen bringt sie dazu, sich mit ihrem Inneren auseinanderzusetzen.

Die Leseprobe hatte mich überzeugt und ich dachte, wir tauchen vielleicht sogar ins Thriller-Genre ein. Eins vorweg: So war es nicht. Das Zwischenmenschliche steht im Mittelpunkt. Hier war auch der Klappentext ein wenig irreführend. Lesenswert ist der Roman dennoch. Und vielschichtiger, als ich dachte. Die Rückblicke in die Zeit des Kennenlernens von Kate und Vic und auch in die Anfangszeit von Kate und James machen die ganze Geschichte rund - und vor allem aus. Das hat mich überrascht. Die unterschiedlichen Zeitebenen fand ich erstaunlich gut. 

Die Geschehnisse vor Ort rücken in den Hintergrund, die Rückblenden nehmen mehr Raum ein. Auch wenn der Spannungsbogen der Gegenwart dadurch nicht sehr groß ist. Kleiner Spoiler: Ich kann den Schachzug des offenen Endes verstehen. Am Ende ging ja hauptsächlich um die Selbstreflektion von Kate. Was sie wirklich will im Leben. Und was ihr in ihren möglicherweise letzten Stunden durch den Kopf geht. Was sie ihren Liebsten noch sagen möchte. Das wird auf den letzten Seiten deutlich. Tipp: Unbedingt die Anmerkungen der Autorin am Ende lesen. Das macht die ganze Sache noch mal rund.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Spannender Exkurs in die Teewelt vor der eigenen Haustür

Die Tee-Apotheke
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Vor zwei Jahren habe ich meine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt und bin in diesen Tagen auch wieder fleißig am Vorziehen und Umgraben, pflanze Blümchen und genieße die Natur. So passt dieses Buch, gefüllt ...

Vor zwei Jahren habe ich meine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt und bin in diesen Tagen auch wieder fleißig am Vorziehen und Umgraben, pflanze Blümchen und genieße die Natur. So passt dieses Buch, gefüllt mit 70 Teesorten aus der Natur, perfekt dazu. Wer etwas über die Heilkraft von regionalen Kräutern und die eigene Herstellung von Tees erfahren möchte, wird dieses Buch mögen. Es ist sicher nicht allumfassend und bezieht sich wirklich nur auf Teesorten. Für mich als Laie und Neuling jedoch ein spannender Exkurs. Auf einer Doppelseite wird je eine Heilpflanze im Porträt ausführlich vorgestellt - Wirkung, Anwendungsgebiete, Erntezeit, Zubereitung inklusive Abbildung und kurzem Steckbrief. Beschwerden wie Erkältungen, Verdauungsprobleme, Schlafschwierigkeiten oder Stress können mit ihrer Hilfe gelindert werden.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine schöne magische Geschichte mit Potenzial

Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
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Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, ...

Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, das Leben am Meer, in der Natur, tiefenentspannt auf einer Insel nicht auch wünschen? Schöne Bilder, die da im Kopf entstehen. Nur die letzten Kapitel rasten nur so, das ging mir alles zu schnell. Ich hätte mir einen tieferen Einstieg und einen längeren Spannungsbogen in der Sommerschule und rund um den Diebstahl gewünscht. Wie entwickeln sich die Charaktere und Beziehungen? Vielleicht wird in Band 2 genau der Wunsch erfüllt, ich bin gespannt.

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