Cover-Bild Altes Land
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 14.12.2020
  • ISBN: 9783328602101
Dörte Hansen

Altes Land

Roman
Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Eine Geschichte über Heimat, Fremdsein und die Suche nach Zugehörigkeit

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Der Roman hat mir gut gefallen, auch wenn der Einstieg etwas ungewohnt war.
Es ist ein vielschichtiges Buch, mit einer Mischung aus feinem Humor, Melancholie und sprachlicher Eigenwilligkeit, und es erzählt ...

Der Roman hat mir gut gefallen, auch wenn der Einstieg etwas ungewohnt war.
Es ist ein vielschichtiges Buch, mit einer Mischung aus feinem Humor, Melancholie und sprachlicher Eigenwilligkeit, und es erzählt die Geschichte zweier Frauen: Vera, die als Flüchtlingskind ins „Alte Land“ kam, und ihre Nichte Anne, die mit ihrem Sohn aus Hamburg in das alte Bauernhaus zieht.

Der Sprachstil ist besonders: sehr knapp, oft mit kurzen, fast abgehackten Sätzen. Am Anfang fand ich das etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit merkt man, wie gut das zur Geschichte und zur norddeutschen Atmosphäre passt. Gerade die spröde, klare Sprache macht das Buch authentisch und bringt die Eigenheiten der Figuren gut rüber.

Mir hat gefallen, dass die Geschichte ohne große Dramen auskommt und trotzdem berührt. Man erkennt vieles wieder – das Festhalten an Traditionen, das Misstrauen gegenüber Fremden, aber auch die Sehnsucht nach Geborgenheit.

Ein lesenswertes Buch, wenn man sich auf den besonderen Stil einlässt.

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Veröffentlicht am 15.10.2023

Eine ländliche Gesellschaft im Wandel

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Vera Eckhoff lebt in einem Bauernhaus im Alten Land. Vor über sechzig Jahren landete sie mit ihrer Mutter als Flüchtling hier und kam doch nie richtig an.
Nun steht ihre Nichte Anne mitsamt Sohn vor der ...

Vera Eckhoff lebt in einem Bauernhaus im Alten Land. Vor über sechzig Jahren landete sie mit ihrer Mutter als Flüchtling hier und kam doch nie richtig an.
Nun steht ihre Nichte Anne mitsamt Sohn vor der Tür. Vera nimmt sie auf und die beiden eigenbrödlerischen Frauen nähern sich zu einer Art Familie an, die sie vorher nie hatten.

Nachdem "Mittagsstunde" für mich ein absolutes Highlight war, wusste ich, dass ich auch die anderen Romane von Dörte Hansen lesen muss. "Altes Land" hat mich dabei nicht enttäuscht.
Mit einem einfachen und doch lyrischen Schreibstil befördert die Autorin ihre LeserInnen direkt nach Norddeutschland.
Mit kritischem Blick berichtet sie von einer sich wandelnden Gesellschaft und schafft es dabei, einen Bogen zu spannen zwischen Geflüchteten und Traumatisierten des zweiten Weltkrieges, sowie satirisch dargestellten Städtern, die aufs Land ziehen und dort auf die Alteingesessenen treffen.
So schafft sie es ganz unauffällig, sowohl tiefe Betroffenheit, als auch den ein oder anderen Schmunzler bei den Lesenden auszulösen.

Sie erschafft eine Vielzahl an schrulligen, liebenswürdigen und starken Charakteren mit all ihren Wünschen, Ängsten, ihren Ruhelosigkeiten und der Suche nach Heimat.
Dabei stechen besonders die Protagonistinnen Vera und Anne heraus, doch auch jegliche Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet.

Für mich war es ein Buch, was mir mal wieder aufgezeigt hat, warum ich so gerne lese und ich freue mich nun auf Hansens dritten Roman "Zur See".

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Großartiger Spagat zwischen Satire und Drama

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Wer mich kennt, weiß dass ich den Norden Deutschlands sehr mag. Und so ist es kaum verwunderlich, dass ich Bücher mit dieser Location gerne lese, meistens sind es verklärte Wohlfühlbücher aus der Touristensicht. ...

Wer mich kennt, weiß dass ich den Norden Deutschlands sehr mag. Und so ist es kaum verwunderlich, dass ich Bücher mit dieser Location gerne lese, meistens sind es verklärte Wohlfühlbücher aus der Touristensicht. Dieses hier definitiv nicht! Es ist bar jeder Romantik, kommt ohne Leuchtturm- und Schäfchenkitsch aus und erzählt von menschlichen Dramen ohne dabei dramatisch zu werden.
Dörte Hansen bedient sich einer klaren und rauen Sprache, geradlinig, hart und manchmal passend bissig. Fast schon poetisch anmutende Landschaftsbeschreibungen schmerzen beim Lesen und zeigen den Norden, wie er manchmal sein kann: hart, kalt, windig - einfach ungemütlich.
Und genau diese Mischung aus Schreibstil, leichter Satire und dem Respekt vor menschlichen Problemen, machte für mich diese Buch zu einem wahren Lesevergnügen.
Wir tauchen ab in die tragische Familiengeschichte von Vera und ihrer Nichte Anna. Diese Geschichte handelt von Kriegs- und Vertriebenentraumata, Mutter-Töchter Problemen, Verlassenwerden, zerbrochenen Hoffnungen und Einsamkeit.
Großartig! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein ganz wunderbarer Roman

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Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen ...

Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.

Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.

Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Ausdrucksstarker Erzählstil

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Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden ...

Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden sie nicht. Als ihre Mutter mit einem neuen Partner den Hof verlässt, bleibt Vera bei Karl zurück.

Viele Jahre später steht Veras Nichte Anne mit ihrem Sohn vor der Tür und sucht Zuflucht.

In ihrem Roman geht es Dörte Hansen um Vergangenheit und Gegenwart, um das Zusammenleben der Menschen auf diesem Hof im Alten Land. Er ist eine Zeitreise ohne viele Höhen und Tiefen, man spürt jedoch die Liebe der Autorin zu diesem Alten Land. Authentisch zeichnet sie die Bewohner und ihre Heimat. Ein altes Haus, das jemandem gehört und doch nicht. Niemand kann etwas von dieser Erde mitnehmen, alles geht seinen Gang. Es gilt das Beste zu wollen. Ein einfühlsames Buch, das berührt, unterhält und manchmal auch amüsiert. 4 Sterne

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