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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2026

Eine Frau unterstützt die Polizei dabei, die Verbrechen ihres Ex-Mannes aufzuklären.

Mein Mann, der Mörder
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Der Roman handelt weniger von spektakulären Ereignissen als von den tiefen seelischen Konflikten seiner Protagonistin. Mehr als zwanzig Jahre nach den Verbrechen ihres Ex-Mannes entschließt sie sich, die ...

Der Roman handelt weniger von spektakulären Ereignissen als von den tiefen seelischen Konflikten seiner Protagonistin. Mehr als zwanzig Jahre nach den Verbrechen ihres Ex-Mannes entschließt sie sich, die Polizei bei der Identifizierung weiterer Opfer zu unterstützen. Dabei wird sie unweigerlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und muss sich fragen, wie gut sie den Mann, mit dem sie früher ihr Leben teilte, tatsächlich gekannt hat.

Ihre Zweifel, Schuldgefühle und Erinnerungen sind eindringlich geschildert und vermitteln auf berührende Weise, wie belastend die Aufarbeitung der Vergangenheit für sie ist. Gerade diese psychologische Tiefe verleiht der Geschichte ihre besondere Intensität.

Mit dem Schreibstil habe ich mich zunächst etwas schwergetan. Er wirkte auf mich ungewohnt und erforderte einige Zeit der Eingewöhnung. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen: Es erzeugt Spannung, ohne auf dramatische Effekte angewiesen zu sein, und überzeugt vor allem von der psychologischen Tiefe seiner Figuren.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Durch ihren Roman gerät Nola in Konflikt mit ihrer Familie

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
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Trotz der interessanten Ausgangsidee konnte ich mich mit dem Buch nicht so richtig anfreunden. Woran es genau lag, kann ich gar nicht eindeutig festmachen. Möglicherweise war es der Schreibstil, der mich ...

Trotz der interessanten Ausgangsidee konnte ich mich mit dem Buch nicht so richtig anfreunden. Woran es genau lag, kann ich gar nicht eindeutig festmachen. Möglicherweise war es der Schreibstil, der mich emotional nicht erreicht hat, vielleicht aber auch die Art und Weise, wie die Inhalte vermittelt wurden. Obwohl die behandelten Themen tiefgründig und bewegend sind, blieb ich als Leserin auf Distanz und fand nur schwer einen Zugang zur Geschichte.

Das bedeutet nicht, dass das Buch schlecht geschrieben ist. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass die Erzählweise und ich einfach nicht zusammengefunden haben. Andere Leserinnen und Leser werden die persönliche und reflektierte Art der Autorin möglicherweise sehr schätzen. Bei mir wollte der Funke leider nicht überspringen.

Insgesamt ist es ein Buch mit einem wichtigen Thema. Für mich blieb das Leseerlebnis allerdings eher durchwachsen, da weder der Stil noch der Inhalt mich dauerhaft fesseln konnten.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Ein Buch voller Menschlichkeit

Zwei Leben
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Der Roman spielt in einem süddeutschen Dorf der frühen 1970er-Jahre und erzählt von Menschen, die zwischen Pflichtbewusstsein, gesellschaftlichen Erwartungen und der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten ...

Der Roman spielt in einem süddeutschen Dorf der frühen 1970er-Jahre und erzählt von Menschen, die zwischen Pflichtbewusstsein, gesellschaftlichen Erwartungen und der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben ihren eigenen Weg suchen.

Bislang habe ich alle Romane von Ewald Ahrens gelesen, und mit jeder Neuerscheinung habe ich den Eindruck, dass es ihm gelingt, sein ohnehin hohes literarisches Niveau noch einmal zu steigern. Auch „Zwei Leben“ hat mich tief beeindruckt. Mit großer Einfühlsamkeit und Menschenkenntnis beschreibt Ahrens Figuren, die authentisch und lebendig wirken. Nichts an ihnen erscheint konstruiert; vielmehr begegnet man ihnen wie echten Menschen, deren Hoffnungen, Ängste und Entscheidungen einen unmittelbar berühren. Man begleitet sie nicht nur durch die Handlung, sondern fühlt und leidet mit ihnen.

Besonders beeindruckt hat mich die atmosphärische Dichte des Romans. Die ländliche Welt der 1970er-Jahre wird so anschaulich und detailreich geschildert, dass man meint, selbst über die Felder zu gehen, den Duft frisch gemähter Wiesen wahrzunehmen oder am Küchentisch Platz zu nehmen.

Die Sprache des Autors ist klar, unaufdringlich und zugleich von poetischer Kraft. Ohne große dramatische Effekte entfaltet die Geschichte eine tiefe emotionale Wirkung.

Wer die bisherigen Werke von Ewald Ahrens schätzt, wird auch diesen Roman mit großer Begeisterung lesen.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Ein eindringlicher Roman über Identität, Herkunft und die Macht biologischer Zuschreibungen.

Real Americans
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Ein interessantes und vielschichtiges Gesellschaftsportrait über Identität, Herkunft und die vermeintliche Objektivität biologischer Zuschreibung. Wie sehr sind Menschen durch ihre Gene bestimmt und wo ...

Ein interessantes und vielschichtiges Gesellschaftsportrait über Identität, Herkunft und die vermeintliche Objektivität biologischer Zuschreibung. Wie sehr sind Menschen durch ihre Gene bestimmt und wo beginnt soziale Ungleichheit?

Drei Generationen einer Familie zeigen unterschiedliche Formen von Rassismus in den USA. Die Autorin zeigt, dass Rassismus nicht nur aus Vorurteilen besteht, sondern sich auch in Erwartungen und Herkunft zeigt.

Interessant im Roman ist auch die Auseinandersetzung mit Genetik. Genetik ist hier weniger eine unverrückbare Wahrheit als ein kulturell aufgeladener Deutungsrahmen. Je nach Kontext dient sie der Legitimation von Abgrenzung oder wird zur Quelle von Verunsicherung über die eigene Identität.

Wer gilt in den USA als „wirklich amerikanisch“ – und wer bleibt trotz Staatsbürgerschaft immer irgendwie „anders“? Die Autorin zeigt, wie schnell biologische oder kulturelle Unterschiede genutzt werden, um Zugehörigkeit zu definieren oder zu verweigern.

Insgesamt ein etwas beklemmender Roman über die Frage, wie eng Rassismus und objektive Vorstellungen von Biologie miteinander verbunden sei können. Aber auch ein Roman, der überaus spannend geschrieben ist, so dass man Seite für Seite weiterlesen muss, um zu erfahren, wohin die „Reise“ geht.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Spannend bis zum Schluss

Wolfskälte
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Der Roman Wolfskälte hat mich völlig überrascht – ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet. Stattdessen entfaltet sich die Handlung in der rauen Abgeschiedenheit einer einsamen Insel vor der Westküste ...

Der Roman Wolfskälte hat mich völlig überrascht – ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet. Stattdessen entfaltet sich die Handlung in der rauen Abgeschiedenheit einer einsamen Insel vor der Westküste Schottlands, wo das eisige Wetter so eindringlich geschildert ist, dass man die Kälte beinahe körperlich spürt.

Seine größte Stärke liegt in der dichten, beklemmenden Atmosphäre, die sich von der ersten Seite an aufbaut und nie nachlässt. Während des Lesens blieb eine unterschwellige Anspannung bestehen, genährt von der ständigen Ungewissheit, wem überhaupt zu trauen ist.

Die Figuren sind hervorragend beschrieben – sowohl die ermittelnden Kriminalbeamten als auch die Dorfbewohner, deren Denken noch von archaischem Aberglauben geprägt ist. Zwischen ihnen herrschen Misstrauen und latente Spannungen, die das Geschehen zusätzlich verdichten.

Der Plot entfaltet sich ruhig, aber mit sicherem Gespür für Spannung. Neue Hinweise und geschickte falsche Fährten verweben sich zu einem stimmigen Gesamtbild, das bis zum Schluss zum Miträtseln einlädt.

Insgesamt ist Wolfskälte ein atmosphärisch dichter Thriller, der durch seine eindringliche Stimmung und subtile Spannung nachhaltig fesselt.

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