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Veröffentlicht am 22.04.2026

Emotionale, fesselnde Familiengeschichte aus dem hohen Norden

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Die versprochene Suche nach Fenjas vermisster älterer Schwester Martje, aber auch die Sehnsucht nach Fenjas Sohn Eric bringen die Journalistin Anna zurück nach Listland auf Sylt. Fenja ist mittlerweile ...

Die versprochene Suche nach Fenjas vermisster älterer Schwester Martje, aber auch die Sehnsucht nach Fenjas Sohn Eric bringen die Journalistin Anna zurück nach Listland auf Sylt. Fenja ist mittlerweile 85 Jahre alt und hofft, ihre Schwester noch einmal in die Arme schließen zu können. Martje ist seit einem Sturm 1958 spurlos verschwunden. Erstaunt muss Anna erfahren, dass Fenja doch mehr über ihren Verbleib weiß, als sie bisher offenbart hat. Kann Anna die Fährte aufnehmen? Dann ist da noch die geheimnisvolle Stipendiatin Leevke, die Martens Buch fertigstellen soll.

Dies ist Band 2 der Dilogie "Die Bücherfrauen von Listland". Zum besseren Verständnis empfehle ich, auf jeden Fall vorab Band 1 "Der Gesang der Seeschwalben" zu lesen. Doch auch das vorangestellte Personenregister ist hilfreich. Die Autorin Gabriella Engelmann schreibt sehr flüssig, tiefsinnig und vor allem bildgewaltig. Durch die Zeitstränge bleibt stets eine gewisse Spannung erhalten. Die Szenen um Anna und Eric, sowie Leevke ergänzen das Ganze.

Vor allem die Lebensgeschichte von Martje hat mich bewegt. Ihre Flucht zu Herk, das harmonische Zusammenleben mit Nanning, alles, was sie aus ihrem weiteren Leben gemacht hat, wirkt auf mich sehr authentisch. Sie war dann doch mehr "Bücherfrau" als gedacht. Dieser Roman hat mich berührt und gut unterhalten, auch wenn zum Ende hin einige Fragen offen geblieben sind. Es war faszinierend, auf den Nordseeinseln Gast zu sein. Eigens erwähnen möchte ich das stimmungsvolle Titelbild, das eine besondere Atmosphäre spüren lässt und zum Verweilen auf der Bank in den Dünen einlädt. Von mir gibt es dafür verdiente 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Schönes Freizeitpark-Abenteuer zum Mitbestimmen

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm
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Lotta und Karlos besuchen mit ihrem großen Bruder den Freizeitpark. Beim Erkunden stoßen die beiden auf das Fundbüro von Herrn Nox. Der berichtet über ein verschwundenes magischen Hufeisen, ohne das die ...

Lotta und Karlos besuchen mit ihrem großen Bruder den Freizeitpark. Beim Erkunden stoßen die beiden auf das Fundbüro von Herrn Nox. Der berichtet über ein verschwundenes magischen Hufeisen, ohne das die Reitershow zum Fiasko werden könnte. Vermutlich wurde es gestohlen. Die beiden Geschwister wollen helfen und du kannst bei der Suche nach dem Dieb helfen.

Meine Kinder haben früher die Insel der 1000 Gefahren geliebt. Später gab es bei Ravensburger mehr Titel der Reihe, irgendwann aber nicht mehr unbedingt für Erstleser. Daher war ich sehr begeistert, dass es für meine Enkel nun eine neue Reihe zum Mitbestimmen gibt: Das Fundbüro der verlorenen Schätze. Den Reihentitel finde ich sehr gelungen. Welches Kind wird nicht neugierig, wenn es um Schätze geht. Und auch ein Fundbüro kann so manches Geheimnis bergen. Das motiviert doch ungemein, zum Buch zu greifen.

Im ersten Band geht es um das verschwundene Hufeisen an einer Statue des Pferdes Flammensturm, das magische Fähigkeiten haben soll. Um zum Auftrag von Fundbüroleiter Herr Nox zu kommen, müssen die jungen Leser*innen schon die ersten Entscheidungen treffen. Der Freizeitpark mit seinen vielen Wegen und Möglichkeiten eignet sich als Setting dafür perfekt und viele Wege können hier ans Ziel führen. Jeder darf immer wieder zwischen zwei Möglichkeiten selbst entscheiden, wie es weitergeht und damit auch, wie schnell und mit welchem Ende der Fall gelöst wird.

Der Text ist in großer Schrift gedruckt, die beiden Entscheidungsmöglichkeiten noch etwas größer und fett. Ebenso die Aufforderung, wo man weiterlesen soll. Leider hat nicht jede Doppelseite eine Auswahl. Oft ist es nur jede zweite. Trotzdem macht es Spaß, mit Lotta und Karlos durch den Freizeitpark zu laufen und bei den Pferden nach dem Dieb Ausschau zu halten. Einige Male darf man erst nach dem Lösen eines Rätsels weiterblättern. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn die Lösung der Rätsel der Hinweis auf die nächste Seite gewesen wäre. So kann man auch einfach weiterblättern. Allerdings wollten wir unsere Rätselfähigkeiten auf jeden Fall testen und haben Labyrinth und Worträtsel geknackt. Sehr motivierend und beim Lesen unterstützend sind die farbigen Illustrationen von Nikolai Renger, dessen Bilderbücher uns schon immer gut gefallen. Das Ende war in Ordnung, man kann das Buch natürlich nochmals lesen und andere Wege testen, bis man alles ausprobiert hat. Das Fundbüro aus dem Reihentitel kam uns insgesamt fast ein bisschen zu kurz, denn eigentlich geht es mehr um den betroffenen Teil des Freizeitparks, aber das kann sich natürlich in den nächsten Bänden noch ändern. Für Kinder dürfte das Buch auf jeden Fall ein großer Spaß sein, was dazu führt, dass Lesen gar nicht mehr langweilig ist. So soll es sein. Wir vergeben 4 gute Sterne für diesen ersten Band.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Schöne Fortsetzung mit neuen Charakteren

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Mittlerweile hat sich Cassandra auf Hartwood Hall sehr gut eingelebt und möchte möglichst schnell Abzeichen sammeln, um sich in Faerie auf die Suche nach ihrer seit Jahren verschwundenen Mutter zu machen. ...

Mittlerweile hat sich Cassandra auf Hartwood Hall sehr gut eingelebt und möchte möglichst schnell Abzeichen sammeln, um sich in Faerie auf die Suche nach ihrer seit Jahren verschwundenen Mutter zu machen. Doch dann passieren im Dorf seltsame Dinge. Bewohner scheinen unter einem gefährlichen Bann zu stehen, ein merkwürdiger Schatten taucht auf und ein Mädchen aus dem Zirkel verhält sich ebenfalls komisch. Doch gerade jetzt soll sich Cassandra auch noch um ihren Cousin kümmern, der zu Besuch auf Hartwood Hall ist. Dabei gibt es so viele Rätsel zu lösen.

Die Gestaltung des Buches ist wieder außergewöhnlich bezaubernd mit vielen magischen Elementen, Goldakzenten und einem wunderschönen Farbschnitt. Nur das Bild von Cassandra vorne sieht für mich etwas künstlich aus. Auch die Innenseiten sind wieder passend mit Blumenrahmen und magischen Wesen verziert. Das macht schon etwas her.

Die Geschichte startet recht friedlich. Cassandra hat den unbedingten Willen ihre Mutter zu finden, allerdings sind ihre Fähigkeiten als Hexe noch keinesfalls ausgereift. Das lässt ihre Tante sie auch wissen. Doch Cassandra und ihre Eichengruppe geben sich die größte Mühe, die nötigen Abzeichen zu sammeln. Mir gefällt die Dynamik zwischen den Freundinnen sehr gut, sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Doch auch Ivy, die kein gutes Haar an Cassandra lässt, spielt wieder eine wichtige Rolle als notorische Miesmacherin. Doch scheint sie auch selbst ein Geheimnis zu haben. Zudem passieren jede Menge Dinge, die ebenso Rätsel aufgeben. Besonders spannend sind die Szenen, in denen Dorfbewohner vollkommen neben sich das halbe Dorf nach etwas absuchen. Ob der Erlkönig dahinter steckt? Schnell finden die Mädchen heraus, dass es um eine legendäre aber sehr gefährliche Lanze geht und eine wahre Schnitzeljagd beginnt. Gleichzeitig kommt mit dem Auftauchen von neuen Charakteren wie Cassandras Cousin und einer Vertretungshexe auch frischer Wind nach Hagley. Aber auch neue Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit.

Richtig toll haben mir die Besuche im Hag gefallen, da waren ein paar Gänsehautmomente dabei. Es war aber auch sehr interessant neue Faerie und ihre Aufgaben bzw. Eigenschaften und Gefahren kennenzulernen. Gehext wird natürlich auch etwas, aber sehr dezent. Da wäre für mich noch mehr Magiewirkung möglich gewesen. Dass einige Geheimnisse gelüftet werden können, ist super und vielleicht ist Cassandra am Ende ihrer Absicht, ihre Mutter zu finden, doch ein Stück näher gekommen... Insgesamt ein schönes Abenteuer mit vielen Freundschaftsmomenten und rätselhaften Ereignissen, das nicht allzu schwer zu lesen ist. Der perfekte Schmöker für verregnete Nachmittage. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Drachenstarkes Abenteuer zum Mitmachen

Die Bibliothek der unendlichen Abenteuer (Band 1) - Das gestohlene Drachenei
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Bücherwurm Iggy braucht dringen Hilfe, als es aus einem seiner wertvollen Bücher qualmt. Wer wäre dafür besser geeignet, als ein Kind, das das Buch lesen möchte. Und genau da, kommen wir ins Spiel. Wir ...

Bücherwurm Iggy braucht dringen Hilfe, als es aus einem seiner wertvollen Bücher qualmt. Wer wäre dafür besser geeignet, als ein Kind, das das Buch lesen möchte. Und genau da, kommen wir ins Spiel. Wir müssen mithelfen, das Drachenei zu retten, das der gemeine Schulbibliothekar Schurko geklaut hat. Nur, dass da schon etwas schlüpft.

Was für ein wildes und fantastisches Abenteuer. Hier wird man nach kurzer Einführung als Leserin sofort ins Geschehen hineingezogen und muss immer wieder durch bestimmte Aktionen wie Pusten, Winken und sogar Tanzen ins Geschehen eingreifen oder reagieren. Das macht sowas von Spaß und bringt sogar Bewegung ins Lesen. Die Geschichte wird von Iggy, einem Bücherwurm, erzählt, ist aber insgesamt komplett in wörtlicher Rede gehalten. Durch kleine, quadratisch Bilder am Rand, sieht man genau, wer gerade spricht. Auch die lesenden Kinder werden dadurch immer direkt angesprochen, befragt und aufgefordert zu helfen. Wir kannten solchen Bücher bisher nur aus dem Bereich Bilderbuch und finden es ganz toll, dass es das jetzt auch für Selbstleser gibt. Anfangs gibt es bei dem einen oder anderen vielleicht noch Hemmungen, doch die verfliegen schnell, weil es einfach superlustig ist, sich hier einzubringen und das Drachenei samt geschlüpftem Drachenbaby zurück zu seiner Mama zu bringen und dabei vor Schurko und seinem Gehilfen Roxi, der Leseratte zu fliehen. Langeweile kommt da garantiert nicht auf, da alle inklusive Leserin immer in Action sind.

Dazu hat das Buch einfach supertolle Illustrationen. Allein Flammi der Drache ist so ausdrucksstark, dass man ihn ganz schnell ins Herz schließt. Aber auch die anderen Figuren mochten wir total gerne. Besonders genial sind die Bilder, die den Eindruck erwecken, man wäre mit in der Geschichte. Das ist so eine wahnsinnig kreative Idee und wirklich mal was Neues. Auch die Handlungsanweisungen sind teilweise als Zeichen in die Bilder eingearbeitet. Gerade Lesemuffel werden das Buch lieben. Für uns ein super Konzept und eine Reihe, von der wir uns bald Nachschub wünschen. 5 goldene Drachenschalen!

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Freiheit und Gefahr in den Wolken

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid wächst in einem Schuppen auf dem Hof ihrer Mutter auf. Die Außenwelt hat sie noch nie gesehen, sie sei zu gefährlich. Und doch möchte Astrid unbedingt die Sterne sehen. Da taucht eine Frau mit Flügeln ...

Astrid wächst in einem Schuppen auf dem Hof ihrer Mutter auf. Die Außenwelt hat sie noch nie gesehen, sie sei zu gefährlich. Und doch möchte Astrid unbedingt die Sterne sehen. Da taucht eine Frau mit Flügeln auf und bietet ihr die Möglichkeit, mitzukommen nach Überlondon, einer Stadt hoch über den Wolken, wo es eine Schule für besondere Menschen wie sie und Astrid gibt. Diese zögert nur kurz und ein aufregendes Abenteuer beginnt. Es birgt jedoch auch Gefahren...

Das Buch ist mir zunächst eher optisch aufgefallen, weil die Gestaltung einfach grandios ist. Das Titelbild, das ein Gefühl von Freiheit gibt und der wunderschöne Farbschnitt ergänzen sich perfekt und die kontrastreiche Farbgebung zieht die Blicke auf sich. Auch die Leseprobe fand ich sehr gut, sie macht auf jeden Fall neugierig. Warum muss Astrid abgeschottet von der Außenwelt in einem Schuppen aufwachsen? Lügt ihre Mutter sie an, was die gefährliche Umgebung angeht? Diesen Fragen wollte ich nachspüren. Anfangs weiß man nicht, ob es eine gute Entscheidung ist, dass Astrid mit der geflügelten Frau mitgeht, die Alternative zu bleiben ist jedoch schlimmer. Tatsächlich eröffnet sich dem jungen Mädchen eine völlig neue Welt, von der sie nichts geahnt hat und die ich mir nach der Beschreibung im Text sehr aufregend vorstelle, sehr luftig und frei, aber auch ganz speziell. Astrid ist anfangs sehr unsicher, aber wenn man bedenkt, wie sie aufgewachsen ist, fast nicht unsicher genug, zumindest gewöhnt sie sich etwas schnell ein. Sie erfährt, was sie wirklich ist und findet Anschluss. Der Freundschaftsaspekt in der Geschichte ist sehr stark hervorgehoben.

Doch es lauert auch eine Gefahr und Astrid findet schreckliche Dinge heraus. Kinder verschwinden und sie beginnt zu ermitteln, was ihre eigene Sicherheit und Freiheit ins Wanken bringt. Die Suche nach der Wahrheit ist spannend, auch wenn es sehr wenige Verdächtige gibt, und ebenso muss sich Astrid noch einmal mit der Frage auseinandersetzten, warum ihre Mutter sie eingesperrt hat. Nicht nur charakterlich sondern auch in ihrem Denken entwickelt sich Astrid weiter. Das Böse muss unbedingt gestoppt werden. Besonders hat mir an dem Buch gefallen, dass herauskommt, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt, die man kennen muss, um Entscheidungen zu bewerten und gegebenenfalls umzudenken. Zudem ist der Zusammenhalt zwischen der Schülerclique eine tolle Sache, die ich beim Lesen geschätzt habe. Der Übeltäter hingegen stand etwas zu früh fest, trotzdem war die Aufdeckung des Motivs eine Überraschung. Insgesamt ein lesenswertes Buch mit einem tollen Setting in einem London über London. 4,5 Sterne

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