Interessant, aber etwas abgehetzt
Das GeschenkEin neues Buch von Gaea Schoeters, ein neues moralisches Dilemma. Denn wenn Europa den Afrikanischen Elefanten unter Naturschutz stellt, können die afrikanischen Bewohnerinnen sich nicht mehr gegen ihn ...
Ein neues Buch von Gaea Schoeters, ein neues moralisches Dilemma. Denn wenn Europa den Afrikanischen Elefanten unter Naturschutz stellt, können die afrikanischen Bewohnerinnen sich nicht mehr gegen ihn wehren und müssen sich mit ihm arrangieren. Dabei plündern die Tiere die komplette Ernte und entbehren so jegliche Lebensgrundlage der Menschen. Nicht unser Problem? Schoeters macht es zu unserem, indem sie 20.000 der Elefanten in ihrem Roman nach Deutschland schickt. Gewalt gegen die Tiere anzuwenden ist genauso verboten wie sie zurückzuschicken.
Wir erleben die Geschichte aus der Sicht des Deutschen Bundeskanzlers und werden mithilfe seiner Beraterinnen über die Vor- und Nachteile der sogenannten Megafauna aufgeklärt. Diese politischen Diskussionen fand ich sehr interessant und lehrreich.
Natürlich gibt es einige Krisen und anhand derer hangeln wir uns durch die Monate nach dem plötzlichen Erscheinen der Elefanten. Aufgrund der extremen Kürze des Buches habe ich mich ein bisschen hindurchgehetzt gefühlt. Es ging Schlag auf Schlag auf Schlag und mir fehlten die ruhigeren Sequenzen, jene, in denen wir das alltägliche Miteinander mit den Elefanten erleben, in denen unsere Emotionen angesprochen werden.
Auch die Charaktere haben etwas unter der geringen Seitenzahl gelitten, keine der Figuren bekommt Facetten oder überrascht mit einer unerwarteten Handlung.
Insgesamt bietet der Roman ein interessantes Gedankenexperiment, bei dem wieder einmal der moralische Kompass der Leserinnen infrage gestellt wird und das definitiv Neues lehrt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte ein bisschen mehr auserzählt wird. ⭐️3,5/5⭐️
Übersetzt von Lisa Mensing