Cover-Bild Evil Eye
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: pola
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 432
  • Ersterscheinung: 25.04.2025
  • ISBN: 9783759600240
Etaf Rum

Evil Eye

Roman | Feinsinniger Pageturner der palästinensisch-amerikanischen Bestsellerautorin
Heike Reissig (Übersetzer)

Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Wie viel Schmerz gehört uns? Wie viel haben wir geerbt?

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Worum geht’s?

Yara lebt als Tochter palästinensischer Einwanderer in den USA und führt nach außen hin ein perfektes, selbstbestimmtes Leben: ein liebevoller Ehemann, zwei tolle Töchter und ein guter Job. ...

Worum geht’s?

Yara lebt als Tochter palästinensischer Einwanderer in den USA und führt nach außen hin ein perfektes, selbstbestimmtes Leben: ein liebevoller Ehemann, zwei tolle Töchter und ein guter Job. Das zumindest bekommt sie von ihrem familiären Umfeld immer wieder zu hören. Aber unter der Oberfläche brodelt es. Nach und nach beginnt die Fassade zu bröckeln und die Geister ihrer Vergangenheit holen Yara ein.

Wie war’s?

Auf dieses Buch habe ich mich schon sehr gefreut. Es ist ein Schrei nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Etaf Rum schreibt schonungslos ehrlich über wichtige Themen wie Depressionen, kulturelle Erwartungen, familiäre Traumata und den Mut, die es braucht, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Das allein hat mich schon sehr bewegt.

Mit Yara hat sie außerdem eine Protagonistin geschaffen, die mich nicht loslässt und die ich gerne zwischendurch in den Arm genommen hätte. Sie ist getrieben von tiefsitzenden Selbstzweifeln, die aus ihrer Kindheit herrühren und einer Erschöpfung, die über Generationen weitergereicht wurde. Und gleichzeitig versucht sie die perfekte Tochter und Ehefrau zu sein.

Aber trotz allem ist Yara eine Kämpfern. Sie setzt sich für ihre Freiheit, für ihre Selbstbestimmung, für ihre Heilung ein und macht ihrer Wut zunehmend Luft. Somit hat mir das Buch immer wieder ziemliche Female Rage Vibes gegeben. Durch Rückblicke und Tagebucheinträge bekommt man einprägsame Einblicke in Yaras Kindheit, die es mir leicht gemacht haben ihre Beweggründe nachzuvollziehen.

Beeindruckt hat mich auch, wie Etaf Rum es gelingt, die Komplexität kultureller Unterschiede darzustellen und dabei so soghaft und klar zu schreiben, dass ich oft das Gefühl hatte mittendrin zu sein.

Es ist nicht immer leichte Kost, aber jede Seite wert!

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Veröffentlicht am 30.12.2025

„Ich musste in meinem Leben auch schon oft unangenehme Arbeit erledigen. Dabei ist es so wichtig, etwas zu tun, das uns glücklich macht!“

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Zum Cover:
Ich finde, das Buch schaut total schön aus.

Zum Inhalt:
In dem Buch „Evil Eye“ von Etaf Rum geht es um Yara, die nach außen hin ein perfektes Leben führt: abgeschlossenes Studium, guter Job, ...

Zum Cover:
Ich finde, das Buch schaut total schön aus.

Zum Inhalt:
In dem Buch „Evil Eye“ von Etaf Rum geht es um Yara, die nach außen hin ein perfektes Leben führt: abgeschlossenes Studium, guter Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet dann noch das Abendessen, für ihren Mann, der nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, vor. Aber warum fühlt sich all das nicht richtig an? Woher kommt all ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Nach einem Zwischenfall auf der Arbeit wird Yara gezwungen, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Dadurch kommt ein Stein ins Rollen, wodurch sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen.

Meine Meinung:
Der Schreibstil hat mich von Seite eins an sofort gecatcht, er war super flüssig. Ich bin dadurch nur so durch das Buch geflogen.
Yara, unsere Hauptprotagonistin, welche uns als Ich-Erzählerin durchs Buch führt, konnte mich emotional und auch sonst einfach als Person total abholen. Die Tagebucheinträge, die immer wieder zwischen den Kapiteln waren, haben nochmal mehr Tiefe und Informationen eingebracht. In dem Buch kann man viel über Yara und ihre Vergangenheit lernen und somit auch, woher genau ihre Gefühle eigentlich stammen. Was super schön zu sehen war, war, wie sie anfängt, immer mehr für ihr Leben zu kämpfen und versucht, ihre Ängste, auch für ihre Töchter, abzubauen.
Auch Yaras Oma und ihre Erzählungen über den Krieg und die anschließende Flucht aus Palästina waren total emotional und haben mich zum Teil auch wütend gemacht.

Insgesamt fand ich das Buch einfach total gut. Es hat mich zum Nachdenken angeregt und mir nochmal vor Augen geführt, welchen enormen Druck Mütter und auch Frauen jeden Tag ertragen müssen.
Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Achterbahn der Gefühle zur Selbstfindung

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Yara führt ein nahezu perfektes Leben: sie hat es geschafft als Tochter von Einwanderern in den Staaten erfolgreich zu studieren, arbeitet an der Universität, hat 2 Töchter und ist „glücklich“ verheiratet. ...

Yara führt ein nahezu perfektes Leben: sie hat es geschafft als Tochter von Einwanderern in den Staaten erfolgreich zu studieren, arbeitet an der Universität, hat 2 Töchter und ist „glücklich“ verheiratet. Doch ein Vorfall aus ihrer Arbeit wirft sie aus der Bahn und bringt sie dazu ihr Leben und ihre Zufriedenheit zu hinterfragen. Ihr Chef zwingt sie, eine psychologische Behandlung in Anspruch zu nehmen und im Laufe der Zeit erkennt sie, dass ihr scheinbar so perfektes Leben, doch nicht perfekt ist und sie längst in einem Teufelskreis steckt.

Die Autorin erzählt Yaras Geschichte, in der sie mit Themen wie: Trauma, Einsamkeit, Verlust, kulturellen Wurzeln und Selbstfindung konfrontiert wird. Es ist eine emotionale Reise, bei der Yara anfangs widerstrebt, sich ihren Ängsten zu stellen und alte Wunden zu öffnen. Im Laufe wird sie schließlich zu einer selbstbewussten und starken Frau, die ihren Wert im Leben erkennt und sich aus kulturellen Strukturen befreit. Die Autorin beschreibt Yaras Entwicklung sehr einfühlsam und beleuchtet ihre Vergangenheit mit Tagebucheinträgen aus ihrer Kindheit. Dabei erhält man Einblicke in die palästinensische Kultur, Traditionen und etwas von der politischen Lage. Außerdem wird mit den Tagebucheinträgen klar, dass Yara als Kind bereits viel Abweisung erhalten hat und von ihren Eltern nie gelernt hat, was es bedeutet jemanden richtig zu lieben und selbst geliebt zu werden.

Für mich war das Buch keine leichte Kost, sondern eine Achterbahn der Gefühle, die zum Nachdenken anregt und zeigt, wie wichtig es ist gesellschaftliche und kulturelle Normen zu hinterfragen und für das eigene Glück einzustehen. Ich konnte an vielen Stellen mit Yara mitfühlen. Mich hat das Buch vollkommen überzeugt und ich empfehle es mit voller Überzeugung weiter.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Die Erwartungen der anderen nicht mehr erfüllen

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"Alles in ihrem Leben war eine Aufeinanderfolge von Dingen, die sie eigentlich gar nicht machen wollte, Erwartungen, zu deren Erfüllung sie sich verpflichtet fühle: Sie hatte geheiratet, um ihrem Elternhaus ...

"Alles in ihrem Leben war eine Aufeinanderfolge von Dingen, die sie eigentlich gar nicht machen wollte, Erwartungen, zu deren Erfüllung sie sich verpflichtet fühle: Sie hatte geheiratet, um ihrem Elternhaus entfliehen zu können. Sie war in eine Kleinstadt nach North Carolina gezogen, weil ihr Mann dort arbeitete. Sie hatte Kinder bekommen, weil die Frauen in ihrem Leben das schon immer so machten. Sie hatte einen öden Job angenommen, weil er mit den Stundenplänen ihre Kinder vereinbar war. Hatte sie alles nur getan, um der Welt etwas zu beweisen, oder sich selbst? Hatte sie sich selbst beweisen wollen, dass sie ihren eigenen Weg gehen konnte, oder die Traditionen aufzugeben? Dass sie beides haben konnte, Freiheit und Familie, ohne das eine für das andere opfern zu müssen?
Doch warum fühlte es sich trotzdem so an, als hätte sie etwas geopfert? Warum ließ sie das zu?
Als ihr die Antwort klar wurde, kaute Yara auf der Innenseite ihrer Wange, bis der Schmerz sie beruhigte. Sie hatte es zugelassen, weil sie von klein auf gelernt hatte, dass Gehorsam ein größeres Gefühl von Sicherheit bot als Freiheit."

Die junge Protagonistin Yara in Etaf Rums Roman "Evil Eye" ist Tochter palästinensischer Einwanderer in Amerika, hat zwei Töchter, ist verheiratet und arbeitet als Kunstdozentin. Obwohl sie sich selbst als privilegiert betrachtet, besonders im Gegensatz zu ihrer Mutter früher, ist sie unzufrieden mit ihrem Leben. Sie wollte immer frei sein, als Künstlerin arbeiten und reisen. Nichts davon kann sie umsetzen. Sie ist unzufrieden, alles fühlt sich falsch an und sie neigt zu Wutausbrüchen und Niedergeschlagenheit. Nach außen hin funktioniert sie, innerlich ist sie unruhig. Yara ist alleine mit ihren Gefühlen, sie hat keine Freundschaften außerhalb der Ehe.
Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit sowie psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, muss sie sich ihren Gefühlen und dem Trauma ihrer Kindheit stellen. Doch dies fällt Yara sehr schwer.

"Worte sind mir schon immer schwer gefallen. Manches lässt sich durch Sprache einfach nicht ausdrücken."

"William sagt, durch das Schreiben lasse sich das Unaussprechliche in eine Geschichte verwandeln. Aber ich will keine Geschichte erzählen. Ich will mich befreien."

Nach und nach begreift Yara, dass sie so nicht weitermachen kann. Es ging ihren Eltern damals und geht ihrer Familie, ihrem Umfeld immer noch hauptsächlich darum, dass sie die kulturell geprägten Rollenbilder, Erwartungen und Verpflichtungen erfüllt.

"Wss würden die Leute denken? Es wäre zwecklos gewesen, weiter mit ihm darüber zu reden, da die Meinung andere Leute im grundsätzlich mehr wert war als die Wünsche seiner eigenen Tochter. Ihre Brüder dagegen hatten ihre Träume ungehindert verwirklichen dürfen."

Als Yara ihren Job verliert, ist sie erst verzweifelt. Doch dank einer neuen Therapeutin, sich entwickelnden Freundschaften und mithilfe eines Tagebuchs gelingt es ihr, die transgenerationalen Traumata zu durchbrechen und den Mut für ein selbstbestimmtes Leben zu finden.

"'Dein Ruf ist alles, was Du in dieser Welt hast', sagte Baba. 'Sonst hast Du nichts.'
'Oh doch', erwiderte Yara. 'Du hast deinen Anstand. Deine Familie. Die Gewissheit, dass du ein ehrbares Leben führst. Und du hast die Chance, ehrlich zu dir selbst zu sein. Und deinen Kindern ein gutes Vorbild zu sein und sie in einer liebevollen Umgebung aufzuziehen. 'Sie wischt sich die Tränen von der Wange. 'Wen kümmert es, was die Leute denken, wenn du nicht das Rückgrat hast, in den Spiegel zu schauen?'"

„Evil Eye“ ist ein ruhiges, feinfühliges und sehr intensives Buch, das mich von Anfang an in den Bann gezogen hat. Ich mochte den Schreibstil der Autorin sowie Aufbau des Romans sehr. Dank der Tagebucheinträge konnte man sich noch mehr in Yara hineinversetzen.
Gegen Ende geht alles ein wenig schnell im Vergleich zum vorher eher langsamen Aufbau, dennoch hat mich „Evil Eye“ voll überzeugt. Ein Roman über patriarchale Strukturen, psychische Gesundheit, kulturelle Identität und Herkunft, Mutterschaft und vieles mehr.
Von mir gibt es hier eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Zwischen Anpassung und Aufbruch

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Es gibt Bücher, die liest man durch – und dann gibt es Bücher, die graben sich in einen hinein. Evil Eye gehört für mich ganz klar zur zweiten Sorte. Dieses Buch hat mich nicht nur beschäftigt, es hat ...

Es gibt Bücher, die liest man durch – und dann gibt es Bücher, die graben sich in einen hinein. Evil Eye gehört für mich ganz klar zur zweiten Sorte. Dieses Buch hat mich nicht nur beschäftigt, es hat mich durchgeschüttelt, aufgewühlt, nachdenklich gemacht. Ich habe es an einem Wochenende gelesen – und Tage später noch über Yara nachgedacht.
Yara ist palästinensisch-amerikanisch, Mutter zweier Töchter, Ehefrau. Jeden Abend steht sie in der Küche, zaubert köstliches Essen, wartet auf ihren Mann. Sie funktioniert. Außen wirkt alles rund. Doch innen ist da diese Unruhe. Diese Müdigkeit. Diese Sehnsucht nach etwas anderem – etwas Eigenem. Sie arbeitet halbtags an der Uni, obwohl sie das eigentlich gar nicht „müsste“. Ihr Mann und ihre Schwiegermutter betonen das gerne. Und dass sie sich um die Kinder zu kümmern hat. Klar. Alles andere wäre ja… auffällig.
Und dann passiert etwas auf der Arbeit. Ein Vorfall, der sie zwingt, sich Hilfe zu holen. Psychologische Hilfe – nicht unbedingt gern, aber nötig. Und plötzlich wird da etwas aufgebrochen. Nicht nur in ihr, sondern auch in ihrer Familiengeschichte. Sie beginnt zu hinterfragen. Wer sie ist. Wer sie sein darf. Und warum es ihr so schwer fällt, Wut zuzulassen. Oder Freiheit.
Evil Eye ist ein eindrucksvoll erzähltes Buch über die Schwere von Erwartungen. Über die Kraft – und Last – von Mutterschaft. Und über den unaufhörlichen Kampf gegen die Stimmen im Kopf, die einem sagen, man sei nicht genug – oder zu viel. Es ist die Geschichte einer Frau, die den leisen Aufstand probt. Die begreift, dass Traumata nicht einfach verschwinden. Dass sie weitergegeben werden können. Dass sie vielleicht erst viel später ihre ganze Wucht entfalten.
Etaf Rum schreibt dabei mit einer Intensität, die weh tut. Es ist keine laute Geschichte. Keine mit großen Gesten. Aber eine, die bleibt. Die in Wellen kommt. Und mit jeder Seite mehr Tiefe gewinnt.
Die deutsche Übersetzung von Heike Reissig ist herausragend. So feinfühlig und klar – sie trägt genau das weiter, was das Original vermutlich auch geleistet hat: Gefühle spürbar machen.
Ich habe beim Lesen oft Wut gespürt. Über das, was Yara sich gefallen lassen muss. Über das, was sie sich selbst nicht erlaubt. Und ich habe gleichzeitig Bewunderung empfunden. Für diesen stillen Mut. Für diesen Wunsch, es anders zu machen. Für sich. Und für die Töchter.
Evil Eye ist keine leichte Lektüre – aber eine wichtige. Eine, die ein Licht auf all das wirft, worüber oft geschwiegen wird. Über das, was eine Frau sein soll. Und das, was sie vielleicht lieber wäre.
Ein Buch, das bleibt.

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