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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2026

Alltag frisst Liebe - 3,5⭐️

Wir in zehn Jahren
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Coralie und Adam lernen sich 2013 in London kennen. Politjournalist Adam hat eine vierjährige Tochter aus seiner früheren Beziehung. Australierin Coralie ist noch neu in London, arbeitet in einer PR-Agentur, ...

Coralie und Adam lernen sich 2013 in London kennen. Politjournalist Adam hat eine vierjährige Tochter aus seiner früheren Beziehung. Australierin Coralie ist noch neu in London, arbeitet in einer PR-Agentur, hat aber hat den Traum, es als Schriftstellerin zu schaffen. Die beiden verlieben sich, teilen bald ihr Leben und ihren Alltag, bekommen zwei gemeinsame Kinder. Doch wie bei vielen anderen ist es auch hier so: „Alltag frisst Liebe“. Während Adam Karriere macht, kämpft Coralie mit Überforderung und zu vielen Rollen:
„Irgendwas stimmte nicht mit ihr, da war etwas, dass sie von anderen unterschied - sie ertrug es nicht, jemanden zu lieben, aber ohne Liebe konnte sie auch nicht sein. Wenn sie nicht liebte, was ihr nur ein halber Mensch. Aber wenn sie liebte, fühlte sie sich nie ganz. Mutter, Schriftstellerin, Angestellte, Schwester, Freundin, Bürgerin, Tochter, (Quasi-)Ehefrau. Wenn sie nur eins davon wäre, käme sie vielleicht klar. Wenn sie versuchte, alles auf einmal zu sein, war sie, wie sie feststellte, nichts davon.“

Der Klappentext von „Wir in zehn Jahren“ hatte mich neugierig gemacht, weil er die Story NACH dem Happy End verspricht. Für mein Empfinden wurde dieses Versprechen jedoch nur bedingt eingelöst.
Den Anfang des Romans fand ich recht stark, vom Schreibstil her und inhaltlich. Danach wurde die Story für mein Empfinden leider etwas überladen und langatmig.
Patchworkfamilie, ein schwuler Bruder, Mutterschaft, mentale Belastungen, Überforderung, politische Krisen und Brexit, Corona-Pandemie - sehr viele Themen wurden eingebracht. Durchaus interessant, aber irgendwie las sich das auch nicht viel anders als andere Geschichten, hat man alles schonmal gelesen: Mann macht Karriere, Frau bleibt mit Kindern im Alltagsstress allein zuhause und auf ihren Träumen sitzen.

„Was denkst du, wann du nach Hause kommst?, schrieb sie Adam.
Hallo, meine Schöne, auf jeden Fall vor Mitternacht, antwortete er. Ich liebe dich. BDAG.
Betrachte dich als geküsst. Wenn sie glücklich war, kam ihr dieser Satz so romantisch vor. Wenn sie seelisch kaputt war, empfand sie ihn als Schlag ins Gesicht.“

Insgesamt war die Geschichte nicht schlecht, es gab durchaus für mich als Frau und Mutter einiges an Wiedererkennungspotential - aber so richtig abgeholt hat mich das Buch leider auch nicht. Erst das Ende fand ich dann wieder etwas überzeugender.
Insgesamt konnten meine Erwartungen an diesen Roman leider nicht ganz verfüllt werden, daher vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Dumont Verlag und an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Hinter den Kulissen der „perfekten Ehe“ 3,5⭐️

Seven Rules For A Perfect Marriage
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„Seven Rules For A Perfect Marriage“ von Rebecca Reid hatte mich vom Plot her sehr angesprochen, das klang nach einer spannenden Ausgangssituation: Wie sieht es wirklich hinter der Fassade der perfekten ...

„Seven Rules For A Perfect Marriage“ von Rebecca Reid hatte mich vom Plot her sehr angesprochen, das klang nach einer spannenden Ausgangssituation: Wie sieht es wirklich hinter der Fassade der perfekten Influencer-Ehe aus?

Das langjährige Ehepaar Jessica und Jack ist sehr erfolgreich auf Social Media: Hier zeigen sie sich als glückliches, ja „perfektes“ Ehepaar. Dann wurde ihr Ratgeber „Seven Rules For A Perfect Marriage“ quasi über nacht zum Bestseller. Sie sind gefragt wie nie, werden zu Buchvorstellungen und Talkshows eingeladen und von ihrem Agenten intensiv vermarktet.
Doch hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus: Seit Jahren versuchen die beiden erfolglos, ein Kind zu bekommen; besonders Jessica leidet darunter. hr Agent drängt sie dazu, im Zuge ihres nächsten Buchprojekts öffentlich Stellung zu beziehen, ob sie kinderlos bleiben oder Eltern werden. Das ist besonders für Jessica eine emotionale Belastung. Während Jack sich nach einer längeren Auszeit sehnt, um in Ruhe an seinem eigenen Roman zu arbeiten, will Jessica die lukrative Social-Media-Präsenz weiter ausbauen, um ihre finanzielle Unabhängigkeit zu sichern. Doch um ihre kriselnde Ehe zu retten, beschließen die beiden, an einem „Seven Rules“-Ehe-Retreat teilzunehmen und nach langem wieder ihren eigenen Regeln zu folgen. Doch ist eine glückliche Ehe wirklich nur mit ein paar Regeln machbar?

Die Kapitel sind im Wechsel aus der Sicht von Jessica bzw. Jack geschrieben, mit Rückblicken aus der Vergangenheit der beiden. Hier wurde besonders gut der Kontrast zwischen dem perfekten Social Media Image und der Realität dargestellt.

Insgesamt fällt mein Urteil zu dem Roman gemischt aus. Der lockere, leichte Schreibstil konnte mich überzeugen, ebenso die originelle Strukturierung anhand der „Sieben Regeln für die perfekte Ehe“. Leider konnte mich die Geschichte emotional nicht ganz abholen. Die Charaktere blieben mir etwas zu distanziert, und auch das sensible Thema des unerfüllten Kinderwunsches wurde mir zu oberflächlich behandelt.
Einige Passagen haben mich durchaus zum Schmunzeln gebracht und hatten ein gewisses Wiedererkennungspotenzial, insgesamt konnte das Buch meine Erwartungen jedoch leider nicht ganz erfüllen.
Ich vergebe daher final 3,5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Lübbe Verlag und an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Que(e)rbeet für alle: Für mehr Vielfalt beim Lesen

Und jetzt queer!
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„Und jetzt queer!“ von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller ist ein umfassendes und schön (mit farbenfrohen Illustrationen von Jasmina El Bouamraoui) gestaltetes Sachbuch über queere ...

„Und jetzt queer!“ von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller ist ein umfassendes und schön (mit farbenfrohen Illustrationen von Jasmina El Bouamraoui) gestaltetes Sachbuch über queere Literatur. Thematisch werden hier sowohl die Definition als auch die Geschichte der queeren Literatur, die verschiedenen Genres, Autorinnen und Verlage abgedeckt. Die Autorinnen gehen der Frage nach, weshalb der klassische Literaturkanon nur einen Bruchteil der Weltliteratur abbildet, und sie zeigen auf, dass queeres Schreiben und queere Autorinnen schon immer fester Bestandteil der Literaturgeschichte waren.
Sehr interessant fand ich auch, dass das Buch einen starken Fokus auf die aktuelle politische Lage weltweit legt sowie auf „banned books“ sowie Diskriminierung damals und heute.

„Mehr als ein Comeback müssen wir Zensur als eine historische Konstante verstehen. Lange bevor der Buchdruck Wissen allmählich demokratisierte, entschieden wenige Machthaber darüber, was gelesen werden durfte. Die Katholische Kirche hat seit jeher versucht, bestimmte Sachverhalte oder Erzählungen nicht an die breite Bevölkerung durchdringen zu lassen.
Von Gelehrten oder Priestern – jene also, die Lesen und Schreiben erlernen durften – ging die Deutungshoheit aus. Und das bedeutete Macht. Bücher spielten eine entscheidende Rolle dabei, diese zu untergraben. Der Buchdruck sorgte dafür, dass wissenschaftliche Schriften von immer mehr Menschen gelesen werden konnten. Dadurch wurde die klerikale Weltordnung zunehmend infrage gestellt. Um sich nicht noch angreifbarer zu machen, begannen meist mächtige Männer bereits im 16. Jahrhundert Bücher zu verbieten.
Eines der folgenreichsten Verbote versammelte der Index Librorium Prohibitori kurz Index Romanus. Dieser listete all jene Werke, die nach Ansicht der Kirche ihre Macht zu schwächen drohten – und hielt sich bis 1965. Heute existiert dieser Index nicht mehr; die langen Listen verbotener Bücher tragen nun neue Namen. Die Logik bleibt dieselbe: Was nicht in das Weltbild der jeweiligen Regierungen und Mächtigen passt, muss verschwinden. Je autoritärer ein Staat, desto länger ist die Liste der verbotenen Bücher.“

Die vorgestellten queeren Genres trafen nicht alle meinen persönlichen Lesegeschmack; sehr positiv fand ich aber auf jeden Fall das Kapitel über queere Kinder- und Jugendliteratur. Gerade im Bereich der Schullektüren besteht hier ein großer Bedarf an moderneren, vielfältigeren Leselisten!

Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar, eine ausführliche Literaturliste und hilfreiche Weblinks.

„Die Frage, warum nicht-queere Menschen queere Literatur lesen sollten, amüsiert und frustriert mich gleichermaßen. Die Antworten darauf sind offensichtlich und vielfältig. Andersherum gefragt: Welche Gründe könnte es geben, keine queere Literatur zu lesen? Wenn wir Queerness als ein Spektrum menschlicher Realität begreifen, wieso sollten wir uns ausgerechnet damit nicht beschäftigen wollen? Warum sollte unsere menschliche Neugierde hier ein Ende finden? Fürchten wir etwa, uns mit den Figuren nicht identifizieren zu können? Ich halte das für ein fadenscheiniges Argument. Immerhin können wir uns mit allen möglichen Fabelwesen oder Superheld
innen identifizieren, ebenso wie mit Normalsterblichen, die plötzlich Großes vollbringen. In der Regel haben unsere gewöhnlichen Leben wenig mit diesen Geschichten gemeinsam. Dank der Kraft der Fiktion und unserer Imagination können wir uns trotzdem in ihnen verlieren. Ich wiederhole: Weshalb sollten wir uns nicht auch mit queeren Menschen identifizieren können?“

„Und jetzt queer!“ ist ein Buch, das ich allen Lesenden empfehlen möchte – ein tolles Nachschlagewerk und eine Einladung an alle, die ganze Vielfalt der Literatur kennenzulernen!

„Wie in diesem Buch hoffentlich deutlich wird, ist queere Literatur mehr als ein bestimmtes Thema, nicht nur eine Perspektive oder ein Genre. Queerness ist eine offene Bewegung. Sie bedeutet ein Hinterfragen von Normen und die Suche nach Freiheiten, die unser Leben bereichern können. Und davon können wir alle profitieren – auch nicht-queere Menschen.“

Vielen Dank an den Leykam Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Jeder hat seine eigene Angst

Wir gehen mal los
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Ich hatte zuletzt die Romane „Dieses ganze Leben“ und „Die Sterne ordnen“ von Raffaella Romagnolo sehr gemocht und mich daher sehr über ihre Neuveröffentlichung „Wir gehen mal los“ gefreut. Dies ist zwar ...

Ich hatte zuletzt die Romane „Dieses ganze Leben“ und „Die Sterne ordnen“ von Raffaella Romagnolo sehr gemocht und mich daher sehr über ihre Neuveröffentlichung „Wir gehen mal los“ gefreut. Dies ist zwar ein kurzer, aber sehr intensiver Roman.

Erzählt wird die Geschichte von Amedeo. Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter schwänzt er die Schule, flüchtet sich in Musik und Videospiele. Seinem Vater geht er aus dem Weg. In der Hoffnung, seinem Sohn wieder näherzukommen, brechen die beiden zu einer Zweitageswanderung auf die Punta Liberté auf. Doch Amedeo möchte nicht mit seinem Vater wandern:

„Wie lange sind wir schon unterwegs?, fragt sich Amedeo, aber stumm, nie würde er die Frage laut stellen. Niemals Schwäche zeigen! Nie ihm diese Genugtuung verschaffen.
[...]
Ohne Musik, in den Ohren nur das dumpfe Pochen seines rasenden Herzens und das Geschwafel seines Vaters, erscheinen ihm die vor ihm liegenden zweidreiviertel Stunden beängstigend wie ein aufgewühlter Ozean. Diese Folter geht nie zu Ende! Zu Ende geht es hier höchstens mit ihm selbst: Auf diesem steinigen Pfad wird er zusammenbrechen, hinsinken am Fuße einer Lärche, auf dem Bett ihrer welken Nadeln.
Unterdessen steigt der Ingenieur weiter bergan. Er steigt und erklärt, erklärt und steigt. Amedeo bemüht sich, nicht hinzuhören, lässt die Worte in der Luft verpuffen, Latschenkiefer, Fichte, Zirbel, Wacholder, Rhododendron, und versucht sich abzulenken, indem er seine Schritte zählt. Aber der Verstand lässt sich nicht bezwingen, gehässige Gedanken überrumpeln ihn, und prompt hat er sich verzählt. Also konzentriert er sich auf die Spitzkehren, eins, zwei, drei, und versucht sogar, sich die Markierungen zu merken, aber all diese Zählerei führt nur dazu, dass ihn eine unterschwellige, bissige Beklemmung erfasst, ein bitterer Ärger, der in seinen Augen brennt und ihm die Kehle zuschnürt. Genug! Genug! Genug!
Auf keinen Fall heulen, befiehlt er sich und wischt mit dem Handrücken eine Träne weg, die sich im rechten Augenwinkel gebildet hat.“

Doch am zweiten Tag passiert etwas – und Amedeo ist plötzlich gezwungen, sich in der abgeschiedenen, rauen Bergwelt seinen Ängsten zustellen und die Verantwortung zu übernehmen ...

„Noch mehr Dinge, die er Lucilla Colombo sagen möchte, wenn sie sich wiedersehen:
[...]
Dass jeder seine eigene Angst hat. Dunkelheit. Leere. Einsamkeit. Das Urteil der anderen. Dass es einfacher ist, durch die Angst zu gehen, wenn man sich bei der Hand hält. Dass er dazu bereit ist.“

Raffaella Romagnolo vermittelt auf wenigen Seiten meisterhaft die Ohnmacht des Vaters und Amedeos Schmerz über den Verlust der Mutter.
Am Ende ihrer Wanderung sind Vater und Sohn beide innerlich gereift - und erfüllt von Zuversicht und Dankbarkeit: „Es ist eine Art Urlaub. ‚Ein Feiertag‘, sagt Papa.
Wir feiern, dass wir am Leben sind.“

„Wir gehen mal los“ ist ein berührender, intensiver Roman über Verlust, Ängste, Mut und Hoffnung.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Starke Protagonistin, heftige Geschichte

Waisenkind
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"Waisenkind" von Galit Dahan Carlibach erzählt die Geschichte der zwanzigjährigen Avital. Ihre Kindheit und Jugend waren hart. Ohne Mutter wuchs sie in prekären Verhältnissen bei ihren alkoholabhängigen ...

"Waisenkind" von Galit Dahan Carlibach erzählt die Geschichte der zwanzigjährigen Avital. Ihre Kindheit und Jugend waren hart. Ohne Mutter wuchs sie in prekären Verhältnissen bei ihren alkoholabhängigen Großeltern am Rande von Jerusalem auf. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus, sie haut ab, doch sie gerät von einem Unglück ins nächste. Ihr größter Traum: Ihr unbekannter Vater, den sie sehnsüchtig "König Lear" nennt, kommt und rettet sie - genau wie in den Waisenkindergeschichten, die sie so gerne liest.
Als irgendwann der ehemalige Mossad-Agent Achituv Porat auftaucht und sich um sie kümmert, scheint Avitals Leben sich endlich zum Positiven zu wenden.

„Ich wohnte jetzt in einem Palast, wollte dort aber nicht bleiben. Ich wusste, wer sich nicht bewegt, droht unterzugehen. Es ist zwar besser, in Sahne zu ertrinken als im Schlamm, so viel ist klar, aber man muss aufs Weiterziehen gefasst sein, immer.“

Aber war Avitals Begegnung mit Achituv wirklich so zufällig?
Achituv weiß mehr über Avitals Familie, als sie ahnt …

Ich gebe zu, ich habe eine Weile gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden.
Galit Dahan Carlibachs Schreibstil ist ungewöhnlich, aber auch fordernd. Ebenso die Geschichte an sich:
Obdachlosigkeit, Gewalt, Alkoholismus, Missbrauch - das Buch ist wahrlich keine leichte Kost.
Im weiteren Verlauf zog mich die Geschichte jedoch immer mehr in ihren Bann; gerade zum Schluss hin zeigte das Buch seine wahre Stärke.
Avital als Protagonistin fand ich sehr stark und authentisch: Kein Opfer, trotz all ihrer unschönen Erlebnisse, sondern eine Kämpferin.
Ungewöhnlich und interessant ist auch die Perspektive: Avital wendet sich direkt an den Richter bzw. Sozialarbeiter, was für eine eindringliche Wirkung sorgt.

„Jetzt, während ich an euch schreibe, kommt mir ein interessanter Gedanke: Hat der Ort, an dem ihr sitzt, Herr Richter und werte Sozialarbeiter, einen Geruch? Wie riecht überhaupt die Gerechtigkeit? Denn erst jetzt, nach allem, was ich durchgemacht habe, wird mir klar, dass unwirkliche Orte geruchlos sind.“

„Waisenkind“ ist ein sehr intensiver, aber auch fordernder Roman mit einer sehr starken Protagonistin, für den ich 4 von 5 Sternen vergebe.

Vielen Dank an den Kein & Aber Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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