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Veröffentlicht am 19.08.2026

Lebendige und unterhaltsame Zeitreise in die 1960er-Jahre - Emanzipation und ein ganz und gar nicht trockener Wahlkampf

Mrs. Diamond träumt von morgen
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Beverly Diamond hat ihren Ehemann Larry als Hausfrau und Mutter der beiden gemeinsamen Kinder stets unterstützt und den Rücken frei gehalten. Zum Dank betrügt er sie mit seiner Sekretärin und zeigt keine ...

Beverly Diamond hat ihren Ehemann Larry als Hausfrau und Mutter der beiden gemeinsamen Kinder stets unterstützt und den Rücken frei gehalten. Zum Dank betrügt er sie mit seiner Sekretärin und zeigt keine Spur von Reue. Beverly lässt sich davon nicht unterkriegen, setzt ihren Mann vor die Tür und nimmt ihr Leben selbst in die Hand, selbst wenn sie befürchten muss, als geschiedene Ehefrau im Jahr 1962 an den Rand der Gesellschaft zu rücken.
Beverly sucht sich Arbeit und überzeugt Michael Landau, den Gegenkandidaten und Außenseiter im Wahlkampf für den Senatorposten in Maryland, sie in sein Team aufzunehmen. Als Tochter eines ehemaligen Kongressabgeordneten kennt sie sich mit Politik aus und ist sich sicher, die richtigen Akzente zu setzen. Beverly möchte damit nicht nur Michael unterstützen. Für sie wird der Wahlkampf auch zu ihrem persönlichen Rachefeldzug gegen Larry, den Wahlkampfleiter des amtierenden Senators.

"Hinter jedem guten Mann steht eine noch bessere Frau". Der Meinung ist nicht nur Beverlys resolute Mutter, die Aussage dominiert die Geschichte über schlagfertige Frauen, die nicht mehr nur im Hintergrund die Strippen ziehen möchten.

Der Roman ist eine lebendige und unterhaltsame Zeitreise in die 1960er-Jahre. Vor dem Hintergrund des Wahlkampfes um den Sitz im Senat im Jahr 1962 entspannt sich eine Geschichte über Politik und Gesellschaft zur damaligen Zeit, die Rolle der Frau und ihrem Wunsch nach Respekt und Unabhängigkeit. Die Geschichte wirft einen Blick hinter die Kulissen der Politik, wo Geld im Machtkampf regiert und auch mit unfairen Mitteln gekämpft wird. Sie demonstriert die Dominanz der Upper Class in ihren Country Clubs und das Wirken von Vitamin B, wobei gerade Beverly Fingerspitzengefühl beweist. Daneben zeigt sie das traditionelle Familienleben in einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Beverly ist eine starke und authentische Figur, die als Mutter alles für ihre Kinder gibt und aus der Not eine Tugend macht und sich im Scheidungskampf Arbeit sucht, die sie aufblühen lässt.

Die Geschichte bedient so einige Klischees, verliert damit aber nicht ihre Glaubwürdigkeit, sondern ist humorvoll und charmant. Und auch wenn man vermutlich nicht überrascht sein wird, wer der nächste Senator wird und wer im Rosenkrieg den kürzeren ziehen wird, ist die Geschichte spannend und wendungsreich, denn hier ist der Weg das Ziel und der ist sowohl für Michael als auch für Beverly steinig und mit schmutzigen Intrigen gepflastert.

Nach "Sommer fängt mit Freiheit an" ist "Mrs. Diamond träumt von morgen" erneut ein historischer, humorvoller Roman über die Kämpfe, die Frauen ausfechten, wenn sie sich über gesellschaftliche Normen hinwegsetzen und mutig ihren Weg gehen. Neben all dem politischen Spektakel ist es auch eine Geschichte über Frauensolidarität, das starke Band der Familie und die Liebe.

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Veröffentlicht am 17.08.2026

Myterythriller mit düsterer Atmosphäre und anhaltender Spannung - vielversprechender Reihenauftakt mit interessanter Hauptfigur

Die Klippe - Ort ohne Wiederkehr
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Karenza Bray lebt nach dem Tod ihrer kleinen Tochter und der Scheidung von ihrem Ehemann zurückgezogen mit Chamäleon und Katze in Cornwall. Sie ist forensische Psychologin und hat früher mit schweren Straftätern ...

Karenza Bray lebt nach dem Tod ihrer kleinen Tochter und der Scheidung von ihrem Ehemann zurückgezogen mit Chamäleon und Katze in Cornwall. Sie ist forensische Psychologin und hat früher mit schweren Straftätern gearbeitet. Nun betreut sie ambulant Patienten, aber die Aufträge sind rar, weshalb sie den Fall zweier traumatisierter Kinder annimmt. Deren Mutter ist vor einem Jahr unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen und der Vater ist mit der Situation zu Hause überfordert. Die Kinder leiden unter Halluzinationen und beschuldigen sich gegenseitig, Schuld am Tod ihrer Mutter zu sein.
Vor Ort in einem jahrhundertealten Gutshaus mit dunklen Geheimnissen fällt es selbst Karenza schwer, die Lage einzuschätzen. Sind die Bewohner dem Wahn verfallen oder spukt es tatsächlich in dem Haus?

"Die Klippe" ist der erste Band einer neuen Thrillerreihe von S.K. Tremayne, die in Cornwall angesiedelt ist.
Im Mittelpunkt steht die forensische, neurodivergente Psychologin Karenza Bray, die selbst unter einem Verlust leidet und sich auch gerade deshalb mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen ihrem neuen Fall widmet, der sie an den Rand des Verstands führt.

Im trüben Novemberregen wirkt das alte Gutshaus mit den teilweise unbewohnten Zimmern, dem verschlossenen Keller und den unerklärlichen Geräuschen noch schauriger. Dazu kommen die Visionen und Halluzinationen, die Karenza nicht nur beobachtet, sondern schon bald am eigenen Leib spürt. Als Wissenschaftlerin sucht sie nach einer logischen Erklärung für den Spuk und die Geister, die die Familie heimsuchen.

Aus der Ich-Perspektive von Karenza geschildert, taucht man tief in die Szenerie und Geschichte ein und möchte das Rätsel um den Klippensturz der Mutter von Karenzas Patienten lösen als auch eine Erklärung für die unheimlichen Vorgänge auf dem Anwesen der alteingesessenen Familie Cornwalls finden.

Die Geschichte entwickelt mit ihrer düsteren Atmosphäre einen Sog und ist mit seinem feinen Grusel spannend bis zum Schluss. Es ist ein Mysterythriller, der trotz paranormaler Elemente nie ins Abstruse abrutscht und mit authentischen Figuren überzeugt. Die Mischung aus detektivischen Gespür, feinfühliger Psychologie und wissenschaftlichen Erklärungsansätzen gestaltet die Geschichte vielschichtig und komplex und die besonderen Eigenheiten der Hauptfigur geben ihr einen einzigartigen Charme, die neugierig auf weitere Teile der Reihe macht.

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Veröffentlicht am 08.08.2026

Domestic Suspense um Manipulation und Misstrauen - mysteriös und unbehaglich bis zur schlüssigen Auflösung der Motive

Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus.
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Smilla ist vor Kurzem mit ihrem Mann Jonas umgezogen, um in der Idylle des Schwarzwalds neu anzufangen. Bei einer morgendlichen Joggingrunde rettet sie einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken und wird von ...

Smilla ist vor Kurzem mit ihrem Mann Jonas umgezogen, um in der Idylle des Schwarzwalds neu anzufangen. Bei einer morgendlichen Joggingrunde rettet sie einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken und wird von der herbeieilenden Mutter undankbar abgekanzelt. Noch mehr irritiert sie jedoch, dass sie zu dem Jungen eine so vertraute Verbindung verspürt, als wäre er ihr eigener Sohn.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei den beiden um ihre Nachbarn handelt. Vater Quentin lädt Smilla und Jonas aus Dankbarkeit zum Abendessen ein, während dem die Stimmung unnatürlich angespannt ist.
Ihre Wege kreuzen sich fortan immer wieder, wobei sich Lou und Quentin in Widersprüche verstricken und offenbar ihre Geheimnisse haben. Doch auch Jonas verbirgt etwas vor Smilla. Plötzlich kann sie niemandem trauen - nicht einmal ihrer eigenen Wahrnehmung.

Der Domestic Thriller ist durch die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel dynamisch geschildert. Die verschiedenen Sichtweisen offenbaren Geheimnisse und lassen vor allem die männlichen Hauptfiguren verdächtig erscheinen, während die beiden Frauen psychisch und/ oder physisch labil wirken, was die Undurchsichtigkeit der Handlung fördert und für anhaltende Spannung sorgt.
Einzelne Rückblenden in die Vergangenheit offenbaren mehr Details über die Hauptfiguren und ihre Geschichte, ohne dass die Zusammenhänge in der Gegenwart unmittelbar klar werden.

Die Geschichte ist von einem andauernden Unbehagen gekennzeichnet und lässt eine Tragödie hinter den mysteriösen Verhaltensweisen erahnen. In dem Thriller geht es nicht um Blutvergießen, sondern um Manipulation und Misstrauen, die die Handlung prägen. Während Wahnvorstellungen die Wirklichkeit verwässern, fesselt die Geschichte bis zur Auflösung der Motive der handelnden Personen, die zwar wahnsinnig, aber dennoch schlüssig erscheinen.

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Veröffentlicht am 04.08.2026

Fesselnder Kriminalfall, authentische Ermittlungen mit schlüssiger Lösung - genauso stark wie Band 1

Tod in heller Sommernacht
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Anfang Juli kommt die Studentin Lina, die über die Semesterferien zu Hause bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter ist, bei einem Verkehrsunfall in dem Ferienort Porvoo ums Leben. Die Spuren lassen darauf ...

Anfang Juli kommt die Studentin Lina, die über die Semesterferien zu Hause bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter ist, bei einem Verkehrsunfall in dem Ferienort Porvoo ums Leben. Die Spuren lassen darauf schließen, dass Lina absichtlich brutal von einem SUV überfahren wurde. Leena Victor und ihr Partner Sebastian Nyberg von der Mordkommission Helsinki übernehmen den Fall.
Bei ihren Ermittlungen vor Ort stoßen sie auf eine Mauer aus Schweigen und lüften prekäre Geheimnisse. Als ein zweiter Toter aufgefunden wird und der Fall um die getötete junge Studentin gelöst scheint, sind für Leena die Ermittlungen noch lange nicht beendet und ihr Instinkt gibt ihr recht...

"Tod in heller Sommernacht" ist nach "Mord in eiskalter Nacht" der zweite Band um die finnische Kriminaloberkommissarin Leena Victor. Es ist ein klassischer Kriminalroman mit einem abgeschlossenen Fall, weshalb Vorwissen aus Band 1 nicht zwingend notwendig ist, jedoch im Hinblick auf die private Entwicklung Leenas von Vorteil ist.

Der Mordfall wird in kurzen Kapiteln aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Neben den Ermittlern, allen voran Leena, gibt es Szenen aus Täter- und Opfersicht, ohne zu viel zu verraten.
Obgleich Leena und Sebastian früh auf Lügen und Affären in dem idyllischen Küstenstädtchen stoßen, bleibt der Fall um die getötete Studentin lange undurchsichtig. Dies sorgt für anhaltende Spannung und Raum für eigene Spekulationen, wie die einzelnen Puzzleteile zusammengehören. Als LeserIn fühlt man sich unmittelbar in die Ermittlungen einbezogen und kann jeden Schritt nachvollziehen.

Neben der authentisch geschilderten Polizeiarbeit besticht der Roman mit finnischem Lokalkolorit in den Schären, falunroten Holzhäusern und der besonderen Atmosphäre der hellen Sommernächte, die die Ermittler um den Schlaf bringen.
Leena agiert instinktgesteuert und kann wie schon im ersten Band ihr Fachwissen in Bezug auf Sexualdelikte anbringen, denn erneut spielen übergriffiges Verhalten von Männern, häusliche Gewalt und Gaslighting eine Rolle.

Leena und Sebastian sind glaubwürdige Hauptfiguren, die sympathisch sind und für ihren Beruf brennen. Mit den Einblicken in ihre Privatleben wirken sie noch menschlicher und bieten Potenzial für weitere Fortsetzungen. Band 3 „Tod im kalten Abendlicht“ wird voraussichtlich im Herbst 2027 erscheinen.

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Unterhaltsam und herrlich böse - aber ohne funktionierenden Plottwist

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
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Tricia und Ethan sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus und möchten ein abgelegenes Herrenhaus besichtigen. Als sie dort ankommen, ist die Maklerin nicht vor Ort, aber wegen eines Schneesturms verschaffen ...

Tricia und Ethan sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus und möchten ein abgelegenes Herrenhaus besichtigen. Als sie dort ankommen, ist die Maklerin nicht vor Ort, aber wegen eines Schneesturms verschaffen sich die beiden eigenmächtig Zugang in das Haus. Sie finden heraus, dass die letzte Eigentümerin des Hauses Dr. Adrienne Hale war, eine renommierte Psychiaterin, die vor drei Jahren spurlos verschwand.
Tricia hat ein beklemmendes Gefühl, aber aufgrund der Wetterverhältnisse müssen sie erst einmal in dem Haus bleiben. Auf der Suche nach Ablenkung stößt sie auf ein Geheimzimmer mit Tonaufnahmen von Dr. Hales Therapiesitzungen. Während sie anhand der Aufzeichnungen mehr über die Psychiaterin und ihre bedrohlichen Patienten erfährt, kommt sie immer mehr zu der Überzeugung, dass noch jemand in dem Haus ist. Aber Ethan glaubt ihr nicht...

"Die Psychiaterin" ist ein kurzweiliger und leicht zu lesender Thriller. Die Spannung baut sich durch den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gemächlich, aber stetig auf. Tricia schildert aus der Ich-Perspektive ihr Unbehagen im Haus der Psychiaterin, während man über Rückblenden erfährt, was sich im Leben von Dr. Hale wenige Wochen vor ihrem Verschwinden ereignet hat. Für erzählerische Abwechslung sorgen die Tonbandaufzeichnungen einzelner Therapiesitzungen, wobei die Identität der Patienten nicht immer ganz klar ist und Spielraum für Spekulationen in der Gegenwart lässt.

Die "Meisterin der Plottwists" überrascht auch in diesem Roman mit einer Wendung, die zwar überrascht, aber wenig raffiniert ist und einzig auf der Unzuverlässigkeit der Erzählerin beruht. Nahezu alle Details, die in der Gegenwart für Ungereimtheiten sorgen und Ängste ob der Sicherheit Tricias schüren, stellen sich im Nachhinein als fragwürdig, mitunter komplett unlogisch, heraus.
Selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Geschichte im Umfeld einer Psychiaterin handelt, wimmelt es hier nur so von Psychopathen, die die ach so erfolgreiche Dr. Hale mehr schlecht als recht therapiert hat.

"Die Psychiaterin" ist unterhaltsam und herrlich böse, führt die/ den LeserIn aber einfach nur an der Nase statt mit eine überraschenden Wende zu verblüffen.

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