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Veröffentlicht am 04.08.2021

Jetzt trink'n ma noch a Flascherl Wein....

Ein Prosit auf den Mörder
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Ruhe und Behaglichkeit, das wünscht sich Clarissa auf dem Land. Sie hat das alte Forsthaus ihrer Cousine für einige Wochen gemietet. Ein bisschen muffig ist das Haus und die Dusche bietet heiß und kalt ...

Ruhe und Behaglichkeit, das wünscht sich Clarissa auf dem Land. Sie hat das alte Forsthaus ihrer Cousine für einige Wochen gemietet. Ein bisschen muffig ist das Haus und die Dusche bietet heiß und kalt im Wechsel an. Von diesen kleinen Problemen lässt sich die ehemalige Kriminalkommissarin nicht die Laune verderben.
Nette Gesellen an der Wand laden zu Gesprächen ein, Hubertus ist sehr unterhaltsam, in welcher Form, habe ich früh erleben dürfen.

Im Ort hält sie sich zurück mit Fragen zu ihrem Beruf. Als ein Mord passiert, ist es vorbei mit der Geheimniskrämerei, Clarissa ist voll in ihrem Element und beginnt zu ermitteln.

Ein gemütlicher Ort mit netten Einwohnern machen das Einleben von Clarissa einfach.
Sie ist sympathisch und sehr freundlich zu jedermann. Mir hat es gefallen, wie schnell sie sich wohlfühlt und auch mit unangenehmen Zeitgenossen zurecht kommt. Sie hat eine clevere Art zu kommunizieren und lockt den Menschen Dinge aus der Nase, die sie eigentlich gar nicht erzählen wollten. Vergleiche mit anderen bekannten Ermittlerinnem aus der Buchwelt sind da, aber Clarissa ist für mich ein Unikum. Sie ist sehr erfrischend in ihrer Art.
Ablegen kann Frau Kommissar ihren Beruf nicht, das ermitteln macht ihr Spaß.
Sie hat ein feines Gespür für Worte, die zwischen den Zeilen fallen und sie kann sehr gut kombinieren. Es hat mich sehr gut unterhalten, wie dieser Krimi aufgebaut ist.

Das Cover verspricht eine mörderische Weinprobe, die Gestaltung gefällt mir sehr.
Ich bin kein Fan von blutrünstigen Geschichten, dieser Cosy-Crime hat sehr gut gepasst.
Die Umgebung von Niedermühlenbach ist traumhaft. Gerne würde ich dort verweilen und laufen, leider ist es ein fiktiver Ort, der aber große Lust auf die Mosel und deren Umland macht.
Die Charaktere sind amüsant, sie bieten Abwechslung und unterhaltsame Gespräche.
Wer eine lockere Atmosphäre sucht und einen leichten Krimi, der wird hier gut bedient.
Ich werde den Autor im Auge behalten und hoffe auf ein Wiederlesen mit Clarissa.
Potential ist jede Menge da für eine Fortsetzung.


  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.07.2021

Wundervoll erzählt

Wir für uns
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Josie (41) ist schwanger von ihrem Freund Bengt (50).
Er will das Kind nicht, er hat Frau und
zwei Kinder. Josie als langjährige Geliebte stellt ihre Wünsche immer hinten an.
Sie sieht Bengt selten und ...

Josie (41) ist schwanger von ihrem Freund Bengt (50).
Er will das Kind nicht, er hat Frau und
zwei Kinder. Josie als langjährige Geliebte stellt ihre Wünsche immer hinten an.
Sie sieht Bengt selten und möchte die gemeinsame Zeit nicht mit Problemen füllen.
Die Entscheidung für oder gegen das Kind ist nicht von jetzt auf gleich entschieden.
Josie braucht Zeit, die sie nicht allzu lange hat.
Dann trifft sie Kathi (70) und eine Freundschaft entsteht, die trotz des Altersunterschied funktioniert. Ein Trauerfall hat die zwei Frauen zusammen geführt.
Kathi hilft Josie bei ihrer Entscheidung und steht zu ihr. Das Leben der älteren Frau steht gerade auch Kopf, da tut es gut, mit jemandem reden zu können.

Der Klappentext hat mich zunächst nicht überzeugt. Eine typische Beziehungsgeschichte, Frau wird ungewollt schwanger und der Mann will davon nichts wissen.
Zum Glück habe ich das Buch gelesen.
Barbara Kunrath schreibt wunderbar.
Die Gefühle ihrer Figuren kommen sehr ehrlich und ungeschönt zur Geltung. Josie ist eher etwas chaotisch und versucht ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Durch die Ich-Erzählung in ihren Kapiteln ist sie mir sehr nah gekommen. Sie ist ein interessanter Charakter. Auf der anderen Seite steht Kathi, die mit vielen Lebensweisheiten aufbieten kann. Ihr Leben ist strukturiert, die Dinge wurden schon immer so gemacht, warum etwas ändern. Kathi ist recht eingefahren und stur. Da kommt ihr Josie mit ihrer erfrischenden Art zwar in die Quere, aber beide können aus der Freundschaft lernen und wachsen.
Mit Fingerspitzengefühl bringt die Autorin ein schwieriges Thema zur Sprache.
Mit viel Gefühl schwingen die Emotionen hin und her. Es wird weder kitschig, noch zu übermäßig gefühlvoll.
Frau Kunrath hat die Balance geschafft, einen sehr intensiven und gleichzeitig interessanten Roman zu schreiben.
Die Emotionen wechseln, es gibt Tränen und Freude.
Das Buch ist eingeteilt in 5 Teile, in den sich die Sichtweisen von Josie und Kathi abwechseln. Jeder Teil endet mit einem Einschnitt in beider Leben.

Kathi und Josie bieten dem Leser sehr viel.
Es ist eher ein Buch für erwachsene Frauen, da es um Entscheidungen im Leben geht, die ein junges Mädchen wahrscheinlich noch nicht interessiert.
Ich kann die Geschichte wärmstens empfehlen, mir hat es viel gegeben und mich emotional sehr mitgenommen, auf positive Weise.
Bereits bei "Geteilt durch zwei" konnte ich von Barbara Kunrath die Kunst, Gefühle zu Papier zu bringen genießen. Ihr Schreibstil ist sehr intensiv und gleichzeitig sehr unterhaltsam.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2021

Eine KI die wächst

Seeing what you see, feeling what you feel
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Die siebzehnjährige Lydia ist ein Computer-Genie.
Vor einigen Jahren hat sie ein Projekt mit ihrem Vater begonnen, welches Lydia alleine beendet hat.
Eine KI, die für das Mädchen ein Freund wird.
Das ...

Die siebzehnjährige Lydia ist ein Computer-Genie.
Vor einigen Jahren hat sie ein Projekt mit ihrem Vater begonnen, welches Lydia alleine beendet hat.
Eine KI, die für das Mädchen ein Freund wird.
Das Programm beginnt sich selbstständig zu machen. Es lernt Updates zu machen, ohne Zutun von Lydia. Dadurch wächst es in seiner Intelligenz und beeinflusst Lydia immer mehr.
Wo sind die Grenzen zur Realität, wann beginnt die Kriminalität. Lydias Leben nimmt eine Wendung vor, die nicht nur sie selbst in große Gefahr bringt, auch ihr Umfeld, die Mutter, Mitschüler und auch die KI.
Der Titel vom Buch zeigt einem, in welche Richtung die Story geht. Die Covergestaltung passt sehr gut.

Das Buch beginnt harmlos mit der Programmierung der KI und einem Einblick in Lydias Leben. Man erfährt von einem dramatischen Ereignis und wie sich dies auf die Familie von Lydia ausgewirkt hat.
Das Mädchen ist auf sich allein gestellt, von Seiten der Mutter kommt wenig Hilfe und Unterstützung. Da wundert es mich nicht, dass die Beziehung zu der KI gefährlich intensiv wird.
Von Programmieren habe ich keine Ahnung, diese Thematik findet wenig Interesse bei mir. Mit dem Vokabular dieser Sprache kann ich kaum etwas anfangen. Es ist der Autorin sehr genial gelungen, mich völlig in den Bann zu ziehen. Ich habe das Buch ruckzuck gelesen, es gab keine Atempause.
Die Spannung wächst enorm, die fehlende Kenntnis über solch eine Technologie hat mich nicht aus gebremst.
Die Charaktere sind abwechslungsreich und sehr individuell. Die Autorin hat ein breites Spektrum an Figuren entwickelt. Es entsteht keine Langeweile, dafür ist keine Zeit.
Die Szenen wechseln Schlag auf Schlag mit einer rasanten Geschwindigkeit. Ich bin sehr begeistert und hoffe auf eine Fortsetzung, oder zumindest weitere Bücher von Naomi Gibson. Auf jeden Fall bleibt mir der Name im Gedächtnis. Ihr Schreibstil ist klasse, keine unnötigen Lückenfüller, die Sätze sind fix gelesen.
Die Altersempfehlung von 13 Jahren halte ich für gerechtfertigt. Es ist ein Jugendbuch, aber der Schreibstil sehr erwachsen.
Wer Science Fiction mag und mit KIs etwas anfangen kann, ist hier genau richtig.
Das bisschen Romantik im Buch ist kaum erwähnenswert, es passt zum Verlauf und hat bei mir auch zu Verständnis geführt.

Vita von Naomi Gibson:
Naomi Gibson wurde 1988 geboren und wuchs im britischen Cheshire auf. Ihre Kindheit hat sie mit der Nase in einem Buch und den Fingern am Zeichenstift verbracht – immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Von ihrer Familie ermutigt, kreativ zu sein, entwickelte sie schon in jungen Jahren eine Liebe fürs Schreiben, die bis heute anhält. Sie studierte Kunstgeschichte an der University of Manchester. Dort lernte sie ihren Ehemann kennen, der nie müde wird, ihr von den neuesten Durchbrüchen in der KI-Technologie zu berichten, sogar wenn sie nicht zugehört hat. Seeing what you see, feeling what you feel ist ihr erster Roman, und der Beweis, dass sie ihrem Ehemann doch zugehört hat.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Es würmt sich nun

Bloom
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Das schwarze Gras ist einigermaßen erfolgreich bekämpft worden.
Es "Bloomed" wieder, Teil 2 knüpft nahtlos an das Ende von der Apokalypse in den Gärten an. Das Cover verspricht eklige Würmer und ist mit ...

Das schwarze Gras ist einigermaßen erfolgreich bekämpft worden.
Es "Bloomed" wieder, Teil 2 knüpft nahtlos an das Ende von der Apokalypse in den Gärten an. Das Cover verspricht eklige Würmer und ist mit dem Rot sehr beeindruckend.

Ayana, Seth und Petra entwickeln ihre Kräfte weiter. Mittlerweile sind sie in den Händen vom Militär. Dort werden ihre Sinne erforscht, um herauszufinden, was der Feind im Sinn hat.
Ob das gut ist für die Jugendlichen, wird sich zeigen. Ayana scheint einen Sinn für Außerirdische zu haben, sie scheint kommunizieren zu können, mit wem auch immer. Wieder müssen die drei Freaks zusammen halten. Seth ist von seiner Entwicklung recht begeistert, Petra hasst so ziemlich alles an sich, Ayana findet sich cool.
So unterschiedlich sie sind, sie müssen gemeinsam handeln.
Das Militär ist ihnen nicht sehr freundlich geneigt.
Was kommt auf die drei Jugendlichen zu, eine neue Bedrohung, sind es tatsächlich Außerirdische?

Nach dem offenen Ende von Bloom 1 konnte ich recht schnell die Fortsetzung beginnen.
Der leichte Gruselfaktor gepaart mit Humor hat mir wieder gut gefallen. Allerdings ging mir Petra hier noch mehr auf den Keks.
Ihre Art ist anstrengend und übermäßigen Stimmungsschwankungen ausgesetzt.
Wo hingegen Ayana regelrecht aufgeblüht ist, der Kontakt zu einer außerirdischen Form macht sie stark.
Was kommt danach, man wird bombardiert mit seltsamen Kreaturen, die einem in die Träume verfolgen könnten.
Es war nicht direkt Horror, aber abends wollte ich das Buch trotzdem nicht lesen.
Für junge Erwachsene aber sicher ein Heidenspaß.
Der Leser bekommt einige Seiten mehr geboten im Vergleich zu Band 1.
Auf diesen Seiten passiert immens viel, es gibt sehr viel Abwechslung und Action.
Die Kapitel wechseln zwischen den Jugendlichen ab, ich bin nicht durcheinander gekommen, da sofort klar ist, wer erzählt.
Ich muss nun warten, bis Bloom 3 auf deutsch erscheint.
Die deutschen Cover gefallen mir definitiv besser als die im Original. Die Farbgestaltung ist aktiver und wirkt unterhaltsamer.
Bis auf ein paar kleine Abzüge, bin ich bestens versorgt worden mit einem bunten Mix aus unheimlichen Dingern aus Fauna und Flora.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2021

Was wächst da?!?

Bloom
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Auf der Erde wächst überall schwarzes Gras, welches sich rasant ausbreitet.
Die Getreidefelder gehen ein, Tiere finden kein Futter mehr.
Die Menschen sind verzweifelt, was können sie tun? Forscher überlegen ...

Auf der Erde wächst überall schwarzes Gras, welches sich rasant ausbreitet.
Die Getreidefelder gehen ein, Tiere finden kein Futter mehr.
Die Menschen sind verzweifelt, was können sie tun? Forscher überlegen und testen Pflanzengift, nichts hilft.
Parallel lernt man drei Jugendliche kennen, die plötzlich ihre Allergien los werden und merkwürdige Veränderungen an sich erleben.
Gibt es da einen Zusammenhang?

Ein humorvolles und etwas gruseliges Szenario entwickelt sich. So schnell wie das Gras wächst, so schnell liest sich das Buch.
Es ist ein Jugendbuch, der Stil ist einfach und leicht lesbar. Die drei Jugendlichen prägen die Geschichte, um sie dreht sich die Handlung. Sie haben etwas in sich, was das Geheimnis um das Gras lösen könnte.

Das Cover wirkt wie ein Marvell Comic, die Grashalme sehen sehr lebendig aus. Das Grün ist phantastisch, die Kombination mit schwarz ziehen den Blick an.
Die Story hat keinen Tiefgang, trotzdem ist sie sehr unterhaltsam. Man darf keine besonders interessanten Gespräche erwarten, die Jugendlichen wirken eher blass.
Eine hohe Spannung habe ich dennoch empfunden, das Gras entwickelt sich weiter und die Gefahr wird stetig größer.
Trotz mancher Szenen und Dialoge die mir nicht gefallen haben, ist es insgesamt recht unterhaltsam.
Das Buch wird ab 12 Jahre empfohlen, der einfache Stil ist für mich damit begründet. Daher bekommt es von mir nur einen Stern abgezogen, ich habe mich ausreichend amüsiert und kann über manche Dinge hinweg sehen.
Es erscheint demnächst die Fortsetzung, dies war mir von Anfang an bewusst,
somit stört mich das Ende nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere