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Veröffentlicht am 05.11.2025

Bewegend!

Good Girl
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"Good Girl" von Aria Aber (übrigens von der Autorin selbst aus dem Englischen ins Deutsche übertragen) ist ein sehr bewegender Roman über Scham, das Nichtzugehörigfühlen und die Techno-Szene in Berlin.

Seit ...

"Good Girl" von Aria Aber (übrigens von der Autorin selbst aus dem Englischen ins Deutsche übertragen) ist ein sehr bewegender Roman über Scham, das Nichtzugehörigfühlen und die Techno-Szene in Berlin.

Seit 9/11 traut sich die 19-jährige Nila nicht mehr, anderen Menschen zu erzählen, dass sie aus Afghanistan kommt und verschweigt das "b" das eigentlich zu ihrem Namen Nilab dazugehört. Ihre Eltern, angesehene Ärzte, sind in den späten 80ern bzw frühen 90ern nach Deutschland geflohen, bekamen keine Arbeitserlaubnis, weshalb die Familie in Armut und Perspektivlosigkeit in Gropiusstadt lebt. Ihre Mutter ist inzwischen verstorben und Nila hat große Träume, viel Talent und noch mehr unverarbeitete Generationentraumata. Sie rebelliert gegen die strengen Regeln ihrer Familie und flüchtet sich in Techno-Clubs und Drogen. Sie ist voller Scham, Unsicherheit und Verzweiflung und trifft auf den älteren Schriftsteller Marlowe, mit dem sie eine toxische Beziehung eingeht und in emotionale Abhängigkeit gerät. Er offenbart ihr eine völlig neue Welt...

Nilas Geschichte geht unter die Haut! Sie war für mich sehr schwer und ich bin beim Lesen angesichts der Gewalt, die Nila widerfährt und der Drogen, die sie und ihre Freunde nehmen, irgendwann "abgestumpft", so wie Nila, für die all das alltäglich ist. Das Buch sollte man nur lesen, wenn man in der richtigen Verfassung dazu ist.

Aber dann ist es unfassbar gut! Von der Lebensrealität einer jungen afghanischen Frau im Deutschland der 2010er zu lesen, hat meinen Horizonz erweitert. Die Autorin lässt viel des damaligen Weltgeschehens in die Geschichte mit einfließen, nicht nur 9/11, sondern bspw auch die NSU-Morde. All das, um die Angst von migrantischen Personen spürbar zu machen. Daher lege ich "Good Girl" einigen Politikern (hust hust), die dringend mehr Empathie benötigen, sehr ans Herz.

Nila ist eine spannende Figur. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr gelitten, auch wenn ich viele ihrer Handlungen nicht gutheißen, aber nachvollziehen konnte. Denn angesichts ihrer Lebensrealität, die meiner ziemlich fern ist, ist es Aria Aber gelungen, einen so tiefen Einblick in Nilas Leben zu geben, dass ich sie gut verstehen konnte. Nila macht eine große Entwicklung durch, die ich als authentisch empfinde und die mich berührt hat. Auch viele ihrer Freund*innen sind sehr vielschichtig und coole Charaktere (nicht immer unbedingt sympathisch, aber mit viel Tiefe). Nur Marlowe konnte ich nichts abgewinnen!

Nila träumt von einer besseren Welt und viele ihrer Gedanken haben mich sehr bewegt. Der Schreibstil ist gewaltig, wunderschön und zeugt von einem gewissen Weltschmerz und ich habe mir viele Stellen darin markiert. Nila ist Fotografin und beim Lesen dieses Buches habe ich oft Fotos der Szenen vor meinem inneren Auge gesehen, weil Nila ihre Welt durch die Kameralinse wahrnimmt, spiegelt sich das in der Erzählweise wider. Ein schönes Detail, was die harten Themen auflockert und Nila noch viel nahbarer wirken lässt.

"Good Girl" ist ein Roman, von dem ich nicht ganz sagen kann ob er ein Lieblingsbuch ist, weil er sehr wehtut, aber er wird noch lange in mir nachhallen und ich kann ganz pathetisch sagen, dass ich nach dem Lesen ein anderer Mensch bin! Da bleiben mir nur 5 Sterne übrig...

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Berührend, rätselhaft und wunderschön!

Bestie
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„Bestie" von Joana June hat mich direkt angesprochen, weil ich Bücher über Freundinnenschaft liebe und den pola-Verlag für mich entdeckt habe. Der nicht ganz eindeutige Titel ist sehr faszinierend und ...

„Bestie" von Joana June hat mich direkt angesprochen, weil ich Bücher über Freundinnenschaft liebe und den pola-Verlag für mich entdeckt habe. Der nicht ganz eindeutige Titel ist sehr faszinierend und perfekt gewählt. Geht es in diesem Buch um Besties oder Bestien? Dieser Interpretationsspielraum zieht sich durch das ganze Buch, nicht nur im Titel, sondern durch viele detailverliebte und experimentelle Spielereien! Das war absolut nicht das, was ich erwartet hatte und es hat mich komplett begeistert!

Die Figur Delia zieht nach Hamburg und bei der Influencerin Anouk ein. Sie möchte einen Neuanfang, sich komplett neu erfinden und gibt sich selbst den Namen „Lilly". Im Fokus der Handlung steht weniger die Freundschaft zwischen den beiden Frauen, sondern vielmehr ihre individuelle Entwicklung und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

Diese Entwicklung fand ich großartig und sehr berührend!
Delia ist mir etwas unheimlich, da sie Anouk gegenüber sehr obsessiv ist. Solche Charaktere liebe ich!
Anouk mag ich auch sehr gerne, wie sie zwischen perfekter Außendarstellung um Selbstverwirklichung ringt.
Beide Figuren sind sehr vielschichtig und nuanciert, was sie authentisch macht. Sie fühlen sich wie echte Personen an!

Meine Highlights waren vor allem die „Spielereien" in der Erzählweise! Eine Art „Traum" von Bestien(?) und der theatralische Handlungsaufbau mit Interludes als Höhepunkt, die wie ein Drama geschrieben sind, sind unfassbar originell und passen perfekt zur Geschichte! Diese Parts zeichnet aus, dass sie sehr surreal und schwer zu greifen sind, da sie ebenso wie der Titel uneindeutig sind. Gleichzeitig fühlten sie sich beim Lesen bedrohlich und lebendig an!

„Bestie" ist defintiv ein Buch, das man mehr als nur ein Mal lesen kann! Ein großartiges Debüt von Joana June und eine sehr große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Ein perfekter Schreibstil trifft auf eine schwierige Protagonistin

Nowhere Heart Land
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„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa Konert, die lost im Erwachsensein ist. Und weil die Dinge immer anders laufen als erwartet, landet sie auf einmal wieder in der deutschen Kleinstadt, ...

„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa Konert, die lost im Erwachsensein ist. Und weil die Dinge immer anders laufen als erwartet, landet sie auf einmal wieder in der deutschen Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Hier brechen alte, nicht geheilte Wunden wieder auf und Rosa versucht ihre chaotischen Erinnerungen, die in ihre Gegenwart gespült werden, vergeblich zu ordnen.

Der Schreibstil ist perfekt für diese Art von Geschichte! Assoziativ, fragmentarisch und teilweise willkürlich mit vielen Streams of Consciousness wird der Gemütszustand Rosas auf der Erzählebene abgebildet. So habe ich direkt ein Gefühl für ihren mentalen Zustand bekommen. Das ist die Art von Schreibstil, die ich liebe! Sehr nah an der Protagonistin und an vielen Stellen in dem Chaos wunderschön, aber auch nachdenklich stimmend.

Es gibt häufig Rückblenden in die Vergangenheit am Internat, wenn Rosa sich zurück erinnert. Diese sind teilweise sehr willkürlich oder leicht deplatziert, vermitteln jedoch ein gutes Gefühl für Rosas Aufwachsen und ihre Art, daran zurückzudenken.

Leider hatte ich so meine Probleme mit Rosa. Ich empfand sie an einigen Stellen als sehr anstrengend. Ich verstehe genau, warum sie so ist, wie sie ist. Sie agiert sehr kindisch, weil sie nicht erwachsen sein möchte, ist impulsiv, hat viele (Generationen-)Traumata, gerade was ihre Mutter und Großmutter betrifft, nicht verarbeitet und sehnt sich nach ihrer Internatszeit zurück, die sie wieder in die Gegenwart zu holen versucht. Dennoch ging sie mir oft auf die Nerven und ich finde ihr Verhalten anderen Personen gegenüber unfair und kopflos. In mancher Hinsicht ist sie unvorhersehbar, weil mir trotz des Schreibstils nicht ganz einleuchtete, was genau in Rosas Kopf vorgeht. Das hat mein positives Leseerlebnis etwas eingeschränkt, weil ich an bestimmten Stellen einfach nur den Kopf geschüttelt habe und mir ihr Verhalten nicht mehr erklären konnte.

Nichtsdestotrotz hat „Nowhere Heart Land“ meine vorherige Erwartungshaltung erfüllt und obwohl ich Rosa so schwierig finde, macht gerade das das Buch so besonders. Auch wenn es nicht mein liebstes Buch ist, kann ich es empfehlen, weil es definitiv außergewöhnlich ist und wunderschön geschrieben! Allein für den Schreibstil lohnt es sich!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

70er Jahre Vibes im Interviewformat

Daisy Jones & The Six
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„Daisy Jones & The Six“ ist ein, in einem Interviewformat geschriebenes Buch, das die Geschichte der gleichnamigen fiktiven Band erzählt. Auch wenn mir von der gleichen Autorin „The seven husbands of Evelyn ...

„Daisy Jones & The Six“ ist ein, in einem Interviewformat geschriebenes Buch, das die Geschichte der gleichnamigen fiktiven Band erzählt. Auch wenn mir von der gleichen Autorin „The seven husbands of Evelyn Hugo“ besser gefallen hat, war auch Daisy Jones ein Highlight für mich!

Taylor Jenkins Reid hat es einfach drauf, emotionale und fesselnde Geschichten über erfundene Berühmtheiten zu schreiben! Beim Lesen hat es sich so angefühlt, als wäre ich selbst ein Teil der Band gewesen und auch den Vibe der 70er Jahre habe ich sehr gefühlt!

Das Buch fokussiert sich nicht auf die Geschichte, sondern auf die einzelnen Figuren. Dadurch, dass die Charaktere rückblickend von ihrem Leben erzählen und dabei auch übereinander sprechen, erfährt man zwischen den Zeilen sehr viel über sie. Alle erzählen ihre subjektive Wahrnehmung und widersprechen sich dabei nicht selten. Gerade das finde ich an diesem Buch so besonders. Man bekommt nicht eine Version der Geschichte präsentiert, sondern mehrere und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Auch wenn ich keine Zitate in Büchern markiere, hatte ich hier manchmal ganz kurz das Bedürfnis, es doch zu tun. Es regen einfach sooooo viele Zeilen zum Nachdenken an oder bringen Wahrheiten genau auf den Punkt. Der Schreibstil ist eine 10/10!

Das Ende erschien mir sehr logisch, aber ich hätte es NIEMALS vorausgesehen!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Dieses Buch hilft mir sehr

Das Licht in uns
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Michelle Obama ist ein großes Vorbild von mir! Ich finde diese Frau sehr beeindruckend und inspirierend und bewundere ihre Art, das Leben zu sehen.

„In Das Licht in uns“ analysiert Michelle den Stand ...

Michelle Obama ist ein großes Vorbild von mir! Ich finde diese Frau sehr beeindruckend und inspirierend und bewundere ihre Art, das Leben zu sehen.

„In Das Licht in uns“ analysiert Michelle den Stand der Welt, spricht Probleme von zahlreichen Mädchen auf der ganzen Welt an und regt zum Nachdenken an. Es liest sich ein bisschen wie ein Ratgeber, in dem die Autorin mitteilt, wie sie mit schweren Situationen umgeht und aufzeigt, wie man Ziele im Auge behält.

„Das Licht in uns“ gefällt mir besser als „BECOMING“, das andere Buch von Michelle Obama. Dieses hier ist zwar vom Schreibstil schwerer lesbar, weil es etwas hochgestochener ist, aber ich fand es gut zu bewältigen.

Das Licht in uns zähle ich zu meinen Lieblingsbüchern, weil ich sehr viel daraus lernen kann, darüber nachdenken kann und Mut daraus ziehe. Ich lese immer wieder darin, wenn es mir schlecht geht und fühle mich danach besser.

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