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Veröffentlicht am 20.04.2026

Hochzeit mit dunklem Beigeschmack

Dein letztes Fest
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Frank fällt aus allen Wolken, als seine Tochter sich nach Jahren plötzlich meldet und ihn direkt zu ihrer Hochzeit einlädt. Klingt nach Happy End, wäre da nicht der Bräutigam aus einer steinreichen Familie ...

Frank fällt aus allen Wolken, als seine Tochter sich nach Jahren plötzlich meldet und ihn direkt zu ihrer Hochzeit einlädt. Klingt nach Happy End, wäre da nicht der Bräutigam aus einer steinreichen Familie und ein abgelegenes Anwesen irgendwo in New Hampshire, das eher nach abgeschotteter Welt als nach romantischer Kulisse wirkt. Je näher der große Tag rückt, desto mehr bröckelt die perfekte Oberfläche: Die Dorfbewohner begegnen den Gästen mit offener Ablehnung, es gehen Gerüchte über das Verschwinden einer jungen Frau um und ausgerechnet der zukünftige Schwiegersohn scheint darin verwickelt zu sein. Während Frank versucht, das Puzzle zusammenzusetzen, stößt er bei seiner Tochter auf völliges Unverständnis.

Der Reiz der Geschichte entsteht aus dieser ungewöhnlichen Mischung: unterschwellige Bedrohung trifft auf eine überraschend lockere, oft sogar richtig witzige Erzählweise. Frank ist kein typischer Thriller-Protagonist, eher jemand, der mit trockenem Humor, Selbstironie und einem leicht skeptischen Blick auf die Welt durch diese absurde Situation stolpert. Genau das sorgt dafür, dass man trotz der düsteren Untertöne immer wieder schmunzeln muss.

Ein echtes Highlight ist Abigail, das Pflegekind seiner Schwester. Sie bringt frischen Wind in die Handlung, wirkt klug, aufmerksam und angenehm direkt. Ihre Auftritte sind nicht nur unterhaltsam, sondern geben der Geschichte auch zusätzliche Tiefe und kleine, treffende Momente, die im Kopf bleiben.

Atmosphärisch funktioniert das Ganze richtig gut. Das luxuriöse, abgeschiedene Anwesen, die kühle Distanz der Gastgeber und die spürbare Abneigung im Dorf ergeben zusammen eine dichte, leicht unheimliche Kulisse. Die Spannung entwickelt sich dabei eher leise als spektakulär, durch Blicke, Andeutungen und dieses konstante Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Auch die Figuren sind vielschichtig angelegt und bleiben bewusst ein Stück weit undurchschaubar. Jede Begegnung kann eine neue Richtung andeuten, jede Information alles verändern. Genau das hält die Neugier konstant oben. Der Schreibstil ist modern, flüssig und sehr zugänglich. Man ist schnell drin und bleibt mühelos dabei, während sich die Spannung Stück für Stück aufbaut. Like it!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Zwischen Nähe und Distanz (Hörbuch)

Weißer Sommer
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Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, ...

Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, bis ihre Beziehung schließlich an einem Punkt angekommen ist, an dem unklar wird, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben. Um Antworten zu finden, ziehen sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. Dort wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch Bestand hat oder ob es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Zwischen Erinnerungen, Gesprächen und stillen Momenten kreisen sie um die Frage, ob man an etwas festhalten sollte, das vielleicht längst verloren ist.

Was dieses Hörbuch sofort herausstechen lässt, ist die tolle Lesung. Die Stimmen tragen die Geschichte mit viel Feingefühl und verleihen den ruhigen, nachdenklichen Passagen eine besondere Intensität. Auch sprachlich hat mich das Werk beeindruckt; der Stil ist elegant, bedacht und voller feiner Beobachtungen.

Und doch blieb bei mir eine gewisse Leere zurück. So sehr ich den Stil bewundern konnte, so wenig habe ich mich den Figuren wirklich nahe gefühlt. Alma und Théo blieben für mich auf Distanz, fast wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Ihre Gedanken und Konflikte waren nachvollziehbar, aber nicht greifbar genug, um mich emotional mitzunehmen. Zudem hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Geschichte verliert. Sie schweift ab, verweilt lange in Stimmungen und Reflexionen, ohne dabei eine echte Sogwirkung zu entwickeln. Für mich fehlte dadurch ein klarer Fokus, was es schwierig machte, dauerhaft in der Geschichte zu bleiben.

Am Ende hat mich das Hörbuch leider nicht berührt. Das ist besonders schade, weil so vieles vielversprechend ist: das wunderschöne Cover, der Klappentext, die Thematik und eben auch der wirklich gute Schreibstil. Doch all das konnte für mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die emotionale Tiefe nicht bei mir ankam. Leider!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Nicht ganz mein Sommer (Hörbuch)

Eine Liebe ohne Sommer
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Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt ...

Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte nicht. Mein größtes Problem waren tatsächlich die Protagonisten. Ich bin einfach nicht richtig warm mit ihnen geworden, was es mir ziemlich schwer gemacht hat, emotional dranzubleiben. Manche Entscheidungen und Aussagen wirkten auf mich eher konstruiert als authentisch. Ein Beispiel, das mir direkt am Anfang negativ aufgefallen ist: die Frage an eine ältere Dame, ob sie mit PayPal bezahlen kann. Das sollte vermutlich witzig sein, hat bei mir aber eher für Augenrollen gesorgt. Es wirkte unpassend und unnötig, zumal das Verhalten der Figur ohnehin schon klar gemacht hat, dass sie mit moderner Technik nicht viel am Hut hat. Dadurch war ich leider relativ früh etwas raus aus der Geschichte.

Das heißt aber nicht, dass alles schlecht war: Es gab durchaus einige schöne, ruhigere und auch berührende Momente. Gerade die Suche nach dem „wahren Nikolas“ fand ich ganz interessant umgesetzt, auch wenn mich das insgesamt nicht komplett überzeugen konnte. Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall die Sprecherin. Sie hat das Hörbuch wirklich angenehm und lebendig gelesen und konnte einiges an Stimmung transportieren, was die Geschichte selbst für mich nicht immer geschafft hat.

Unterm Strich ist es kein schlechtes Hörbuch, aber leider auch keines, das mir lange im Kopf bleibt. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Figuren und insgesamt mehr Gefühl gewünscht.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein Mord, viele Perspektiven (Hörbuch)

Beth is dead
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Vier Schwestern stehen plötzlich im Mittelpunkt eines Mordfalls: Beth wird tot aufgefunden, und schnell wird klar, dass jede ihrer Schwestern ein mögliches Motiv hat. Während die Ermittlungen laufen, geraten ...

Vier Schwestern stehen plötzlich im Mittelpunkt eines Mordfalls: Beth wird tot aufgefunden, und schnell wird klar, dass jede ihrer Schwestern ein mögliches Motiv hat. Während die Ermittlungen laufen, geraten nicht nur familiäre Spannungen ans Licht, sondern auch alte Geheimnisse, die lange verborgen geblieben sind. Durch wechselnde Perspektiven und Zeitsprünge setzt sich Stück für Stück ein komplexes Bild zusammen, in dem Wahrheit und Lüge immer schwerer zu unterscheiden sind.

Das Hörbuch zieht einen von Beginn an direkt in die Geschichte hinein und baut schnell eine dichte, leicht beklemmende Atmosphäre auf. Besonders die wechselnden Perspektiven der Schwestern sorgen dafür, dass man sich als Hörerin oder Hörer ständig ein neues Bild von den Figuren machen muss. Jede wirkt auf ihre Weise glaubwürdig, aber nie vollkommen durchschaubar, was die Spannung durchgehend aufrechterhält.

Die Handlung entwickelt sich dynamisch und lebt stark von den vielen kleinen Enthüllungen, die nach und nach ans Licht kommen. Durch die geschickte Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart bleibt man aufmerksam und beginnt automatisch, eigene Theorien zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was mit Beth passiert ist, sondern auch um die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie und die Auswirkungen von lange verdrängten Ereignissen.

Auch die Umsetzung als Hörbuch funktioniert gut. Die Sprecherleistung transportiert die unterschiedlichen Stimmungen überzeugend und verleiht den Figuren eine passende emotionale Tiefe. Gerade in intensiveren Momenten wirkt das Geschehen authentisch und nahbar. Teilweise hätte der Geschichte jedoch etwas mehr Raum gutgetan, da die vielen Wendungen recht dicht aufeinander folgen. Nicht jede Entwicklung kommt völlig überraschend, und einige Auflösungen wirken leicht konstruiert. Dennoch bleibt das Hörbuch bis zum Schluss spannend und bietet eine insgesamt fesselnde Mischung aus Thriller und Familiendrama.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein Funke im Dunkeln

Solange ein Streichholz brennt
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Es gibt Bücher, die laut um Aufmerksamkeit kämpfen und solche, die einfach da sind und einen trotzdem nicht mehr loslassen. Dieses hier gehört definitiv zur zweiten Sorte. Ohne großes Drama, ohne übertriebene ...

Es gibt Bücher, die laut um Aufmerksamkeit kämpfen und solche, die einfach da sind und einen trotzdem nicht mehr loslassen. Dieses hier gehört definitiv zur zweiten Sorte. Ohne großes Drama, ohne übertriebene Inszenierung erzählt es eine Geschichte, die sich erstaunlich echt anfühlt.

Bohm ist eine dieser Figuren, die man nicht sofort durchschaut. Er lebt am Rand der Gesellschaft, aber die Geschichte macht ihn nicht zum Klischee. Statt Mitleid zu erzwingen, zeigt sie ihn mit Ecken, Kanten und einer gewissen Distanz, die man erst nach und nach versteht. Sein Alltag wirkt rau, manchmal fast trostlos, aber nie künstlich überzeichnet. Und irgendwo zwischen all dem ist da Fox. Nicht nur ein Hund, sondern so etwas wie sein letzter Halt.
Alina bringt eine ganz andere Energie mit. Sie steht nicht am Existenzminimum, aber auch sie hängt fest; beruflich, vielleicht auch persönlich. Ihr Auftrag wirkt anfangs wie ein klassischer Karriererettungsversuch, doch je mehr sie sich auf Bohm einlässt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Distanz und Nähe. Das fühlt sich angenehm glaubwürdig an, weil nichts daran überstürzt wirkt.

Was das Buch besonders macht, ist seine Zurückhaltung. Es erklärt nicht alles, es bewertet nicht ständig und es versucht auch nicht, große Wahrheiten aufzudrängen. Stattdessen lässt es Situationen wirken, lässt Figuren atmen und vertraut darauf, dass man als Leser selbst mitdenkt. Gerade beim Thema Obdachlosigkeit ist das erfrischend ... keine Klischees, kein erhobener Zeigefinger, sondern ein Blick, der hängen bleibt.

Die Beziehung zwischen Bohm und Alina entwickelt sich leise, fast vorsichtig. Am Ende ist es kein Buch, das mit einem großen Knall endet. Eher eines, das sich langsam verabschiedet und noch eine Weile nachwirkt. Unaufgeregt, ein bisschen melancholisch und genau deshalb so überzeugend.

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