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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2020

„Ist es überhaupt ein Abenteuer, wenn man nicht wenigstens eine ziemlich unvernünftige Entscheidung trifft?“

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Inhalt:
„Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht zu ...

Inhalt:
„Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht zu vermissen. Zuflucht findet sie bei ihrer Großmutter Eileen in Yorkshire. Eileen wünscht sich mit Ende 70 eine neue Liebe, nur leider ist die Auswahl an interessanten Kandidaten in ihrem kleinen Dorf begrenzt. Die Lösung: Leena kommt auf dem Land zur Ruhe, und Eileen stürzt sich in die Londoner Dating-Szene … doch ist es wirklich so einfach, die Leben zu tauschen?“

Schreibstil/Art:
Der Schreibstil ist modern und total gefällig. Die fluffige, lockere Sprache ist angenehm. Der Perspektivenwechsel ist ablösend in der Ich-Form aus Leenas und Eileens Sicht geschrieben. Die humorvolle Art kommt sehr gut zum Vorschein, ich musste nicht nur einmal schmunzeln. Das Erzähltempo ist angenehm da nichts zu detailliert beschrieben oder unnötig in die Länge gezogen ist.
Alle Nebencharaktere sind einfach perfekt eingebettet. Ich mochte auch die Atmosphäre sowohl im Stadtleben als auch auf dem Land. Die Umschreibung ist Beth O’Leary wieder mal gelungen.

Fazit:
Mir hat dieses Buch ein durchgehend beruhigendes und angenehmes Gefühl verliehen. Ich kam zur Ruhe und genoss den Tausch der beiden Verrückten. Eileens Erlebnisse fand ich ein wenig spannender da die lustige Omi mich immer wieder staunen ließ und ich mit ihrer Art einfach besser klar gekommen bin. Der Flair, die Erzählstimme und die Sphäre haben mich volle Lotte in seinen Bann gezogen. Seit langem hab ich mir gewünscht, dass ein Buch nicht so schnell endet.

Eine Geschichte voller Leben und humorvollen Momenten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Wohlfühl-Roman mit Schwächen

Katastrophen haben kurze Beine
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Inhalt:
„Ein rasanter lustiger Frauenroman um eine alleinerziehende Mutter in Nöten – für alle Leserinnen von Petra Hülsmann

Was macht man, wenn man als alleinerziehende Mutter dringend eine neue Wohnung ...

Inhalt:
Ein rasanter lustiger Frauenroman um eine alleinerziehende Mutter in Nöten – für alle Leserinnen von Petra Hülsmann

Was macht man, wenn man als alleinerziehende Mutter dringend eine neue Wohnung braucht und die Vermieter allesamt lieber drei Hunde als drei Kinder im Haus haben wollen? – Bingo: Man unterschlägt einfach ein Kind! Genau das macht Steffi und dank dieser Lüge kommt sie tatsächlich an eine wunderschöne Wohnung, die sie sich sogar leisten kann. Woraufhin sich für sie natürlich ein neues Problem auftut: Wie macht man einen von zwei überaus lebhaften Zwillingen unsichtbar? Und dann trifft sie auch noch die Liebe mit voller Breitseite …"

Schreibstil/Art:
Gina Greifenstein hat sich in diesem Roman für die Variante entschieden, in der der Leser ausschließlich die Perspektive der Protagonistin Stefanie Schneider zu lesen bekommt. Die humorvolle Art kommt gut zum Vorschein, ich musste nicht nur einmal schmunzeln. Das Erzähltempo hat mir gut gefallen, nur zum Schluss hätte ich mir ein etwas weniger schnelles Ende gewünscht. Was ich definitiv als Kritikpunkt ansehen muss, sind die vielen Rechtschreibfehler und der stellenweise schlechte Satzbau. Das hat mich vom „flüssigen“ Lesen abgehalten und geärgert.

Fazit:
Ein Wohlfühl-Roman mit einigen Schwächen aber dafür sympathischen und humorvollen Charakteren. Die Idee hinter der Geschichte hat mir gut gefallen auch wenn man natürlich weiß, dass einiges weit hergeholt ist. Den Titel finde ich passend, die Gestaltung des Covers eher einfach und kindlich – was natürlich Geschmackssache ist.
Ich vermute, dass mir diese Geschichte nicht lange in Erinnerung bleibt aber ich hab es dennoch gerne gelesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

„Zwei verschiedene Wahrnehmungen derselben Szene.“

Menschliche Dinge
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Inhalt:
„Die Farels sind schön und reich, haben Einfluss und Macht: Jean Farel ist ein prominenter Fernsehjournalist, seine Frau Claire eine Intellektuelle, bekannt für ihr feministisches Engagement. Ihr ...

Inhalt:
„Die Farels sind schön und reich, haben Einfluss und Macht: Jean Farel ist ein prominenter Fernsehjournalist, seine Frau Claire eine Intellektuelle, bekannt für ihr feministisches Engagement. Ihr Sohn Alexandre, gutaussehend, sportlich, eloquent, studiert an einer Elite-Uni. Eine Familie wie aus dem Bilderbuch, könnte man meinen. Doch eines Morgens steht die Polizei bei den Farels vor der Tür, eine junge Frau hat Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Die glanzvolle gesellschaftliche Fassade zeigt gefährliche Risse.


Inspiriert vom "Fall Stanford" und vor dem Hintergrund der MeToo-Debatte, erzählt Karine Tuil in Menschliche Dinge von den Auswüchsen einer Gesellschaft, die auf Leistung und Selbstdarstellung getrimmt ist, in der sich jeder nimmt, was er haben will.“


Schreibstil/Art:
Ein Roman der völlig aus dem Leben gerissen ist. Alle Beteiligten sind so authentisch und greifbar beschrieben, dass ich durchgehend das Gefühl hatte, dass Karine Tuil eine wahre Begebenheit nacherzählt. Realistisch wirkt es unter anderem aber auch deswegen, da aktuelle Geschehnisse wie; der Weinstein-Skandal, die #MeToo-Bewegung oder die Strauss-Kahn-Affäre, mit eingebunden sind.
Der Stil ist behutsam, intensiv und modern. Die Perspektive switcht zwischen den drei Betroffenen. Spannend wird es erst so richtig zu Mitte des Buches, denn erst dann erfährt man, wem die Vergewaltigung vorgeworfen wird. Vorher konzentriert sich die Autorin auf die Darstellung der Familie und deren Stand in der Öffentlichkeit. Diesen Part fand ich etwas zu langatmig und ziehe deswegen einen Stern bei der Beurteilung ab. 


Fazit:
Dieses Meisterstück ist breitgefächert da ich festgestellt habe, wie einfach es die Frauen heutzutage haben, Männer (die in der Öffentlichkeit stehen) einer Vergewaltigung zu bezichtigen. Aber auch die Sicht eines Mannes, der mit viel Geld und seiner Selbstdarstellung beeinflussend ist. 

Das Buch regt zum Nachdenken an, spiegelt ruinierte Schicksale und die Zerstörung der Beziehung zwischen Männern und Frauen wieder.

Ein Buch dessen Tiefe, Vielfalt und das Ausmaß einer Aussage mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Das Thema könnte aktueller nicht sein. Es ist spannend und erschreckend zugleich zu beobachten und zu erfahren welchen Prozess sowohl der Täter als auch das Opfer durchmachen müssen. Vor allem wie sich beide Ansichten auf eine (mögliche) Beziehung auswirken und wie vorsichtig beide Geschlechter mit ihrem Gegenüber umgehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2020

„Im Netz gefangen“

Das Netz
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Inhalt:
„Wer ist die attraktive Frau, die regelmäßig den Zoll am Flughafen von Reykjavik passiert? Je aufmerksamer der Zollbeamte Bragi sie beobachtet, desto sicherer ist er sich: Diese Frau hat etwas ...

Inhalt:
„Wer ist die attraktive Frau, die regelmäßig den Zoll am Flughafen von Reykjavik passiert? Je aufmerksamer der Zollbeamte Bragi sie beobachtet, desto sicherer ist er sich: Diese Frau hat etwas zu verbergen.
Die junge Mutter Sonja hat bei einer schmutzigen Scheidung das Sorgerecht für ihren Sohn verloren. Sie setzt alles daran, ihn zurückzubekommen, kann sich aber nicht mal einen Anwalt leisten. Verzweifelt lässt sie sich darauf ein, Kokain nach Island zu schmuggeln. Nur ein paarmal, sagt sie sich.
Agla, einst eine hochrangige Bankerin, hat ganz andere Probleme: Sie muss sich nach dem isländischen Finanzcrash unbequeme Fragen zu ihrer Rolle in einigen dubiosen Deals gefallen lassen. Kein Grund, nervös zu werden – denkt sie.
Als sich Bragis, Sonjas und Aglas Wege kreuzen, entspinnt sich ein komplexes Netz der Kriminalität. Und bei jedem Versuch, sich daraus zu befreien, verstricken sie sich nur noch tiefer …“


Schreibstil/Art:
Abwechselnd wird aus Sicht von Sonja, ihrem Sohn Tómas, dem Zollbeamten Bragi und der Bankerin Agla erzählt. Jeder von ihnen steht vor seinem eigenen Ruin und ist im Netz der Lügen verheddert. Die kurzen Kapitel (im Durchschnitt etwa 1-3 Seiten) treiben die Geschichte total schnell voran. Die Erzählstimme ist dennoch ruhig und lässig.
Der Nervenkitzel rund um die Falle und der Tatsache, dass sich die Schlinge immer mehr zuzieht, macht es meiner Meinung so spannend.


Fazit:
Ein ruhiger Island-Krimi der mich überrascht hat. Gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Charaktere, die Momente während des Drogenschmuggels und die Verbindung zwischen den drei Hauptprotagonisten. Das offene Ende macht Lust auf mehr, ich freue mich auf die Fortsetzung.

Ich kann mich der Meinung von Yrsa Sigurðardóttir nur anschließen: „Klar, sicher und nervenaufreibend spannend. Ein außergewöhnlicher Roman, der Liljas Platz als eine der herausragenden Krimiautorinnen Islands festigt.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2020

„Wir sind so austauschbar, so leicht ersetzbar.“

The Modern Break-Up
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Inhalt:
„Ein Roman voller Wahrheiten über Dating, Trennungen und die Liebe: direkt, eindringlich und verdammt aufschlussreich

Es ist die erste Night Out seit Amelias Trennung im letzten Jahr. Mit ihrer ...

Inhalt:
„Ein Roman voller Wahrheiten über Dating, Trennungen und die Liebe: direkt, eindringlich und verdammt aufschlussreich

Es ist die erste Night Out seit Amelias Trennung im letzten Jahr. Mit ihrer besten Freundin trinkt sie Cocktails in einer New Yorker Bar, als sie Nick kennenlernt. Obwohl Nick und Amelia total verknallt sind, haben sie keinen Sex, sondern reden eine Nacht lang offen und ehrlich über ihre Datingerfahrung und darüber, was Männer und Frauen eigentlich so von der Liebe wollen. Das Gespräch ist eine Offenbarung für Amelia: endlich kümmert sie sich um sich selbst und ihr eigenes Glück. Aber der Kontakt zu Nick reißt nie ab …


Schreibstil/Art:
Leider konnte mich der Schreibstil von Daniel Chidiac nicht für sich begeistern. Mir fehlt die Tiefe, sowohl in der Geschichte als auch in den Charakteren. Positiv finde ich, dass beide Geschlechter zu Wort kommen, u.a. aber auch leider die Freundin, die Mutter und der Kumpel und genau das wurde mir irgendwann zu viel. Ich hätte mir eine klare Linie gewünscht.
Auch die Ansichten scheinen zusammengewürfelt zu sein. Mal dreht sich die Perspektive um den inneren Monolog, mal wand sich der Charakter direkt an den Leser und mal baute der Autor Notizen von Amelia ein. In meinen Augen kein richtig gelungener Aufbau.


Fazit:
Mir kommt das Ganze eher wie ein Ratgeber als ein Roman vor. Das „eigentliche“ Gespräch zwischen Amelia und Nick dauert ganze 20 Seiten (eBook Version, iPad) und das ist mir eindeutig zu wenig. Der Klappentext verspricht mehr Tiefe und ein intensiveres Gespräch und das fand in meinen Augen nur kurz statt. Außerdem hab ich die beiden nicht als verliebt empfunden. Ja, sie fanden sich sympathisch sonst würde man ja auch nicht mit demjenigen schlafen wollen aber von Verliebtsein war meiner Meinung nach nicht die Rede.

Für die Tinder Generation vielleicht ein aufschlussreiches Buch, für mich eher weniger.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere