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Veröffentlicht am 18.02.2021

„Worte bedeuten nichts. Taten zählen.“

Wut
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Inhalt:
„Das Erbe des Krieges, der Schrecken einer Kindheit und ein Junge, der nicht vergessen kann

Frank ist der Wut seiner Mutter ausgeliefert. Sie schlägt ihn, immer wieder. Er steht ihren Träumen ...

Inhalt:
Das Erbe des Krieges, der Schrecken einer Kindheit und ein Junge, der nicht vergessen kann

Frank ist der Wut seiner Mutter ausgeliefert. Sie schlägt ihn, immer wieder. Er steht ihren Träumen im Weg. Erst kam der Krieg, dann das Bordell, wo sie in der Nachkriegszeit Unterschlupf fand, dann die Klosterschule. Und jetzt das Kind.
Eines Tages eskaliert ein Streit, und Frank springt aus dem Fenster. Er kehrt nie wieder nach Hause zurück. Aber die Wut seiner Mutter wird er nicht mehr los.

Ein Roman darüber, wie schwer es ist, die Wunden der Kindheit zu heilen.“


Schreibstil/Art:
Eine einfühlsame Geschichte und ein außergewöhnlicher Erzählstil.

In Franks Leben und das seiner Mutter Maria, spielen viele Menschen eine bedeutsame sowie ausschlaggebende Rolle. Wir erfahren mehr zu deren Beweggründen sowohl aus der Vergangenheit als auch der Gegenwart. Was hat dazu geführt, dass sie so sind wie sind, woher kommt die Wut und was sie kann alles anrichten? Die Folgen und die Tragweite solch einer Tragödie sind unglaublich. 



Die Beschreibungen der Wutausbrüche haben es echt in sich und sind nichts für zartbesaitete. Die Wortwahl ist in solchen Momenten brutal, man kann Franks Angstzustände nur erahnen. („Komm raus, Drecksau, verkriech dich nicht, du Stück Scheiße.“)


Fazit:
„Wut ist mächtig. Wut sucht sich ihren Weg, wie Wasser.“



Ein Roman der aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Es werden unfassbar viele wichtige Themen angesprochen. Die Brutalität ist relativ schnell das Hauptthema. 

Zum Ende hin wird das Ganze etwas wirr da Illusionen mit der Realität Einswerden. Eine etwas ausführlichere Beschreibung wäre sinnvoll gewesen. Dennoch ließ sich der Roman, trotz der schwierigen Thematik, verhältnismäßig einfach und schnell lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

Fakten für und über Büchernerds

Bücherliebe - Was Bücherregale über uns verraten
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Inhalt:
„Ob wir unsere Bücher nun alphabetisch nach Autoren, nach Genres oder (Himmel bewahre!) nach Farben sortieren – Bücherregale sind die heimlichen Stars unter den Wohnzimmermöbeln. Doch neben vielgeliebten ...

Inhalt:
„Ob wir unsere Bücher nun alphabetisch nach Autoren, nach Genres oder (Himmel bewahre!) nach Farben sortieren – Bücherregale sind die heimlichen Stars unter den Wohnzimmermöbeln. Doch neben vielgeliebten Bücherschätzen bergen sie so manches Geheimnis: Haben wir unsere Sammlung mit der unseres Partners vereint? Behalten wir alle Bücher, die wir gelesen haben, oder nur die am meisten geschätzten?

Annie Austen geht den wirklich wichtigen Fragen des Lebens nach: Wie bringe ich Ordnung in mein Bücherregal? Warum sind Shelfies noch immer besser als Selfies? Muss man Bücher unbedingt zu Ende lesen? Und ganz wichtig: Wie überwinde ich die Angst, ein Buch zu verleihen? Außerdem gibt sie uns stolzen Regalbesitzern viel Insiderwissen und Inspirationen an die Hand: von Bücherregalen, die Geschichte schrieben, den Lieblingstiteln aus den Regalen von Barack Obama und Marilyn Monroe bis hin zu Welthits, die ihre Inspiration in Büchern fanden, fiktiven Bibliotheken und vieles mehr. 

»Bücherliebe« ist ein spaßiges und lehrreiches Kompendium für neugierige Sammler und zugleich ein Befreiungsschlag für verschüchterte Bücherfreunde. Denn das kleine Geschenkbuch huldigt die erstaunlichen Weisheiten und vielseitigen Möglichkeiten, die ein Leben mit Büchern bereithält – und beweist einmal mehr, dass wir Leserinnen und Büchernarren unser Leselicht nicht unter den Scheffel stellen müssen.“


Schreibstil/Art:
„Bücherliebe“ - ja das trifft es hier auf den kurzen 192 Seiten perfekt zu. Fakten, Insiderwissen, humorvolle Sprüche sowie lehrreiche Zitate bereichern den Inhalt. Zeichnungen (wie auf dem Cover) werden im Buch selbst weiter fortgesetzt. In den witzigen Beschreibungen wird sich vermutlich der ein oder andere wiederfinden. Informative Angaben zu den Bücherschätzen einiger Prominente sind interessant, aber auch andere wichtige Details sind für manche vielleicht neu und belehrend. Nur den Klappentext hätte ich mir etwas knapper gewünscht da er relativ viel preisgibt.


Fazit:
„Kein Möbel hat so viel Charme wie Bücher.“

Eine süße und aufmerksame Geschenkidee für jeden Buchliebhaber. Das kurze Buch hält was es verspricht. Die anonyme Autorin hat sich mit vielen Details Mühe gegeben. Jeder Buchfreund/-in wird sich über einzelne Weisheiten und Fakten mit Sicherheit wundern und verstehen, warum das eigene Bücherregal nach einem bestimmten Schema sortiert ist.

Ein kurzes Vergnügen und eine tolle Aufmerksamkeit für uns Büchernarren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

Verkettung unglücklicher Zufälle

Die Frau vom Strand
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Inhalt:
„Freundin oder Feindin?

Rebeccas Leben ist fast perfekt: Sie lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in ihrem Traumhaus an der Ostsee. Nur wenn Lucy beruflich unterwegs ist, fühlt Rebecca ...

Inhalt:
Freundin oder Feindin?

Rebeccas Leben ist fast perfekt: Sie lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in ihrem Traumhaus an der Ostsee. Nur wenn Lucy beruflich unterwegs ist, fühlt Rebecca sich einsam. Das ändert sich jedoch, als sie am Strand Julia kennenlernt. Die beiden Frauen freunden sich an und treffen sich täglich – bis Julia plötzlich spurlos verschwindet. Rebecca begibt sich auf die Suche nach ihr, stellt jedoch bald fest, dass sie ein Phantom jagt. Vieles, was Julia ihr erzählt hat, war gelogen, ihre angebliche Zufallsbegegnung sorgfältig inszeniert. Als Rebecca erkennt, weshalb Julia wirklich ihre Nähe gesucht hat, ist es zu spät. Sie muss eine Entscheidung treffen, um die zu schützen, die sie liebt.“


Schreibstil/Art:
Die mir bisher unbekannte Autorin Petra Johann hat sich (für mich) in diesem Thriller für einen durcheinandergewürfelten Schreibstil entschieden. Zu Anfang und Ende des Buches ist aus Rebeccas Perspektive geschrieben. In diesen Kapiteln ist stellenweise aus Sicht einer dritten Person geschrieben und dann wiederum wendet sich Rebecca mit indirekten Fragen schnurstracks an den Leser. Fand ich etwas too much und zu gewollt.

Der Rest des Buches ist aus Sicht der Ermittler geschrieben, dessen Perspektiven sich abwechseln. Diese standen meiner Meinung zu sehr im Vordergrund da ich – angesichts des Klappentextes – davon ausging, dass es sich hierbei ausschließlich um die beiden Protagonistinnen und dessen Problemen handelt. Aber nein, im Laufe der Zeit kommen auch die persönlichen Angelegenheiten der Ermittler hinzu. Hier muss ich außerdem gestehen, dass sie mir fast alle unsympathisch gewesen sind. Deren Humor über andere, vor allem Zivilisten zu lästern, fand ich weniger nett.


Fazit:
Fangen wir mit dem Positivem an: gut gefallen hat mir sowohl die Idee und als auch die Beschreibung der Handlungsorte in diesem Thriller. Die Stadt Rerik, konnte ich mir bildhaft sehr gut vorstellen. Die Datumsangabe erleichtert die Orientierung und verleiht ein Zeitgefühl bei den Ermittlungen.
Der Gedanke ein lesbisches Pärchen einzubauen empfand ich als sehr erfrischend und aktuell. Die Klarstellung zu den Klischees und dessen Problematik ist gut eingebunden und klärt gut auf, ohne wirklich aufdringlich zu sein.

Objektiv betrachtet ist es kein schlechter Thriller, ich finde aber, dass Petra Johann zwischendurch sehr gespoilert hat. Das ganze Puzzle legte sich in meinem Kopf schneller zusammen als bei der Polizei. Durch die vielen Infos fiel bei mir der Groschen relativ schnell. Letztendlich hab ich nur auf die Bestätigung gewartet, die mit ein paar Überraschungen und Feinheiten ausgeschmückt ist. Hier hätte ich mir weniger klare und offensichtliche Details gewünscht und mehr Spannung. Im Großen und Ganzen nicht schlecht, konnte mich allerdings nicht überzeugen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2021

Reden ohne Hände - ein kurzweiliges Lesevergnügen

Ben & Charlie - Ein Dialog ohne Hände
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Inhalt:
„Der Roman umzeichnet eine amüsante und berührende Konversation zwischen zwei Fremden, die zu Freunden werden und einer Romanze, die entgegen aller Erwartungen entsteht. Alexandra B. Schopnie schafft ...

Inhalt:
„Der Roman umzeichnet eine amüsante und berührende Konversation zwischen zwei Fremden, die zu Freunden werden und einer Romanze, die entgegen aller Erwartungen entsteht. Alexandra B. Schopnie schafft es, den Leser in den Dialog zu betten und schenkt Einblick in eine moderne Liebe zwischen den Zeilen.“


Schreibstil/Art:
Auf insgesamt 160 Seiten verfolgt man spannend und fiebernd das Kennlernen und Näherkommen von Ben und Charlie (Charlotte). Selbst wenn deren Konversation ausschließlich über Email erfolgt, erhält man als Leser trotzdem gute Einblicke in deren Privatleben.

Bildhafte Beschreibungen rundum die beiden Protagonisten sowie deren Ängste bzgl. des erstens „richtigen“ und realen Dates, sind sehr gut umschrieben. Wer solch eine (ähnliche) Situation mal erlebt hat, weiß wie sich die beiden fühlen und durchmachen.


Fazit:
Hach, Charlie und Ben habe ich gerne begleitet. Ihren Austausch empfand ich authentisch, voller Emotionen und spannend bis zum Schluss.

Interessant ist der Stil, der auch die Geschichte ausmacht und es schafft durch nur einen Emailaustausch eine ganze Geschichte zu erschaffen. Gut gefallen hat mir außerdem der frische Ton zwischen den beiden. Zuerst noch förmlich dann ohne viel Tamtam zu "DU" rübergeswitcht und anschließend sehr intensive Gedanken ausgetauscht. 
Der Aufbau war sehr angenehm, einfach und total verständlich.



Ich hatte zwar ein kurzes dafür aber ein sehr süßes Lesevergnügen.

  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 11.02.2021

Zu speziell / oftmals sehr oberflächlich

Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019
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Inhalt:
„In »Mädchen, Frau etc.« verwebt Bernardine Evaristo die Geschichten schwarzer Frauen über ein Jahrhundert zu einem einzigartigen und vielstimmigen Panorama unserer Zeit. Ein beeindruckender Roman ...

Inhalt:
„In »Mädchen, Frau etc.« verwebt Bernardine Evaristo die Geschichten schwarzer Frauen über ein Jahrhundert zu einem einzigartigen und vielstimmigen Panorama unserer Zeit. Ein beeindruckender Roman über Herkunft und Identität, der daran erinnert, was uns zusammenhält.

Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch. In ihrer ersten Inszenierung am Londoner National Theatre setzt sie sich mit ihrer Identität als schwarze, lesbische Frau auseinander. Ihre gute Freundin Shirley hingegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Londoner Schulen ausgebrannt. Carole hat Shirley, ihrer ehemaligen Lehrerin, viel zu verdanken, sie arbeitet inzwischen als erfolgreiche Investmentbankerin. Caroles Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. Sie ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen und hat ihrer Tochter Carole aus guten Gründen einen englischen Vornamen gegeben.

Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos Mädchen, Frau etc. sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden.“


Schreibstil/Art:
Dass die Autorin auf die Interpunktion verzichtet und nur am Ende der 5 Kapitel einen Punkt setzt, hat mich anfangs zwar gestört, sich aber mit der Zeit gelegt. Manche Sätze wirken dadurch zwar cooler und bedeutungsvoller, gebraucht hätte ich es, um ehrlich zu sein aber nicht. Womit ich ein Problem hatte, ist, dass mir einfach zu viele Frauen unsympathisch gewesen sind und deren Lebensgeschichten oftmals nur oberflächlich behandelt worden sind.

Gut gefallen hat mir der Übergang bei den Erzählenden. Viele Frauen sind auf irgendeine Art und Weise miteinander verbunden, sei es als Freundinnen, Bekannte, Verwandte, ... Sobald eine neue Perspektive anfängt, hat man das Gefühl, dass man die Person schon kennt. Manchmal werden zwei verschiedene Wahrnehmungen derselben Szene aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Hier hat sich die Autorin sehr gut in die Charaktere hineinversetzen können.


Fazit:
Dass die Autorin bzw. dieses Buch so gehyped wird, kann ich nur zum Teil verstehen. Themen wie Rassismus, Herkunft, Diskriminierung, Feminismus oder auch die eigene Selbstfindung kommen hier zwar gut zur Geltung aber verteilt auf alle Lebensentwürfe, leider nicht immer tiefsinnig genug. Hier reichen die 512 Seiten nicht aus.



Am meisten berührt hat mich das zweite Kapitel. Hier hatte ich alles, was ich mir davor und danach gewünscht hatte; starke Frauen, berührende Schicksalsschläge sowie ein tolles Feingefühl seitens der Autorin für den Aufbau und die Dramatik. Und das nur auf den wenigen Seiten! Genau das war meine Vorstellung. Leider sank mein Interesse immer weiter runter, weil das Niveau nicht gehalten werden konnte. 
Die Lebensumstände wurden meines Erachtens immer wieder nur grob angerissen, die Frauen blieben zu unnahbar.

Tolles Cover, gute Idee, nur bei der der Umsetzung hapert es ein bisschen. Ich bin übrigens der Meinung, dass der englische Titel „Girl, Woman, Other“ angemessener wäre.

  • Cover
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  • Handlung
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