Cover-Bild Die Rettung
Band der Reihe "Seghers Werkausgabe"
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42,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 616
  • Ersterscheinung: 08.12.2025
  • ISBN: 9783351034535
Anna Seghers

Die Rettung

Roman

Der neue Band der großen Anna-Seghers-Werkausgabe – »Eine Chronik der deutschen Arbeitslosen« Walter Benjamin

Nach einem schweren Grubenunglück in dem oberschlesischen Steinkohlenbergwerk Matthiasgruben nahe der deutschen Stadt B. wird der kinderreiche Bergmann Andreas Bentsch im November 1929 mit seinen Kumpels in letzter Minute gerettet. Zwar verliert er nicht sein Leben, dafür aber die Arbeit. Es beginnt eine Zeit schwerer Prüfungen. Im Spätwinter 1933 droht seine Verhaftung durch die Nationalsozialisten, doch auch hier kommt für ihn in letzter Sekunde die Rettung. Als er sich daraufhin dem Widerstand gegen den Faschismus anschließt, hat er nichts Geringeres zum Ziel als die Rettung des deutschen Volkes. Anna Seghers' vierter Roman erschien 1937 in Amsterdam, als die Autorin bereits aus Nazideutschland ins Exil geflohen war.

Mit Stellenkommentar und Nachwort zur Entstehungsgeschichte

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Gerettet – und trotzdem verloren

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Man spürt den Kohlestaub förmlich auf der Haut, hört das Knacken der Stollen und hält beim Lesen unwillkürlich die Luft an. Diese Geschichte packt nicht mit großen Effekten, sondern mit einer Wucht, die ...

Man spürt den Kohlestaub förmlich auf der Haut, hört das Knacken der Stollen und hält beim Lesen unwillkürlich die Luft an. Diese Geschichte packt nicht mit großen Effekten, sondern mit einer Wucht, die leise kommt und lange bleibt. Andreas Bentsch wird gerettet – zweimal sogar – und doch beginnt danach erst der eigentliche Abstieg. Arbeit weg, Würde angekratzt, Angst im Nacken. Willkommen in einer Zeit, in der Menschsein schnell zur Gefahr wurde.

Der Roman fühlt sich an wie ein kalter Wintermorgen: nüchtern, hart, aber glasklar. Seghers schreibt schnörkellos, fast spröde, und genau das trifft. Kein Pathos, kein erhobener Zeigefinger, nur das stille Protokoll eines Mannes, der immer wieder aufsteht, obwohl die Welt ihm ständig die Beine wegzieht. Beim Lesen kommen Gedanken wie von selbst: Wie hätte man selbst gehandelt? Mutig? Feige? Gar nicht?

Besonders stark ist diese permanente Bedrohung, die zwischen den Zeilen lauert. Die Nationalsozialisten sind da, lange bevor sie offen zuschlagen. Misstrauen wird zum Alltag, Hoffnung zur heimlichen Währung. Und dann dieser Gedanke, der hängen bleibt: Rettung bedeutet hier nicht Sicherheit, sondern Verantwortung. Wer überlebt, kann nicht einfach weitermachen.

Das Nachwort und der Stellenkommentar geben dem Ganzen zusätzlich Tiefe und zeigen, wie aktuell dieser Roman leider geblieben ist. Kein Wohlfühlbuch, aber eines, das nachhallt. Eines, das den Kaffee kalt werden lässt, weil man noch eine Seite lesen muss. Und noch eine.

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