Cover-Bild Hitlers Gefolgsmann
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 07.05.2026
  • ISBN: 9783462012491
Axel Spilcker

Hitlers Gefolgsmann

Robert Ley – mein Großvater, der Kriegsverbrecher | Eine Biografie eines der mächtigsten Nationalsozialisten – erzählt von seinem Enkel

Mein Großvater, der Kriegsverbrecher

Robert Ley war Reichorganisationsleiter der NSDAP und baute die Deutsche Arbeitsfront zum größten NS-Verband auf. Nach dem Krieg war er im Nürnberger Prozess einer der 24 Hauptangeklagten. Sein Enkel Axel Spilcker erzählt nun die Lebensgeschichte seines Großvaters und die seiner Familie. Wie geht man mit einem solchen Erbe um? 

Einem Urteil in den Kriegsverbrecherprozessen entzieht sich Robert Ley 1945 durch Selbstmord. Achtzig Jahre später, in einer Zeit, in der die Demokratie wieder unter Druck steht, macht sich sein Enkel auf Spurensuche.

Axel Spilcker erzählt vom Aufstieg des Robert Ley in den innersten Kreis um Hitler, von Intrigen, Korruption und fanatischem Antisemitismus. Von der ersten Frau und der zweiten, der von Hitler gefeierten Sopranistin Inga Ley, die in Morphiumsucht und Depressionen versank und sich 1942 das Leben nahm. Von seinem Vater, der mit dem Erbe nicht umgehen konnte und die Familie verließ. Von seiner Tante, einer anerkannten Professorin und Feministin, die den Vater bis zu ihrem Tod verehrte. Von einer Familie, die ihren Namen änderte, von Gier, Hass, Flucht und Versuchen der Befreiung.

Basierend auf exklusiven Dokumenten, darunter die unveröffentlichten Memoiren von Robert Leys letzter Partnerin, schreibt Axel Spilcker eine deutsche Chronik und eine besondere Familiengeschichte, deren Fragen bis in die Gegenwart reichen.

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2026

Wenn Familiengeschichte plötzlich weh tut

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Manchmal liegt ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Das wird kein gemütlicher Lesesessel mit Keks und Tee. Das wird eher ein Stuhl im Verhörraum. Hell ausgeleuchtet, unbequem, aber ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Das wird kein gemütlicher Lesesessel mit Keks und Tee. Das wird eher ein Stuhl im Verhörraum. Hell ausgeleuchtet, unbequem, aber verdammt wichtig.

Hitlers Gefolgsmann von Axel Spilcker ist genau so ein Buch. Keine trockene Geschichtsstunde, bei der man nach drei Seiten innerlich abschaltet. Hier geht es um Robert Ley, einen der mächtigsten Männer im NS-System, aber eben auch um Familie, Schweigen, Schuld und dieses bittere Erbe, das nicht einfach verschwindet, nur weil man den Namen ändert oder den Blick senkt.

Besonders stark ist für mich der persönliche Zugang. Spilcker schreibt nicht aus sicherer Entfernung, sondern aus einer Familiengeschichte heraus, die wehtut. Man spürt diese Mischung aus Recherche, Wut, Fassungslosigkeit und dem Wunsch, endlich hinzuschauen. Da sitzt man als Leser da und denkt: Uff, wie trägt man so etwas eigentlich?

Das Buch zeigt nicht nur den fanatischen Nazi-Funktionär Ley, sondern auch die kaputten Kreise, die so ein Mensch hinterlässt. Frauen, Kinder, Nachkommen, Schweigen, Verehrung, Flucht. Geschichte wird hier nicht als staubiges Archiv erzählt, sondern als etwas, das noch immer nachhallt.

Leicht ist das alles nicht. An manchen Stellen musste ich das Buch kurz weglegen, weil es einfach schwer im Kopf bleibt. Aber genau deshalb funktioniert es. Es ist unbequem, klug und erschreckend aktuell.

Für mich ein starkes, wichtiges und sehr persönliches Buch über Schuld, Erinnerung und die Frage, wie ehrlich eine Familie mit ihrer eigenen Vergangenheit sein kann.

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