Cover-Bild Die Geschichte des Klangs
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Liebesromane
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783446285248
Ben Shattuck

Die Geschichte des Klangs

Dirk van Gunsteren (Übersetzer)

Ben Shattuck über eine geheime Liebe, die Jahrzehnte später wieder zum Klingen kommt – verfilmt mit Paul Mescal and Josh O'Connor

Die Geschichte einer geheimen Liebe, die einen Sommer lang währt – und die ein Leben lang als die »eigentliche Liebe« nachklingt: Im Schatten des Ersten Weltkriegs lernen sich Lionel und David, zwei Musikstudenten, in einer verrauchten Bar im ländlichen Maine kennen und werden Freunde. Nach dem Krieg wandern sie im Sommer durch die Wälder New Englands, um Volkslieder zu sammeln, die sie auf Wachszylinder aufnehmen. Aus unerklärlichen Gründen bricht der Kontakt ab. Als Jahrzehnte später eine Frau beim Aufräumen eines Dachbodens die Wachszylinder findet, erklingt ihre Liebe noch einmal aufs Neue. Ben Shattuck ist eine literarische Entdeckung – ein Wortmagier, der in der Tradition von Joy Williams und John Cheever die Rätsel der menschlichen Seele erkundet.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

Über die eine Liebe, die das ganze Leben lang nachklingt

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Im Buch „Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck geht es um David und Lionel. Im ersten Teil des Buchs blickt der alte Lionel auf seine gemeinsame Zeit mit David zurück. Beide haben sich in jungem ...

Im Buch „Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck geht es um David und Lionel. Im ersten Teil des Buchs blickt der alte Lionel auf seine gemeinsame Zeit mit David zurück. Beide haben sich in jungem Alter in einer Kneipe in Maine kennengelernt. Nach dem 1. Weltkrieg ziehen die beiden Musiker gemeinsam übers Land und sammeln Songs mit einem Phonographen. Besonders treffend finde ich den Satz in der Beschreibung des Buchs, dass diese eigentliche Liebe ein Leben lang nachklingt. Im zweiten Teil des Buchs geht es darum, wie eine Frau die Aufzeichnungen der Songs Jahrzehnte später wiederentdeckt.
Das Büchlein ist von der Länge her wie eine Kurzgeschichte, ich habe es sehr schnell in einem Rutsch durchgelesen gehabt. Der Schreibstil ist eindrücklich,
dabei ruhig und klar. Die Stimmung ist melancholisch und nostalgisch. Das Buch hat mich definitiv nachdenklich gemacht, und mich mit einigen offenen Fragen zurückgelassen.
Eine Geschichte voller Liebe, Trauer, Verlust, Nostalgie und Musik, die ich für Interessierte dieses Genres gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Literarische Kostehäppchen

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Es ist schon länger her, dass ich leidenschaftlich gerne Kurzgeschichten gelesen habe. Vor allem die angelsächsischen Short Stories haben es mir seit meiner Schulzeit angetan. Deshalb habe ich mich auf ...

Es ist schon länger her, dass ich leidenschaftlich gerne Kurzgeschichten gelesen habe. Vor allem die angelsächsischen Short Stories haben es mir seit meiner Schulzeit angetan. Deshalb habe ich mich auf diese Sammlung gefreut, denn genau in diese Tradition tritt Ben Shattuck hier ein. Er verortet seine Geschichten in die amerikanischen Neuenglandstaaten.
Das Coverfoto der beiden jungen Männer hat einen nostalgischen Touch. Das passt zu der einleitenden und titelgebenden Geschichte, die uns auch in das Jahr 1917 führt.

Etwas verwundert war ich über den recht schmalen Umfang des Buches, nur zwei Geschichten auf 104 Seiten! Die englische Originalausgabe „ The History of Sound“ enthält insgesamt zwölf (!) Short Stories auf 308 Seiten. Ich frage mich, warum davon nur zwei Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzt wurden? Das ist eigentlich schade, denn deren Qualität ist hoch. Und bei dem Preis des Buches hätte ich auch gerne die anderen Geschichten der englischen Ausgabe genossen.

Verbunden sind diese beiden Short Stories durch ein zartes, empathisches Band. Die Protagonist*innen der beiden Stories kennen sich nicht persönlich. Aber das Mitfühlen der Protagonistin Annie der zweiten Geschichte und ihr Eingreifen, lässt die Einsichten der ersten Geschichte erst möglich werden. Auf diese Weise sind alle Originalgeschichten verwoben, was sie mich in dieser reduzierten Ausgabe noch mehr vermissen lässt.

Die erste Kurzgeschichte des Sammelbandes „Die Geschichte des Klangs“ enthält so viel Potential, dass sie in diesem Jahre unter der Regie von Oliver Hermanus verfilmt worden ist. Sie erzählt im Rückblick die Beziehung zwischen den jungen Studenten des Bostoner Musikkonservatoriums David und Lionel. Beide lernen sich 1917 kennen und finden nach dem ersten Weltkrieg wieder zusammen, um gemeinsam für eine kurze Zeit Folk Songs im ländlichen Maine auf Phonographen aufzunehmen.

Dass Lionel im hohen Alter noch einmal diese intensive gemeinsame Zeit mit David und sein Leben insgesamt rekapitulieren kann, verdankt er einem Charakter der zweiten Geschichte. Annie steht altersmäßig noch mitten in ihrem Leben und an einem entscheidenden Wendepunkt. Ihr gelingt es in einem Moment der Empathie und des Ahnens von Zusammenhängen, einen zarten emotionalen Faden zum unbekannten Lionel zu knüpfen.
Beide Geschichten vermitteln ein Gefühl der Melancholie und werden wunderbar poetisch und einfühlsam erzählt. Der Schreibstil ist ein Genuss. Die Verbindung der Menschen durch Zeit und Raum scheint ein besonderes Thema der Stories zu sein. Um das zu beurteilen, müsste aber die komplette Reihe vorliegen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Short Stories sind wirklich kleine Edelsteine, die aus der Kette herausgefallen zu sein scheinen. Der Verlag sollte sich nicht scheuen, die Geschichte als Einheit komplett übersetzen zu lassen. So bleibt mir nur das Gefühl, ein Appetithäppchen serviert bekommen zu haben. Köstlich – aber wo bleibt der Rest?

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