Cover-Bild Paula Modersohn-Becker
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Religion & Philosophie
  • Seitenzahl: 251
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783458645146
Boris von Brauchitsch

Paula Modersohn-Becker

Biografie | Leben, Werk und Wirken der berühmten Malerin und bedeutenden Vertreterin des frühen Expressionismus

Sie war eine Außenseiterin überall: in Bremen, in Worpswede, in Paris – in der Bürgerlichkeit, in der Provinz, in der Weltstadt. Als Paula Modersohn-Becker 1907 mit einunddreißig Jahren starb, ahnte niemand, wie bahnbrechend und revolutionär ihr Werk war. Heute gilt sie als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus, ist eine der berühmtesten Malerinnen Deutschlands.

Modersohn-Beckers unbedingtes, nicht selten rücksichtsloses Kunstwollen verbunden mit ihren Selbstzweifeln, ihr tragisch früher Tod nach der Geburt ihres Kindes, ihre fluchtartigen Reisen von Worpswede nach Paris sowie die komplizierte Ehe mit Otto Modersohn, vieles davon dokumentiert in ihren teils schwärmerischen Tagebüchern und Briefen: All das hat zu ihrem Mythos beigetragen und dabei wohl manchmal den Blick auf ihre Bilder verstellt.

Boris von Brauchitsch betrachtet Leben und Werk der Künstlerin unvoreingenommen, nah an den Quellen: persönlich, kritisch, eingebunden in die Tendenzen der Epoche zwischen Impressionismus und Expressionismus, zwischen Nietzsche und Rilke, zwischen Feminismus und Nationalismus. Einen besonderen Schwerpunkt bildet naturgemäß die Künstlerkolonie Worpswede: die Gemeinsamkeiten der Künstler, ihre Freundschaften und Rivalitäten, ihre gegenseitige Unterstützung, aber auch Geringschätzung und Missgunst. Und er stellt schließlich die ebenso spannende wie spekulative Frage: Was wäre aus ihr geworden, hätte sie noch 50 Jahre länger gelebt?

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2025

Farbexplosion mit Herzklopfen – Paula neu entdecken

0

Wer glaubt, dass Expressionismus staubig, akademisch oder nur was für Museumsnächte mit Rotwein und Jazzquartett ist, sollte mal Paula Modersohn-Becker in die Hand nehmen – oder besser: diesen grandiosen ...

Wer glaubt, dass Expressionismus staubig, akademisch oder nur was für Museumsnächte mit Rotwein und Jazzquartett ist, sollte mal Paula Modersohn-Becker in die Hand nehmen – oder besser: diesen grandiosen Ritt durch ihr Leben, geschrieben von Boris von Brauchitsch. Der Mann schafft das Kunststück, Paula aus der goldgerahmten Vergangenheit direkt in mein Wohnzimmer zu katapultieren – wild, widersprüchlich, genial, ungebügelt. Und ehrlich: Diese Frau war ihrer Zeit so weit voraus, dass selbst Picasso wohl kurz mal ins Skizzenbuch geschielt hätte.

Zwischen Worpswede-Matsch und Pariser Bohème leuchtet hier das Leben einer Künstlerin auf, die nicht nur malte, sondern explodierte – vor Ideen, Zweifeln, Sehnsucht, Trotz. Von Brauchitsch schaut hin, wo andere romantisieren würden. Kein weichgespülter Künstlerroman, sondern ein analytisches, aber sehr lebendiges Porträt. Er schreibt mit viel Feingefühl, aber auch mit Witz und Tempo. So liest sich Kunstgeschichte, wenn sie keine Pflichtlektüre, sondern Leidenschaft ist.

Was mich besonders packte: die Szenen, in denen Paula aus der Enge Worpswedes ausbricht – auf nach Paris, zu Farbe, Form und Freiheit. Und ja, man spürt förmlich, wie sie gegen das Korsett der Konventionen kämpft – im Leben, in der Ehe, in der Kunst. Der tragisch frühe Tod? Klar, er trifft einen mitten ins Herz. Aber statt Pathos gibt’s hier kluge Perspektive: die Frage, was aus ihr geworden wäre, hätte sie länger gelebt, hallt lange nach.

Fazit: Ein Buch, das nach Terpentin riecht, nach Revolution und nach ganz viel Leben. Wer Kunst liebt – oder einfach nur starke Charaktere – sollte das lesen. Und wer danach keine Lust bekommt, mal wieder in ein Museum zu gehen, hat vermutlich auch keine Seele.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere