Cover-Bild »Bruder Konrad«
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12,80
inkl. MwSt
  • Verlag: Königshausen u. Neumann
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 74
  • Ersterscheinung: 05.2021
  • ISBN: 9783826073298
Carsten Sick

»Bruder Konrad«

Konrad Adenauers Aufenthalt in Maria Laach 1933–1934. Mit einem Nachwort von Dorothea und Wolfgang Koch
Konrad Adenauers Aufenthalt in Maria Laach in den Jahren 1933 bis 1934 wird hier erstmals in einer zusammenhängenden Einzelpublikation vor den entscheidenden historischen und politischen Hintergründen beleuchtet. Wie reagiert der ehrgeizige Vollblutpolitiker, wenn man ihn aus seinem vertrauten Wirkungskreis entfernt? Was wird aus dem Familienmensch Adenauer, wenn man ihn isoliert und von seinen Angehörigen trennt? Wird in der Abgeschiedenheit des Klosters ein vollkommen anderer, womöglich ein bis dato unbekannter Adenauer zum Vorschein treten? Dies sind nur einige der Fragen, denen sich der Autor in der vorliegenden Veröffentlichung stellt. Die zum Teil seltenen Fotografien am Ende eines jeden Kapitels ergänzen den Text.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Ein informatives Sachbüchlein

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“Bruder Konrad” ist ein Sachbüchlein von Carsten Sick, das sich mit dem Aufenthalt von Konrad Adenauer in Maria Laach 1933/34 beschäftigt. Dabei werden unterschiedliche Facetten des Aufenthaltes beleuchtet. ...

“Bruder Konrad” ist ein Sachbüchlein von Carsten Sick, das sich mit dem Aufenthalt von Konrad Adenauer in Maria Laach 1933/34 beschäftigt. Dabei werden unterschiedliche Facetten des Aufenthaltes beleuchtet. Den Auftakt macht eine Beleuchtung der Gründe, weshalb Adenauer sich nach Maria Laach zurückzog: Adenauer stand im Dissens zu Adolf Hitler (u.a. ließ Adenauer als Kölner Oberbürgermeister während des Wahlkampfes Hakenkreuzflaggen an der Deutzer Brücke entfernen), sodass er - als Hitler an die Macht kam - aus dem Dienst enthoben wurde und persönliche Drohungen erhielt. Schutz suchte er in Maria Laach, das ein alter Schulfreund leitete. Ursprünglich war der Aufenthalt nur übergangsweise für 1 bis 2 Monate geplant, letztlich erstreckte er sich über ein Jahr. Anschaulich schildert Sick das Leben Adenauers in Maria Laach, über das es nur wenige Quellen gibt. So wird dargelegt, in welchem Zimmer Adenauer (vermutlich) wohnte, wie sein Tagesablauf aussah (Gebete und Spaziergänge), welche Lektüren er aus der Klosterbibliothek entlieh, welche (auch hochrangigen) Besucher er empfing und wie er dort ein Weihnachtsfest beging, das bis in die Bundeskanzlerzeit nachhallte. Sick gelingt es eindrücklich, die Ambivalenz, die Adenauer während des Aufenthaltes prägte, darzulegen: Einerseits war es für Adenauer eine der schwersten Zeiten seines Lebens, oft war er niedergeschlagen, andererseits zeugen die Briefe, die Adenauer schrieb, aber auch von einer gewissen Ausgelassenheit, die vermutlich in der erdenden Abgeschiedenheit von Maria Laach zu begründen ist. In einem Schlusskapitel führt Sick aus, inwiefern Adenauer auch nach seinem Aufenthalt Maria Laach verbunden blieb (z. B. durch die Stiftung eines Kirchenfensters). Ergänzt wird der Text durch zahlreiche Fotografien; außerdem finden sich mehrfach Zitationen aus Adenauers Briefen, sodass man ihn im O-Ton lesen kann. Insgesamt ist “Bruder Konrad” ein informatives, anschaulich geschriebenes Sachbüchlein über eine kurze, aber wichtige Lebensphase Konrad Adenauers.

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