Profilbild von stefan182

stefan182

Lesejury Profi
online

stefan182 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit stefan182 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2020

Eine Protagonistin im künstlichen Koma: Mord oder Unfall?

Mädchen versenken
0

Inhalt: Lara liegt seit ihrem Unfall vor zwei Wochen im künstlichen Koma: Nach einer Feier ist sie in die Prinsengracht gefallen und lag dort eine Stunde im Wasser, wodurch ihr Gehirn schaden genommen ...

Inhalt: Lara liegt seit ihrem Unfall vor zwei Wochen im künstlichen Koma: Nach einer Feier ist sie in die Prinsengracht gefallen und lag dort eine Stunde im Wasser, wodurch ihr Gehirn schaden genommen hat. Ihre beste Freundin Maud macht sich schlimme Vorwürfe, denn sie wollte nicht mit Lara zu der Feier gehen, weshalb sie sich kurz vor dem Unfall gestritten haben. Seit kurzen wird Maud allerdings von einem ihr unbekannten Mann mit Basecap verfolgt, sodass sich bei ihr ein Verdacht regt: War Laras „Unfall“ tatsächlich einer? Auch Lara kommt – für Außenstehende unbemerkt – langsam wieder zu sich und kommt nach und nach zu einer dramatischen Erkenntnis…

Persönliche Meinung: „Mädchen versenken“ setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen. Im ersten Handlungsstrang versucht Maud mit ihrer Trauer und den Folgen des Unfalls klar zu kommen. Erzählt wird er aus der Ich-Perspektive Mauds. Der zweite Handlungsstrang wird aus der Ich-Perspektive Laras erzählt, die nach und nach zu sich kommt und versucht dahinter zu kommen, was genau ihr passiert ist. In beiden Handlungssträngen finden sich immer wieder Suspense- und Thriller-Elemente (z.B. der Basecap-Mann). Diese gefielen mir bei Lara besser als bei Maud: Laras Gehirn funktioniert zwar wieder, doch keiner merkt es. Sie ist ans Bett gefesselt, kann ihre Augen nicht öffnen, weiß nicht, wer neben ihr am Bett sitzt, hört nur manchmal Geräusche (Klicken, Schritte, Atmungen), die sie keiner Person zuordnen kann. Anders gesagt: Es ist eine beklemmende Atmosphäre, wobei die Leser*innen genauso wenig wie Lara wissen, was wirklich um ihr Krankenbett herum passiert und wer da ist. Den Täter konnte man – im Vergleich zu den anderen Thrillern, die ich bis jetzt von der Autorin gelesen habe – etwas leichter erahnen. Allerdings war man sich nie 100%ig sicher, da es „Fallen“ gab und man immer wieder aufs Glatteis geführt wurde. „Mädchen versenken“ war auch etwas langatmiger als „Wer sich umdreht oder lacht…“ oder „Mädchen, Mädchen, tot bist du“, die mir etwas besser gefallen haben. Dennoch ist „Mädchen versenken“ ein solider Thriller mit einer guten Auflösung und Spannung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2020

Die Liste des Serienkillers

Mädchen, Mädchen, tot bist du
0

Inhalt: Ein Serienmörder wütet in Amsterdam. Leila ist ihm schon zum Opfer gefallen; fünf weitere Jugendliche stehen auf seiner Liste. Schafft er es, diese Liste abzuarbeiten, oder wird ihm vorher das ...

Inhalt: Ein Serienmörder wütet in Amsterdam. Leila ist ihm schon zum Opfer gefallen; fünf weitere Jugendliche stehen auf seiner Liste. Schafft er es, diese Liste abzuarbeiten, oder wird ihm vorher das Handwerk gelegt?

Persönliche Meinung: Es ist bei „Mädchen, Mädchen tot bist du“ recht schwierig eine Rezension zu schreiben, ohne größere Spoiler für die Handlung preiszugeben. Ich versuche es aber trotzdem möglichst spoilerfrei. Seht mir daher bitte nach, wenn ich etwas vage bleibe. „Mädchen, Mädchen tot bist du“ war der erste Thriller, den ich von Mel Wallis deVries gelesen habe. Anfangs war ich etwas enttäuscht, da mir die Frage nach dem Täter recht offensichtlich und die Handlung eher einfach gestrickt schien. Dies legte sich aber mit der Zeit: Vom Ende her gesehen ist die Handlung komplexer als gedacht und auch die Frage nach dem Täter und seinem Motiv lässt sich nicht so leicht beantworten wie vermutet. Hier wurde sehr schön mit den Erwartungen der Leser*innen gespielt. „Mädchen, Mädchen tot bist du“ lässt sich zudem sehr flüssig und zügig lesen. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive der Mädchen, die auf der Liste des Serienmörders stehen, sodass wir mehrere unterschiedliche Protagonisten haben. Dadurch wird die Handlung auch rasant erzählt: Jeder Protagonist ist ein potenzielles Opfer und wird irgendwie bedrängt, verfolgt o.Ä. Zudem finden sich immer mal wieder kleinere, rätselhafte Fragmente, die aus der Perspektive des Täters verfasst sind. Insgesamt ist „Mädchen, Mädchen tot bist du“ ein guter Thriller für zwischendurch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2020

Ein solider Thriller mit emotionalem Tiefgang

Wer sich umdreht oder lacht ...
0

Inhalt: Ein Serienmörder treibt in Amsterdam sein Unwesen. Er lauert jungen Frauen auf, dringt in ihre Häuser ein und ermordet sie. Dabei bannt er die letzten Lebensmomente der Jugendlichen auf Video und ...

Inhalt: Ein Serienmörder treibt in Amsterdam sein Unwesen. Er lauert jungen Frauen auf, dringt in ihre Häuser ein und ermordet sie. Dabei bannt er die letzten Lebensmomente der Jugendlichen auf Video und teilt sie in den sozialen Netzwerken. Wird Mandy, deren Mutter an Krebs erkrankt ist, ihm entkommen können?

Persönliche Meinung: Auch in „Wer sich umdreht oder lacht…“ schafft Mel Wallis deVries es, eine fesselnde Geschichte zu schreiben, die zudem leicht zu lesen ist. Der Thriller wird in weiten Teilen in Ich-Form aus der Perspektive von Mandy erzählt, deren Mutter Krebs hat. Eine große Stärke des Romans ist es, die Gefühlswelt Mandys plastisch darzustellen: Während für alle anderen Jugendlichen aus ihrer Klasse das Leben (mehr oder minder) sorgenfrei weitergeht, steht es für Mandy still. Ist der Krebs tödlich? Wird ihre Mutter gesund? Wie geht es überhaupt weiter? Alltagsnah und realistisch ist auch das Verhalten ihrer Freundinnen dargestellt. Diese wissen zwar um die Krankheit von Mandys Mutter, zeigen irgendwie auch Anteil, sind aber nicht direkt betroffen, wodurch sie insgesamt die Tragweite der Krebserkrankung von Mandy und ihre Sorgen nicht komplett wahrnehmen können. Insofern sind die Figuren differenzierter und plastischer als bei „Ich sehe was, was du nicht siehst“, das ich letzte Woche rezensiert habe. Jenseits der Thrillerhandlung ist es ein sehr emotionales Jugendbuch. Die Handlung ist mit vielen Suspense-Situationen gewohnt spannend und die Frage nach dem Täter ist bis zuletzt unklar. Es tummeln sich viele potenzielle Täter in „Wer sich umdreht oder lacht…“, wodurch die eigentliche Täterfigur schnell aus dem Blickfeld (und in Vergessenheit) gerät und dadurch doch überraschend ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Steampunk im Wilden Westen

Stadt der Asche
0

Inhalt: Die Flucht aus der Unterwasserstadt Biota ist geglückt. Aber die Gefahr ist für Alexander, Nic und Oliver noch nicht gebannt. Gerade aus ihrem Fluchtfahrzeug, einem Golem, geklettert, werden sie ...

Inhalt: Die Flucht aus der Unterwasserstadt Biota ist geglückt. Aber die Gefahr ist für Alexander, Nic und Oliver noch nicht gebannt. Gerade aus ihrem Fluchtfahrzeug, einem Golem, geklettert, werden sie von zwielichtigen Gestalten festgenommen, nach Narau, einer Stadt, die im Krater eines Vulkans liegt, gebracht und dort als Sklaven an eine der führenden Familien verkauft. Diese haben ein besonderes Anliegen an Alexander und Nic: Ihre Tochter ist – wie auch andere Einwohner Naraus – verschwunden; Alexander und Nic sollen sie finden. Eine Vermisste wird schnell tot aufgefunden. Die Zeit drängt.

Persönliche Meinung: Die Ausgestaltung des Handlungsortes „Narau“ hat mir besonders gut gefallen. Narau ist nicht einfach nur eine Kulisse, sondern eine topographisch interessante und lebendige Stadt mit gut durchdachten eigenen Prinzipien und Gepflogenheiten, die an den Wilden Westen und das Römische Kaiserreich erinnern. Eine Welt also, die ganz anders als das geordnete Biota ist, das Nic und Alexander kennen. Dazu ist das Stadtleben Naraus, wie auch schon Biota im ersten Band, gewürzt mit steampunkigen Elementen. Die Charaktere sind mit ihren Gefühlen und Handlungen lebensnah und komplex gezeichnet. Zu den fiktionalen Charakteren gesellen sich auch wieder (verfremdete) historische Persönlichkeiten, die spannend in die Handlung des Romans eingebaut sind. „Stadt der Asche“ lässt sich durch den detaillierten Erzählstil flüssig lesen. Die (Krimi-)Handlung ist wendungsreich und mit ihrem furiosen Finale bis zum Schluss überraschend. Manchmal geht die Ermittlungsarbeit zwar etwas schleppend voran, aber die Handlung wird dadurch nicht langweilig. Zuletzt ist das Layout auch bemerkenswert: Neben jeder Seitenzahl finden sich kleine Zahnräder und jedes Kapitel fängt mit einer Steampunk-Zeichnung an. Insgesamt ist „Stadt der Asche“ ein schöner Krimi, der mit einer plastischen Welt auftrumpft und neue, steampunkige Wege geht!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2020

Eine actionreiche Handlung mit einem eher schwachen Protagonisten

Secret Protector, Band 1: Tödliches Spiel
0

Inhalt: Ein Gaming-Event findet im Zoo von New Orleans, der Arbeitsstelle von Lukas Crowe, statt. Auch die Profi-Gamerin Una Britcross ist eingeladen. Doch das Event nimmt eine dramatische Wendung: Bewaffnete ...

Inhalt: Ein Gaming-Event findet im Zoo von New Orleans, der Arbeitsstelle von Lukas Crowe, statt. Auch die Profi-Gamerin Una Britcross ist eingeladen. Doch das Event nimmt eine dramatische Wendung: Bewaffnete stürmen den Zoo und entführen Unas Bruder. Lukas, in dem noch das ein oder andere verborgene Talent schlummert, nimmt sofort die Verfolgung auf. Wird er Daniel Britcross retten können?

Persönliche Meinung: "Secret Protector. Tödliches Spiel" besticht vor allen Dingen durch seine detaillierten und realistisch beschriebenen Action-Sequenzen. Diese besitzen von der Bildhaftigkeit her filmische Qualitäten und sind sehr gut vorstellbar. Mein Highlight ist die Actionsequenz in der "Zombiegruft". Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive Lukas Crowes, dem "Secret Protector". Dieser blieb für mich während der ganzen Handlung allerdings zu scherenschnittartig, oberflächlich und perfekt: Er weiß über alles (handlungsrelevante) sofort Bescheid und kann auch alles. Weitgehend unbeleuchtet bleibt dabei seine Vergangenheit, sodass unklar ist, woher Lukas das alles überhaupt weiß/kann. Das Wenige, was zu seiner Familie gesagt wird, birgt allerdings Potenzial für Folgebände. Durch Lukas' Perfektion ist die Handlung auch recht linear und sie wirkte auf mich in einzelnen Fällen zu bemüht bzw. konstruiert. Insgesamt waren die Actionsequenzen und Szenenbeschreibungen wirklich gut, allerdings hätte ich mir bei Lukas mehr Tiefe und eine etwas komplexere Handlung gewünscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere