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Veröffentlicht am 10.05.2026

Ein facettenreicher Großstadtroman mit einer zarten Liebesgeschichte, die zwischen Tragik und Hoffnung changiert

Solange ein Streichholz brennt
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Inhalt: Köln. Alinas Karriere als Fernsehjournalistin steht vor dem Ende. Sie bekommt kaum wichtige Aufträge; die Angst vorm Scheitern nimmt täglich zu. Doch dann öffnet sich plötzlich eine neue Tür: Sie ...

Inhalt: Köln. Alinas Karriere als Fernsehjournalistin steht vor dem Ende. Sie bekommt kaum wichtige Aufträge; die Angst vorm Scheitern nimmt täglich zu. Doch dann öffnet sich plötzlich eine neue Tür: Sie soll die Recherche für eine brisante Talkshow übernehmen, die sich um soziale Problemherde drehen soll. Dabei trifft sie auf Bohm, einen hilfsbereiten, aber zugleich seltsam verschlossenen Wohnungslosen, der geschnitzte Holzmäuse verkauft. Für die Dreharbeiten begleitet Alina Bohm in seinem Alltag - und plötzlich ist da ein Funke zwischen den beiden…

Persönliche Meinung: “Solange ein Streichholz brennt” ist ein Großstadtroman von Christian Huber. Erzählt wird die Handlung aus den personalen Perspektiven von Alina und Bohm, wobei insbesondere die Figur Bohm für eine latente Spannung sorgt. Bohm ist eine ambivalente Figur - einerseits hilfsbereit und empathisch, andererseits abweisend und verschlossen -, wobei man früh erahnt, dass diese Verhaltensweisen (sowie seine Wohnungslosigkeit) mit einem einschneidenden Erlebnis aus seiner Vergangenheit zusammenhängen. Welches dieses ist, wird schrittweise entfaltet; sehr gefallen hat mir dabei die Offenbarung am Ende der Handlung. Hier wird - spoilerfrei gesagt - beeindruckend konzis (auf ca. 30 Seiten), mitreißend und eindrücklich der Niedergang Bohms gezeigt, der vermutlich die Wenigsten kalt lassen wird. Facettenreich ist der Weg vom Beginn der Handlung, den gemeinsamen Drehterminen von Alina und Bohm, bis zur Auflösung des Geheimnisses um Bohm: Behandelt werden hier neben gesellschaftlichen Themen wie Obdachlosigkeit und (in Bezug auf Alinas Job) toxische Männlichkeit auch eine Liebesgeschichte, die sich zwischen den ungleichen Figuren Alina und Bohm entspinnt. Diese wird eher zart beschrieben, nicht kitschig, und lebt davon, dass beide Figuren permanent hinterfragen, ob eine Beziehung zwischen ihnen überhaupt möglich ist. Der Schreibstil von Christian Huber ist sehr eingängig und flüssig zu lesen, wodurch “Solange ein Streichholz brennt” eine kurzweilige Lektüre wird. Insgesamt ist “Solange ein Streichholz brennt” ein facettenreicher Großstadtroman mit einer zarten Liebesgeschichte, die zwischen Tragik und Hoffnung changiert.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein empathisch geschriebener Liebesroman

Die Liebe an miesen Tagen
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Inhalt: Seitdem ihr Ehemann verstorben ist, lebt Clara allein. Momentan plagen sie finanzielle Engpässe, sodass sie sich schweren Herzens dazu entscheidet, dass Wochenendhaus, dass sie und ihr Mann in ...

Inhalt: Seitdem ihr Ehemann verstorben ist, lebt Clara allein. Momentan plagen sie finanzielle Engpässe, sodass sie sich schweren Herzens dazu entscheidet, dass Wochenendhaus, dass sie und ihr Mann in mühevoller Arbeit zur ihrem persönlichen Rückzugsort aufgebaut haben, zu verkaufen. Perspektivwechsel: Eigentlich hat Elias gar keine Lust, das Häuschen, dass seine Freundin Vera in einem Inserat gefunden hat, zu begutachten. Sie können es sich eh nicht leisten. Trotzdem hat er sich breitschlagen lassen – und trifft dort auf Clara…

Persönliche Meinung: „Die Liebe an miesen Tagen“ ist ein Liebesroman von Ewald Arenz. Im Fokus stehen die beiden Protagonisten Clara und Elias, aus deren personalen Perspektiven die Handlung wechselweise erzählt werden. Beide sind schon länger aus der Phase, in der man sich leichthin verknallt, heraus; glauben auch gar nicht mehr an die eine große Liebe – und trotzdem: Als sie sich am Wochenendhäuschen treffen, funkt es. Ewald Arenz zeichnet die Annäherung der beiden, die ersten Schmetterlinge sowie die weitere Entwicklung der Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen einfühl- und behutsam mit einem emphatischen Ton nach. Dabei werden die Gefühle und Unsicherheiten, die die Protagonisten mit sich herumtragen, sehr greifbar. Um nur einige Fragen zu nennen, die die beiden beschäftigen: Bin ich nicht zu alt, mich neu zu verlieben? Wie wird es mein (familiärer) Umkreis aufnehmen? Passt mein Lebensentwurf zum Lebensentwurf der anderen Person? Neben der Liebe werden noch weitere Themen im Roman berührt (Umgang mit Krankheit, Tod und Älterwerden der eigenen Eltern), wodurch „Die Liebe an miesen Tagen“ eine vielschichtige Lektüre wird. Die Handlung selbst ist nicht vorhersehbar und besitzt einige dramatische Wendungen. Insgesamt ist „Die Liebe an miesen Tagen“ ein emphatisch geschriebener Roman über die Liebe im erwachsenen Alter, der durchaus auch Lesende mitreißen kann, die noch jünger als die Protagonisten sind.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Facettenreiche Frühlingsgedichte

Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke
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“Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten (Schwerpunkt: Gedichte), die Rilke zum Thema Frühling verfasste. Dabei werden verschiedene Facetten ...

“Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten (Schwerpunkt: Gedichte), die Rilke zum Thema Frühling verfasste. Dabei werden verschiedene Facetten der Jahreszeit gezeigt. So finden sich im ersten Abschnitt “Winterhauch und Frühlingslicht” Gedichte wie “Ein Frühlingswind" oder das 25. Sonett an Orpheus, die den Frühling als Aufbruch/Neuanfang mit z. T. schicksalhafter Bedeutung darstellen. Der zweite Abschnitt “Erwachen und Erblühen” lenkt mit Gedichten wie “Wilder Rosenbusch” und “Blaue Hortensie” oder einem Auszug aus Rilkes einzigem Roman “Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge” den Blick auf das Wachstum in der Natur. Der dritte Abschnitt “Blüten der Liebe” fokussiert (z. B bwi “Eros” oder “Die Liebende”) die im Frühling sprießende Liebe, wobei diese nicht immer glücklich verläuft. “Entstehen und Vergehen”, der vierte Abschnitt, thematisiert u.a. mit einem Auszug aus “Malte Laurids Brigge” und der Ballade “Geburt der Venus” den Keim des Destruktiven, der sich im scheinbar ausschließlich Schönen findet (der Auszug aus “Malte” beschreibt bspw. die Differenz zwischen der schönen Landschaft im Frühling und der inneren Zerrissenheit des Protagonisten). Der letzte Abschnitt “Frühlingsträume und Frühlingsgeschichten” enthält u.a. Gedichte aus dem Buch der Lieder, in denen Traum- und Fantasiewelten beschrieben werden. Insbesondere für die Gedichte gilt: Rilkes Wortwahl ist sehr überlegt und gewählt, die Texte besitzen einen angenehmen Klang und schöne sprachliche Bilder, der Ton der Gedichte ist dabei häufig empfindsam. Insgesamt ist “Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” eine schön zusammengestellte Anthologie mit facettenreichen Frühlingstexten.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Starker Beginn, durchwachsener Fortgang

Kill for Me
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Inhalt: Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter ist für Amanda nichts mehr so, wie es war. Zwar ist sich der leitende Ermittler Farrow sicher, dass der Hauptverdächtige Wallace Crone den Mord an Amandas ...

Inhalt: Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter ist für Amanda nichts mehr so, wie es war. Zwar ist sich der leitende Ermittler Farrow sicher, dass der Hauptverdächtige Wallace Crone den Mord an Amandas Tochter begangen hat, doch Crone kann immer wieder - mit dem Geld seines Vaters - seinen Hals aus der Schlinge ziehen, sodass der Mord juristisch bisher ungesühnt blieb. Doch als Amanda einer Selbsthilfegruppe für Trauernde beitritt, ändert sich ihr Leben radikal. Dort offenbart sie sich Wendy, einer Leidensgenossin, deren Tochter ebenfalls getötet wurde, wobei auch hier der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Wendy schlägt ihr einen Deal vor: Sie will Crone töten, wenn Amanda den Mörder von Wendys Tochter umbringt - und tatsächlich ist Crone kurze Zeit später verschwunden. Amanda ist am Zug…

Persönliche Meinung: “Kill for Me” ist ein Thriller von Steve Cavanagh, dessen Handlung in sich abgeschlossen ist. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich aus zwei personalen Perspektiven: Amanda, die mit dem Verlust ihrer Tochter zurechtkommen muss, und Ruth, die einen Einbruch in ihr Haus nur knapp überlebte, wovon sie nachhaltig traumatisiert ist (insbesondere die Perspektive von Ruth sorgt dabei für Spannung, da man lange Zeit nicht wirklich erahnen kann, welche konkrete Rolle sie im Thriller spielt). Daneben tritt vereinzelt die Perspektive von Farrow hinzu, der in den Fällen von Amanda und Ruth ermittelt. Die Ausgangslage des Thrillers ist durch den mörderischen Pakt von Wendy und Amanda brisant; zusätzlich kommt Spannung dadurch auf, dass eine der beiden nicht ist, was sie vorzugeben scheint. Leider ließ mich der Thriller allerdings trotz des vielversprechenden Beginns zwiegespalten zurück. Das liegt einerseits an der recht detailliert erzählten Handlung: Wir erfahren viel über das Seelenleben, die Routinen und den Alltag der Handelnden. Zwar werden sie so vergleichsweise lebendig, doch für mich litt dadurch das Tempo der Handlung, sodass einzelne Längen entstanden. Andererseits konnten mich die beiden Wendungen am Ende der Handlung nicht vollends überzeugen. So ist die erste Wendung noch überraschend (auch wenn sie ein Muster nutzt, das man öfter liest), die zweite hingegen ist eher vorhersehbar. Der Schreibstil von Steve Cavanagh ist anschaulich und eingängig, sodass man den ca. 500 Seiten starken Thriller trotz seiner Länge zügig lesen kann. Insgesamt ist “Kill for Me” ein Thriller mit vielversprechendem Beginn und interessanter Grundidee, der bei mir aber - aufgrund der angesprochenen Kritik in Bezug auf die Wendungen und den detaillierten Schreibstil - eher einen durchwachsenen Eindruck zurücklässt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Eine abwechslungsreiche Frühlingsanthologie

Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe
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“Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten, in denen Goethe den Frühling thematisiert. In der Anthologie finden sich Gedichte, Balladen und ...

“Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten, in denen Goethe den Frühling thematisiert. In der Anthologie finden sich Gedichte, Balladen und Briefe von Goethe sowie thematisch passende Auszüge aus seinen Hauptwerken. So stehen neben Gedichten, die den Einzug des Frühlings in der Natur behandeln (z. B. “Rosenknospe” und “Das Veilchen”), Szenen aus “Die Wahlverwandtschaften” (Frühling im Garten des Baron Eduard) sowie “Faust” (der Osterspaziergang). Zu hymnischen Liebesgedichten (z. B. “Ganymed” und “Frühzeitiger Frühling”) gesellen sich Auszüge aus “Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre” (u. a. die Liebesepisode um den Baron Lothario) und gefühlvolle Briefe aus “Die Leiden des jungen Werther”. Auch eine “metaphysische” Liebe wird in einer Ballade (“Zuneigung”) behandelt: diejenige des Schriftstellers zur Muse. Eher “faktenbasiert” geht es in ausgewählten Briefen der “Italienischen Reise” zu, in denen Goethe die Natur um Palermo beschreibt und auf geologische Erkundungen geht. Abgeschlossen wird das Bändchen mit dem “Mailied”, für mich Goethes Frühlingsgedicht schlechthin, in dem, feurig erzählt, die aufkeimende Liebe des lyrischen Ichs mit dem Sprießen der Natur verquickt wird. Insgesamt ist “Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” eine abwechslungsreiche Anthologie, die man am besten bei Sonnenschein, Vogelgezwitscher und Blumenduft lesen sollte.

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