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Veröffentlicht am 18.03.2026

Eine feine Sammlung von Ostergeschichten

Ostern mit Peter Hase
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“Ostern mit Peter Hase” beinhaltet drei Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende Hase in den Garten ...

“Ostern mit Peter Hase” beinhaltet drei Bildergeschichten von Beatrix Potter. Den Auftakt macht dabei die weltbekannte Erzählung “Die Geschichte von Peter Hase”, in der der titelgebende Hase in den Garten von Mr McGregor geht - obwohl die Mutter ihn strikt davor gewarnt hatte. Man vermutet es schon: Der Ausflug wird nicht problemlos verlaufen, sodass “Die Geschichte von Peter Hase” eine kleine Abenteuergeschichte wird. Die zweite Erzählung, “Die Geschichte von Benjamin Bunny”, schließt an die erste an: Peter Hase und sein Cousin Benjamin Bunny machen sich erneut auf den Weg in Mr McGregors Garten, um Salat zu mümmeln. Auch hier geraten die beiden in eine brenzlige Situation, aus der sie sich nicht selbst befreien können. Den Abschluss bildet “Die Geschichte von den Flopsy-Häschen”, den Kindern von Benjamin Bunny. Auch diese verirren sich in den Garten von Mr McGregor, wo sie von ihm gefangen werden. Zum Inhalt möchte ich darüber hinaus nicht zu viel verraten. Nur: Die Erzählung ist im Kern eine Schelmengeschichte. Alle drei Geschichten eint: Die Welt, in der sie spielen, wird idyllisch beschrieben, ist irgendwie noch heil. Klar, Mr McGregors Garten ist Paradies, Versuchung und Gefahr zugleich, aber irgendwie kommt es dann doch zu einem Happy End (sodass sich die Geschichten auch gut zum Vorlesen eignen). Die idyllischen Beschreibungen werden auch in den zahlreichen Aquarellen ausgebreitet, die die Handlung illustrieren. Zwar sind die Hauptfiguren durch ihre Kleidung und ihre Art zu denken vermenschlicht, doch jedem gezeichneten Tier wohnt - in Körperhaltung und Ausdruck - ein realistischer/naturalistischer Zug inne. Insgesamt ist “Ostern mit Peter Hase” eine feine Sammlung von Hasengeschichten, die man schön zu Ostern vorlesen kann.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Eine kurzweilige Lektüre für das Osterfest

Wondrak und seine Freunde feiern Ostern
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“Wondrak und seine Freunde feiern Ostern” ist eine Sammlung von Janosch-Texten, die sich inhaltlich mit dem Frühling und Ostern beschäftigen. Den Auftakt macht dabei ein Vorwort des Journalisten Tillmann ...

“Wondrak und seine Freunde feiern Ostern” ist eine Sammlung von Janosch-Texten, die sich inhaltlich mit dem Frühling und Ostern beschäftigen. Den Auftakt macht dabei ein Vorwort des Journalisten Tillmann Prüfer, in dem kurz der Lebensweg von Janosch und dessen Bezug zu Ostern nachgezeichnet werden sowie eine Charakterisierung der Figur Wondrak erfolgt. Den Schwerpunkt der Anthologie bilden daraufhin drei Texte von Janosch: “Hasenmotor, Antrieb vorne” (eine kleine Schelmengeschichte mit Fahrrädern), “Wie der Hase Ferien macht” (ebenfalls eine Schelmengeschichte, allerdings feiner erzählt als die vorherige) und “Du lieber guter Hasenvater” (gewissermaßen eine humorvolle Kritik an allzu höriger Erziehung). Zwischen diesen drei Erzählungen finden sich immer wieder Fragen an Herrn Janosch, die dieser mal lebensweise, mal augenzwinkernd mithilfe der Figur Wondrak beantwortet (z. B. “Was tun gegen Frühjahrsmüdigkeit?”, “Wie genießt man den Frühling richtig?”, “Was sollte man bei Pollenallergie machen?”). Zur Auflockerung sind zusätzlich klassische, thematisch passende Gedichte (bspw. von Kurt Tucholsky oder Emanuel Geibel) abgedruckt. Sowohl die drei Erzählungen als auch die Fragen und die Gedichte sind jeweils stimmig mit Aquarellen aus der Hand von Janosch verziert. Insgesamt ist “Wondrak und seine Freunde feiern Ostern” eine kurzweilige Lektüre für das Osterfest.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine schöne Einstimmung auf das Osterfest

Ostermärchen
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“Ostermärchen” ist eine Sammlung klassischer Texte, in denen österliche bzw. frühlingshafte Inhalte thematisiert werden. Den lebhaften Auftakt macht dabei das Gedicht “Er ists” von Eduard Mörike, in dem ...

“Ostermärchen” ist eine Sammlung klassischer Texte, in denen österliche bzw. frühlingshafte Inhalte thematisiert werden. Den lebhaften Auftakt macht dabei das Gedicht “Er ists” von Eduard Mörike, in dem der Frühling begeistert begrüßt wird; darauf folgt “Das Rotkehlchen” von Selma Lagerlöf, in dem, an die Tradition von legendarischen Texten anknüpfend, erzählt wird, wie das Rotkehlchen zu seiner Röte kam (Diese steht - so viel sei verraten - in Zusammenhang mit der Ostergeschichte). Ein besonderes Highlight ist Christian Morgensterns “Ostermärchen”: gewissermaßen ein idyllisches Potpourri österlicher Themen, in träumerischen Sequenzen wunderbar leicht erzählt. Wir begeben uns hier auf Ostereiersuche, laufen über ein Blumenmeer und belauschen Frühling und Winter bei ihrem Wachwechsel. Fehlen darf in einer Osteranthologie natürlich nicht das Grimmsche Märchen “Hase und Igel”, hier in einer Version von Ludwig Bechstein nacherzählt, in der es hart zugeht. Das folgende “Was Hannchen im Walde erlebte” (von Elsbeth Montzheimer) ist ein feines Kunstmärchen mit reimenden Dialogen, in dem die titelgebende Protagonistin im Wald einen Osterhasen sowie einen malenden Zwerg trifft. Dem Gedicht haftet eine altertümliche Patina an, die allerdings sehr heimelig wirkt. Es folgt das Kunstmärchen “Der Schnellläufer” von Hans Christian Andersen, in dem ein Schnelligkeitswettbewerb im Tierreich durchgeführt wird. Bei der Siegerehrung gibt jedes Tier seinen Senf dazu, wobei die Kürung ad absurdum geführt wird, sodass “Der Schnellläufer” ein ungemein humorvoller Text ist. Nach den eher idyllischen Zeichnungen des Osterfestes findet sich Joachim Ringelnatz’ “Ostermärchen”, in dem der kleine Fritz von einem Hasen in den Osterhasenpalast geführt wird - wo sich Dystopisches zuträgt (wirklich ein sehr gelungener Text!). Den Abschluss bilden die beiden humorvollen Texte “Rätselhaftes Ostermärchen” (J. Ringelnatz) und “Das Osterei” (Dr. Owlglass). Abgerundet wird die Anthologie durch ein kurzes Nachwort, in dem überblicksartig der Symbolgeschichte von “Hase” und “Ei” nachgespürt wird. Insgesamt ist “Ostermärchen” eine schöne, abwechslungsreiche Sammlung österlicher Texte - perfekt geeignet zur (heimeligen und humorvollen) Einstimmung auf das Fest.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein spannender dritter Fall

Rachewinter
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Inhalt: Die Wiener Anwältin Evelyn Meyer erhält einen neuen, brisanten Fall: Ihre Mandantin wird des Mordes verdächtigt, wurde anscheinend sogar während der Tat gefilmt, beteuert aber ihre Unschuld. Als ...

Inhalt: Die Wiener Anwältin Evelyn Meyer erhält einen neuen, brisanten Fall: Ihre Mandantin wird des Mordes verdächtigt, wurde anscheinend sogar während der Tat gefilmt, beteuert aber ihre Unschuld. Als Evelyn den Tatort genauer unter die Lupe nimmt, fallen weitere Unstimmigkeiten auf: Es finden sich keine Fingerabdrücke der Verdächtigen… Zeitgleich wird in Leipzig ein vermögender Mann tot aufgefunden; die Ermittlungen werden schnell eingestellt, scheint doch alles auf einen Unfall hinzudeuten. Kommissar Walter Pulaski lässt aus persönlichen Gründen nicht locker - und bald werden Parallelen zum Fall in Wien offenbar…

Persönliche Meinung: “Rachewinter” ist ein Thriller von Andreas Gruber. Es ist der dritte Fall um die Ermittlerfiguren Evelyn Meyer und Walter Pulaski. Zwar ist der Fall in sich abgeschlossen, allerdings finden sich kleinere Spoiler zur Handlung der vorherigen Bände, sodass ein chronologisches Lesen sinnvoll ist. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich aus den personalen Perspektiven der beiden Ermittlerfiguren. Weitere PoVs nehmen u.a. Flo, der neue Assistent Evelyns, sowie Nina, die Tochter Walters, ein, wobei insbesondere letztere für ein latentes Konfliktpotential sorgt, da sie eigenständig im Fall ermittelt. Die Handlung des Thrillers ist recht rasant; die Taktung der Morde ist hoch, wodurch sich eine schöne Spannungskurve ergibt. Zudem finden sich zwei überraschende Wendungen im Thriller - eine mittig, eine am Ende -, die für zusätzliche Spannung sorgen. Setting der Handlung ist ein klirrend kalter März, der insbesondere im fulminanten letzten Akt atmosphärisch zu seiner vollen Geltung kommt. Ein Thema, das in “Rachewinter” eine wichtige Rolle spielt, ist diese Transsexualität: Diesem Thema nähert sich Gruber bedacht und auf Augenhöhe, allerdings wirken einzelne Fragen, die manche Protagonist*innen zum Thema stellen, aus heutiger Perspektive “angestaubt” (Der Thriller erschien bereits 2018; die Fragen wurden vermutlich genutzt, um das Thema “Transsexualität” der Leserschaft näher zu bringen). Der Schreibstil von Andreas Gruber ist sehr anschaulich, lebendig und flüssig zu lesen, sodass der Thriller trotz seiner knapp 600 Seiten kurzweilig ist. Allein das Finale kam mir eine Spur zu lang vor, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ist “Rachewinter” ein spannender dritter Teil mit einem interessanten Fall, aber auch kleineren Längen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Sehr schön zum Vorlesen!

Gespensterjäger auf eisiger Spur
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Inhalt: Als Tom Orangensaft aus dem Keller holt, begegnet ihm Schauriges: Ein wahrhaftiges Gespenst schaut ihn mit giftgrünen Augen an und will ihn mit seinen Eisfingern packen. Blitzschnell nimmt Tom ...

Inhalt: Als Tom Orangensaft aus dem Keller holt, begegnet ihm Schauriges: Ein wahrhaftiges Gespenst schaut ihn mit giftgrünen Augen an und will ihn mit seinen Eisfingern packen. Blitzschnell nimmt Tom Reißaus - und hat nun ein handfestes Problem: Wie soll er jemals wieder den Keller betreten, wenn dort ein Gespenst haust? Wie gut, dass es Hedwig Kümmelsaft - eine Freundin seiner Oma und selbsternannte Geisterjägerin - gibt…

Persönliche Meinung: “Gespensterjäger auf eisiger Spur” ist ein Kinderbuchklassiker von Cornelia Funke. Es handelt sich um den ersten Band der “Gespensterjäger”-Reihe. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Tom schlüpft, der das Alter der intendierten Zielgruppe (ca. 10 Jahre) hat. Die Handlung folgt derjenigen eines Abenteuerromans: Tom versucht gemeinsam mit Frau Kümmelsaft das Kellergespenst zu verjagen, wobei sich schnell herausstellt, dass Hugo (so heißt das Gespenst), eher harmlos ist: Hugo hat im Keller Zuflucht gesucht, da sein bisheriger Spukort von einem sog. UEG (= unheimlich ekelhaftes Gespenst) besetzt was - was natürlich ungleich schwieriger zu verjagen ist als Hugo. Sehr hat mir auch die Atmosphäre des Romans gefallen: Cornelia Funke erzählt bildhaft und dicht, sodass ein schauerlicher Hauch durch den Roman weht, ohne dass es allzu gruselig wird. Für Lacher sorgt dabei die eigenwillige Wortwahl/Aussprache der Gespensterwesen. Hugo beispielsweise benutzt statt i-Lauten ü-Laute, wodurch seine Aussprache breit und gedehnt ist (was beim Vorlesen sowohl bei Lesenden als auch bei Zuhörenden für einige Lacher sorgt). In “Gespensterjäger auf eisiger Spur” finden sich zudem zahlreiche schwarz-weiß Illustrationen der Autorin. Insgesamt ist “Gespensterjäger auf eisiger Spur” ein atmosphärisches Kinderbuch, das auch über 30 Jahre nach Veröffentlichung die Zielgruppe zu begeistern weiß. Sehr schön zum Vorlesen!

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