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stefan182

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2019

Eine Liebeserklärung an Bücher und das Lesen

Pages & Co.
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Inhalt: Die elfjährige Matilda Pages, genannt "Tilly", wächst bei ihren Großeltern auf, die eine große Buchhandlung haben. Ihre Mutter ist kurz nach ihrer Geburt spurlos verschwunden; ihr Vater zuvor gestorben. ...

Inhalt: Die elfjährige Matilda Pages, genannt "Tilly", wächst bei ihren Großeltern auf, die eine große Buchhandlung haben. Ihre Mutter ist kurz nach ihrer Geburt spurlos verschwunden; ihr Vater zuvor gestorben. Tilly liest sehr gerne und träumt sich in die Geschichten hinein, wofür die Buchhandlung der perfekte Ort ist. Nachdem Tilly in der Buchhandlung Personen trifft, die unmöglich Kunden sein können, beginnt für sie ein buch-tastisches Abenteuer. Dabei wandelt sie auf den Spuren ihrer Mutter und trifft neben Figuren aus der Weltliteratur auch auf den mysteriösen Enoch Chalk.

Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr detailliert, anschaulich und metaphernreich, sodass man sich gut in die Handlung hineinversetzen konnte. Die Kapitel sind vergleichsweise kurz und die Lektüre war insgesamt kurzweilig.

Persönliche Meinung: "Matilda und das Geheimnis der Buchwandler" ist eine Liebeserklärung an das Medium "Buch" und das Lesen. Es ist durchzogen von Referenzen, die Bücher/das Lesen thematisieren. So sind die Handlungsorte u.a. eine Bibliothek und eine Bücherei. In der Bücherei werden buchspezifische Partys gefeiert (Motto: "Alice im Wunderland") und in ihr existiert eine Café, das Köstlichkeiten, die in verschiedenen Romanen aufgetischt werden, anbietet. Auch das Layout ist besonders: Wenn z.B. eine Figur flüstert, ist die Schrift kleiner. Jede Figur ist in irgendeinerweise vom Lesen oder Büchern beeinflusst - mehr soll hier nicht verraten werden. Insgesamt sind dies alles sehr schöne Ideen der Autorin. Gleichzeitig geht damit ein Problem einher: Das "Mathilda und das Geheimnis der Buchwandler" ist aufgrund der Fülle der Referenzen eher ein Buch für echte Bücherkenner. Zwar werden viele Klassiker der Kinderliteratur anzitiert, doch wirklich bekannt sind diese eher im englischsprachigen Raum. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Tiefe des Antagonisten, der insgesamt eher ein Scherenschnitt bleibt (dies kann aber auch Kalkül der Autorin sein, um Spannung für den Folgeband zu erzeugen). Zuletzt empfand ich die ersten 100 Seiten als anstrengend zu lesen: Die Handlung ging nicht wirklich voran, man war fast nur an einem Handlungsort und bekam keine wirklichen Antworten. Nach diesen 100 Seiten nahm die Handlung aber Fahrt, war spannend und das Lesen hat Spaß gemacht. Insgesamt vergebe ich daher 4 Sterne. Es war aber trotz der Kritikpunkte eine spannende und schöne Lektüre, sodass ich das Buch jedem Bücherwurm ans Herz legen kann!

Veröffentlicht am 05.10.2019

Eine traurig-schöne Geschichte über Freundschaft

Die Furchtlosen Fünf
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Inhalt: Die Handlung spielt in Dublin und Umgebung zur Fußballweltmeisterschaft 1990. Alle sind ganz aus dem Häuschen über die WM-Erfolge des irischen Nationalteams. Die Freude der später sog. „furchtlosen ...

Inhalt: Die Handlung spielt in Dublin und Umgebung zur Fußballweltmeisterschaft 1990. Alle sind ganz aus dem Häuschen über die WM-Erfolge des irischen Nationalteams. Die Freude der später sog. „furchtlosen Fünf“, (Sumo, Walker, Charlie, Johnny J und Jeremy) ist allerdings getrübt, da die Mutter von Johnny J an Krebs erkrankt ist und die Chemotherapie nicht mehr greift. Daher versuchen die Fünf auf unterschiedlichen Wegen Geld für Johnny Js Mutter aufzutreiben, damit sie nach Amerika fliegen kann. Denn dort, so sagt man, könne man den Krebs viel besser heilen. Da ihre Versuche aber zu wenig Geld einbringen, überlegen die Fünf sich einen Coup: Da alle im WM-Fieber sind und daher die lokale Tankstelle nur von einer Großmutter besetzt ist, wollen die Fünf diese überfallen, um das nötige Geld für den Flug zu bekommen. Doch wie sollen sie vorgehen? Wie soll es nach dem Überfall weitergehen? Kommen Sie damit durch, können sie flüchten oder müssen sie ins Gefängnis?

Erzählstil: Die Handlung ist aus der retrospektiven Ich-Perspektive von Jeremy verfasst. Daher sind die Sätze auch vergleichsweise leicht, kurz und umgangssprachlich verfasst. Eine Besonderheit des Buches sind 80 Fußnoten mit dem Namen „Drei Dinge, die man wissen sollte“, die interessante und lustige Informationen bieten. Diese haben eher weniger mit der Haupthandlung zu tun. Daher kann es sein, dass andere Leser*innen sie als den Lesefluss störend empfinden. Mich haben sie aber weniger gestört, da sie nicht überhandgenommen haben

Persönliche Meinung: Wie in der Einleitung schon beschrieben, hat das Buch mit der Krebserkrankung der Mutter einen ernsten Hintergrund. Es finden sich dementsprechend im Buch auch viele Szenen, bei denen einem die Tränen in den Augen stehen. Gleichzeitig schafft Anna McPartlin es andererseits aber auch, Szenen zu schreiben, bei denen man laut auflachen möchte, ohne dass diese deplatziert wirken. Mir gefiel diese Mischung sehr gut. Zudem lässt sich das Buch schlecht in gängige Genres einordnen. Es hat etwas von einer Tragikkomödie, von „Heist“-Handlungen und von Coming-of-Age-Fiktion. Der retrospektive und nostalgische Blick des Erzählers erinnerte mich zudem häufiger an den Film „Stand by Me“. Dabei vermittelt es gleichzeitig die Botschaft, dass nach schlimmen Momenten, die das Leben ausmachen, auch wieder etwas Schönes folgen kann. Es handelt sich jedenfalls nicht allein um ein Jugendbuch, sondern viel mehr um All-Age-Literatur. Erst hatte mich das Ende aufgrund seiner Vagheit etwas enttäuscht, allerdings passt es doch: Die Geschichte der furchtlosen Fünf ist erzählt, alles Weitere, alles Zukünftige, eröffnet eine neue Geschichte. Und diese Zukunft, die die Fünf noch vor sich haben, werden sie nach den Ereignissen des Buches gemeinsam durchstehen.

Veröffentlicht am 05.10.2019

Ein magisches Abenteuer!

Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen
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Inhalt: Lennart Lindenbaum, kurz Lenni genannt, lebt mit seiner Mutter in dem 2. Stock eines 300 Jahre alten Hauses. Unter ihm wohnt Waldo Wunder, der in Erdgeschoss einen alteingesessenen Spielzeugladen ...

Inhalt: Lennart Lindenbaum, kurz Lenni genannt, lebt mit seiner Mutter in dem 2. Stock eines 300 Jahre alten Hauses. Unter ihm wohnt Waldo Wunder, der in Erdgeschoss einen alteingesessenen Spielzeugladen betreibt. Früher war Lenni häufiger dort, jetzt fährt er aber lieber mit seinem BMX-Rad und fühlt sich zu alt für Spielsachen. Als er ein Paket bei Herrn Wunder abholen muss, fragt dieser Lenni, ob er für ein paar Tage auf seinen Laden aufpassen könne. Er müsse dringend etwas erledigen. Lenni willigt ein und schaut in der nächsten Zeit häufiger im Laden vorbei. Bevor Herr Wunder geht, warnt er Lenni noch eindringlich, auf keinen Fall die dritte Schublade von rechts seines Ladentisches zu öffnen. Irgendetwas geht in dem Spielzeugladen vor. Nachts hört Lenni laute Geräusche aus dem Laden, morgens steht das Mobiliar plötzlich anders als am Vortag. Und: Wohin und warum ist Herr Wunder überhaupt verreist? Was hat es mit dem mysteriösen Paket und der Schublade auf sich? Besonders hervorzuheben ist auch der Aktivteil am Ende des Buches. Hier finden sich vier kleine Rätsel bzw. Spiele, die sich thematisch um den Spielzeugladen drehen. Auch gefielen mir die cartoonartigen schwarz-weiß Abbildungen sehr.

Schreibstil: Die Geschichte wird sehr anschaulich erzählt, sodass man sich gut in die Handlung hineinversetzen kann. Besonders gefiel mir die Beschreibung des Spielzeugladens mit seinen unterschiedlichen Abteilungen. Die Sätze sind nicht allzu komplex und der Handlung ist leicht zu folgen. Die Handlung ist durch die zu Beginn aufgeworfenen Fragen außerdem durchweg spannend.

Persönliche Meinung: Die Figuren sind durchweg sympathisch und lebensnah dargestellt. Auch lässt die Erzählung einzelne Fragen offen, die in Folgebänden geklärt werden können. Besonders gut gefielen mir auch einzelne (mechanische) Ideen rund um das Thema „Spielzeug“. Ich hoffe, dass die geheimnisvolle Welt der Spielzeughändler weiter ausgebaut wird! Außerdem gibt es auch noch viele interessante Figuren, die für weitere Bände eine größere Rolle spielen können, sodass die Idee der Autorin viel Potential für weitere Bände besitzt. Ich gebe allerdings „nur“ vier Sterne, da die Handlung – für Erwachsene und auch ältere Kinder/Jugendliche vergleichsweise vorhersehbar ist. Auch das große Geheimnis um die dritte Schubblade wird eher ernüchternd aufgelöst. Gerade jüngere Kinder (zwischen 8 und 10 Jahre) werden die Geschichte aber lieben!

Veröffentlicht am 20.09.2019

Ein gelungener Comic-Roman oder: „Hilfe! Die Zombies kommen!“

Jack, der Monsterschreck, und die Zombie-Apokalypse
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Inhalt: Die Zombie/Monster-Apokalypse ist ausgebrochen. Jack, der quirlige Protagonist des Buches, versucht sich (zunächst) in einem Baumhaus allein durchzuschlagen, da seine Pflegefamilie vor der Apokalypse ...

Inhalt: Die Zombie/Monster-Apokalypse ist ausgebrochen. Jack, der quirlige Protagonist des Buches, versucht sich (zunächst) in einem Baumhaus allein durchzuschlagen, da seine Pflegefamilie vor der Apokalypse geflüchtet ist. Seine Mission: June Del Toro, sein heimlicher Schwarm und die (von ihm so bezeichnete) „Jungfrau in Nöten“, zu retten. Ein Freund, ein Ex-Feind und ein Monster helfen ihm dabei. Sie treffen auf Zombies und eine Vielzahl von unterschiedlichen Monstern. Doch was hat die Apokalypse verursacht?

Schreibstil: Der Comic-Roman ist umgangssprachlich geschrieben, was das Lesen erleichtert. Die Sätze sind meist sehr einfach und abgekürzt gehalten; komplexe Satzkonstruktionen finden sich selten. Er ist in Form eines Überlebensberichtes aus der Perspektive von Jack geschrieben. Außerdem sind im Roman sehr viele Comicelemente integriert (Comic-Strips, Zeichnungen, Lautmalerei). Die in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen sind schön gestaltet. Weiterhin zeichnet sich das Buch durch viele Referenzen auf Film und Fernsehen aus (Star Wars, Avengers, Terminator usw.). Bedingt durch Jacks selbstironische Art ist der Comic-Roman auch sehr lustig.

Meine Meinung: Das Buch war eine kurzweilige, lustige Lektüre. Wegen der einfachen Sprache, der Comicelementen und dem Humor ist dieses abwechslungsreiche Buch auch sehr gut für Leseeinsteiger geeignet. Ich bin gespannt, wie die Handlung in den Folgebänden fortgeführt wird!

Veröffentlicht am 08.09.2019

Wer bin ich?

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Es ist schwierig, das Buch „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ gebührend zu rezensieren. Einerseits da jede Rezension der „Sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ zwangsläufig inhaltliche Spoiler bereithält. ...

Es ist schwierig, das Buch „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ gebührend zu rezensieren. Einerseits da jede Rezension der „Sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ zwangsläufig inhaltliche Spoiler bereithält. Die einzige Information, die man meiner Meinung nach über das Buch haben sollte, ist, dass es sich um einen Kriminalroman handelt. Mit zusätzlichen Informationen werden besonders die ersten 100 Seiten zu sehr vereindeutig und das Rätselraten wird eingeschränkt. Andererseits ist das Buch aber auch zu vielschichtig, um es auf ein, zwei Seiten umfassend besprechen zu können. Meine Rezension ist im Folgenden zweigeteilt. Der erste Abschnitt ist spoilerfrei und thematisiert nur kurz das Anfangssetting (die ersten paar Seiten) und meine persönliche Meinung, die Besonderheiten des Buches anspricht, die mir besonders gut gefallen haben. Diese sind aber auch so allgemein wie möglich gehalten. Wer sein Leseerlebnis (und es ist ein Erlebnis!) nicht bereits vorab trüben möchte, sollte nur den ersten Abschnitt lesen. In den folgenden Abschnitten, die ich nochmal extra mit „Spoiler-Warnung“ markieren werde, gehe ich dann detaillierter auf die Handlung ein. Zunächst zur Ausgangslage: Ein Mann findet sich inmitten eines Waldes wieder, weiß aber nicht mehr, wer er ist. Die einzige Erinnerung, die er hat, ist der ein Name „Anna“. Er hört einen Schrei einer Frau und erhält von einem Unbekannten, den er nicht sieht, einen Kompass mit dem Rat, diesem nach Osten zu folgen. Dies tut er dann auch und gelangt zu einem Herrenhaus, in dem ein Maskenball stattfinden soll und in dem er von allen Gästen als Sebastian Bell erkannt wird. Überzeugt davon, den Mord an „Anna“ gehört zu haben, überzeugt er die anderen Gäste, nach der Leiche zu suchen…. Zunächst ist das Buch ein unheimliches Fleißwerk. Es gibt sehr viele Handlungsstränge, jede Figur scheint ein Geheimnis zu haben. Zwischendurch hat man zwar den Eindruck, die Handlung zerfasert, aber alles löst sich nach und nach auf. Hier muss man nur sagen: „Hut ab, Mr Turton.“ Es muss außergewöhnlich nervenaufreibend gewesen sein, dieses Werk mit all seinen doppelten Böden wieder zu einem sinnvollen Schluss zu bringen. Durch die vielen Geheimnisse und Handlungsstränge herrscht zudem auch durchweg eine große Spannung. Ich kann allerdings nachvollziehen, dass das Ende nicht jedem gefallen wird. Für mich zeichnet es sich aber durch einen Plot Twist aus, der einem M. Night Shyamalan in keinster Weise nachsteht. Es würde mich sehr wundern, wenn das Buch nicht in naher Zukunft als Kinofilm oder als Mini-Serie adaptiert werden würde.

Ab jetzt folgt der Teil mit kleineren Spoilern.

Inhalt: Wie schon gesagt, findet sich der Protagonist im Wald wieder und kann sich nicht an seine Identität erinnern. Das Dilemma des Gedächtnisverlusts wird in der Folgehandlung von einem mysteriösen Mann in einem mittelalterlichen Pestdoktorkostüm erklärt: Aiden, so heißt der Protagonist, befindet sich in einer Zeitschleifen, in der er jeweils acht Mal den gleichen Tag erlebt. Diese kann er allerdings erst verlassen, wenn er den Mord an Evelyn Hardcastle, der Tochter der Herrenhaus-Besitzer, der sich am Ende des Tages ereignen wird, aufklären kann. Diese acht Tage verbringt er aber nicht im Körper des Sebastian Bell, sondern jeweils in einem anderen Wirtskörper. Er durchlebt also ein und denselben Tag aus der Perspektive eines anderen Gastes. Er befindet sich allerdings nicht allein in der Zeitschleife. Neben Aiden wollen noch zwei weitere in der Zeitschleife Gefangene das Rätsel des Mordes lösen. Nur derjenige, der den Mörder als erstes entlarvt, darf die Zeitschleife verlassen. Zudem wird Aiden noch von einem sadistischen Lakaien gejagt. Es reiht sich Geheimnis an Geheimnis, Frage an Frage, sodass die Handlung nicht abflacht. Um nur einige Fragen zu nennen: Wer ist Aiden, wer Anna? Wer sind die anderen beiden in der Zeitschleife Festsitzenden? Was ist die Aufgabe des Pestdoktors? Wieso existiert die Zeitschleife? Und natürlich: Wer ist der Mörder?

Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr detailliert und flüssig. Die Handlung ist aus der Perspektive von Aiden geschrieben, der sich aber regelmäßig in einem anderen Wirtskörper wiederfindet. Interessant ist nun einerseits, dass diese Wirtskörper ihre Stärken und Schwächen für die Auflösung des Falls haben. So besitzt ein Wirt eine enorme Körperfülle, die es Aiden schwer macht, sich mit ihm zu bewegen. Auch entwickeln die Wirte mehr und mehr einen Eigensinn, sodass häufig weitere Perspektivierungen durscheinen. Besonders gefiel mir, dass man dadurch, dass der Tag jeweils mit anderen Wirtskörpern durchlebt wird, immer neue Perspektiven auf verschiedene rätselhafte Sachverhalte gewinnt. Dinge, die mit Sebastian Bell geheimnisvoll erscheinen, werden aus der Perspektive der Folgewirte verständlich. Dieses Ineinandergreifen der Szenen ist sehr gut gelungen.