Ein facettenreicher Großstadtroman mit einer zarten Liebesgeschichte, die zwischen Tragik und Hoffnung changiert
Solange ein Streichholz brenntInhalt: Köln. Alinas Karriere als Fernsehjournalistin steht vor dem Ende. Sie bekommt kaum wichtige Aufträge; die Angst vorm Scheitern nimmt täglich zu. Doch dann öffnet sich plötzlich eine neue Tür: Sie ...
Inhalt: Köln. Alinas Karriere als Fernsehjournalistin steht vor dem Ende. Sie bekommt kaum wichtige Aufträge; die Angst vorm Scheitern nimmt täglich zu. Doch dann öffnet sich plötzlich eine neue Tür: Sie soll die Recherche für eine brisante Talkshow übernehmen, die sich um soziale Problemherde drehen soll. Dabei trifft sie auf Bohm, einen hilfsbereiten, aber zugleich seltsam verschlossenen Wohnungslosen, der geschnitzte Holzmäuse verkauft. Für die Dreharbeiten begleitet Alina Bohm in seinem Alltag - und plötzlich ist da ein Funke zwischen den beiden…
Persönliche Meinung: “Solange ein Streichholz brennt” ist ein Großstadtroman von Christian Huber. Erzählt wird die Handlung aus den personalen Perspektiven von Alina und Bohm, wobei insbesondere die Figur Bohm für eine latente Spannung sorgt. Bohm ist eine ambivalente Figur - einerseits hilfsbereit und empathisch, andererseits abweisend und verschlossen -, wobei man früh erahnt, dass diese Verhaltensweisen (sowie seine Wohnungslosigkeit) mit einem einschneidenden Erlebnis aus seiner Vergangenheit zusammenhängen. Welches dieses ist, wird schrittweise entfaltet; sehr gefallen hat mir dabei die Offenbarung am Ende der Handlung. Hier wird - spoilerfrei gesagt - beeindruckend konzis (auf ca. 30 Seiten), mitreißend und eindrücklich der Niedergang Bohms gezeigt, der vermutlich die Wenigsten kalt lassen wird. Facettenreich ist der Weg vom Beginn der Handlung, den gemeinsamen Drehterminen von Alina und Bohm, bis zur Auflösung des Geheimnisses um Bohm: Behandelt werden hier neben gesellschaftlichen Themen wie Obdachlosigkeit und (in Bezug auf Alinas Job) toxische Männlichkeit auch eine Liebesgeschichte, die sich zwischen den ungleichen Figuren Alina und Bohm entspinnt. Diese wird eher zart beschrieben, nicht kitschig, und lebt davon, dass beide Figuren permanent hinterfragen, ob eine Beziehung zwischen ihnen überhaupt möglich ist. Der Schreibstil von Christian Huber ist sehr eingängig und flüssig zu lesen, wodurch “Solange ein Streichholz brennt” eine kurzweilige Lektüre wird. Insgesamt ist “Solange ein Streichholz brennt” ein facettenreicher Großstadtroman mit einer zarten Liebesgeschichte, die zwischen Tragik und Hoffnung changiert.