Spannender Roman
Der Roman „Das Buch der Schuld“ von Catherine Chidgey spielt in einem alternativen England des Jahres 1979: Drei Waisenkinder wachsen abgeschottet in einem Heim auf und beginnen nach und nach zu hinterfragen, ...
Der Roman „Das Buch der Schuld“ von Catherine Chidgey spielt in einem alternativen England des Jahres 1979: Drei Waisenkinder wachsen abgeschottet in einem Heim auf und beginnen nach und nach zu hinterfragen, warum ihr Leben so streng kontrolliert wird. Als einer von ihnen Regeln bricht, kommen nach und nach dunkle Wahrheiten ans Licht.
Der Schreibstil ist schon zu Beginn ruhig aber dennoch so, dass ich immer weiter lesen wollte. Durch Andeutungen statt klaren Erklärungen erzeugte es eine dichte Atmosphäre. Auch die Handlung an sich entfaltete sich eher langsam, was bei fast 500 Seiten auch ok ist. Vieles wirkte rätselhaft und ich wollte mit jedem Kapitel wissen, was es mit den Geheimnissen rund um die Kinder im Waisenhaus auf sich hat. Die Geschichte ist dabei weniger von Action geprägt, dafür aber psychologisch intensiv und gedanklich fordernd. Fragen wie „Warum müssen sie Medikamente nehmen?“ oder „Was wird ihnen verheimlicht?“ treiben die Handlung an.
Dabei fand ich Teile der Geschichte aber auch etwas lang gezogen, die Spannung hat mir an manchen Stellen einfach gefehlt.
Fazit:
Ein ruhiger, literarisch anspruchsvoller Roman mit dystopischen Elementen, der mich durch die psychologische Tiefe überzeugt hat.