Ein interessantes Psychogramm einer amerikanischen Upperclass-Familie
Thematisch ist das Feiern eines Familienfestes nichts Neues und auch nichts Interessantes. Und mit vier Geschwistern im mittleren Alter nebst ihren jeweiligen Partnern, Kindern und ihrer verwitweten Mutter ...
Thematisch ist das Feiern eines Familienfestes nichts Neues und auch nichts Interessantes. Und mit vier Geschwistern im mittleren Alter nebst ihren jeweiligen Partnern, Kindern und ihrer verwitweten Mutter Elisabeth sind anfangs verwirrend viele vielfältige Figuren zu verarbeiten beim Lesen – eine Durststrecke. Im Verlauf dieser alljährlichen Pflichtveranstaltung im Garten mit BBQ und offenem Pool im Jahr 2021 entwickelt sich allmählich eine zum Greifen nahe angespannte Atmosphäre durch allmähliche Aufdeckung von teils doch dramatischen Geheimnissen aus der Vergangenheit. Aus der Perspektive einzelner gut charakterisierter Familienmitglieder offenbart sich Problematisches aus den Jahren 1970, 1987 und 1989, die zu wichtigen Entscheidungen und teils fatalen Aktionen in der Gegenwart führen. Der Schreibstil, diese sonderbare, lebensnahe Dynamik der Familie beschreibend, ist angenehm, emotional feinfühlig und detailliert beobachtend. Nach außen hin auf den Eindruck einer perfekten, erfolgreichen, reichen Familie bedacht, grassieren untereinander unausgesprochene, brodelnde Empfindlichkeiten, die scheinbar jedes erfreuliche Miteinander torpedieren. Die Abgründe der Mitglieder gipfeln in einem vagen Ende des atmosphärischen Romans.