Cover-Bild Andersen
Band der Reihe "detebe"
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 608
  • Ersterscheinung: 25.03.2026
  • ISBN: 9783257247510
Charles Lewinsky

Andersen

Andersen, einst ein brutaler Folterer, wird in einem anderen Jahrhundert wiedergeboren. Sein bösartiger Charakter ist jedoch nicht verschwunden, er steckt nun einfach in der niedlichen Gestalt eines Säuglings – und ist daher umso erschreckender. Andersen erhält mit seinem neuen Leben eine neue Chance. Doch er nutzt sie nicht zur Wiedergutmachung seiner Verbrechen. Im Gegenteil.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Wenn das Böse im Babybett liegt

0

Manchmal liest man einen Klappentext und denkt sich: Na gut, das klingt schon ziemlich wild. Und dann kommt Charles Lewinsky um die Ecke, setzt noch einen drauf und serviert einem eine Geschichte, bei ...

Manchmal liest man einen Klappentext und denkt sich: Na gut, das klingt schon ziemlich wild. Und dann kommt Charles Lewinsky um die Ecke, setzt noch einen drauf und serviert einem eine Geschichte, bei der man zwischendurch ernsthaft das Buch anschaut und denkt: Entschuldigung, was passiert hier gerade?

Andersen ist kein gemütlicher Roman zum Wegkuscheln. Dafür ist diese Grundidee viel zu böse, viel zu schräg und ehrlich gesagt auch ziemlich genial. Ein brutaler Folterer wird wiedergeboren, steckt plötzlich in einem Säugling und bringt trotzdem sein altes, finsteres Innenleben mit. Das klingt absurd, aber genau darin liegt der Reiz. Dieses kleine Wesen sollte eigentlich Schutzinstinkte auslösen, stattdessen sitzt man da und denkt: Bitte nicht allein mit dem Baby lassen.

Lewinsky erzählt das mit einer Mischung aus schwarzem Humor, Kälte und richtig viel erzählerischer Raffinesse. Das Buch spielt mit der Frage, ob ein Mensch wirklich eine zweite Chance verdient, wenn in ihm nichts nach Reue aussieht. Und ja, das ist manchmal unbequem. Aber eben auch verdammt spannend.

Was mir besonders gefallen hat: Diese Geschichte bleibt nicht brav in einer Schublade. Sie ist böse, philosophisch, makaber und trotzdem erstaunlich lesbar. Kein Roman, der einen ständig anschreit, sondern einer, der sich langsam unter die Haut schiebt.

Kleine Warnung: Wer Figuren braucht, die man ins Herz schließen kann, wird hier vielleicht hart schlucken. Andersen ist kein Sympathieträger, eher ein literarischer Stachel im Kopf. Aber genau deshalb funktioniert das Buch so gut.

Für mich ein richtig starkes, bitterböses Gedankenexperiment mit Nachhall. Nicht perfekt gemütlich, aber ziemlich besonders.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere