Liebe auf den ersten Blick
Heute möchte ich euch unbedingt dieses tolle Buch von Daisy Hildyard vorstellen und davon erzählen, wie unsere Beziehung begann, nämlich mit einem kostbaren, weil sehr seltenen Glücksgefühl: dem der Liebe ...
Heute möchte ich euch unbedingt dieses tolle Buch von Daisy Hildyard vorstellen und davon erzählen, wie unsere Beziehung begann, nämlich mit einem kostbaren, weil sehr seltenen Glücksgefühl: dem der Liebe auf den ersten Blick. Noch nie bei Instagram gesehen, von niemandem empfohlen bekommen, lag es eines Tages einfach in der Buchhandlung und lachte mich strahlend an und sofort war da dieses leichte Herzklopfen, das wunderbar untrügliche Gefühl, einen kleinen Schatz ganz alleine und vor allem zur richtigen Zeit aufgespürt zu haben.
Es ist Lockdown im Frühjahr 2020 und die Erzählerin/Autorin ist der Isolation in ihrer Wohnung ausgesetzt. Alles ist auch hier im Umbruch, die Seelen wackeln, eine kollektive Unsicherheit hat die Welt erfasst und sie zum Erliegen gebracht. Notstand. Was der Protagonistin bleibt, ist der Blick aus dem Fenster und - mehr noch - der Blick nach innen, zurück in die eigene Vergangenheit, die das fast surreale Heute unverrückbar prägt. Da ist die Kindheit im ländlichen Plymouth der 90er-Jahre, die Freundin Clare, mit der die begrenzte Welt neugierig und mit Staunen erkundet, wenn auch nicht ganz erfasst wird, das pralle Leben der reichen Natur und der Steinbruch, von dem das Dorf lebt, bis Fortschritt und Wandel ihn brach legen.
Ich habe den Roman als Einladung zum Hinsehen empfunden, zum Erkunden der Zusammenhänge und Eintauchen in den unbedarften Wunderraum Kindheit, wo die Welt sich langsamer dreht und die Zeit sich ausdehnt. Den erzwungenen Rückzug als Chance zu begreifen, einfach mal innezuhalten, durchzuatmen und aus dem Hamsterrad unserer schnelllebigen Zeit auszusteigen. Hat mich und mein Nature Writing Herz total abgeholt.