Absolut fantastisch geschrieben
Bei „Kampf der Könige: Das Haus Plantagenet und das blutige Spiel um Englands Thron“ geht es um die Dynastie der Plantagenets, jene Familie, die England und zeitweise halb Frankreich über gut zweieinhalb ...
Bei „Kampf der Könige: Das Haus Plantagenet und das blutige Spiel um Englands Thron“ geht es um die Dynastie der Plantagenets, jene Familie, die England und zeitweise halb Frankreich über gut zweieinhalb Jahrhunderte geprägt, geformt, verheizt und immer wieder an den Rand des Abgrunds geführt hat. Jones spannt dabei einen großen Bogen: vom Aufstieg der Familie im 12. Jahrhundert über Kreuzzüge, innere Machtkämpfe, politische Intrigen und persönliche Tragödien bis hin zu ihrem Niedergang. Es ist die Geschichte einer Herrscherfamilie, die kaum zur Ruhe kam, weil Macht hier nie selbstverständlich war, sondern immer neu erkämpft, verteidigt oder verloren wurde. Für mich war dieses Buch damals der Einstieg in die spannende Welt der Geschichte.
Im Zentrum stehen bekannte, aber auch weniger präsente Namen: Eleonore von Aquitanien, Richard Löwenherz oder Johann Ohneland, dessen Regentschaft oft als gescheitert gilt, der mit der Magna Carta aber ein Fundament legte, das bis heute nachwirkt. Später folgen Heinrich III. und schließlich Richard II., kunstsinnig, empfindsam und politisch überfordert. Jones erzählt all das nicht als trockene Abfolge von Jahreszahlen, sondern als Geschichte von Menschen, die Entscheidungen trafen und mit deren Konsequenzen leben mussten.
Meine persönliche Beziehung zu diesem Buch ist eine besondere. Ich habe es damals im englischen Original gelesen, was nicht immer leicht war, mich aber doch beeindruckt hat. Geschichte fühlte sich plötzlich lebendig und greifbar an. Für mich ist „Kampf der Könige“ eines der besten Bücher von Dan Jones überhaupt. Es ist der Grund, warum ich ihn bis heute für einen der besten populärwissenschaftlichen Historiker halte. Dieses Buch hat mich geprägt, mein Interesse an Geschichte vertieft und mir gezeigt, wie spannend Sachbücher sein können, wenn sie gut geschrieben sind. Es ist keine trockene Geschichtsstunde, sondern eine Einladung, sich auf eine wilde, blutige, faszinierende Epoche einzulassen.