Cover-Bild Zukunft denken
26,00 €
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau
  • Genre: Sachbücher / Natur & Technik
  • Seitenzahl: 378
  • Ersterscheinung: 16.08.2022
  • ISBN: 9783351039424
David Christian

Zukunft denken

Die nächsten 100, 1000 und 1 Milliarde Jahre
Hainer Kober (Übersetzer)

What’s next? Eine Geschichte von übermorgen

Woher sollen wir wissen, was in den nächsten hundert, tausend oder sogar einer Milliarde Jahre geschieht? So paradox es klingt: aus einem Geschichtsbuch. David Christian, der Begründer der Big History, die Erkenntnisse von Geologie, Astronomie und Biologie synthetisiert, hat es geschrieben. Es ist ein Leitfaden dafür, wie wir uns die Welt des fortgeschrittenen Anthropozäns vorzustellen haben, aber auch das Ende von allem. Eine Bedienungsanleitung für die Zukunft und ein historischer Rahmen, mit dessen Hilfe wir klarer sehen – bei der Suche nach Lösungen für die Herausforderungen, vor denen wir als Spezies stehen: Klimawandel und Artensterben.

»David Christian bereitet uns auf die großen Herausforderungen vor, vor denen wir als Menschheit stehen.« Bill Gates

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Fundierte Prognosen, die jedoch einen zu geringen Teil des Inhalts ausmachen

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Ich habe von David Christian bereits „Big History“ gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Während es sich dabei um eine breit angelegte Zusammenschau der Weltgeschichte handelte, befasst er sich hier ...

Ich habe von David Christian bereits „Big History“ gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Während es sich dabei um eine breit angelegte Zusammenschau der Weltgeschichte handelte, befasst er sich hier nun mit der Zukunft und nimmt dabei ebenfalls eine umfassende Perspektive ein.
Zunächst aber stellt er einige allgemeine Betrachtungen darüber an, was Zukunftsdenken bedeutet und auf welche verschiedenen Arten man sich die Zukunft vorstellen kann. Auch wenn die diesbezüglichen Ausführungen nicht direkt uninteressant sind, waren sie für meinen Geschmack jedoch zu „philosophisch“.
Interessanter ist dann der nächste Teil, wo ein Blick darauf geworfen wird, wie andere Lebewesen die Zukunft managen. Der Gedanke, dass beispielsweise auch Pflanzen oder sogar Einzeller in einem gewissen Sinn Prognosen über die Zukunft anstellen und danach handeln, ist doch faszinierend.
Anschließend wendet sich der Autor dem menschlichen Zukunftsdenken zu, erklärt, was dessen Besonderheiten sind und wie es sich im Lauf der Geschichte – von der Steinzeit über das Agrarzeitalter bis in die Moderne (hier als die letzten ca 200 Jahre definiert) – verändert hat.
Dann endlich beginnen die eigentlichen Zukunftsprognosen, die sich auf die drei bereits im Titel ersichtlichen Zeithorizonte beziehen: Nahe Zukünfte (die nächsten 100 Jahre), mittlere Zukünfte (wie es mit der menschlichen Entwicklungslinie weitergeht) und ferne Zukünfte (bis zum Ende von Raum und Zeit). Ein spannender, wenn auch nicht unerwarteter Aspekt ist dabei, dass die sich in Jahrmilliarden messende ferne Zukunft des Universums besser vorhergesagt werden kann, als die Ereignisse innerhalb der nächsten Jahrzehnte, die sehr von dem oft unberechenbaren menschlichen Verhalten abhängen werden.
Insgesamt sind diese Prognosen aufschlussreich und wirken fundiert. Der Autor hat die von ihm angestrebte goldene Mitte zwischen „übermäßiger Genauigkeit (dann liegen sie fast immer falsch) und zu großer Allgemeinheit (dann sind sie mehr oder minder nutzlos)“ weitgehend erreicht. Die diesbezüglichen Ausführungen machen allerdings nur weniger als ein Drittel des Buches aus, während das „Vorgeplänkel“ zu viel Raum einnimmt. Ich hätte mir mehr und ausführlichere Prognosen bzw Prognosen zu mehr verschiedenen Themen gewünscht.