Streifzug durch die Kunstgeschichte in mäßige Rahmenhandlung verpackt
Monas Augen – Eine Reise zu den schönsten Kunstwerken unserer ZeitDie Grundidee dieses Romans wäre vielversprechend, handelt es sich hier doch um eine Art Mischung aus Familiendrama und Einführung in die Kunstgeschichte:
Die 10-jährige Mona erblindet eines Tages aus ...
Die Grundidee dieses Romans wäre vielversprechend, handelt es sich hier doch um eine Art Mischung aus Familiendrama und Einführung in die Kunstgeschichte:
Die 10-jährige Mona erblindet eines Tages aus heiterem Himmel. Obwohl ihr Sehvermögen nach ca einer Stunde zurückkehrt, bleibt die Sorge, dass sich ihr Zustand wieder verschlechtert. Ihr Großvater Henry nimmt sich daher vor, Mona die Welt der Kunst nahezubringen, solange noch die Möglichkeit dazu besteht. Ein Jahr lang geht er einmal pro Woche mit ihr in ein Museum, um dort gemeinsam ein Werk eines bedeutenden Künstlers zu betrachten.
Daneben gehen die Versuche weiter, die Ursache von Monas Sehstörung zu finden, die, wie sich schließlich herausstellt, in ihrer frühen Kindheit liegt.
Der Streifzug durch die Kunstgeschichte ist dabei durchaus interessant. Die Kunstwerke (überwiegend Gemälde, aber auch ein paar Skulpturen etc.) sind Großteils chronologisch angeordnet. Es wird jeweils nur ein Werk pro Künstler betrachtet, dessen Leben und künstlerisches Schaffen aber immer auch in einen größeren Kontext eingeordnet werden. Außerdem gibt es in jedem Kapitel eine „Lektion des Tages“, meist irgendeine Art von Lebensweisheit, die jedoch oft nur einen losen Zusammenhang mit dem Kunstwerk hat.
Da ich mich zugegebenermaßen noch nie eingehender mit Kunst(geschichte) befasst habe, konnte ich hier einiges Neues erfahren, andererseits waren es für mich aber auch etwas zu viele Informationen auf einmal. Ich hätte es besser gefunden, weniger Werke zu betrachten und über diese und ihre Urheber jeweils etwas mehr zu sagen. Kunstkenner mögen dies natürlich anders sehen.
Die Rahmenhandlung fand ich allerdings nicht besonders gelungen. Ich bin mit den Charakteren nicht richtig warm geworden. Dass Mona über ein für ihr Alter ungewöhnliches Kunstverständnis und eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe verfügt, ist noch im Rahmen dessen, wie Romanfiguren eben (über)zeichnet werden. Der Grund für ihre vorübergehende Blindheit wirkt allerdings an den Haaren herbeigezogen. Hier wurde reichlich viel „Küchenpsychologie“ bemüht. Ebenso ist es nicht nachvollziehbar, wieso Henry sich so lange weigert, mit Mona über eine bestimmte Sache zu sprechen. Diese Geheimniskrämerei passt nicht zu seiner sonstigen Persönlichkeit und dem von Offenheit geprägten Verhältnis zwischen den beiden.
Auch darüber hinaus weist die Handlung ein paar Schwächen auf. Manche interessanten Ansätze werden nicht mehr weiterverfolgt und viele Probleme sind letztlich zu schnell gelöst.
Der Gesamteindruck ist daher eher durchwachsen.