Profilbild von Karin1910

Karin1910

Lesejury Star
offline

Karin1910 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karin1910 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2020

Gelungenes Jubiläum

Der Tote in der Hochzeitstorte
0

Kaum zu glauben, dass die Knickerbocker-Bande schon 30 Jahre alt ist. Ich kann mich heute noch daran erinnern, mit welcher Begeisterung ich damals den ersten Band gelesen habe. So freue ich mich natürlich ...

Kaum zu glauben, dass die Knickerbocker-Bande schon 30 Jahre alt ist. Ich kann mich heute noch daran erinnern, mit welcher Begeisterung ich damals den ersten Band gelesen habe. So freue ich mich natürlich über dieses neue Abenteuer der inzwischen erwachsenen Knickerbocker – und hoffe sehr, dass dies nicht der letzte Teil von Knickerbocker4immer ist:
Die Hochzeit von Lilo und Axel scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Nach mehreren Verschiebungen, unter anderem wegen Corona, entscheidet Lilo sich spontan, sie im November in einem abgelegenen Hotel in den Tiroler Bergen zu begehen. Doch die Feier, bei der nur ihre engsten Freunde anwesend sind, wird von dramatischen Ereignissen überschattet und da die einzige Zufahrtsstraße gesperrt ist, muss die Knickerbocker-Bande erneut einen kniffligen Fall lösen. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von der Hotelbesitzerin Veronika Wunderer, die gerade mit einigen Problemen zu kämpfen hat.

Es ist schön, alte Freunde wiederzutreffen, die nun mit Beziehungen und (sich ankündigendem) Nachwuchs mitten im Leben stehen.
Veronika ist aber eine ebenso sympathische Figur. Ich konnte mich gut in ihre Sorgen wegen der Führung des Hotels und der Meinungsverschiedenheiten mit ihren Eltern hineinversetzen.
Dazu noch eine schillernde Lady aus einem Schloss. Was will man mehr?

Ein paar Kritikpunkte muss ich jedoch auch erwähnen: Der Klappentext passt nicht wirklich gut zum Inhalt und es gibt doch ein paar Ungereimtheiten. Vielleicht hat da auch der Zeitdruck mitgespielt.
Immerhin sind aktuelle Themen eingebaut. Corona und seine Auswirkungen werden gelegentlich erwähnt, wenngleich sich die Protagonisten nicht gerade im Sinne der „neuen Normalität“ (Abstandhalten etc) verhalten.

Ansonsten hat mich die Lektüre aber wieder gut unterhalten. Es wird einige Spannung erzeugt, es gibt dramatische Szenen und überraschende Wendungen.
Wie üblich zeichnet den Autor ein eher einfacher, jedoch mitreißender Stil aus.
Für Knickerbocker-Fans sicher empfehlenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Über den Nutzen der Mathematik

Espresso mit Archimedes
0

Ausgehend von der Frage, warum man sich in der Schule mit Formeln und Grafiken auseinandersetzen muss, obwohl man das doch im späteren Leben wahrscheinlich nie wieder brauchen wird, unternimmt der Autor ...

Ausgehend von der Frage, warum man sich in der Schule mit Formeln und Grafiken auseinandersetzen muss, obwohl man das doch im späteren Leben wahrscheinlich nie wieder brauchen wird, unternimmt der Autor hier eine Tour durch Geschichte und Gegenwart der Mathematik.
Es zeigt, dass deren Verfahren meist entwickelt wurden, um anstehende Probleme zu lösen – sei es die Notwendigkeit der Steuererhebung in den ersten größeren Gemeinschaften, sei es der Wunsch, eine stabile Brücke über eine große Schlucht zu bauen.
Auch heute sind ihre Methoden aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Keine Suchanfrage bei Google, keine Statistik, kein Wetterbericht ohne dahinterstehende Berechnungen.
Daneben werden auch philosophische Probleme angesprochen, etwa, ob mathematische Konzepte entdeckt oder erfunden werden.
Von all dem erzählt er in einem durchaus flotten, leicht verständlichen Stil und wie angekündigt ohne Formeln.
Die Ausführungen bleiben daher aber auch sehr an der Oberfläche. Wie die Dinge wirklich funktionieren, wird nicht erklärt.
Außerdem finde ich es schade, dass eben nur mit dem Nutzen der Mathematik argumentiert, ihre Schönheit aber kaum erwähnt wird.
Für Einsteiger ist das Buch nichtsdestotrotz lesenswert und vielleicht kann es doch ein paar Schüler und/oder Eltern dazu motivieren, dem Mathematik-Unterricht weniger ablehnend gegenüber zu stehen.

Veröffentlicht am 11.10.2020

Senioren-WG auf Mörderjagd

Mord in Sunset Hall
0

Wie schon in ihren früheren Romanen hat Leonie Swann auch hier wieder einen humorvollen Krimi verfasst, der auch einige tierische Darsteller in den Vordergrund rückt.
Sie erzählt von einer Gruppe munterer ...

Wie schon in ihren früheren Romanen hat Leonie Swann auch hier wieder einen humorvollen Krimi verfasst, der auch einige tierische Darsteller in den Vordergrund rückt.
Sie erzählt von einer Gruppe munterer Senioren, die nicht bereit sind, in einem Pflegeheim vor sich hin zu vegetieren, und daher eine ganz besondere WG gegründet haben.
Doch unversehens wird das Leben von Agnes Sharp und ihren Mitbewohnern weitaus turbulenter als sie es jemals erwartet hätten. Den Tod ihrer Gefährten Lillith hätten sie ja noch irgendwie managen können. Aber als auch noch ihre Nachbarin ermordet wird und die Polizei sich offenbar auf der falschen Fährte befindet, beschließen sie, selbst Nachforschungen anzustellen.
Eigentlich wären sie dazu aufgrund ihrer beruflichen Hintergründe beinahe perfekt qualifiziert. Doch das Alter hat so manche Spuren hinterlassen, sowohl was die körperliche als auch was die geistige Leistungsfähigkeit betrifft.
Eine gewisse Unterstützung erhalten sie immerhin von der Schildkröte Hettie und dem Wolfshund Brexit – die für meinen Geschmack übrigens gerne noch eine etwas größere Rolle einnehmen hätten können.

Es ist ausgesprochen unterhaltsam, Agnes und Co bei ihren Abenteuern zu begleiten. Nicht nur die eigentliche Ermittlungsarbeit sorgt für zahlreiche komische Momente, auch der ganz normale Alltag stellt sie altersbedingt vor einige Herausforderungen. Dabei läuft vielleicht nicht immer alles wirklich realistisch ab. Es ist jedoch ermutigend, zu beobachten, wie sie sich trotz allem nicht unterkriegen lassen, und ich konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen und ihre bisweilen eigenwilligen Gedankengänge mitverfolgen.
Für einen Krimi kommt allerdings nicht viel Spannung auf. Das meiste ich doch eher vorhersehbar. Dies hat mich jedoch wenig gestört, punktet das Buch doch wie gesagt ohnehin vor allem mit seiner ganz speziellen Zusammenstellung von „Ermittlern“.
Es handelt sich dabei durchwegs um interessante Charaktere. Manche bleiben leider etwas blass bzw hätte ich generell gern mehr über die Vorgeschichten unserer Helden erfahren. Aber vielleicht gibt es ja mal eine Fortsetzung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Fast so interessant wie eine echte Zeitreise

Handbuch für Zeitreisende
0

Nach Lektüre dieses Buches finde ich es wirklich schade, dass Zeitreisen (noch?) nicht möglich sind. Der passende Reiseführer wäre immerhin bereits geschrieben und dieser animiert zu unterhaltsamen Gedankenspielen ...

Nach Lektüre dieses Buches finde ich es wirklich schade, dass Zeitreisen (noch?) nicht möglich sind. Der passende Reiseführer wäre immerhin bereits geschrieben und dieser animiert zu unterhaltsamen Gedankenspielen im Sinne eines „Was wäre wenn…“.
Er enthält Hinweise zu beliebten Reisezielen, erwähnt aber auch interessante Ziele abseits der üblichen Pfade, gibt allerlei nützliche Tipps zu Themen wie Hygiene, Ernährung oder passendem Benehmen und verhehlt auch Risiken und potentielle Gefahren nicht.
So erfährt man hier beispielsweise, warum Granada zwischen 1350 und 1450 eine Reise wert ist, wann die beste Gelegenheit ist, bedeutende Wissenschaftler persönlich kennen zu lernen oder auch, was man beachten muss, wenn man den Menschen der Vergangenheit die Segnungen der Gegenwart nahebringen möchte.
Dabei haben sich die Autoren wirklich die Mühe gemacht, ein in sich konsistentes Szenario über die Funktionsweise von Zeitmaschinen zu entwerfen.
Auch ihre Beschreibung der Vergangenheit wirkt realistisch und wissenschaftlich fundiert – ohne die Schönfärberei vieler Romane, sondern mit teilweise detaillierten Beschreibungen von Gewalt, Krankheiten, aber auch dem Risiko, dass die Reise langweiliger werden könnte als erwartet.
Für meinen Geschmack war da sogar schon manchmal ein bisschen zu viel Realismus. Und auch ein bisschen zu viele Ermahnungen im Stil von „Was Sie in der Gegenwart nicht tun würden, sollten sie auch in der Vergangenheit nicht tun“.
Das Buch ist aber jedenfalls voll mit spannenden Informationen und Überlegungen – manche hätten vielleicht noch ausführlicher sein können - und weist auch auf Dinge hin, über die man im Zusammenhang mit früheren Lebenswelten selten nachdenkt.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.10.2020

Etwas eintöniger Krimi mit vorhersehbarer Auflösung

Glück in Salzburg
0

Dies ist der erste Teil dieser Reihe, den ich gelesen habe, und ich kann gleich vorwegnehmen, dass er mich nicht wirklich begeistern konnte.
Hauptfigur ist Chefinspektor Martin Glück, der einen Freund ...

Dies ist der erste Teil dieser Reihe, den ich gelesen habe, und ich kann gleich vorwegnehmen, dass er mich nicht wirklich begeistern konnte.
Hauptfigur ist Chefinspektor Martin Glück, der einen Freund in Salzburg besucht und seinen Aufenthalt gleich mit Ermittlungen betreffend einen illegalen Anabolika-Handel verbindet. Prompt wird er in einen weiteren Fall hineingezogen, als ihn eine alte Bekannte kontaktiert, deren Lebensgefährte ausgerechnet während der Premiere des Jedermann ums Leben gekommen ist. Obwohl alles auf einen Herzinfarkt deutet, ist sie überzeugt davon, dass er ermordet wurde.

Eigentlich hätte dieser Roman durchaus Potential. So werden eine Reihe brisanter Themen angesprochen, wie Auswirkungen des internationalen Medikamentenhandels oder Einsatz nicht zugelassener Medikamente. Diese werden allerdings nur sehr oberflächlich abgehandelt.
Ähnliches gilt auch für die Charakterisierung der auftretenden Personen. Sie sind teilweise wandelnde Klischees, wären als solche nicht uninteressant, bleiben allerdings trotzdem (oder gerade deswegen) eher blass.
Man hätte aus all dem mehr machen können.
In die Geschichte werden auch immer wieder Informationen rund um Stadt und Land Salzburg eingestreut. Auch hier wäre mehr drinnen gewesen. Die Ausführungen wirken oftmals eher unmotiviert, als habe man sich verpflichtet gefühlt, in einen Regionalkrimi ein paar Abschnitte aus einem Reiseführer einzubauen.
Immerhin weist die Krimi-Handlung als solche ein paar interessante Wendungen auf. Viel Spannung will jedoch nicht aufkommen. Die Zusammenhänge und die Auflösung sind zu vorhersehbar.

Alles in allem kein Buch, das man gelesen haben „muss“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere