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Veröffentlicht am 09.08.2020

Kompakter Überblick zur Geschichte der Evoltuionstheorie(n)

Die Entdeckung der Evolution
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Die Autoren beschreiben hier den Weg, der zu unserem heutigen Verständnis der Evolution geführt hat.
Sie beginnen ihre Ausführungen bereits in der Antike, bei den dort aufgestellten Ursprungstheorien und ...

Die Autoren beschreiben hier den Weg, der zu unserem heutigen Verständnis der Evolution geführt hat.
Sie beginnen ihre Ausführungen bereits in der Antike, bei den dort aufgestellten Ursprungstheorien und folgen der weiteren Entwicklung über die Aufklärung bis zu den Denkern des 19. Jahrhunderts.
Den Großteil des Buches nehmen aber natürlich Charles Darwins Werk und seine Folgen ein. Die wesentlichen Aussagen der Theorie der Evolution durch natürliche Auslese, ihre Zusammenhänge mit anderen Teilgebieten der Biologie sowie ihre Weiterentwicklung im Verlauf der letzten 200 Jahre werden geschildert.
Dabei wird auch auf diverse Gegenpositionen und Kontroversen eingegangen.

Obwohl der trockene Schreibstil der Faszination dieses Themas nicht gerecht wird, hat mir die Lektüre gut gefallen. Es ist interessant, die jeweils unterschiedliche Rezeption von Darwins Ideen im Lauf der Zeit und in verschiedenen Ländern mitzuverfolgen.
Die Ausführungen sind knapp gehalten und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis erleichtert es aber, sich in den einen oder anderen Punkt noch weiter zu vertiefen.

Als Einstieg in die Materie würde ich dieses Buch allerdings nicht empfehlen. Der Text ist doch sehr mit Fachbegriffen gespickt, die in dem kurzen Glossar auch nur teilweise erklärt werden.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Ermittlungen im Umfeld der Festspiele

Jedermannfluch
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Auch der achte Teil dieser Regionalkrimi-Reihe ist im wunderschönen Salzburg angesiedelt. Martin Merana und Co haben einmal mehr im Umfeld eines bedeutenden Kulturbetriebes zu ermitteln. Diesmal ist das ...

Auch der achte Teil dieser Regionalkrimi-Reihe ist im wunderschönen Salzburg angesiedelt. Martin Merana und Co haben einmal mehr im Umfeld eines bedeutenden Kulturbetriebes zu ermitteln. Diesmal ist das Ensemble der weltberühmten Jedermann-Aufführung von dramatischen Todesfällen betroffen.
Isolde Laudess, deren Schwester als Buhlschaft brilliert, die selbst aber nur eine kleine Rolle in dem Stück ergattert hat, stirbt unter seltsamen Umständen. Bald wird klar, dass es sich um einen Mord handelt. Sie galt als schwierige Persönlichkeit mit wenig Talent. Ist der Täter im Kollegenkreis zu suchen? Oder hängt der Fall mit einem illegalen Autorennen vor vier Monaten zusammen? Die Kriminalpolizei ermittelt in verschiedene Richtungen.

Wie gewohnt gehen Merana und seine Kollegen den Fall mit klassischen Methoden der Kriminalistik an, durch Befragungen im Umfeld der Opfer und Sich-Einfühlen in die Szenerie. Großartige Technik oder wilde Action-Szenen sucht man hier vergeblich.
Martin Merana tritt diesmal nur in seiner Eigenschaft als Ermittler in Erscheinung, sein Privatleben spielt anders als bei manchen Vorgängern keine Rolle.
Etwas schade fand ich, dass seine Kollegin Carola Salman nur ein paar Kurzauftritte hat. (Wenn es sich hier um eine Fernsehserie handelte, würde ich mutmaßen, dass die Schauspielerin rausgeschrieben werden soll. Bei einer Buchreihe wohl keine sinnvolle Erklärung.)
Die sommerliche Festspiel-Stadt Salzburg stellt aufs Neue eine eindrucksvolle Kulisse für eine interessante Geschichte dar. Sie wird vom Autor auch leidenschaftlich und farbenfroh beschrieben. (Dass manches nicht zur derzeitigen „neuen Corona-Normalität“ passt, konnte er beim Schreiben natürlich noch nicht ahnen.)
Jedoch gab es teilweise schon fast etwas zu viel Kulisse. Bei der Beschreibung des Ambientes geraten die eigentlichen Ermittlungen gelegentlich aus dem Fokus.
Nichtsdestotrotz wird einige Spannung aufgebaut und man kann beim Lesen auch gut selbst mitraten und Zusammenhänge herstellen. Die Auflösung konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen.

Alles in allem dennoch ein gut geschriebener und unterhaltsamer Krimi. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Unterhaltsam, aber zu kurz

Ein Inselreich
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Chefinspektor Eberhard Graf staunt nicht schlecht, als sein Vorgesetzter ihn auf eine Dienstreise in die Südsee schickt. In der Nähe Kiribatis soll sich ein Land namens Neu-Österreich befinden, dessen ...

Chefinspektor Eberhard Graf staunt nicht schlecht, als sein Vorgesetzter ihn auf eine Dienstreise in die Südsee schickt. In der Nähe Kiribatis soll sich ein Land namens Neu-Österreich befinden, dessen Hauptmann um Amtshilfe bei der Wiener Gendarmerie ersucht hat.
Noch größer ist Grafs Erstaunen, als sich der vermeintliche Scherz als wahr herausstellt. Er landet tatsächlich auf einer Insel, die seit 150 Jahren eine österreichische Kolonie beherbergt, gegründet von verschollen geglaubten Mitgliedern einer Expedition im 19. Jahrhundert und auch im Jahr 2016 immer noch eine Art Donaumonarchie in Miniaturausgabe – einschließlich Nationalitätenkonflikten, Doppeladler und Bildern von Kaiser Franz-Josef an der Wand. Dort muss er nicht nur einen Mord aufklären, sondern sich zunächst einmal mit den seltsamen örtlichen Gegebenheiten vertraut machen.

Die Grundidee dieses Romans gefällt mir sehr gut. Er ist wirklich originell und mal was ganz anderes als der Einheitsbrei, den der Buchhandel sonst oft zu bieten hat.
Die Geschichte wird zwar eher sachlich erzählt, dennoch blitzt immer wieder einiger Humor auf. Sei es bei der Beschreibung der Behördenarbeit in Wien oder der Charakterisierung der diversen Stämme auf der Insel. Natürlich werden bei all dem zahlreiche Klischees bedient. Dass vieles unrealistisch wirkt, war ebenfalls zu erwarten und schmälert den Unterhaltungswert kaum.

Allerdings ist das Buch mit nur 150 Seiten ziemlich kurz, weshalb die Beschreibungen sehr an der Oberfläche bleiben und viele interessante Ansätze nicht näher ausgeführt werden.
Auch kommt keine echte Spannung auf. Es ist leicht vorhersehbar, wer der Täter ist. Vor allem das Ende hat mich nicht überzeugt, hier wird vieles zu schnell abgehandelt.
Alles in allem dennoch eine amüsante Lektüre. Ich würde von dem Autor gern mehr lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Wir sind nicht allein

Das lebendige Universum
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Sind wir allein im Universum? Eine Frage, die sich die Menschheit wohl schon seit Jahrtausenden stellt und zu deren Beantwortung in den letzten Jahrzehnten diverse Anstrengungen unternommen wurden. Obwohl ...

Sind wir allein im Universum? Eine Frage, die sich die Menschheit wohl schon seit Jahrtausenden stellt und zu deren Beantwortung in den letzten Jahrzehnten diverse Anstrengungen unternommen wurden. Obwohl unser Wissen über das Weltall und die Zahl der bekannten Exoplaneten ständig wachsen, haben wir jedoch noch keine Hinweise auf Leben abseits der Erde gefunden – von technologisch fortgeschrittenen Zivilisationen ganz zu schweigen.
Dennoch sind die Autoren dieses Buches davon überzeugt, dass es auch auf anderen Planeten intelligente Wesen gibt, die Werkzeug herstellen. Und dies möglicherweise sogar relativ häufig.
Sie folgen hier den wesentlichen Schritten auf dem Weg von der Entstehung des Lebens auf der Erde bis zur Menschheit – wie etwa Erfindung der Photosynthese, Produktion von Sauerstoff, die ersten Eukaryonten, Sex, die ersten Vielzeller etc. – und kommen zu dem Schluss, dass die meisten davon im Prinzip auch auf anderen Planeten wahrscheinlich sind. Sie untersuchen dazu jeweils, wie und wie oft die entsprechende Entwicklung abgelaufen ist, welche konkreten Voraussetzungen dazu notwendig waren und ob auch ein anderer Weg zum gleichen funktionalen Ergebnis hätte führen können.
Letzteres ist überraschend häufig der Fall, sodass schließlich nur wenige Dinge übrigbleiben, hinsichtlich derer die Erde tatsächlich einzigartig sein könnte.
Abschließend wird noch ein Blick darauf geworfen, welche Methoden derzeit bzw in naher Zukunft verwendet werden, um nach Leben im All zu suchen.

Das Resultat des „lebendigen Universums“ ist in der Wissenschaft sicher umstritten. Die Autoren stellen ihre Ansichten aber jedenfalls überzeugend dar.
Ihre Ausführungen sind gut strukturiert. Tatsachen und Interpretationen werden übersichtlich aufgeführt und Punkt für Punkt abgehandelt. Dies macht es auch für Laien leicht, der Argumentation zu folgen.
Zwar kommen diverse Fachbegriffe vor. Diese werden jedoch immer erklärt und die Sprache an sich ist eher einfach gehalten.
An einigen Stellen wären etwas detailliertere Informationen schön gewesen. Immerhin finden sich aber am Ende jedes Kapitels weiterführende Literaturangaben.
Außerdem enthält das Buch ein umfangreiches Glossar, welches ebenfalls zum besseren Verständnis beiträgt.
Einziger Kritikpunkt: In der deutschen Übersetzung gibt es ziemlich viele Tipp- oder auch Grammatik-Fehler.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Streckenweise eintönige Tour durch die Geschichte des Alphabets

Das ABC der Menschheit
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Die Erfindung des Alphabets, also eines Schriftsystems, bei dem (im Idealfall) jedes Zeichen einen bestimmten Laut der gesprochenen Sprache repräsentiert, war ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte ...

Die Erfindung des Alphabets, also eines Schriftsystems, bei dem (im Idealfall) jedes Zeichen einen bestimmten Laut der gesprochenen Sprache repräsentiert, war ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Matthias Heine vergleicht ihn mit Erfindungen wie dem Feuermachen, dem Rad oder dem Buchdruck und spürt hier seiner Entwicklung nach.
Ihren Ausgang nimmt diese Tour durch die Geschichte an einem denkbar unwahrscheinlichen Ort: In einem Steinbruch im Sinai, wo Arbeiter Zeichen, die sie von den ägyptischen Hieroglyphen abgeleitet hatten, dazu benutzten, ihre semitische Sprache auf ganz neue Art zu schreiben.
Die Grundidee des Alphabets sollte sich in den folgenden Jahrtausenden immer weiter verbreiten, sodass heute fast alle Sprachen der Welt (zu den prominentesten Ausnahmen gehören Chinesisch und Japanisch) mit Alphabetschriften geschrieben werden.
Die verschiedenen Etappen auf diesem Weg werden hier beschrieben. Der Autor erzählt von Phöniziern, Griechen, Etruskern und Römern genauso wie von den diversen Schriftsystemen in Indien oder im südostasiatischen Raum bis hin zur Verschriftlichung der Sprachen amerikanischer Ureinwohner.
So erfährt man beispielsweise, wie Karl der Große, Dschingis Khan, Adolf Hitler oder das Internet die Art beeinflusst haben, wie heute geschrieben wird.

Auch die Herkunft mancher Buchstaben wird ausgeleuchtet. (Wem wäre etwa schon mal aufgefallen, dass unser großes A, wenn man es auf den Kopf stellt, an den Kopf einer Kuh mit zwei Hörnern erinnert? Die Erklärung, warum dies so ist, findet sich in diesem Buch.)
Gerade zu derartigen Fragen hätte ich mir allerdings aufgrund der Inhaltsangabe ausführlichere Informationen erwartet. Es sind letztlich nur ein paar Buchstaben, die genauer betrachtet werden.
Ein zu großer Teil des Inhalts befasst sich dagegen mit der jeweils eher knappen Beschreibung einer Vielzahl von (aus europäischer Sicht oft ziemlich exotischen) Alphabeten.

Generell wird hier vieles sehr oberflächlich behandelt bzw gibt es von einigen Themen „sowohl zu viel als auch zu wenig“. Sie hätten entweder vertiefter dargestellt oder ganz ausgelassen werden sollen.
Zwar gibt es andererseits auch Abschnitte, die wirklich interessant und gut geschrieben sind. Alles in allem war die Lektüre für mich aber zu wenig gehaltvoll.
Außerdem lässt die Tatsache, dass als Quelle zahlreicher Illustrationen wikimedia angeführt ist, doch gewisse Zweifel an der Seriosität dieses Werkes aufkommen.