Cover-Bild Was ein Mann ist
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 19.02.2018
  • ISBN: 9783446258242
David Szalay

Was ein Mann ist

Roman
Henning Ahrens (Übersetzer)

„Ich bin nicht mehr jung – aber wann ist das passiert?“, stellt James nach einem missglückten Flirt fest. Ob es der Teenager auf einer Interrail-Reise ist oder der in den Süden ausgewanderte Rentner: James und acht weitere Männer im Alter von siebzehn bis siebzig, unterwegs irgendwo in Europa, müssen sich beweisen, mit Frauen oder woran sie sich sonst klammern. Sie würden gerne stark sein. Meist aber sind sie feige, unbeholfen, eitel, wenn nicht gar widerwärtig. Und doch auch bemitleidenswert und zerbrechlich in ihrer verspäteten Reumütigkeit. Mit einzigartiger Raffinesse und Ironie dringt Szalay, der neue Star der britischen Literatur, mit seinem Roman in die wenig erkundete Psyche des modernen Mannes.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2018

Szalays Porträts sind Geschichten, die quasi im Schnelldurchgang sich an einer Psychoanalyse des modernen Mannes versuchen

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David Szalay, Was ein Mann ist, Hanser 2018, ISBN 978-3-446-25824-2

In seinem in England nach seinem Erscheinen 2016 hochgelobten Buch „Was ein Mann ist“ begibt sich der Schriftsteller David Szalay auf ...

David Szalay, Was ein Mann ist, Hanser 2018, ISBN 978-3-446-25824-2

In seinem in England nach seinem Erscheinen 2016 hochgelobten Buch „Was ein Mann ist“ begibt sich der Schriftsteller David Szalay auf die Suche nach dem, was männlich ist.
Dabei porträtiert er mit entsprechenden unterschiedlich langen Geschichten insgesamt neun Männer im Alter von siebzehn bis siebzig Jahren. Von April bis Dezember stellt er jeden Monat einen von ihnen vor. Sie leben irgendwo in Europa, und jeder ist jeweils einige Jahre älter als der vorherige. Sie und ihre Lebensgeschichten haben nichts miteinander zu tun und doch ähneln sie sich.

Alle verbindet, und wer kennte das nicht als Mann, dass sie permanent denken, sich beweisen zu müssen, entweder mit oder vor Frauen oder mit anderen Dingen, an denen sie hängen oder denen sie verfallen sind. Alle eint, und auch das kennt jeder Mann, dass sie gerne stark sein würden, vor und für sich selbst, hauptsächlich aber um andere zu beeindrucken. Stärke als Identitätselixier, als Selbstbestätigungsdroge, von der sie nicht lassen können. Aber die meisten der Männer sind feige. Sie stolpern unbeholfen durch ihr Leben, sind eitel, manche sogar regelrecht widerwärtig und abstoßend.

Und doch habe ich bei fast allen neun porträtierten Männern aller Altersstufen so etwas gespürt wie Mitleid, ich fühlte mich ihnen in manchen Dingen nah in ihrer reumütigen Zerbrechlichkeit.

Bei etlichen Männern, die Szalay beschreibt, hat man den Eindruck, er kennt sie aus irgendeiner Phase seines eigenen Lebens sehr genau. Es sind übrigens genau die, bei denen bei mir immer wieder eine Lampe der Erinnerung aufblitzte, ich eine Art verfremdetes Deja-Vu erlebte. Anderen Charakteren indes, die von seiner eigenen Lebenswirklichkeit und Biographie weit weg sind, nähert Szalay sich mit einer bewundernswerten Virtuosität und Einfühlsamkeit.

Es sind zärtliche und warmherzige Porträts durchweg einsamer Männer. Sie kämpfen um Liebe, hadern mit ihrer Vergänglichkeit, verachten ihre Schwächen und lassen sich immer wieder verführen von ihrer eigenen Eitelkeit.

Man könnte sagen, für Szalays Protagonisten findet sich ihr Mannsein in ihren Krisen und ihrem Umgang damit. Männer geraten in Krisen, wenn sie es nicht schaffen, mit den Veränderungen, mit denen sie das Leben konfrontiert, Schritt zu halten. Manchmal kommen sie, sich selbst neu erfindend, wieder heraus, andere zumindest dämmert die Erkenntnis, dass sie genau das „eigentlich“ tun müssten.
Szalays Porträts sind Geschichten, die quasi im Schnelldurchgang sich an einer Psychoanalyse des modernen Mannes versuchen. In diesem Buch können Männer, so wie der Rezensent es für sich beschrieben hat, sich wiedererkennen. Und Frauen, falls sie das Buch lesen, können Männer besser kennenlernen.


Veröffentlicht am 05.04.2018

Wendepunkte

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In diesem Buch wird die Geschichte von 9 Männern erzählt, die an gewissen (Wende)Punkten in verschiedenen Alterstufen quer durch Europa stehen. Das Buch beginnt mit einem Jugendlichen und endet im 9. Teil ...

In diesem Buch wird die Geschichte von 9 Männern erzählt, die an gewissen (Wende)Punkten in verschiedenen Alterstufen quer durch Europa stehen. Das Buch beginnt mit einem Jugendlichen und endet im 9. Teil mit einem über 70jährigen Mann. Auch wenn die Erzählungen per se nicht zusammenhängen, gibt es aber doch einige gut durchdachte Überscheidungen!


Das Buch ist gut zu lesen, auch wenn die Gedankengänge der Männer viel Raum einnehmen. Es hat Ansätze von Philosophischem und auch kommt die sexuelle Komponente nicht zu kurz, ist aber nicht anstrengend zu lesen.


Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen, auch wenn ich es eher als Kurzgeschichten verstanden habe!