Cover-Bild Einmachglas
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: zeitkind Verlag
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 178
  • Ersterscheinung: 02.03.2026
  • ISBN: 9783907724071
Demian Cornu

Einmachglas

Eine Schulklasse in einem sozialen Brennpunkt probt für ihr Abschlusstheater. Der Alltag ist geprägt von Teilnahmslosigkeit, Mobbing, Gewalt und familiären Problemen. Der plötzliche Tod eines Mitschülers wird zum Wendepunkt, zwingt die Jugendlichen, sich mit Verlust, Leistungsdruck und Identität auseinanderzusetzen und einander mit mehr Respekt zu begegnen. Das Stück wird schließlich zur Katharsis und Anklage gegen die Erwachsenenwelt. Die Klasse erlebt in dieser Dynamik Zusammenhalt und im Showdown Befreiung.
Einmachglas verweist auf die Ambivalenz einer Generation, die sich zwischen steriler Online-Wirklichkeit und dem chaotischen Biotop des Erwachsenwerdens behaupten muss. In dieser scheinbar kontrollierten Welt brechen Risse auf, durch die neues Leben dringt. Cornu erzählt von Jugendlichen, die keine Opfer und keine Held:innen sind, sondern Suchende: verletzlich, rebellisch, voller Sehnsucht nach Freiheit und Zugehörigkeit.
Mit schonungsloser Ehrlichkeit zeichnet der Roman ein intensives Porträt junger Menschen in einer Zeit, in der alles sichtbar, aber kaum noch echt ist – und stellt die existenzielle Frage: Wie lebt man, wenn die Welt um einen herum permanent auf Sendung ist, aber kaum noch zuhört?

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Vorhang auf für eine Generation unter enormen Druck

0

TW: Suizd: „Eigentlich habe ich keinen Grund, mich umzubringen, aber auch keinen, es nicht zu tun. Niemand würde sich freuen. Niemand würde um mich trauern. Sogar zum Sterben zu langweilig." (S. 11) – ...

TW: Suizd: „Eigentlich habe ich keinen Grund, mich umzubringen, aber auch keinen, es nicht zu tun. Niemand würde sich freuen. Niemand würde um mich trauern. Sogar zum Sterben zu langweilig." (S. 11) – Dieser Satz steht früh im Buch und er hat mich sofort mitten hinein in die sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten dieser Jugendlichen gezogen: Identität, Druck, das Gefühl, den eigenen Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben.

„Einmachglas" von Demian Cornu ist am 01.03.2026 beim Zeitkind Verlag erschienen, 178 Seiten. Der Schweizer Autor hat selbst zwei Kinder und ist unter anderem Co-Präsident des DeutschSchweizer PEN Zentrums, Kurator der Diskussionsreihe h
story und Torwart der Schweizer Literatur Nati. „Einmachglas" ist sein zweiter Roman.

Worum geht's?

Eine Schulklasse in einem sozialen Brennpunkt probt für ihr Abschlusstheater. Der Alltag ist geprägt von Teilnahmslosigkeit, Mobbing, Gewalt und familiären Problemen. Als ein Mitschüler plötzlich stirbt, wird das zum Wendepunkt – die Jugendlichen werden gezwungen, sich mit Verlust, Leistungsdruck und Identität auseinanderzusetzen. Das Theaterstück wird zur Katharsis. Und zur Anklage.

Meine Meinung

Was mich von der ersten Seite an überzeugt hat: Dieser Roman fühlt sich nicht an wie ein Buch über Jugendliche. Er fühlt sich an wie ein Buch von ihnen, weil sie meiner Meinung nach sehr authentisch dargestellt sind. Die Perspektiven wechseln zwischen den Schüler:innen und geben so einen tiefen Einblick in unterschiedliche Lebensrealitäten innerhalb einer Generation. Man lernt nach und nach, wer da eigentlich zu uns als Lesende spricht. Jede Figur trägt einen eigenen Rucksack, hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Sorgen. Am Anfang hat mich der recht schnelle Perspektivenwechsel gefordert, aber bin dann doch recht schnell reingekommen.

Was dem Autor meiner Meinung nach besonders gut gelingt: Die Jugendlichen sind keine Opfer und keine Held:innen. Sie sind selbstbezogen, manchmal unfair, manchmal unerträglich. Und weil sie sich in ihren Emotionen so echt anfühlen, sind sie für mich so überzeugend.

Das Theaterstück als Rahmen ist mehr als dramaturgisches Mittel. Es ist das Herzstück des Romans: Der Moment, in dem die Jugendlichen auf der Bühne sagen, was sie sonst nicht sagen können, wenn die Erwachsenen endlich ihnen zuhören müssen, ist einer der stärksten des Buches – und die Anklage an die älteren Generationen sitzt: „Wer zeigt uns, wie man schwach sein darf? Wie man liebt?" (S. 167).

Wenn ich mir was anders wünschen dürfte: noch 50 bis 100 Seiten mehr. Nicht weil die Geschichte nicht auch so wirkt, sondern weil ich mit den Figuren gerne noch länger zusammen gewesen wäre. Ein kurzer Hinweis sei noch erlaubt: Das Buch thematisiert Suizidalität, Gewalt und psychische Belastungen von Jugendlichen mit einer Direktheit, die wahrscheinlich bewusst gewählt ist. Ein kurzes Vorwort oder ein Hinweis auf Unterstützungsangebote wäre bei einer solchen Thematik wünschenswert gewesen.

Fazit

„Einmachglas" ist ein Geheimtipp, der keiner bleiben sollte. Für alle, die wissen wollen, was Jugendliche wirklich beschäftigt. Herzlichen Dank an Gabriela vom Zeitkind Verlag für das Rezensionsexemplar! 🙏

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere