Cover-Bild Die Möglichkeit einer Ordnung
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt Berlin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783737102315
Denis Pfabe

Die Möglichkeit einer Ordnung

"Denis Pfabe kann Atmosphäre erzeugen. Seine Sprache hat Wucht." SWR2 Lesenswert

Levin Watermeyer kennt jede Schraube, jeden Kollegen, jede Intrige. Sein Leben im Baumarkt läuft in geordneten Bahnen – bis die Expansion kommt. Neue Strukturen, neue Gesichter, und mittendrin Pina Sommerfeldt, klug, ehrgeizig, unberechenbar. Während die Chefs Ruis und Seehafer unter Leistungsdruck stehen und Umweltaktivisten auf dem Baumarktgelände ein Biotop der Gelbbauchunke entdecken, beginnt das System zu bröckeln – und Levin fragt sich zum ersten Mal, was von ihm bleibt, wenn alles wächst, nur er selbst nicht.
Denis Pfabe erzählt mitten aus der Gegenwart: ein deutscher Mikrokosmos aus Kollegen und Kunden, von der Flaute im Winter bis zum Trubel in der Saison. Menschen im Zeitalter der totalen Kommerzialisierung, der Konsum- und Smartmentalität – ein Bild unserer Gesellschaft, packend, literarisch originell, zuweilen böse und sehr unterhaltsam.

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Wenn der Baumarkt plötzlich zum Lebensentwurf wird

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Baumarktgeruch, Neonlicht und dieses leise Summen der Kassen im Hintergrund. Genau dort spielt ein Roman, der sich anfühlt wie ein Blick hinter die Kulissen eines Systems, das eigentlich keiner hinterfragt. ...

Baumarktgeruch, Neonlicht und dieses leise Summen der Kassen im Hintergrund. Genau dort spielt ein Roman, der sich anfühlt wie ein Blick hinter die Kulissen eines Systems, das eigentlich keiner hinterfragt. Levin kennt alles. Die Regale, die Kollegen, die kleinen Machtspielchen zwischen Schraubenabteilung und Gartenbereich. Und plötzlich gerät dieses fein sortierte Leben aus dem Takt.

Mit der Expansion kommt Bewegung rein. Neue Leute, neue Dynamiken und mittendrin Pina. Eine Figur, die man nicht greifen kann und die genau deshalb Spannung reinbringt. Während draußen Aktivisten wegen einer Gelbbauchunke Alarm schlagen, zerbröselt drinnen langsam die vermeintliche Ordnung. Das wirkt absurd und gleichzeitig erschreckend real.

Besonders stark sind die Beobachtungen. Diese kleinen Momente, wenn Kollegen nebeneinander stehen und keiner weiß, ob er gerade Freund oder Konkurrenz ist. Oder wenn Wachstum plötzlich wie eine Drohung wirkt. Der Roman ist ruhig, aber innerlich brodelt es ständig. Humor blitzt immer wieder auf, trocken und leicht böse. Genau mein Ding.

Manchmal verliert sich die Geschichte bewusst im Alltäglichen. Das macht sie authentisch, kostet aber auch Tempo. Trotzdem bleibt dieses Gefühl hängen, dass hier mehr erzählt wird als nur ein Job im Baumarkt. Es geht um Stillstand, Anpassung und die Angst, beim großen Wachstum selbst stehen zu bleiben.

Am Ende bleibt kein lauter Knall. Eher dieses leise Nachdenken. Und genau das macht den Roman stark. Unauffällig, klug und erstaunlich unterhaltsam.

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