Dark Fantasy und Sci-Fi
In Second Horizon von E.F. von Hainwald trifft Dark Fantasy auf Sci-Fi und ist durchzogen von derbem Humor und den typisch verrückten Hainwald-Charakteren.
In der ersten Szene lernen wir Babe kennen, ...
In Second Horizon von E.F. von Hainwald trifft Dark Fantasy auf Sci-Fi und ist durchzogen von derbem Humor und den typisch verrückten Hainwald-Charakteren.
In der ersten Szene lernen wir Babe kennen, die buchstäblich vom Himmel und Wolf, einem Wesen weder Mensch noch Wolf, zu Füßen fällt. Sie beschließen, von nun an gemeinsam durchs Leben zu gehen, schlagen sich mit semilegalen Aufträgen durch und legen sich unwissentlich mit den Mächtigsten der Welt an: Den Engeln. Diese sind jedoch kein weißes Flattervieh wie aus dem Bilderbuch, sondern verquere, skurrile Figuren, die über die Menschen herrschen. Um gegen sie zu bestehen, werden sie begleitet von einem Exorzisten, der der Inbegriff von morally grey ist und noch dazu viel zu sanft für seine Rolle und einer genderfluiden, körperlosen Hacker/in, dier sich immer wieder anders gibt und Wolf damit regelmäßig irritiert. Die Charaktere sind wieder sehr gelungen und typisch Hainwald: Anders, liebenswert, nie so wie man denkt.
Sie leben in dieser dystopischen, futuristischen Welt und der Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung wird gut dargestellt. Sie müssen sich schützen, schweben zwischen Freundschaft und Verrat und müssen sich der Frage stellen: Wie weit bin ich bereit zu gehen? Einfache Lösungen gibt es nicht. Saubere auch nicht. Das Gute existiert nicht ohne das Böse, es gibt keine perfekten Helden oder Antihelden. Dazu eine ungewöhnliche, mit Technik fusionierte Magie und derber, düsterer Humor runden das Buch mit hainwaldtypischen Details ab.
Ein wenig Kritik habe ich aber doch: Der Showdown am Ende war mir zu verworren und abgedreht. Ich kam teilweise nicht mehr hinterher und habe Dinge einfach akzeptiert. Enden sind immer eine Herausforderung, hier gefiel mir der Weg dahin jedoch besser.
Zusammenfassend ist Second Horizon wieder ein sehr gutes, abgedrehtes, detailverliebtes Hainwald-Werk mit den typisch liebenswerten, ungewöhnlichen Charakteren. Und wer Cyberempathy schon geliebt hat, wird hier auch auf seine Kosten kommen, genauso wie alle Fans von Sci-Fi und ungewöhnlichen Settings sowie morally grey Charakteren.