Cover-Bild Von Armut und Aufstieg
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
36,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 413
  • Ersterscheinung: 09.10.2025
  • ISBN: 9783835358867
Frank Biermann

Von Armut und Aufstieg

Die Geschichte einer Familie über vier Jahrhunderte
Erzählt wird die bewegende Geschichte einer Familie von Bauern, Hirten und Dorfhandwerkern - die Geschichte einer längst vergangenen Welt.

Frank Biermann widmet sich jenen Menschen, die die Geschichtsbücher oft vergessen - den Ackerknechten, Schmieden, Leinewebern, Schuhmachern, Schafhirten und Salinenarbeitern. Die ausführlich dargestellten Lebensgeschichten dieser »kleinen Leute« entführen in die längst vergangene Welt des alten Europas zwischen 1560 und 1945. Die einzelnen Episoden stützen sich dabei nicht nur auf eine genaue historische Recherche, sondern sind auch lebendig und mitreißend erzählt: So folgen die Leserinnen und Leser dem Leben des Schuhmachers Friedrich, der Tag für Tag mit harter Arbeit um sein Fortkommen ringt, erfahren vom Leid der kleinen Schäfertochter Anna, die im Siebenjährigen Krieg als Vollwaise ihre Geschwister retten muss, und tauchen ein in das tragische Leben des Dorfhirten Heinrich, eines einfachen Infanteristen in der Schlacht von Waterloo. Es sind Geschichten von Armut und Aufstieg, von persönlichem Streben und gesellschaftlichen Konflikten, die einen fesselnden Einblick in unsere Vergangenheit bieten.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2025

Geschichte von unten erzählt – und genau deshalb so stark

0

Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell: Das hier ist kein gemütlicher Spaziergang durch die Vergangenheit, sondern ein Marsch über holprige Feldwege, durch Werkstätten, Ställe und enge ...

Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell: Das hier ist kein gemütlicher Spaziergang durch die Vergangenheit, sondern ein Marsch über holprige Feldwege, durch Werkstätten, Ställe und enge Stuben. Biermann schreibt über Menschen, die selten eine Stimme hatten, und genau das trifft mitten ins Herz. Ackerknechte, Hirten, Schuhmacher – keine Helden mit Denkmälern, sondern Leute mit schmutzigen Händen und großen Sorgen.

Zwischen 1560 und 1945 entfaltet sich eine Welt, die fremd wirkt und doch erschreckend nah kommt. Da ist der Schuhmacher Friedrich, der schuftet, spart, zweifelt und trotzdem nie sicher ist, ob es morgen reicht. Beim Lesen ertappt man sich dabei, wie man innerlich den Kopf schüttelt und gleichzeitig denkt: So weit weg ist das alles gar nicht. Armut ist hier kein abstrakter Begriff, sondern ein täglicher Begleiter.

Besonders stark sind die stillen Momente. Das Leid der kleinen Anna im Siebenjährigen Krieg, die Verantwortung trägt, obwohl sie selbst kaum ein Kind sein darf, geht unter die Haut. Keine Effekthascherei, kein lautes Drama – genau dadurch wirkt es so ehrlich. Biermann vertraut darauf, dass die Geschichten für sich sprechen, und das tun sie.

Auch Heinrich, der Dorfhirte und einfache Soldat von Waterloo, bleibt hängen. Kein Pathos, kein Ruhm, nur das nackte Leben zwischen Befehl und Angst. Immer wieder wandern die Gedanken beim Lesen ab: Wie hätte man selbst gehandelt? Wie viel Aufstieg ist überhaupt möglich, wenn die Herkunft wie ein schwerer Stein am Fuß hängt?

Trotz aller Härte liegt in diesem Buch eine leise Würde. Biermann schreibt präzise recherchiert, aber mit erzählerischem Herz. Das Ergebnis ist Geschichtsschreibung, die nicht belehrt, sondern berührt. Kein Buch zum schnellen Weglesen, sondern eines, das nachhallt – lange nach dem letzten Kapitel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere