Cover-Bild Der Geschmack der Gewalt
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 228
  • Ersterscheinung: 21.10.2013
  • ISBN: 9783518464809
Frank Bill

Der Geschmack der Gewalt

Roman
Johann Christoph Maass (Übersetzer)

Donnybrook, irgendwo im Nirgendwo von Southern Indiana, das Pandämonium des Faustkampfs. Ein Boxwettkampf und ein Volksfest, das Jahr für Jahr Kämpfer, Dealer und Glücksritter aus dem gesamten Mittleren Westen anzieht. Am Ende wird einer von ihnen das Preisgeld mitnehmen und neue Mythen geschaffen haben.
Hier kreuzen sich die Wege des von Verzweiflung getriebenen Jarhead, der glaubt, mit dem Preisgeld all seine Probleme auf einen Schlag lösen zu können. Des Meth-Kochs Chainsaw Angus, der von seiner Schwester und einem Junkie ausgenommen wurde und der den beiden auf den Fersen ist. Des Sheriffs Ross Whalen, den ein furchtbares Geheimnis zum Donnybrook treibt. Und des undurchdringlichen Geldeintreibers Fu Xi.
Eine halsbrecherische Jagd durch die verwahrlosten Ecken des amerikanischen Hinterlands, vorbei an allen nur erdenklichen Formen des Bösen, endet in einem furiosen Schlachtgemälde, bei dem es wenige Sieger gibt und viele Verlierer.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

Netter Versuch, aber...

0

Der amerikanische „Country Noir“ hat einen neuen Vertreter, den Autor Frank Bill, dessen Veröffentlichungen sich bisher auf Erzählungen in verschiedenen amerikanischen Magazinen beschränkt haben. In der ...

Der amerikanische „Country Noir“ hat einen neuen Vertreter, den Autor Frank Bill, dessen Veröffentlichungen sich bisher auf Erzählungen in verschiedenen amerikanischen Magazinen beschränkt haben. In der Übersetzung ist 2012 „Cold Hard Love“ erschienen, im Original mit dem Titel „Crimes in Southern Indiana: Stories“, 2011 publiziert.

Das aktuelle Buch von Frank Bill mit dem Titel „Der Geschmack von Gewalt“ ist kürzlich erschienen, und Schützenhilfe hat der Autor von keinem Geringeren als Donald Ray Pollock erhalten, dessen Zitat „Wo zur Hölle kommt dieser Kerl her? Geht ab wie ein verdammtes Raumschiff und erwischt einen hart wie der Stiel einer Axt am Hinterkopf.“ die Rückseite der deutschen Ausgabe ziert. Diese Aussage legt natürlich der Vergleich mit Pollock sowie Daniel Woodrell, den beiden herausragenden Vertretern dieses Genres nahe, deren Romane mich in den letzten Jahren nachhaltig beeindruckt haben.

Der Originaltitel von Frank Bills Buch lautet „Donnybrook“, und das ist nicht, wie uns der Klappentext suggerieren möchte ein Ort, sondern der Name eines Bare Knuckle Wettkampfs d.h. eines verschärften Boxkampfs mit bloßen Händen ohne Schutz der Kämpfer, der irgendwo im Nirgendwo des südlichen Indiana stattfinden soll. Das Donnybrook bildet auch die Rahmenhandlung des Romans, denn das hohe Preisgeld für den Sieger ist für manch einen, der auf dem Weg dorthin ist, die letzte Rettung.

Da ist Jarhead, der für seine tablettenabhängige Frau und seine beiden Kinder in den Käfig steigen möchte, damit er die hungrigen Mäuler stopfen kann und wieder eine Perspektive für sich und seine Familie hat. Chainsaw Angus und seine Schwester Liz, die ihren Lebensunterhalt mit der Fabrikation und dem Verkauf von Meth finanzieren, wobei die Familienbande Liz nicht daran hindern, ihren Bruder so richtig abzuzocken. Gravel, der Zeuge einer schrecklichen Bluttat wird und einsam und im Verborgenen auf einer verlassenen Farm haust. Und Ross Whalen, ein Sheriff, der es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt.

Der Autor erzählt viele Geschichten mit den unterschiedlichsten Protagonisten in diesem Buch, drückt ständig auf das Tempo und reiht eine Aktion an die nächste. Das ist zwar anfänglich unterhaltsam und bindet das Interesse des Lesers, wirkt aber auf Dauer etwas ermüdend. Vor allem auch deshalb, weil die Charaktere sehr oberflächlich angelegt sind, was bei deren Vielzahl und den verschiedenen Handlungssträngen auch nicht verwundert.

„Der Geschmack der Gewalt“ hat durchaus gute Ansätze, aber unter dem Strich fehlt diesem Roman die Tiefe. Man bleibt außen vor und entwickelt keine Sympathien für die Figuren, sondern registriert lediglich sehr emotionslos deren Verhalten. Sehr schade, denn mit ähnlichen Ausgangssituationen treffen Pollock und Woodrell den Leser mitten ins Herz.