Denn niemand ist ohne Schuld...
Sunshine ManAchtzehn Jahre sind vergangen, seit Birdies Schwester Providence tot ist. Allerdings ist die damals Fünfzehnjährige keines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde erschossen. James „Jimmy“ Maguire, ...
Achtzehn Jahre sind vergangen, seit Birdies Schwester Providence tot ist. Allerdings ist die damals Fünfzehnjährige keines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde erschossen. James „Jimmy“ Maguire, der neunzehnjährige Täter, in schwierigen Verhältnissen groß geworden, wurde deshalb zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Diese hat er mittlerweile verbüßt, seine Entlassung steht bevor, weshalb sich Birdie, mit einer Beretta in der Tasche, auf den Weg macht. Schließlich hat sie hat noch eine Rechnung mit ihm offen…
Emma Stonex, bekannt durch ihren Erstling „Die Leuchtturmwärter“, fragt nach Gründen. Warum wird ein Mensch zum Mörder? Warum wird jemand gut, warum wird jemand böse? Sind es die Erbanlagen? Ist es das Milieu? Was geschieht mit einem Kind, dem die elterliche Liebe fehlt? Um das man sich nur halbherzig kümmert?
Sie lässt sowohl Birdie, die Jimmy quer durchs Land auf den Fersen ist, als auch Jimmy in wechselnden Kapiteln zu Wort kommen, wobei nicht immer die Gegenwart, sondern sehr oft die Vergangenheit im Fokus steht, was nicht nur den Blick der Leser schärft, sondern auch die Grenzen zwischen schuldig und unschuldig verschwimmen lässt.
Natürlich stellt sich die Frage nach dem Wer? und dem Warum?, obwohl die Beantwortung dieser Frage gegen Ende zunehmend in den Hintergrund tritt. Es sind die Bilder, die Stonex erschafft, die eine ganz besondere Atmosphäre kreieren, die sich im Kopf festsetzen. Und sie wirken auch dann noch nach, wenn man das Buch längst zugeklappt hat.