Cover-Bild Giovanni Boccaccio
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32,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 415
  • Ersterscheinung: 11.09.2025
  • ISBN: 9783406836374
Franziska Meier

Giovanni Boccaccio

Dichter in schwarzen Zeiten. Eine Biographie
Dichter des Decamerone, Zeuge einer Krisenzeit: Das Leben des Giovanni Boccaccio

650. Todestag von Giovanni Boccaccio am 21. Dezember 2025

Giovanni Boccaccio ist bekannt als Wegbereiter der Renaissance und weltberühmt durch den Decameron mit seinen freizügigen erotischen Geschichten. Sein Leben ist jedoch von Rätseln umgeben, sein Werk von starken Spannungen durchzogen. Die Literaturwissenschaftlerin Franziska Meier zeigt ihn in ihrer glänzenden Biographie als unruhigen Zeitgenossen eines krisengeschüttelten Jahrhunderts am Beginn der Neuzeit.

Pandemie, Klimawandel, Bankenkrise, Staatsverschuldung und der politische Umschwung zur Oligarchie: Giovanni Boccaccio (1313 - 1375) war ein Seismograph all dieser Erschütterungen in seiner Zeit. Teils sinnenfroh, teils sittenstreng, traditionsbewusst und zukunftsgewandt reagierte er mit seinem vielfältigen Werk auf die Widersprüche einer Welt im Umbruch. Franziska Meier rekonstruiert seine Kindheit und Schulzeit in Florenz und die Folgen seiner unehelichen Geburt. Wir erleben ihn in Neapel, wo König Robert von Anjou residiert, in Florenz, der stolzen, reichen Commune, die politisch und ökonomisch ins Schlingern geriet, an den Höfen skrupelloser Alleinherrscher in der Romagna und in der Einsamkeit seines Alterssitzes Certaldo. Vor allem aber schildert Franziska Meier ihn als brillanten Erzähler und herausragenden Dichter, als Freund Petrarcas und Verehrer Dantes, als Gelehrten und Biographen, dessen Werk zur Weltliteratur gehört.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2025

Wenn der Decameron zum Spiegel unserer Zeit wird

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Wer glaubt, Biografien seien trockene Wüsten aus Jahreszahlen und Fußnoten, hat offensichtlich noch nie erlebt, wie Franziska Meier den guten alten Giovanni Boccaccio ausgräbt – und zwar nicht mit dem ...

Wer glaubt, Biografien seien trockene Wüsten aus Jahreszahlen und Fußnoten, hat offensichtlich noch nie erlebt, wie Franziska Meier den guten alten Giovanni Boccaccio ausgräbt – und zwar nicht mit dem Staubpinsel, sondern mit einem literarischen Flammenwerfer. Hier funkelt, lodert und glüht die Renaissance, dass selbst Dante kurz aus dem Fegefeuer linsen würde.

Boccaccio, der Typ mit dem „Decameron“, war ja nicht nur der König der frivolen Geschichten, sondern auch ein wandelnder Seismograph seiner Zeit – Pandemie, Bankenkrise, Klimachaos, Politik-Drama… kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Meier zeigt ihn als Mensch mit Ecken, Zweifeln und ziemlich viel Leidenschaft fürs Erzählen. Einer, der mal Hofluft schnupperte, mal das Kloster suchte, und dabei immer zwischen Sünde und Sinn suchte.

Das Beste: Diese Biografie liest sich nicht wie ein Lexikonartikel, sondern wie ein Roman mit Espresso-Schuss. Die Autorin schreibt so klug, dass man ständig denkt: „Aha, so war das also!“ – und gleichzeitig so elegant, dass man fast vergisst, dass es um das 14. Jahrhundert geht. Besonders genial finde ich, wie sie Boccaccios Spannungen zwischen Lust und Moral, Kunst und Krise herausarbeitet.

Fazit? Ein literarischer Ritt durch Pest, Poesie und Politik. Ich bin selten so beschwingt aus einem Geschichtsbuch gestolpert. Wer Lust auf Renaissance mit Wumms hat – bitte sehr: Hier ist das Buch!

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