Der Hund meiner Kindheit
Heute möchte ich euch Feldmann vorstellen, den Hund meiner Kindheit. Ich bin ein Katzenmensch, immer schon, doch diesen liebenswerten, treuen Gesellen, dem ich als etwa 6jährige erstmals begegnete, habe ...
Heute möchte ich euch Feldmann vorstellen, den Hund meiner Kindheit. Ich bin ein Katzenmensch, immer schon, doch diesen liebenswerten, treuen Gesellen, dem ich als etwa 6jährige erstmals begegnete, habe ich nie vergessen. Immer mal wieder sprang er fröhlich durch meine Gedanken und ich wünschte mir sehr, wir hätten das Buch noch, das meinem älteren Bruder gehörte, irgendwann verschollen und dann lange auch im Buchhandel vergriffen war. Doch jetzt ist es wieder erhältlich, wenn auch nur direkt beim @mitzkatverlag, und ich kann euch den Kauf nur von Herzen empfehlen, denn „Ich heiße Feldmann und bin ein Hund“ ist viel mehr als ein Kinderbuch, es ist eine zarte, melancholische Betrachtung des Menschseins, der Menschlichkeit, und damit Balsam für die Seele.
Feldmann ist der aufgeweckte Chronist dieser Geschichte, seines eigenen Lebens, das bisher wenig Höhen und viele Tiefen kennt. Er sitzt zunächst im Tierheim, bis ihn der obdachlose Mensch Gustav mitnimmt. Gemeinsam ziehen sie durch Wiesen und Wälder, übernachten in Scheunen oder Ruinen, gleich viel weniger einsam, obwohl sie Hunger und Kälte, Unsicherheit und Ablehnung erfahren. Doch sie treffen auch Menschen, die ihnen helfen, erleben großartige Abenteuer und finden schließlich einen Platz, der sich endlich wie Zuhause anfühlt.
Feldmann hat ein ganz reales Vorbild. Der Autor Michael Holzach holte den Hund eigens für ein anderes Buchprojekt aus dem Tierasyl und durchquerte ganz Deutschland mit ihm. Seine Erfahrungen mit den Menschen während dieser Reise finden sich auch in dieser Geschichte wieder. Besonders tragisch: Im Frühjahr 1983 wurde die Verfilmung seines Reiseberichts vorbereitet. Während der Suche nach Drehorten an der Emscher in Dortmund fiel sein Hund Feldmann in den Kanal. Er sprang hinterher, wurde jedoch von der starken Strömung mitgerissen, schlug mit dem Kopf gegen einen Betonpfeiler und ertrank mit gerade einmal 36 Jahren. Der Hund konnte später von der Feuerwehr gerettet werden.
Die sehr ausdrucksstarken Illustrationen stammen aus der Hand von Freda Heyden. Empfohlen ab 8 Jahren.