Cover-Bild Olevano
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29,90
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Kunst
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 20.03.2026
  • ISBN: 9783406842894
Golo Maurer

Olevano

Als ein paar romantische Aussteiger in Italien die deutsche Kunst erfanden
Olevano: Deutscher Sehnsuchtsort und erste Künstlerkolonie

Olevano - ikonischer Sehnsuchtsort einer Gruppe junger deutscher Romantiker, die auszogen, um in der Einsamkeit und Ursprünglichkeit des abgelegenen Bergdorfes nahe Rom die Kunst neu zu erfinden. Das eigentliche Wesen der deutschen Romantik wird an kaum einem anderen Ort so greifbar wie hier, wo aus der Zivilisationsflucht in eine Mittelalter-Märchenwelt eine einflussreiche Avantgarde entsteht.

Um 1800 gab es viele deutsche Künstler, aber noch keine deutsche Kunst. Die musste erst erfunden werden. Und das geschah nicht in Deutschland, sondern in Italien, und zwar in Olevano, wo um 1820 eine kleine Gruppe romantischer Aussteiger die Zukunft in der Vergangenheit suchte. Dort oben, in der Einsamkeit der Eichenwälder, entstand fern vom römischen Trubel die erste deutsche Malerkolonie der Geschichte. Wandern und Zeichnen, Diskutieren und Phantasieren, Freundschaft und Konkurrenz, Hoffen und Verzweifeln - es ist der Traum von einer neuen deutschen Kunst, nachdem aus einem einig-deutschen Vaterland nach 1815 nichts geworden war. Viele unserer jungen Helden sterben früh, ihre Bilder aber sind geblieben - als Zeugen des Mythos von Olevano.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Alrik in einem Regal.
  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Zwischen Eichenwald, Künstlerträumen und sehr viel Sehnsucht

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Olevano klingt erstmal nach einem dieser Bücher, bei denen man denkt: Kunstgeschichte, Romantik, Bergdorf nahe Rom, na gut, holen wir uns vorher lieber noch einen Kaffee. Und dann sitzt man da, blättert ...

Olevano klingt erstmal nach einem dieser Bücher, bei denen man denkt: Kunstgeschichte, Romantik, Bergdorf nahe Rom, na gut, holen wir uns vorher lieber noch einen Kaffee. Und dann sitzt man da, blättert weiter und merkt: Moment mal, das ist gar nicht trocken, das lebt ja.

Golo Maurer nimmt einen mit in dieses abgelegene italienische Dorf, in dem junge deutsche Künstler um 1820 nicht einfach Urlaub gemacht haben, sondern gleich mal die Kunst neu erfinden wollten. Bescheiden waren die Herren also nicht gerade. Aber genau das macht den Reiz aus. Da wird gewandert, gezeichnet, gestritten, geträumt, gehofft und wahrscheinlich auch ordentlich gelitten, wie es sich für Romantiker eben gehört.

Besonders stark fand ich, wie greifbar Olevano als Sehnsuchtsort wird. Man spürt diese Mischung aus Flucht, Überforderung, Naturrausch und dem großen Wunsch, irgendwo etwas Echtes zu finden. Das hat schon Herz. Gleichzeitig schwingt immer mit, dass diese romantische Projektion auf ein Dorf und seine Menschen nicht ganz unschuldig ist. Da sitzt man beim Lesen schon mal da und denkt: Schön verklärt, Jungs, aber schaut vielleicht auch mal richtig hin.

Der Schreibstil ist angenehm bildhaft, klug und trotzdem zugänglich. Kein staubiger Museumsflur, eher ein Spaziergang durch Landschaft, Kunst und ein paar sehr große Künstler-Egos. Für mich ist das kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, aber eins, das hängen bleibt.

Ein schönes, besonderes Sachbuch für alle, die Italien, Kunst, Romantik und diese leicht verrückte Sehnsucht nach einem anderen Leben mögen.

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