Nichts Neues von Ortheil?
REZENSION - Neues von Hanns-Josef Ortheil? Eigentlich eher nicht. Mit seinem neuen Roman "Schwebebahnen", im September beim Luchterhand Verlag erschienen, füllt er lediglich in bekanntem, durchaus auch ...
REZENSION - Neues von Hanns-Josef Ortheil? Eigentlich eher nicht. Mit seinem neuen Roman "Schwebebahnen", im September beim Luchterhand Verlag erschienen, füllt er lediglich in bekanntem, durchaus auch bewährtem Stil mit Blick auf Details eine weitere Lücke in der Reihe seiner autobiografischen Romane, diesmal eine Episode aus dem Leben des siebenjährigen autistischen Jungen, der sich nach dem Umzug von Köln nach Wuppertal in seiner neuen Umgebung und seiner neuen Grundschule eingewöhnen muss. Es gibt weitaus bessere bzw. interessantere Romane von Ortheil. Und wer seine Bände "Die Erfindung des Lebens" (2009) und "Der Stift und das Papier" (2015) kennt, weiß über die schwierigen Kinderjahre Ortheils, seine Passion fürs Klavierspielen und seine frühe Liebe zum Schreiben von Geschichten bestens Bescheid. Insofern ist in "Schwebebahnen" die Handlung zwar eine andere, die Kernaussagen aber sind Ortheil-Kennern bereits bekannt. Insofern also nichts Neues. Wer Ortheil liebt, wird am neuen Roman Gefallen finden - oder sich vielleicht auch schon langweilen. Alle anderen dürfte dieser autobiografische Roman kaum besonders ansprechen. Wie gesagt: Es gab schon bessere Bücher dieses Autors - wie u.a. "Die Mittelmeerreise. Roman eines Heranwachsenden" (2018) oder "Der von den Löwen träumte" (2019).