✎ Heidi Trpak & Laura Momo Aufderhaar - Gerda Gelse
Mücken sind in unserem Garten die Plagegeister schlechthin! Man kann ab Ende März, wenn es endlich die ersten warmen Tage bei uns hat, nicht mehr draußen sitzen, weil es sofort welche gibt, die sich auf ...
Mücken sind in unserem Garten die Plagegeister schlechthin! Man kann ab Ende März, wenn es endlich die ersten warmen Tage bei uns hat, nicht mehr draußen sitzen, weil es sofort welche gibt, die sich auf einen stürzen. Mittlerweile halten sie sich aufgrund des Klimawandels bis in den November hinein bei uns auf. Das ist nicht nur lästig, sondern echt schmerzhaft, wenn man Gemüse anbaut und am Ende des Tages mit mehr als 50 Mückenstichen rein geht. Die üblichen Sprays halten schon lange nicht mehr ihre Versprechen …
Als meine Siebenjährige und ich zufällig eine kurze Doku darüber gesehen haben, warum Mücken Blut brauchen und wie sie ihre Eier legen, fanden wir das faszinierend. Dann fiel mir „Gerda Gelse“ von Heidi Trpak & Laura Momo Aufderhaar in die Hände und ich war gespannt, wie dieses Kindersachbuch das Thema umsetzt.
Das Buch hat seinen Charme darin, dass es aus Sicht der titelgebenden Mücke erzählt wird, kombiniert mit sachlichen Informationen über das Insekt. Die Sprache ist kindgerecht und der ungewöhnliche Aufbau mit Pflanzendrucken als Illustrationsbasis ist kunstvoll umgesetzt.
Auf den Umschlaginnenseiten ist das Wort „Mücke“ in 35 Sprachen übersetzt, was wir interessant fanden und unsere eigene Zweitsprache dort wiederfanden - ein netter kleiner Zusatz für neugierige Kinder.
Trotz der kreativen Gestaltung wirkt der Informationsgehalt im Vergleich zu dem, was wir zuvor gesehen hatten, eher knapp. Lesende, die bereits Dokus oder andere Sachbücher über diese Tiere kennen, werden merken, dass manche Erklärungen oberflächlich bleiben. Details etwa darüber, warum Blut exakt notwendig für die Eientwicklung ist, fehlen.
Positiv ist, dass das Buch darauf eingeht, welche Rolle Mücken im Ökosystem spielen und sie nicht nur als nervige Plage darstellt. Diese Perspektive hilft, die Tiere als Teil der Nahrungskette zu sehen, statt ausschließlich mit dem Stich zu assoziieren. Jedoch fehlen Gegenmaßnahmen gegen Mücken und ein Hinweis auf ihre Bedeutung als Krankheitsüberträger, was das Bild der Tiere unvollständig lässt.
Mein Kind fand vor allem die Zeichnungen oft lustig. Für mich war es ein solider Einstieg in ein Thema, das ich grundsätzlich spannend finde, aber ich denke, das Buch könnte in einer Neuauflage mehr Tiefe vertragen und aktuelle Veränderungen wie neue Mückenarten durch den Klimawandel stärker einbeziehen.
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