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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2021

✎ Erica Fischer - Aimée und Jaguar

Aimée und Jaguar
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Ich habe bereits eine Menge Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus gelesen. Und doch erfahre ich erstaunlicherweise ganz oft neue Dinge, wenn mir wieder Mal ein Werk dazu in die Hände fällt.

So ...

Ich habe bereits eine Menge Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus gelesen. Und doch erfahre ich erstaunlicherweise ganz oft neue Dinge, wenn mir wieder Mal ein Werk dazu in die Hände fällt.

So erging es mir auch bei "Aimée und Jaguar".

Anfangs tat ich mich ein bisschen schwer mit dem Lesen, denn Lilly Wust war mir äußerst unsympathisch. Ich musste mir immer wieder vor Augen führen, dass Menschen nun mal unterschiedlich sind und mir nicht alle angenehm sein können.

Erica Fischer hat einen unglaublich beschreibenden Schreibstil. Lilly und Felice haben von Anfang an Gestalt angenommen und diese bis zum Schluss nicht verloren. All die Verzweiflung, Eifersucht, Hilflosigkeit, ... begleiten einen auf nahezu jeder Seite.

Durch die geschilderten Momente und dem Lesen zwischen den Zeilen kommen unwillkürlich Gedanken auf, die einen selbst manchmal erschrecken - vor allem in Bezug auf Lilly.

Obwohl im Klappentext bereits steht, was passiert, war ich geschockt, als es tatsächlich eintraf. Der weitere Verlauf brach mir dann das Herz. Ich finde keine Worte, die beschreiben, wie tieftraurig ich war / bin.

Da ich den Film (noch) nicht kenne, kann ich keine Parallelen ziehen. Von mir gibt es für das Werk jedoch eine Leseempfehlung an all diejenigen, die sich für das Thema interessieren. Diese Geschichte wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen ...

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 05.09.2021

✎ Trent Dalton - Der Junge, der das Universum verschlang

Der Junge, der das Universum verschlang
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Was genau ich beim Lesen des Klappentextes erwartet habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich weiß jedoch, dass ich das, was ich bekam, so nicht vermutet hätte.

Beim anfänglichen Lesen tat ich mich sehr ...

Was genau ich beim Lesen des Klappentextes erwartet habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich weiß jedoch, dass ich das, was ich bekam, so nicht vermutet hätte.

Beim anfänglichen Lesen tat ich mich sehr schwer. Zwischendurch legte ich das Werk sogar beiseite und las ein anderes, weil es mich irgendwie nicht packen konnte.

Auch beim erneuten Lesen war es nicht unbedingt besser. Zwar hielt ich dieses Mal bis zum Schluss durch, doch ich würde das Buch weder ein zweites Mal in die Hand nehmen, noch jemanden empfehlen.

Es gibt Passagen, die sind wirklich hart. Da wurde mir richtig mulmig.
Dann gibt es Passagen, die fand ich absolut unrealistisch.
Und dann gibt es Passagen, die eigentlich mein Herz hätten berühren sollen, es jedoch nicht taten.

Zwar blieben mir die Charaktere nicht fremd, doch ich fand auch keinen richtigen Zugang zu ihnen. Trent Dalton hat auf alle Fälle einen beschreibenden Stil, der dennoch nicht darüber hinwegtröstet, dass sich die Geschichte in großen Teilen sehr zog.

Meinen Geschmack hat die Lektüre nicht getroffen. Zu langatmig, sehr brutal und am Ende irgendwie nichtssagend.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.08.2021

✎ Anja Jonuleit - Das letzte Bild

Das letzte Bild
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Als ich damals den Klappentext las, war ich davon überzeugt, eine Familiensaga vor mir zu haben. Ich mag dieses Genre und gehe daher immer ohne große Erwartungen ans Lesen. Bisher wurde ich auch erst wenige ...

Als ich damals den Klappentext las, war ich davon überzeugt, eine Familiensaga vor mir zu haben. Ich mag dieses Genre und gehe daher immer ohne große Erwartungen ans Lesen. Bisher wurde ich auch erst wenige Male enttäuscht.

Was sich hier jedoch entpuppt hat, würde ich eher unter dem Genre 'Krimi' verbuchen. Und das sogar ein richtig guter in meinen Augen.

Bisher kannte ich kein einziges Buch der Autorin - und das, obwohl sie bereits mehrere erfolgreich veröffentlich hat. Ich denke, das wird sich hiermit ändern, denn mit "Das letzte Bild" hat sie mich überzeugt.

Anja Jonuleit hat einen fesselnden Schreibstil, der es mir schwermachte, die Lektüre aus der Hand zu legen. Immer wieder wollte ich wissen, wie es weitergeht.

Die Geschichte wird auf 2 Ebenen erzählt: Evas Reise und das Schicksal der Toten.
Evas Strang ist interessant, manchmal für mich nicht ganz nachvollziehbar, jedoch ein solides Grundgerüst der Erzählung. Zu Eva selbst habe ich leider keinen rechten Zugang finden können.
Der Strang der Toten ist ein wahrer Krimi. Interessant. Aufwühlend. Gänsehautverursachend. Ein Page-Turner. Hier habe ich richtig mitgelitten.

Gut gefallen haben mir das Nachwort der Autorin und die zusätzlichen Sachinformationen. Erst da erfuhr ich, dass es die Isdal-Frau wirklich gegeben hat. Diese wurde bis heute nicht identifiziert, doch die Schriftstellerin gab ihr mit diesem Krimi einen Namen und auch eine Familie.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 18.08.2021

✎ Abbie Greaves - Hör mir zu, auch wenn ich schweige

Hör mir zu, auch wenn ich schweige
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Das Hörbuch ist bereits seit ein paar Tagen ausgehört und ich tue mich ein wenig schwer, zusammen zu bekommen, wie es mir denn nun gefallen hat ...

Die Geschichte ist in 2 Teile geteilt: Seine Sicht der ...

Das Hörbuch ist bereits seit ein paar Tagen ausgehört und ich tue mich ein wenig schwer, zusammen zu bekommen, wie es mir denn nun gefallen hat ...

Die Geschichte ist in 2 Teile geteilt: Seine Sicht der Dinge und ihre. Hier hätte ich mir schon direkt gewünscht, dass das auch von 2 verschiedenen Menschen vorgetragen wird. Es gibt zwar einen deutlichen Schnitt, doch weil anfangs die Begebenheiten von ihm aus geschildert werden, tat ich mich schwer, beim zweiten Teil die Stimme permanent mit Maggie zu verbinden.

Durch die 2 Erzählperspektiven bekommt man sehr viele Informationen aus dem Leben Franks und Maggies. Doch dies bringt auch ständige Wiederholungen mit sich.

Ich habe die Reaktion von Frank nicht nachvollziehen können - aber ich stecke auch nicht in seinen Schuhen. Es ist immer leicht, etwas von Außen zu betrachten und man meint, man weiß, wie man in solch einer Situation reagieren würde.

Die Geschichte hätte hochemotional sein können. Das Potenzial ist da! Doch irgendwie hat sie mich nicht so berührt, wie ich es gerne gehabt hätte. Selbst als der Grund des Schweigens dann offen ausgesprochen wurde, stellte sich bei mir nicht die gewünschte Reaktion ein.

Kein Buch, welches jetzt mega schlecht ist. Aber eben auch kein Buch, welches ich unbedingt weiterempfehlen würde. Dafür war es mir einfach zu unausgereift.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.08.2021

✎ Zazu Navarro - Mein Tutu

Mein Tutu
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Wir versuchen, unser Kind weitestgehend klischeefrei zu erziehen. Dass das nicht so ganz klappt, mussten wir leider schon öfter feststellen. Woher diese permanente Zuordnung kommt, ist nicht wichtig. Wichtig ...

Wir versuchen, unser Kind weitestgehend klischeefrei zu erziehen. Dass das nicht so ganz klappt, mussten wir leider schon öfter feststellen. Woher diese permanente Zuordnung kommt, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir immer wieder darüber reden, dass jeder alles sein und tragen darf.

Im Großen und Ganzen gefällt mir das Buch. Es zeigt auf, dass alle Kinder anders und doch gleich sind.

Wir begleiten Tino durch die Geschichte. Er schildert mit einfachen Sätzen seinen Tag im Kindergarten.
Dabei sieht man, dass so junge Menschen noch sehr unverbraucht sind: Sie fragen etwas, bekommen eine Antwort und sind zufrieden. Keine Kommentare, keine Mimik, keine Nebenfragen.

Tino beweist, dass es nicht wesentlich ist, was er trägt. Er kann alle Spiele auf seine Weise mitspielen. Man benötigt nur ein bisschen Fantasie.

Lediglich 3 Stellen finde ich nicht so gut gelungen:

Einmal erwidert Tino:
»Das ist kein Mädchenrock, das ist ein Tutu!«
Soll das heißen, ein Tutu darf er tragen, aber einen "Mädchenrock" nicht? Und was genau ist ein "Mädchenrock"?

An einer anderen Stelle wird ein Sandkuchen von vielen Kindern gebacken. Natürlich kommt es hierbei zu Schmierereien. Aber warum hat ein Kind den Matsch um den Mund? Meine 3-Jährige war diesbezüglich sehr irritiert und eine wirklich zufriedenstellende Antwort habe ich leider nicht gefunden / geben können.

Am Ende des Kindergartentages wird mit einem Lied geputzt. Dort heißt es:
»[...] Jetzt putzen wir! Jeder seinen Teil. [...] Jeder putzt, was ihm gehört!«
Das finde ich sehr schade, denn unsere Botschaft ans unsere Tochter ist immer: Wir helfen uns gegenseitig.

Die Mission des Werkes finde ich sehr wichtig. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen erkennen, dass Äußerlichkeiten unwichtig sind. Wir sollten uns ein Beispiel an (den hier dargestellten Kindergarten)Kindern nehmen und einfach alle akzeptieren, wie sie sind - ohne Hintergedanken, ohne Nachfragen, ohne (böse) Kommentare und (schiefe) Blicke.

Unser Mädchen findet "Mein Tutu" klasse und holt es immer wieder zum Lesen aus dem Schrank.

©2021 Mademoiselle Cake