Cover-Bild Die Fabrik
(1)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783498007942
Hiroko Oyamada

Die Fabrik

Roman | Über die Absurdität der modernen Arbeitswelt
Nora Bierich (Übersetzer)

Mit Anklängen an Franz Kafka und Han Kang erzählt Hiroko Oyamada vom tiefen Unbehagen an einer Welt, in der sich die Beziehung des Menschen zur Arbeit grundlegend verändert. 

Die Fabrik ist ein schier unüberschaubar großes Gelände in einer namenlosen japanischen Stadt. Die Angestellten widmen sich den ihnen zugewiesenen Aufgaben, den höheren Zweck kennen sie nicht. Drei junge Menschen wurden vor Kurzem eingestellt: eine Frau, die einen Papierschredder bedient, ein Mann, der nicht näher spezifizierte Dokumente Korrektur liest, ein dritter, der sich einem rätselhaften Begrünungsprojekt widmen soll und zunächst die Moosarten studiert, die auf dem weitläufigen Gelände wachsen.

Während sie gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen, nehmen die Tage eine seltsame Logik und Dynamik an. Die Fabrik scheint sich immer mehr auszudehnen, die Ränder der Realität nach und nach aufzulösen. Wo endet die Fabrik, wo beginnt der Rest der Welt? Was hat es mit den seltsamen Tieren auf sich? Nach Wochen (oder sind es Jahre?) stellen alle drei sich schließlich die grundlegendste aller Fragen: Warum bin ich hier? 

Die Fabrik ist ein Roman über das Beunruhigende hinter der Oberfläche einer Welt, die wir nicht mehr verstehen. Auch für alle Fans der TV-Serie Severance !

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2026

Surreales Bild unserer modernen Arbeitswelt, oder?

0

Nach der Übersetzung des Romans „Das Loch“ hat der Rowohlt Verlag jetzt auch den 2013 erschienenen Debütroman „Die Fabrik“ der japanischen Schriftstellerin Hiroko Oyamada von Nora Bierich übersetzten lassen.
Mich ...

Nach der Übersetzung des Romans „Das Loch“ hat der Rowohlt Verlag jetzt auch den 2013 erschienenen Debütroman „Die Fabrik“ der japanischen Schriftstellerin Hiroko Oyamada von Nora Bierich übersetzten lassen.
Mich faszinierte der surreale und abstrakte Schreibstil schon in „Das Loch“ und thematisch hat mich auch „Die Fabrik“ wieder sehr angesprochen.
Das Verhältnis zwischen Mensch und moderner Arbeit steht in diesem Roman im Mittelpunkt und ist auch in meinem Leben ein Thema, das mich sehr beschäftigt.
Obwohl ich als Bauingenieurin eigentlich an ziemlich konkreten Projekten arbeite und vom Prozess bis hin zum fertigen Werk einen direkten Bezug habe, erscheinen mir die Firmenstrukturen und bürokratische Prozesse oft absurd.
In größeren, industriellen Fertigungsbetrieben (oder in Ämtern) wird die Entkoppelung der eigenen Tätigkeit von der Sinnhaftigkeit des Tuns von den Arbeitenden bestimmt noch wesentlich stärker empfunden.
In Oyamadas Roman ist „Die Fabrik“ ein unüberschaubar großer Komplex, von dem keiner mehr weiß ob und was er eigentlich herstellt oder wessen Zweck er eigentlich dient. Anhand dreier unterschiedlicher Figuren, die in der Fabrik unterschiedliche Arbeiten erledigen, zeigt Oyamada die Absurdität und Surrealität einer modernen Arbeitswelt.
Ein hoch qualifizierter und hochbezahlter Moosforscher wird beispielsweise eingestellt, mit unklarer Beschreibung seines Tätigkeitsfelds und ohne konkrete Zielvorgabe. Obwohl sein Job somit eigentlich absolut stressfrei und sorgenfrei ist, ist er nicht glücklich.
Eine junge Frau, die eingestellt wurde um im Untergeschoß Akten zu schreddern, wird ausgesprochen schlecht bezahlt und hat merkwürdige Arbeitskolleg*innen. Sie fragt sich, ob so jetzt der Rest ihres Lebens aussehen wird.
Und ein Korrekturleser fragt sich, ob ein übersehener Fehler wohl schwerwiegende Konsequenzen haben könnte, oder ob das alles vielleicht nur ein großer Test seiner Arbeitsbereitschaft ist.
Ich würde ja sagen, dass Oyamada „Die Fabrik“ und die Arbeitssituationen ihrer Figuren überspitzt darstellt, aber 20 Jahre in der Arbeitswelt mit unterschiedlichen Stationen lassen mich anders empfinden.

Wie schon in „Das Loch“ gefällt mir diese surreale und befremdliche Atmosphäre, die Oyamada in ihren Romanen erschafft. Auch die Andeutungen von Verknüpfungen unter ihren drei Figuren und die Symbolik der schwarzen Vögel hat mir ziemlich gut gefallen. Natürlich ist Oyamada nicht die erste Autorin, die über die Absurdität und Entfremdung in der modernen Arbeitswelt schreibt, aber in dieser Destillation und Atmosphäre doch bestimmt besonders.

Da die von ihr vorliegenden übersetzten Romane im Original bereits 2013 und 2014 erschienen sind, hoffe ich doch, dass ihre aktuellen Arbeiten jetzt vielleicht auch bald ins Deutsche übertragen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere